Ducati Monster Umbau Ideen: Individualisierung und Inspirationen

Es ist üblich, dass Motorräder umgebaut bzw. individualisiert werden. Mehr noch als bei Autos wird von den Besitzern Wert auf das Aussehen oder die Verbesserung des Handlings gelegt, deshalb werden häufig Blinker, Lenker, Sitzbank, Fahrwerk oder Lackierung verändert - zusätzlich kommen noch diverse Anbauteile wie Kettenöler, Griffheizungen oder Endtöpfe dazu. Es gibt Modelle, bei denen man wenig Individualisierungen findet - und dann gibt es wieder welche, bei denen man praktisch nie ein Fahrzeug im Originalzustand sieht.

Heckumbau: Schmaler und stilvoller

Einer der häufigsten Umbauten ist das Heck: Die meisten Monsteraner finden das originale Heck zu lang; es gibt daher eine breite Palette an nachzurüstenden kurzen Heckteilen. Ich allerdings gehöre zu den wenigen, die das originale, nach hinten/unten langgezogene Heck passend und sehr schön finden. Ich wollte das Heckteil in seiner Länge und mit dem dreifach nach hinten gestaffelten Aufbau also so belassen wie es war, es aber deutlich schmaler machen und neue Blinker verbauen (ich hatte mich recht schnell in die Kellermann Atto dark verliebt).

Die seitlichen "Ausläufer", an denen die Original-Blinker befestigt waren zu kürzen sollte nicht das Problem sein - doch wie sollte ich die riesigen Löcher, die dabei zwangsläufig entstehen, wieder füllen? Ich fragte bei einem Karosseriebetrieb in der Nähe nach: Da das Heckteil aus Kunststoff gefertigt ist sah er Probleme dieses riesige Loch zu flicken, noch dazu weil die "Füllung" recht schmal sein musste, damit das Heckteil wieder auf den Rahmen aufgesetzt werden kann. Er erzählte etwas von "er könne es ja mal versuchen" und dass es aber durchaus "ein paar hundert Euro kosten könne".

Ich erzählte einem Freund davon, der prompt eine geniale Idee hatte: "Flick das Loch doch mit GFK". Hmm, gar keine schlechte Idee... Allerdings hatte ich noch nie mit GFK gearbeitet - noch dazu rappelt die Duc mächtig stark, vor allem am Heck. Ob das halten würde? Und wenn ja - wie lange? Nach einer kurzen Recherche war klar: Ein neues Heckteil kostet um die 50,- EUR - im schlimmsten Fall hätte ich also nur ein bisschen Zeit und Material verschwendet und würde jederzeit ein neues Ersatzteil bekommen können.

GFK-Reparatur: Schritt für Schritt

Ich hatte Samstag morgens angefangen und war spät nachmittags fertig. Etwa eine Stunde habe ich jede Schicht trocknen lassen, bevor die nächste drauf kam. Da das Epoxidharz recht schnell trocknet und sich praktisch nicht mehr entfernen lässt, wenn es einmal Kontakt hatte, habe ich zwei billige Sets an Pinseln gekauft und für jede Lage GFK einen neuen Pinsel benutzen müssen. So gut das Zeug auch hält: Beim Verarbeiten ist es eine mächtige Sauerei!

Nach großzügig bemessenen zwei Tagen Trocknungszeit kam der nächste Arbeitsschritt: Das Abschneiden überschüssigen Materials und dann - mehrere Tage lang - das Schleifen und die Feinarbeit. Die Vorarbeit habe ich mit grobem 40er und 80er Schleifpapier gemacht. Danach bin ich auf 120er und 200er Schleifpapier umgesteigen und zum Schluss kam das Fillern mit Spritzspachtel und der Feinschliff mit 500er Nassschleifpapier. Eine Heidenarbeit, die so gar keinen Spaß machen will - hauptsächlich, weil sie stupide ist und man nicht wirklich Erfolge sieht. Nach einigen Tagen jedoch wurde ich für die mühevolle Arbeit belohnt:Na das sieht doch gar nicht mal so schlecht aus - und ist obendrein auch noch sehr stabil!

