Die Ducati Monster 1100 wird im Herbst 2008 auf der Intermot vorgestellt und ist ab Modelljahr 2009 erhältlich. Sie ersetzt die Monster S2R 1000 und basiert auf dem klassischen Monster-Design mit Gitterrohrrahmen, bringt jedoch zahlreiche technische Neuerungen.
Ducati Monster 1100 (2009-2010)
Der luftgekühlte Desmodue-Zweiventil-L-Twin stammt in überarbeiteter Form aus der Multistrada 1100, angepasst für das Naked-Bike-Konzept. Das offizielle Trockengewicht beträgt 169 kg laut Ducati-Werksangabe.
Die Sitzposition ist sportlich-aufrecht mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper. Die Sitzhöhe liegt bei 810 mm. Die Monster 1100 ist serienmäßig mit Soziussitz ausgestattet. Die Soziusfußrasten sind abnehmbar, eine optionale Soziusabdeckung ist über Ducati Performance erhältlich. Die Soziustauglichkeit ist gegeben, jedoch durch die sportliche Geometrie eingeschränkt.
Das Cockpit besteht aus einer digitalen LC-Anzeige mit Informationen zu Geschwindigkeit, Drehzahl, Uhrzeit, Gesamtkilometerstand, zwei Tageskilometern sowie Wartungsintervallanzeige. Ein Schaltblitz ist nicht vorhanden. Die Vorderradführung übernimmt eine voll einstellbare 43-mm-Showa-Upside-Down-Gabel, hinten arbeitet ein Sachs-Federbein mit einstellbarer Zugstufe und Federvorspannung. Die Bremsanlage stammt von Brembo: vorne zwei 320-mm-Scheiben mit radial montierten Vierkolben-Monoblockzangen.
Ab Werk ist kein Windschild montiert. Ducati bietet ein optionales, nicht verstellbares Windschild über das Zubehörprogramm an. Koffer oder Topcases sind nicht serienmäßig vorgesehen, können jedoch über Ducati Performance nachgerüstet werden.
Ducati Monster 1100 EVO (ab 2011)
Ab Modelljahr 2011 ersetzt die Ducati Monster 1100 EVO das Basismodell. Sie ist das erste Monster-Modell mit serienmäßigem Ducati Safety Pack (DSP), bestehend aus ABS und Ducati Traction Control (DTC). Der überarbeitete Desmodue Evoluzione-Motor leistet 100 PS bei 7500 U/min. Die Auspuffanlage wird neu gestaltet und mündet in zwei übereinander liegende Endschalldämpfer auf der rechten Seite.
Die Sitzhöhe bleibt mit 810 mm unverändert, jedoch wird die Sitzbank überarbeitet und bietet laut Ducati verbesserten Komfort. Die Soziustauglichkeit bleibt erhalten, inklusive abnehmbarer Soziusfußrasten. Die Vorderradgabel stammt nun von Marzocchi, ist jedoch nicht mehr einstellbar. Das hintere Sachs-Federbein bleibt erhalten. Die Bremsanlage bleibt gegenüber dem Vorgängermodell unverändert.
Ab Werk ist die Monster 1100 EVO mit Pirelli Diablo Rosso bereift. Der Tankinhalt beträgt 13,5 Liter. Die Reichweite liegt laut Herstellerangaben bei etwa 200 bis 220 km, abhängig vom Fahrstil. Ducati gewährt 2 Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung, inklusive Ducati Assistance (Pannenhilfe).
Hauptunterschiede zwischen Monster 1100 und Monster 1100 EVO
Die Monster 1100 EVO bietet mehr Leistung (100 PS statt 95 PS), serienmäßiges ABS und DTC, eine neue Auspuffführung, eine überarbeitete Sitzbank sowie eine nicht einstellbare Marzocchi-Gabel. Das Basismodell hat eine einstellbare Showa-Gabel.
Technische Daten im Detail
Die Ducati Monster 1100 Evo ABS wird 2011 als überarbeitete Version der bisherigen Monster 1100 vorgestellt. Sie ist das erste Modell der Monster-Baureihe, das serienmäßig mit dem Ducati Safety Pack (DSP) ausgestattet ist. Dieses umfasst ein abschaltbares Zweikanal-ABS von Bosch sowie eine achtstufige Ducati Traction Control (DTC). Beide Systeme lassen sich über das digitale Cockpit konfigurieren.Der luftgekühlte L-Twin-Desmodue-Motor bleibt in seiner Grundarchitektur erhalten, wird jedoch überarbeitet. Die Leistung steigt auf 73,5 kW (100 PS) bei 7500 U/min, das maximale Drehmoment beträgt 103 Nm bei 6000 U/min. Damit ist die Monster 1100 Evo die leistungsstärkste luftgekühlte Monster ihrer Baureihe. Die Abgasanlage wird neu gestaltet: Zwei hochgelegte Endschalldämpfer auf der rechten Seite ersetzen die vorherige symmetrische Anordnung. Die Anlage erfüllt die Euro-3-Norm.
