Ducati Monster Hecktasche im Test: Gepäcklösungen für das Naked Bike

Die Ducati Monster, eine Ikone unter den Naked Bikes, vereint Hightech mit dem ursprünglichen Spirit der 90er. Ducati kehrt mit der Monster zu ihren Wurzeln zurück, präsentiert jedoch ein Motorrad, das in Form und Funktion komplett neu ist. Die Monster 1200 kommt mit neuem Design und Inhalten, aber mit echtem Ducati Naked-Flair.

Die Ducati Monster 1200 im Detail

Die Monster 1200 ist mit einem schlankeren Tank ausgestattet und kommt mit einem komplett neu gestalteten, sportlichen Heck. Sie zeigt einen komplett neuen Scheinwerfer und ein erstklassiges Elektronikpaket, das von der 1299 Panigale abgeleitet wurde. Die Monster 1200 verfügt über die neueste Version des Testastretta 11° DS Motors. Das Zweizylinder-Aggregat in der Monster 1200 liefert 150 PS bei 9.250/min (15 PS mehr als in der bisherigen Monster 1200 und 5 PS mehr als in der bisherigen Monster 1200 S) und ein maximales Drehmoment von 126 Nm bei 7.750/min.

Der klassische Stahl-Gitterrohrrahmen nimmt den Testastretta als tragendes Chassis-Element mit auf. Der Scheinwerfer der Monster 1200 nutzt eine Halogenquelle, zusätzlich gibt es eine seitliche LED-Beleuchtung im Horseshoe"-Stil. Der Monster 1200 S Scheinwerfer hingegen integriert das LED Daytime Running Light (DRL) System. Hinten verfügen beide Versionen über eine Voll-LED-Beleuchtung (Brems- und Rücklicht).

Im Vergleich zur bestehenden Monster 1200 R hat die 1200 S um 5 Kilo mehr an Gewicht. Der Radstand beträgt 1485 anstelle von 1509 mm. Die neue S hat jedoch ein moderneres ABS System von Bosch integriert - nämlich mit Kurven ABS Funktion. Auch das restliche Elektronikpaket ist in der neuen Monster 1200 S hochwertiger als in der bestehenden R-Version.

Gepäcklösungen für die Ducati Monster

Um die italienische Linie des Motorrades nicht zu verschandeln, greifen viele Fahrer auf clevere Gepäcklösungen zurück. Hier sind einige Optionen, die im Test vorgestellt wurden:

Softbags und Hecktaschen

Mit einem ganzen Bündel an soften Packtaschen und Säcken sind wir 2016/2017 durch die Gegend gefahren. Die Idee dabei: Leichtes Gepäck und einen schweren Kofferträger vermeiden. Die Größen der Blizzards mit Rollverschluss fangen bei 12 Liter an. M bietet zusammen 17 Liter und L 2x 12 Liter Druckvolumen. Insgesamt ein gutes Konzept.

