Die Ducati Monster ist ein Naked Bike, das seit 1993 gebaut wird. Seitdem hat sich das Motorrad stetig weiterentwickelt und ist in verschiedenen Varianten erhältlich. In diesem Artikel werden Testberichte und Erfahrungen mit verschiedenen Modellen der Ducati Monster vorgestellt.
Neuer Aluminiumrahmen
Zentrales Element des Naked Bikes ist sein neuer Rahmen im Stil des Supersportlers Panigale. Die Vakuum-Druckguss-Konstruktion ist nicht nur um sechzig Prozent leichter als der Stahlgitterrohrrahmen, über die Wandstärke ermöglicht das Material es auch, die Steifigkeit des Chassis besser den Erfordernissen anzupassen. An manchen Stellen ist der Alu-Rahmen nur drei Millimeter dick. Seine ausgeklügelte Balance aus Flexibilität und Steifigkeit soll der Fahrbarkeit der Maschine zugutekommen.
Fahrverhalten und Ergonomie
Auf der Monster fühlt man sich sofort zu Hause. Das gilt insbesondere für kleine Fahrer. Mit Fahrwerkstieferlegung und niedriger Sitzbank sinkt die Sitzhöhe bei Bedarf auf 775 Millimeter. Vollgetankt 188 Kilogramm leicht, ist die Monster damit nicht nur preislich der Einstieg in die Welt von Ducati. Für Fahranfänger scheinen das Handling des leichten Bikes und die verfügbare 35-kW-Variante wie gemacht.
Große Fahrer sollten hingegen zur optional erhältlichen, höheren Sitzbank greifen. Ihnen ist die Monster beinahe ein Stück zu klein. Die restliche Ergonomie passt dafür umso besser. Deutlich näher zum Fahrer rückt der Lenker und spannt den Fahrer damit weniger stark über den Tank als zuvor. Die aufrechte Position des Oberkörpers entlastet die Handgelenke. Im Stadtverkehr verbessert sie zudem den Überblick. Auf den ersten Metern gefällt die Monster bereits bei langsamer Fahrt durchs Verkehrsgetümmel mit guter Balance.
Motor und Getriebe
Dank einer neuen Schaltwalze lassen sich die Gänge exakt und butterweich einlegen, die Kupplung trennt perfekt und auch der Leerlauf findet sich stets auf Anhieb. Vorbildlich arbeitet zudem der neue Quickshifter. Selbst bei Bummeltempo lässt es sich kupplungsfrei und ohne spürbaren Widerstand hoch- und runterschalten. Sobald der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat, bietet er ein breit nutzbares Drehzahlband. Ab 2.500 U/min läuft er rund und dreht bei Bedarf bis zum roten Bereich bei 10.000 Touren aus. Richtig wohlfühlt sich die Monster zwischen 3.000 und 8.000 Touren und ist dann, auch ohne zurückzuschalten, jederzeit für einen Zwischensprint bereit.
Fahrwerk und Bremsen
Das Fahrwerk arbeitet straff und präzise, schlägt niemals durch, fordert auf Schlaglöchern allerdings Nehmerqualitäten von den Bandscheiben des Fahrers. Auch wenn die Upside-down-Gabel nicht einstellbar ist und am Zentralfederbein lediglich die Federvorspannung justiert werden kann, vermisst man die Stellschräubchen dank gelungener Abstimmung nicht. Beinahe endlos scheint die Schräglagenfreiheit der Monster. Jetzt bereitet das geringe Gewicht auch ambitionierten Fahrern Freude. Die Maschine entpuppt sich als Garant für sorglosen Fahrspaß.
Stabil auf der Bremse lenkt sie zielgenau ein, bleibt im Kurvenverlauf neutral auf Kurs und ermöglicht es, bereits früh wieder ans Gas zu gehen und aus engen Ecken heraus zu beschleunigen. Die Traktionskontrolle arbeitet dabei sanft und zuverlässig, ebenso das ABS.
Elektronik und Display
Justiert werden alle elektronischen Assistenzsysteme über das scharf auflösende und gut ablesbare Display. Während Tunneldurchfahrten oder bei Nacht wechselt es automatisch sein Farbschema. Der Hintergrund des Drehzahlmessers färbt sich zudem mit steigender Drehzahl zunächst gelb, dann rot. Etwas Kritik gilt der Belegung der Schalter an den Lenkerarmaturen. Ducati verwendet weiterhin den Blinkerschalter als Bestätigungstaste der Menüs. Regelmäßig landet man so in den Unterpunkten des Bordcomputers oder setzt versehentlich den Trip-Zähler zurück, während man eigentlich nur sichergehen wollte, dass man den Blinker ausgeschaltet hat.
Ducati Monster Leser-Experience 2024
Seit dem 2. August testen 4 MOTORRAD-LeserInnen die Ducati Monster. Regelmäßig berichten sie von ihren Erfahrungen und Testeindrücken mit der Monster. Hier sind einige Eindrücke nach 4 Testwochen:
- Maren Mydla: "Ich bin nach 4 Wochen Leser-Test immer noch hin und weg vom Handling! Die Kurvenlage der Monster ist grandios. Sie ist super wendig."
- Marc Beckord: "Der Ducati Quickshifter (DQS) überzeugt mich so sehr und macht so einen Spaß, dass ich ihn auf meiner eigenen Maschine vermisse. Die Antrittsschnelligkeit, das famose Handling in jeder Fahrsituation, die Hochgeschwindigkeitsstabilität, das Beschleunigungsvermögen auch aus hohen Geschwindigkeiten und der dazu trotzdem moderate Verbrauch."