Blinker und Lackierung

Als ich diese Blinker beim ersten Mal gesehen habe, habe ich - wie wohl jeder - an der Legalität dieser Fahrtrichtungsanzeiger gezweifelt. Nachdem ich sie aber in Aktion gesehen habe, war mir klar dass man diese Blinker gar nicht übersehen kann, wenn sie eingeschaltet sind. Nachdem die Grundierung getrocknet war, kam noch eine Portion schwarzer Lack drauf: Ich habe mich für einen Mattschwarzen Struktur-Lack entschieden: Einerseits um ein paar kleinere Unreinheiten zu kaschieren (*räusper*), andererseits weil ich fand, dass das Heckteil nicht absolut glatt sein sollte.

Meinen TÜVver habe ich übringes vorher von meinem Plan erzählt - auch weil es gerade bei Blinkern Mindestmaße und -abstände einzuhalten gilt, die einen ansonsten die Plakette kosten können. Außerdem - das ist meine Erfahrung - sind die meisten Prüfingenieure sehr interessiert was Fahrzeuge allgemein angeht und beraten einen gerne wenn man Umbauten plant.

FLASHY MOTORCYCLES: Eine Ducati Monster S4 als Inspiration

Diese Ducati Monster S4, Baujahr 2001 des Gründers von FLASHY MOTORCYCLES, Wolfgang Latschen, entstand aus dem Wunsch heraus ein sauberes Custombike ohne Exremumbauten entstehen zu lassen und dabei dem Grunddesign eines der schönsten je gebauten Serienmotorräder treu zu bleiben. Angefangen hat alles im Mai 2010 als Wolfgang damals eine gut erhaltene Bella mit Alu-Auspuff, Carbon-Frontfender und Carbonheck erstand.

Vom Monster-Virus infiziert begann Wolfgang kurz darauf mit den üblichen Änderungen wie dem Austausch der Lenkerenden und Spiegel. Der Kupplungsdeckel wurde gegen eine offene Version getauscht, die das Kupplungsrasseln zu einem phonetischen Erlebnis macht. Die neu entdeckte Leidenschaft führte zu zwei spannenden Jahren mit unzähligen weiteren Umbauten und der Entwicklung neuer Konzepte für Cockpit-, Scheinwerfer und Zahnriehmenabdeckungen.

Detaillierte Umbauten

Zuerst wurde der Luftfilter gegen einen Sportluftfilter ersetzt und eine Antirutschkupplung eingebaut. Danach begann Wolfang mit der Demontage des Motorgehäuses und dem Verchromen von linkem und rechtem Motordeckel, der Zahnriemenhalterungen und der Schwinge. Die Felgen wurden hochglanz-verdichtet und die Auspuffenden auf Hochglanz poliert.

Weil er das Innenleben sehen und spüren wollte, öffnete Wolfgang die Abdeckung der Umlaufrollen und montierte eine Spezialanfertigung aus Flugzeugaluminium in Form von Ringen und Rahmen und verzierte diese mit Racinggittereinsätzen. Die Aluminiumringe lassen sich nach Lust und Laune tauschen oder komplett rückstandslos entfernen.

Die originale Sitzbankwurde in einer einzigartigen Echtlederkombination aus Stachelrochen- und Straußenleder überzogen und die Nähte in einem dezenten Weiß gehalten. Ein beschädigtes Tachogehäuse brachte Wolfgang auf die Idee, die funktionierende Elektronik in ein neues, stabileres Gehäuse zu verpflanzen.

Das Ergebnis ist ein in Kleinserien produziertes, universelles und individualisierbares Cockpitchassis, dass auf 11 verschiedene Ducati Monster Modelle der zweiten Generation sowie auf die Ducati Sport GT1000 montiert werden kann.

Nummernschildbefestigung: Kreative Lösungen

Bereits beim Kauf des Motorrads bzw. der Beschaffung des Nummernschilds war mir klar, dass ich mir Gedanken zur Befestigung machen muss. Eine einfache Befestigung mittels Schrauben kam für mich nicht in Frage. Ich bin der Meinung, dass das Kuchenblech so schon schlimm genug aussieht. Aus genanntem Grund befestigte ich das Nummernschild für die Überführung und die Zeit bis zur passenden Lösung mit einem Kunststoffrahmen.

Ein wenig Recherche im Netz nach passenden Lösungen führte zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Entweder es wäre auf einen Rahmen aus Aluminium hinaus gelaufen oder aber auf selbstklebendes Klettband. Beide Lösungen kamen nicht in Frage.