  • Enduristan Blizzard Taschen: Diese Taschen werden dort positioniert, wo eigentlich der Sozius sitzt und kommen daher nicht zwangsläufig mit dem heißen Endrohr in Kontakt. Zusätzlich gibt es noch die festschraubbaren Inferno Heat Shields (26 €), die einen Abstand zur Satteltasche herstellen. Freundlich und hell ist auch die rote Innenausstattung. Befestigungsschlaufen und Kompressions-Gurte, für festen kompakten Sitz sind reichlich vorhanden. Verwendet werden die Enduristan Family Schnallen, die man auch nachkaufen kann.
  • Enduristan Tornado Rolle: Die Tornado Rolle gibt es in 4 Größen (20, 32, 51, oder 82 Liter), die Preise spielen sich zwischen 52-79 EUR ab. Mittlerweile wird auch der Schulterriemen mitgeliefert, ohne Aufpreis, wie es zu Beginn der Fall war. Der Vorteil dieser Ortlieb-ähnlichen Bauweise ist der quer angebrachte Rollverschluss, der zum einen Dichtigkeit und schnelles Auffinden des Inhaltes ermöglicht.
  • SW Motech Drybag 700: Ein ähnliches Konzept verfolgt das Drybag 700 von SW Motech. Es ist nur größer, vorgeformt, hat außen noch mehr Anbringungsmöglichkeiten und wird mit Befestigungsgurten geliefert. Josh war zufrieden, denn das Drybag ermöglicht auch an Motorrädern, die sonst keinen Gepäckunterbringungsmöglichkeiten bieten, eine fette Tasche zu montieren. Alle Strapse werden mitgeliefert. Etwas mehr Stauraum bietet die Tasche durch ihre Hufeisen-Form: die seitlich ausgeformten Taschen hängen nicht zu tief herunter, damit sie nicht mit dem Auspuff kollidieren, längst-Rollverschluss, für gute Zugänglichkeit und jede Menge Laschen um weitere Gegenstände daran zu verzurren. Das Material (500D Polyester mit PVC-Beschichtung) wirkt robust, der Preis ist relativ okay (129,95 €). Die 70 Liter Hecktasche hat außerdem in der Mitte noch einen Reißverschluss mit Dehnfalte, um spezielle Anpassungen an die Sitzbank vornehmen zu können. Neben den 4 Schlaufgurten ist auch ein Tragegurt im Lieferumfang enthalten. Online gibt es auch noch eine Anbauanleitung (pdf). SW Motech erlaubt sogar, die Tasche mit verschiedenen anderen zu kombinieren.
  • SW Motech Legend Gear Kollektion: Die Legend Gear Kollektion bei SW spricht eine Menge Menschen an. Die Reine Funktionalität steht nicht im Vordergrund, sondern ein passendes (Reto) Design, dazu ausgewählte Materialien und Farben.
  • SW Motech Messenger Bag: Das Messenger Bag ist dann aber doch technisch sehr ausgefeilt, es kann wasserdicht und offen verwendet werden, kann mit Zusatzgurten als Hecktasche firmieren, oder einfach für Sport und Freizeit verwendet werden. Speziellen Platz gibt es in der Tasche für Notebook, Tablett oder Smartphone, soll alles dicht sein, wird einfach der wasserdichte Manschettenverschluss an der Öffnung zugezogen. Die Tasche ist nicht vorgeformt sondern im Tornister Stil ziemlich gerade. Nappaleder und Gurtbänder, wie sie auch in Autos verwendet werden, finden Verwendung.
  • Eagle Creek Cargo Hauler Duffle: Eigentlich gar keine Rolle, eher eine praktische Seesack-Tasche mit quadratischem Grundriss, mit vielen Henkeln, Rucksack-Tagegurten und sehr vielen, hochwertigen Reißverschlüssen. Die Nähte des Spritzwasser geschützten Haulers sind abgeklebt, werden aber einer Dauerregenfahrt nicht standhalten. Dafür haben sie weit mehr zu bieten als ein einfacher Sack mit Rollverschluss. Gut zu gebrauchen ist der Cargo Hauler Duffe als Reisetasche, für eine trockene Camping Tour auf dem Motorrad, auf Radtouren, bzw.
  • Ortlieb Duffle RS: Der Duffle RS ist das beste Reisegepäckstück, was unserer Meinung nach derzeit auf dem Markt ist. Vor allem, wenn man kombinierte Reise vor hat, die einem neben dem Biken auch eine Anreise per Auto, Flugzeug oder Bahn versprechen. Dann kann sein Trolley-Seesack Konzept alle Vorteile ausspielen. Das Ortliebs Verschlusslösung mit einem Wasserdichten Längs-Reißverschluss die beste Lösung ist, hat der Sack sowieso schon bewiesen. Eine Ausnahme dürfte die Tour in Wüstengegenden sein, denn mit (zu viel) Sand haben Reißverschlüsse nicht gut Kirschen Essen.
  • Ortlieb Backroller (Velcro und Click): Relativ neu sind diese beiden Spielarten von Ortlieb Backrollern. Sie ermöglichen, wie schon dem alten Ortlieb Satteltaschen, das Anbringen von Softbags einmal ohne jeglichen Gepäckträger (Velcro) oder nun auch das Adaptieren an Kofferträger jeglicher Art (Click). Die Taschen selbst sind immer ähnlich aufgebaut, haben eine verstärkte Rückseite und einen Rollverschluss. Bei Ortlieb Endurance Velcro werden die Taschen einfach über die Sitzbank gelegt, der Klettverschluss der Sitzbank angepasst und die Klickverschlüsse über dem Nummernschild und an den Soziusrasten befestigt - fertig. Endurance Click geht noch viel einfacher. Die untere Halterung passt universal (und verstellbar) in alle Kofferträgerlaschen, die obere Halterung entspricht den Ortlieb Backrollern, wie man sie vom Fahrrad kennt. Beide Gepäcktaschen sind zwar nicht Diebstahlsicher, aber sehr belastbar, wasserdicht und vor allem im Vergleich zu Koffern relativ leicht. Beim Sturz sinkt dabei auch das Verletzungsrisiko durch scharfkantige, schwere Koffer.