- Markus Poser: "Überzeugend ist für mich immer noch der Look und die Tatsache, dass man die Monster wie ein Leichtkraftrad bewegen kann. Sitzkomfort wie Ergonomie sind für mich nahezu perfekt (wenn man es Sportlicher mag)."
- Steve Ziegler: "Mich hat das Gesamtkonzept Monster überzeugt. Das geringe Gewicht von 179 Kilogramm leer, Quickshifter, 111 PS und fast 100 Nm Drehmoment stehen der Monster wirklich sehr gut."
Ducati Monster SP
Bei keiner anderen Sport-Version unseres Fünfer-Vergleichs ist der Abstand zur Basis so groß wie bei der Ducati Monster SP - mehr Elektronik, schärfere Geometrie und zusätzlich zum Öhlins-Federbein sogar eine Öhlins-Gabel an der Front! Die Monster SP ist für mich nicht nur die zwar teurere, aber auch bessere Monster, sondern eigentlich die einzige Monster, die es geben sollte und müsste.
Ein weiterer Punkt, der auf der Ducati nicht nur besser als bei der hauseigenen Schwester ist, sondern auch den vier Kontrahentinnen in diesem Vergleich um nichts nachsteht, ist die Bremsanlage. So brachial zupacken, dabei aber präzise dosierbar bleiben, schafft kaum eine andere, wenn auch sowohl die KTM 890 Duke R und die Triumph Street Triple RS wie die Monster SP auf Brembo Stylema-Bremssättel vertrauen.
Da macht es einfach nur Spaß, die Monster SP durch die Kurven zu werfen und sich auf die Präzision aller anderen Komponenten wie eben Fahrwerk, Bremse und Quickshifter zu verlassen. Da kann man sogar verschmerzen, dass die Monster SP mit ihren 111 PS bei 9250 Umdrehungen die Schwächste im Vergleich ist, denn der Ducati-typische V2-Motor dreht kraftvoll hoch und liefert die Leistung in Kombination mit den Vibrationen, die man von einem Triebwerk aus Bologna erwarten darf.
In Sachen Elektronik passt ebenfalls alles, neben Kurven-ABS und schräglagenabhängiger Traktionskontrolle stehen auch Wheelie-Control, drei Fahrmodi, Launch-Control und Connectivity beim Farb-TFT-Cockpit zur Verfügung.
Ducati Monster 821
Wer die erst dieses Jahr erschienene Monster 1200 mit ihren vielen feinen Details noch vor Augen hat, erkennt schnell, dass die Monster 821 unter einem gewissen Spardiktat entstanden ist. Unter anderem sind die schöne Einarmschwinge und die Verstellmöglichkeiten der USD-Gabel auf der Strecke geblieben. Die Monster 821 soll trotz ihres aufwendigen Testastretta-Motors nicht viel mehr als 10.000 Euro kosten, während die Zwölfhunderter fast 3.000 Euro höher liegt.
Zu verdanken ist dies primär dem bestens im Futter stehenden Zweizylindermotor. 112 PS nennt das Datenblatt, und dazu ein beträchtliches Drehmoment von rund 90 Newtonmetern. Zudem flitzt das Triebwerk bei Bedarf durchs Drehzahlband bis nahe 10.000 Touren, dass es eine reine Freude ist.
Da die Voll-Elektronisierung der Monster 821 auch die Einbeziehung von ABS und Traktionskontrolle möglich macht, sind aus den drei Motor-Mappings drei differierende Fahrprogramme geworden. Natürlich ist auch diese Technologie der Monster 821 von der 1200er abgeleitet worden. Zudem ist der Gitterrohrrahmen genauso identisch wie beispielsweise der Scheinwerfer, der am Rand eine hübsche LED-Kette aufweist.
Nicht nur akustisch, auch fahrdynamisch. Denn das gut abgestimmte Fahrwerk ist straff und direkt genug für sportives Angasen und zugleich komfortabel genug, um nicht gleich die Bandscheiben k.o. gehen zu lassen. Genauso messerscharf wie das Fahrwerk - der Radstand ist merkbar kürzer als bei der 1200er Monster - tut die feine Dreischeiben-Bremsanlage ihren Dienst, die zudem über ein unterschiedlich einstellbares, sehr hochwertiges Bosch-ABS verfügt.
Ducati Monster: Technische Daten im Überblick
| Modell | Motor | Leistung | Drehmoment | Gewicht (vollgetankt) |
|---|---|---|---|---|
| Monster (2021) | 937 cm³ V2 | 111 PS | 93 Nm | 188 kg |
| Monster SP | 937 cm³ V2 | 111 PS | k.A. | ca. 190 kg |
| Monster 821 | 821 cm³ V2 | 112 PS | 90 Nm | k.A. |
Gebrauchtkauf: Worauf achten?
Beim Kauf einer gebrauchten Ducati Monster gibt es einige Punkte zu beachten. Achten Sie auf den Zustand des Tanks, der bei älteren Modellen undicht sein kann. Die schönste und beste Monster aus der M4 Baureihe wäre eine Monster S2R 1000, aber die kostet auch ihren Preis. Ich habe immer geschaut das ich Maschinen kaufte mit nicht viel mehr als 25000 km.
Hier hab ich etwas weiter unten beschrieben wie man das Heck montiert. Ducati bricht bei der aktuellen Monster mit vielen Traditionen: Nicht nur, dass die Angabe des Hubraums fehlt, müssen die Fans des traditionellen Gitterrohrrahmens auf ebendiesen vollkommen verzichten!
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