Das Fahrwerk basiert auf einem Gitterrohrrahmen aus Stahl. Vorn ist eine voll einstellbare 43-mm-Upside-down-Gabel von Marzocchi verbaut, hinten ein Sachs-Federbein mit einstellbarer Zugstufe und Federvorspannung. Die Bremsanlage stammt von Brembo: Vorn kommen zwei 320-mm-Scheiben mit radial montierten Vierkolben-Monoblockzangen zum Einsatz, hinten eine 245-mm-Scheibe mit Zweikolbenzange.
Die Sitzposition ist sportlich-aufrecht mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper. Die Sitzhöhe beträgt 810 mm. Die Soziustauglichkeit ist gegeben, allerdings fällt die Soziusbank schmal aus. Eine abnehmbare Soziusabdeckung ist serienmäßig montiert. Die Fußrastenanlage ist zweigeteilt, was die Demontage des Soziusbereichs erleichtert.
Das Cockpit besteht aus einer digitalen LC-Anzeige mit integriertem Drehzahlmesser, Ganganzeige, Uhr, Außentemperaturanzeige und Bordcomputerfunktionen. Eine Tankanzeige ist nicht vorhanden. Der Tankinhalt beträgt 13,5 Liter. Ducati gibt keinen offiziellen Durchschnittsverbrauch an, daher ist eine exakte Reichweite nicht belegbar.
Ab Werk ist die Monster 1100 Evo ABS mit Pirelli Diablo Rosso II bereift. Die Reifendimensionen betragen vorn 120/70 ZR17 und hinten 180/55 ZR17. Ein Windschild ist nicht serienmäßig montiert, wird jedoch als Zubehör angeboten. Es ist nicht verstellbar.
Die Produktion der Monster 1100 Evo ABS endet 2013. Ab 2014 wird die Monster-Baureihe ausschließlich mit wassergekühlten Motoren fortgeführt. Ein direkter luftgekühlter Nachfolger wird nicht mehr aufgelegt.
Technische Daten: Ducati Monster 1100 Evo
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Motor | Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor |
| Hubraum | 1079 cm³ |
| Leistung | 73,5 kW (100 PS) bei 7500/min |
| Max. Drehmoment | 103 Nm bei 6000/min |
| Getriebe | Sechsganggetriebe |
| Radstand | 1450 mm |
| Sitzhöhe | 810 mm |
| Trockengewicht | 169 kg |
| Tankinhalt | 13,5 Liter |
| Bereifung vorne | 120/70 ZR 17 |
| Bereifung hinten | 180/55 ZR 17 |
Vergleich: Ducati Monster 1100 Evo vs. Konkurrenzmodelle
Der Ducati Monster 1100 Evo mit ihrem 4-Takt 2-Zylinder-Motor und einem Hubraum von 1.078 Kubik steht die Ducati Monster 1100 S mit ihrem 2-Zylinder-Motor mit gleichem Hubraum gegenüber. Die Monster 1100 S setzt vorne auf eine Telegabel Upside-Down von Öhlins und hinten arbeitet ein Monofederbein von Öhlins. Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Monster 1100 Evo vorne eine Doppelscheibe Vierkolben-Zange und hinten eine Scheibe Zweikolben-Zange. Die Monster 1100 S vertraut vorne auf eine Vierkolben-Zange. Hinten ist eine Scheibe Zweikolben-Zange verbaut. Bei der Bereifung setzt Monster 1100 Evo auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 17 vorne und 180 / 55 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der Monster 1100 S Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 180/55-17 hinten. Der Radstand der Ducati Monster 1100 Evo misst 1.450 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 810 Millimeter. Die Ducati Monster 1100 S ist von Radachse zu Radachse 1.450 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 810 Millimeter. Mit einem Trockengewicht von 169 kg ist die Monster 1100 Evo ähnlich schwer wie die Monster 1100 S mit 168 kg. In den Tank der Monster 1100 Evo passen 13,5 Liter Sprit. Bei der Monster 1100 S sind es 15 Liter Tankvolumen.