Druckverschluss: Eine innovative Alternative

Neben dem Klettband, welches auf einer Seite Faserschlingen und auf der anderen Kunststoffhaken hat, gibt es reines Kunststoff-Klett. Ein bekannte Hersteller von Kleber bietet dabei verschiedenste Lösungen an und nennt das Ganze "Druckverschluss". Das Prinzip ist dabei recht einfach. Eine Vielzahl von pilzförmigen Pins bildet die Oberfläche des Klebebands. Presst man das jeweilige Stück gegen ein gleichermaßen geformtes Gegenstück, so rasten die "Köpfchen" der Pilze ineinander ein.

Genau für diese Lösung habe ich mich dann auch entschieden. Zwar ist die Höhe des gesamten Aufbaus größer als bei normalem Klett-Band, jedoch überwiegen für mich die Vorteile. Der Druckverschluss bietet eine extrem hohe Belastbarkeit und ist beim Hersteller mit verschiedenen Klebstoffen erhältlich.

Nachdem ich die Position der Klebestellen festgelegt hatte, habe ich das Nummernschild abgeklebt. Diverse Schichten Sprühfarbe später war das Schild dann an allen noch sichtbaren stellen Schwarz, was ich als optisch sehr viel ansprechender wahrnehme.

Technische Probleme und Lösungen

Mir kommt es so vor, als wenn die Gabel erst federt, wenn ich bereits über eine Bodenwellen gefahren bin aber nicht währendessen. Gefühlt ist die Batterie ständig leer und selbst wenn sie neu und voll geladen ist, dann hat man dennoch das Gefühl das die Batterie zu schwach ist. Kupplung könnte mal neu gemacht werden.

Folgendes Problem, mein LIMA Regler meiner 94er Monster war defekt. Jetzt habe ich den neuen LIMA REgler erhalten, und der ist leider nicht 1:1 baugleich. Zum einen hat er ein anders Maß so das nur eine statt zwei Schrauben zw. LIMA REgler und Rahmen verbaut werden können.

Alles verbaut, Problem ist, das wenn man die Zündung einschaltet, das Batterie Symbol im Tacho nicht leuchtet. Denke dann lädt die LIMA auch nicht. Evtl. ist es ja nur eine Kleinigkeit und man kann das selbst lösen.

Lösung des Problems

Wir haben es durchgemessen und die LIMA hatte nicht geladen. Dann ist mir aufgefallen, das die große 30 Apmere Sicherung defekt ist, neue besorgt und eingesetzt, danach hat die LIMA geladen, perfekt. Neues Problem, es lief Benzin aus, was vorher nicht der Fall war, habe ich aber wieder hinbekommen und wollte eine Probefahrt machen, da ließ sich die Kupplung plötzlich nicht mehr betätigen, ahhhhhh.

Also mal wieder einen neuen Kupplungszylinder bestellt, dieses mal kein Ducati Original Teil sondern Ersatz direkt aus Italien, mit Lebenslanger Garantie.

Umbau zum Café Racer: Eine persönliche Vision

Ich habe den Umbau im Kopf schon länger gestartet, allerdings wollte ich meine Monster nicht umbauen, bevor ich ein weiteres Original besitze. Als ich dann das Glück hatte eine weitere M900S aus erster Hand zu kaufen - habe ich das Projekt gestartet. Teil 2, ich habe aus meiner persönlichen Sicht nur wenige Umbauten einer Monster aus der Baureihe gesehen.

Das Problem mit dem Motorrad ist unter anderem, dass das Heck ja nicht ideal für einen Umbau auf einen klassischen Café Racer ist. Alu Tank: Wenn Alu-Tank, dann auf ein Alu-Heck, aber aufgrund des Rahmens welchen ich nicht zu stark vom Original entfernen wollte, habe ich mich dagegen entschieden. Somit auch keinen Tankdeckel zum klappen - leider.