Airpaq Upcycling Rucksack

Ein kleines Schmuckstück unter den Packmöglichkeiten. Aus fehlproduzierten Auto-Airbags und Gurtbändern hergestellt, bietet der Upcycling Rucksack Platz für 21 Liter Gepäck. Das Tragesystem ist von daher auch aus Sicherheitsgurten zusammengenäht mit Polsterung und Einstellern versehen. Außen, unter dem mittleren senkrechten Gurt befindet sich noch eine stylische Reißverschluss-Tasche, in die z.B. Der Stoff der Außenhaut stammt ebenfalls von einem Airbag. Für den weißen Rolltop mit Magnetverschlüssen wird auch der Airbag Stoff verwendet, für das den Korpus dann gefärbter Airbag Stoff. Airbagstoffe bestehen überwiegend aus Silikon beschichtetes Nylon (Polyamid 6.6). Das Außenmaterial ist also nicht wasserabweisend, eher durchlässig. Für den Innensack wird hingegen ein wasserabweisendes Material verwendet. Airbags sind aber nicht wasserdicht, sie lassen die Luft entweichen. Nun nimmt der Rucksack beim Fahren im Regen Feuchtigkeit auf und ist auch nicht so einfach abwischbar, wie bei glatten Materialien. Die Macher von Airpaq empfehlen daher die Handwäsche, ggf. auch in der Waschmaschine, wenn alle harten Gegenstände (Schnallen, Versteller) vorher entfernt worden.

Tankrucksack und Quick-Lock-System

Ich hätte sogar Koffer an die Monster geschraubt, wenn es da brauchbare und vor allem einfach wieder zu entfernende Systeme gäbe. Nun hab ich mich für einen Tankrucksack aus dem Hause Bags-Connection, genauer den Trial QL, sowie passendem Quick-Lock-System von SW-Motech und einer Hecktasche von Ducati Performance entschieden.

Anbau und Test

Wichtig beim Anbau von Gepäck ist der Auf- und Abstiegstest in voller Motorradklamotte. Also rein in die Kombi und.. und.. Wenn ich die Platzerweiterung der Hecktasche nutze, muss ich mein Bein schon ganz ordentlich hochschwingen. Ich habs mal gemessen, 120 Zentimeter muss ich schaffen. Da heisst es vor der Abfahrt ausreichend Warmturnen, damit es keine Zerrung gibt! Beim absteigen muss man dann wurschteln, aber das geht schon. Nur aufpassen das man das Mopped nicht umreisst! Der Tankrucksack muss mit vier Schrauben am Quick-Lock Halter befestigt werden, dazu muss man vier Löcher in die Bodenplatte bohren. Uncool. Denn ich müsste eigentlich eine Probefahrt machen um rauszufinden wie die ideale Position ist so das ich noch was vom Tacho sehe!

Weitere Modifikationen und Erfahrungen

Neben den Gepäcklösungen wurden auch weitere Modifikationen an der Ducati Monster EVO vorgenommen:

  • LSL XN1 Lenker: Ein gebrauchter schwarzer LSL XN1 Lenker wurde verbaut, um die Sitzposition auf längeren Strecken zu verbessern. Die Sitzposition ist jetzt sehr angenehm und etwas weniger gebückt.
  • LiFePo4 Akku: Der Einbau eines HJt9B-FP von Motocell LiFePo4 Akkus führte zu einer Gewichtsersparnis von 4,371 kg.
  • Bursig Paddock-Stand: Ein Paddock-Stand von Bursig ermöglicht das einfache Rangieren und Schrauben am Motorrad.
  • RexXer User: Mit dem RexXer User kann man das Einspritzmapping der EVO flashen.

Fahrberichte und Testeindrücke

Die Ducati Monster EVO bietet ein Fahrerlebnis, das Laune macht und mit Vernunft nix zu tun hat. Sie ist sogar teilweise recht bockig. Zum Beispiel beim langsam in der 30iger Zone in der Stadt hinter einem Auto herzuckeln. Da haben weder Fahrer noch Motorrad freude, während ersterer in den Helm beisst und letztere auf der Kette kaut. Weniger Probleme mit sich selbst als ein Problem für den Fahrer ist die Abwärme im Stand. Der Krümmer vorne heizt einem da durchaus ordentlich ein. Dann doch lieber freie Bahn und rechts Gas, ja das mag Sie und das kann Sie. Da gröhlt es dann aus Auspuff und Mund des Fahrers gleichermassen. Dann schön die Bremsen vor der Kurve in die Scheiben beissen lassen, Gang runtertreten während man sich über die Antihoppingkupplung freut und mit dem zielgenauen Fahrwerk anpeilen und rum.

