Der Aus- und Einbau von Rädern ist keine Hexerei und im Grunde bei allen Mopeds die gleiche Reihenfolge. Diese Anleitung soll helfen, den Reifenwechsel selbst durchzuführen und dabei Kosten zu sparen.
Warum selbst Hand anlegen?
Wer seine Räder selbst ausbaut und in eine Reifenwerkstatt bringt, um neue Reifen aufziehen zu lassen, kann erheblich sparen. Bei mehrfachem Reifenwechsel pro Jahr summiert sich die Ersparnis.
Einige Vorteile des Selbermachens sind:
- Kosteneinsparungen
- Flexibilität bei der Terminplanung
- Besseres Verständnis für das Motorrad
Werkzeuge und Vorbereitung
Für den Ausbau des Hinterrads einer Ducati Monster werden folgende Werkzeuge benötigt:
- Hauptständer
- Holzkeil
- Passende Nuss für die Achsmutter (46mm)
- Drehmomentschlüssel (bis 180 Nm)
- Mehrzweckfett
- Spezialwerkzeug zum Gegenhalten der Achse (optional)
Anleitung zum Ausbau des Hinterrads (Ducati Multistrada V4 als Beispiel)
Die folgende Anleitung basiert auf dem Ausbau des Hinterrads einer Ducati Multistrada V4, kann aber sinngemäß auch auf andere Modelle angewendet werden:
- Moped auf den Hauptständer stellen.
- Holzkeil unter das Hinterrad schieben.
- Mutter der Achse ausbauen.
- Achse ausbauen.
- Keil entfernen.
- Kette weglegen.
- Rad nach hinten herausziehen.
- Kettenrad ausbauen.
- Hülse säubern und fetten (Mehrzweckfett).
- Neue Reifen aufziehen lassen.
- Kettenrad mit der Hülse einbauen.
- Hinterrad von der rechten Seite hineinschieben (darauf achten, dass der Bremssattel auf die Bremsscheibe passt).
- Keil unter dem Hinterrad reinschieben.
- Achse rein (mit dem Keil positionieren).
- Kettenspanner richtig montieren (beide Seiten).
- Kette drauflegen.
- Mutter der Achse drauf und mit 180 NM anziehen.
- Fußbremse mehrfach betätigen.
Zusätzliche Hinweise
Kettenspannung:
- Moped auf den Hauptständer stellen.
- Die strammste Stelle finden und markieren.
- Moped auf den Seitenständer stellen.
- Mit dem gelieferten Messwerkzeug die Kette so einstellen, dass die Kettenmitte genau auf dem oberen Strich kommt.
Bremssattel reinigen:
Wer das Rad jetzt zum Reifenhändler für einen Reifenwechsel abliefert, kann zwischendurch noch eine sehr sinnvolle Fleißaufgabe erledigen: Den Bremssattel, die Bremskolben und die Bremsklötze säubern, da sich hier unterm Jahr ziemlich viel Schmutz und auch Rost ansammelt.
Vorderrad Ausbau
- Alles lösen, während das Motorrad auf dem Vorderrad steht.
- Bremssattel Schrauben raus und Bremssattel zur Seite tun (Die Distanzhülsen gehören vorne an der Gabel).
- Klemmfaust Schraube auf die rechte Seite (Mutter Seite) lösen( zwei Stück).
- Mutter lösen.
- Klemmfaust Schrauben auf die linke Seite lösen (2 Stück).
- Vorderrad Ständer einbauen( Vorderrad soll frei sein).
- Keil unter den Hinterrad schieben, oder Ständer Hinterrad einbauen.
Wichtige Sicherheitshinweise
Beim Ausbau des Hinterrads ist es wichtig, das Motorrad gegen Umfallen zu sichern. Ein stabiler Hauptständer und gegebenenfalls zusätzliche Sicherungsmaßnahmen sind unerlässlich.
Achtung: Niemals beide Räder gleichzeitig ausbauen, ohne das Motorrad entsprechend zu sichern.
Anzugsmomente: Die korrekten Anzugsmomente für die Achsmutter und andere Schrauben müssen unbedingt eingehalten werden. Diese finden sich im Werkstatthandbuch des jeweiligen Modells.
Kosten sparen beim Reifenwechsel
Durch den selbstständigen Aus- und Einbau der Räder lassen sich erhebliche Kosten sparen. Hier eine Beispielrechnung:
| Leistung | Kosten in der Werkstatt | Kosten bei Selbstdurchführung |
|---|---|---|
| Reifen (Satz) | 300 € | 300 € |
| Montage (Werkstatt) | 207 € | 40 € (Reifen aufziehen lassen) |
| Gesamtkosten | 507 € | 340 € |
Diese Tabelle zeigt, dass sich durch den selbstständigen Aus- und Einbau der Räder eine Ersparnis von ca. 167 € pro Reifenwechsel erzielen lässt.
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