Details des Umbaus

  • Rahmen: Eine Höherlegung wurde montiert, welche durch den etwas kürzeren Radstand zu einem (aus meiner Sicht) sehr agilen und angenehmen Handling in den Kurven geführt hat. Der Rahmen wurde gekürzt, da das Original aus meiner Sicht zu lang ist.
  • Felgen: Hier war natürlich der erste Gedanke die Speichenräder von Alpina, Speichen und Felgenbett in schwarz oder chrom. Doch wenn man das Rad in dieser Monster gesehen hat kann man wieder zweifeln ob es wirklich passt. Ich hatte mich dann für PVM Felgen mit dem Y-10 Design entschieden. Doch aus technischen Gründen waren die Räder zu der Zeit nicht mehr lieferbar.

Da ich meinen Umbau aber vollenden wollte, suchte ich nach einer Alternative. Die viel dann auf die Räder der Ducati 999. Leider passten die Räder nicht wirklich, somit mussten andere Bremsscheiben drauf und die Felgen mussten in der Breite (Achsaufnahmen) umgearbeitet werden.

  • Tacho: Bedingt durch die moderneren Räder musste das Original einem modernen digitalem Tacho weichen, natürlich in Retro Design und mit weißem Zifferblatt! Es war im Nachgang eine sehr gute Entscheidung - viel Wahl hatte ich eh nicht mehr. Jetzt sitzt er mittig und hat alle Anzeigen integriert.
  • Fußrasten: Gefräste Rastenanlage war mir etwas zu modern, aber die Soziusrasten mochte ich auch nicht leiden! Was tun? Testen ob das Material schweißbar ist. Zum Glück war es das. Die Soziusrasten wurden im gleichmäßigem Abstand zur Endschalldämpferaufnahme abgesägt. Wabenstruktur auf der Rückseite aufgeschweißt und dem Design des original Verlaufs nachgearbeitet. Als letztes wurden die Teile schwarz gepulvert.

Weitere Modifikationen

  • Bugspoiler: Ich habe für einen Spoiler entschieden in orig.
  • Endschalldämpfer: Hier war ich von Anfang an im Kopf fixiert. Er musste konisch sein und nicht zu hoch verlaufen.
  • Kotflügel: Vorne, hier habe ich die Linie der Aufnahme weitergeführt und vorn um ca. 60mm im original Verlauf eingekürzt. Der "Schnabel" war mir viel zu lang. Am hinteren Ende nur 30mm und das Ende hier wurde gerade ausgeführt, nicht rund wie im Original. Mit Panzer Tape, weißem Edding und einem kleinen Schleifer kann man Carbon sehr gut bearbeiten, bitte Feinstaubschutzmaske nicht vergessen!
  • Cockpit / Gabel: Eine aus damaliger Zeit orig. Zubehör Carbon Maske wurde verbaut. der Rahmen des Scheinwerfer wurde auch schwarz pulverbeschichtet. Die original Gabelbrücke wurde behalten, die alten Flächen der Lenkeraufnahme wurden poliert und die Gewinde mit Edelstahlschrauben versehen. Tacho wie bereits beschrieben mittig und digital. Lenkerstummel von LSL unter der Brücke montiert. Ducati Griffe im "Retro Design".
  • Zubehör: Blinker, kleine Kellermann. Ausgleichsbehälter und diverse Teile durch Rizoma / Carbon Teile ersetzt. Spiegel kleiner und rechteckig statt rund. Hier wollte ich gerne die original Halterungen nutzen und nicht die Lenkerenden. Das passt aus meiner Sicht besser zu diesem Bike.

Technische Details

  • Technik: Es wurde ein Mikuni Flachschieber Vergaser verbaut. Dieser hat dem Motor sehr gut getan und der erfreut sich neuer Sparsamkeit mit extremer Drehfreude und einem geilem Ansauggeräusch. Die zieht jetzt unglaublich gut aus den Ecken. Dazu eine kurze Übersetzung, welche ich allerdings bereits vorher gefahren habe.

Ich habe mir meine Vorstellung eines modernen Café Racers aus der Basis einer Ducati M900S gebaut. Jetzt bin ich froh, dass ich noch einige Herbsttage mit dem Bike die Sonne genießen kann und mit meiner Frau die beiden Monster zum Kaffee ausführen können.

An alle Gleichgesinnten kann ich nur den Tipp geben, nicht aufgeben, es gibt immer einen Weg vorwärts zu kommen... Euch allen noch viel Spaß und Erfolg bei euren Projekten! Bei Fragen versuche ich gerne zu helfen.

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