Ducati Monster SP im Vergleich

Bei keiner anderen Sport-Version unseres Fünfer-Vergleichs ist der Abstand zur Basis so groß wie bei der Ducati Monster SP - mehr Elektronik, schärfere Geometrie und zusätzlich zum Öhlins-Federbein sogar eine Öhlins-Gabel an der Front! Die Monster SP ist für mich nicht nur die zwar teurere, aber auch bessere Monster, sondern eigentlich die einzige Monster, die es geben sollte und müsste. Der riesige Unterschied nicht nur zur eigenen Schwester sondern auch zu den vier Konkurrentinnen ist das Fahrwerk. Nur weil Öhlins vorne und hinten drauf steht, müsste es natürlich nicht unbedingt besser sein, allerdings sind die vollständig verstellbaren Komponenten richtig sensibel und gut abgestimmt. Keine Spur von unnötiger Härte oder gar schmerzhaftem Durchknallen, stattdessen steht sogar ausreichend Komfort für ein sportliches Naked Bike, das nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch auf der Landstraße angreifen will, zur Verfügung.

Ein weiterer Punkt, der auf der Ducati nicht nur besser als bei der hauseigenen Schwester ist, sondern auch den vier Kontrahentinnen in diesem Vergleich um nichts nachsteht, ist die Bremsanlage. So brachial zupacken, dabei aber präzise dosierbar bleiben, schafft kaum eine andere, wenn auch sowohl die KTM 890 Duke R und die Triumph Street Triple RS wie die Monster SP auf Brembo Stylema-Bremssättel vertrauen. Die Bremse der Yamaha MT-09 SP wird dem sportlichen Anspruch jedenfalls nicht ganz gerecht und die Kawasaki Z900 SE hat bei aller Sportlichkeit immer noch eine etwas zahmere Anlage im direkten Vergleich. Dass die Monster SP mit unter 190 Kilo fahrfertig hinter der KTM die zweitleichteste Maschine ist, hat dabei offenbar nicht nur auf die gute Bremsperformance, sondern auch auf das Handling einen positiven Einfluss.

In Sachen Elektronik passt ebenfalls alles, neben Kurven-ABS und schräglagenabhängiger Traktionskontrolle stehen auch Wheelie-Control, drei Fahrmodi, Launch-Control und Connectivity beim Farb-TFT-Cockpit zur Verfügung. Angesichts des vergleichsweise exorbitant hohen Preises wäre es aber auch vermessen, wenn die Monster SP keine umfangreiche Ausstattung böte.

Bereifung

Maximaler Grip, Performance und Zielgenauigkeit sagt Continental selbst über den ContiSportAttack 4 - und liegt damit keineswegs falsch. Immerhin bot der CSA4 bei unseren ambitionierten Testfahrten auf den fünf sportlichen Nakeds mit seiner Blackchili-Gummimischung tatsächlich ordentlich Grip und Traktion sowie enorme Zielgenauigkeit beim Einlenken. Besonders fein war und ist die kurze Aufwärmzeit.

Fahrwerk

Geht es sehr sportlich zur Sache, erscheint das Fahrwerk an der Standard Monster etwas lasch. An der SP bleiben nun selbst bei den ambitioniertesten Manövern kaum mehr Wünsche offen. Die feinen Öhlins Komponenten verhelfen zu mehr Performance und lassen sie extrem satt und präzise durch die Radien gleiten.

Helm

Bei unserem großen Test der sportlichen Naked Bikes entschieden wir uns für den HJC RPHA 71 und wurden nicht enttäuscht. Der Helm sollte nämlich weder ein ausgesprochen und ausschließlich komfortabler Helm sein, aber auch kein einschlägiger Racing-Helm. Da rangiert der RPHA 71 perfekt dazwischen und bietet mit integrierter, dreifach verstellbarer Sonnenblende sowie großen Belüftungsein- und auslässen den Komfort, den man auf einem Naked Bike nicht missen möchte.

Bewertung

Mit 16 Punkten rangiert die Ducati Monster SP ex aequo mit der Yamaha MT-09 SP auf dem dritten Rang. Anders als bei der Schwester Ducati Monster passt alles viel stimmiger zusammen: Das voll verstellbare Öhlins-Fahrwerk erfüllt seinen Zweck optimal, die Brembo Stylema-Bremsanlage packt vehement zu und die Sitzposition ist zwar sportlich, aber immer noch angenehm. Sogar der Motor passt sehr gut in das Konzept, er will gedreht werden und liefert oben raus am meisten Power. Sucht man einen Makel, ist es am ehesten das Ruckeln des V2 in tiefen Drehzahlen. Die SP-Version ist zwar die eindeutig teurere, aber auch eindeutig bessere Ducati Monster. Da passt einfach alles großartig, weil Ducati-typisch sportlich zusammen.

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