Der Ducati Monster 1100 Evo mit ihrem 4-Takt 2-Zylinder-Motor und einem Hubraum von 1.078 Kubik steht die Ducati Monster 1200 S mit ihrem 4-Takt V 2-Zylinder-Motor mit 1.198 Kubik gegenüber. Die Monster 1200 S hat mit 147 PS bei 9.250 Umdrehungen einen mächtigen Leistungsvorsprung im Vergleich zur Monster 1100 Evo mit 100 PS bei 7.500 U / min. Das maximale Drehmoment der Monster 1200 S von 126 Newtonmeter bei 7.750 Touren bietet etwas mehr Schub als die 103 Nm Drehmoment bei 6.000 Umdrehungen bei der Monster 1100 Evo. Die Monster 1200 S setzt vorne auf eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Öhlins mit 43 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Öhlins. Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Monster 1100 Evo vorne eine Doppelscheibe Vierkolben-Zange und hinten eine Scheibe Zweikolben-Zange. Die Monster 1200 S vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 330 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 245 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange verbaut. Bei der Bereifung setzt Monster 1100 Evo auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 17 vorne und 180 / 55 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der Monster 1200 S Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 190/55-17 hinten. Der Radstand der Ducati Monster 1100 Evo misst 1.450 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 810 Millimeter. Die Ducati Monster 1200 S ist von Radachse zu Radachse 1.485 mm lang und ihre Sitzhöhe reicht von 795 bis 820 Millimeter. Mit einem fahrfertigen Gewicht von 211 kg ist die Monster 1200 S viel schwerer als die Monster 1100 Evo mit 188 kg. In den Tank der Monster 1100 Evo passen 13,5 Liter Sprit. Bei der Monster 1200 S sind es 16,5 Liter Tankvolumen.
Fahrberichte und Eindrücke
Bereits in der dritten Generation treibt Ducatis Monster-Familie ihr Unwesen im Zweirad-Kosmos. Insgesamt mehr als 246 000 Exemplare haben die Italiener seitdem an den Mann und die Frau bringen können - das ist Rekord für den Bologneser Hersteller, dessen Jahresproduktion aller Modellfamilien zusammen gerade mal gut 45 000 Einheiten umfasst. Als typischer Vertreter der „Weniger-ist-mehr“-Philosophie bietet die rassige Italienerin all ihre Reize unverhüllt an, vom auffälligen Hybridrahmen über den klassischen V2 bis zum markanten Doppelschalldämpfer auf der rechten Seite.
Traditionelles Herzstück eines jeden Monsters ist aber seit Anbeginn der Geschichte ein luftgekühlter 90-Grad-V-Motor, dessen zwei Ventile desmodromisch zwangsgesteuert werden. Nicht allein die zahlreichen Modifikationen im Inneren des Triebwerks, die die Monster von der Schwester „Hypermotard 1100 Evo“ übernommen hat, machen den exakt 1 078 ccm großen „Desmo-Due“ zum stärksten seiner Gattung. Vielmehr sorgen die neue, auffällig geschwungene Auspuffanlage und die Ansaugluftführungen dafür, dass der luftgekühlte Zweizylinder erstmals maximal 100 PS bei 7 500 U/min und ein beeindruckendes Drehmoment von 103 Nm bei 6 000 Touren bereitstellt.
Abgesehen von deutlichen Lastwechseln beim Gasanlegen im unteren Drehzahlbereich erfreut der 1100er-Triebling mit guter Gasannahme und fröhlicher Drehfreude. Ab 3 000 Touren liefert der V2 angemessenen Vortrieb, satter Druck stellt sich dann ab 4 500 Umdrehungen ein und hält bis an den Drehzahlgipfel von 8 000 U/min an. Dabei kann das Triebwerk mit außerordentlicher Laufruhe und einem voll tönenden Bass begeistern, bei dem sich die Nackenhaare positiv aufgeladen aufrichten. Das exakte und leichtgängige Sechsganggetriebe rundet den guten Eindruck ab, zumal die neue hydraulisch betätigte Ölbadkupplung die Handkräfte deutlich minimiert und beim Herunterschalten wie eine Rutschkupplung wirkt.
Entschärft wurde die allzu sportliche Ergonomie über einen höheren Lenker und eine neu konturierte Sitzbank, dennoch stellt sich beim Aufsitzen das bekannte Monster-Feeling mit starker Vorlage und leicht ausgestellten Ellbogen ein. Die Duc ist und bleibt eben ein puristischer Landstraßenfeger für sportlich Ambitionierte.
Das sportliche Naked Bike bleibt dem bewährten Monster-Konzept treu, zeigt sich in nahezu allen Facetten aber sinnvoll weiter entwickelt und sicherer gemacht.
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