Ducati Multistrada 1000 DS: Technische Daten und Details

Die Ducati Multistrada 1000 DS, produziert von 2003 bis 2006, markiert Ducatis Einstieg in das Segment der sportlich orientierten Reiseenduros. Dieses einzigartige Konzept kombiniert aufregendes Design mit der Leistungsfähigkeit eines Sportbikes und den Allround-Fähigkeiten eines Tourenmotorrads.

Die Multistrada demonstriert Ducatis Engagement für Produktinnovation und repräsentiert ein neues Kapitel in der Geschichte des Unternehmens. Sie besetzt eine völlig neue Nische und ist für Fahrer konzipiert, die sich jeden Tag neu fürs Motorradfahren begeistern.

Design und Konzept

Die Multistrada 1000 DS irritiert zunächst ungemein. Vorne macht sie auf schmal bauende Enduro, in der Mitte trägt sie den nackten Gitterrohrrahmen à la Monster zur Schau und hinten reckt sie das Heck wie ein etwas zu hoch geratener Supersportler über den Asphalt. Eine klare Abkehr vom klassischen Design.

Die Multistrada bedient sich zudem der innovativen CAN-Bus-Technologie (Controller Area Network), die den Aufbau der Elektrik um ein Vielfaches vereinfacht. Aufgrund der digitalen Verbindung zwischen ihnen, werden Informationen untereinander ad hoc ausgetauscht. Ein präziser und schneller Datenaustausch geht hier also Hand in Hand mit einer drastischen Reduzierung des Gesamtgewichts der Elektrik. Die Frontblinker sind in die Rückspiegel integriert d. h., die Stirnseite bleibt frei.

Sitzposition und Komfort

Noch verwirrender wirkt der Sitz im Zentrum des Ganzen. Ist das Polster nicht ein bisschen lang geraten? Vorne ist es schmal, hinten breit und dazwischen ist zu allem Überfluss (denkste!) noch eine kleine Stufe. Wie soll man da vernünftig Platz nehmen? Um es schon einmal vorweg zu nehmen: Die ungewöhnliche Sitzbank der Multistrada ist eines ihrer Geheimnisse für den faszinierenden Fahrspaß.

Mit dem breiten Lenker bietet das Bike eine bequeme Fahrposition während die schmale Verkleidung, in Verbindung mit der Verkleidungsscheibe, Komfort und aerodynamischen Schutz gewährleistet. In den Genuss einer bequemen Fahrt kommt man dank der neugeformten und -bezogenen Sitzbank. Die weiter außen positionierten Rückspiegel sorgen dagegen dafür, dass Sie alle gerade überholten Motorräder auch optimal im Blick behalten.

Motor und Antrieb

Als Antrieb dient der Multistrada ein völlig neu konstruierter, luftgekühlter 992 cm³ großer 90 Grad-L-Motor mit Twin-Spark-Technologie. Der Zweiventiler vereint das Beste aus den luft- und wassergekühlten Ducati-Motoren: robuste Konstruktion, leichte Bauweise und kompakte, leistungsfördernde Zylinderköpfe mit Testastretta-Technik.

Der 1000 DS Desmo-Motor mit elektronischer Einspritzung ist der fortschrittlichste luftgekühlte Zweizylinder-Motor in L-Form, der je entwickelt wurde. Das Triebwerk ist durch die Technologien des im Rennsport erprobten Testastretta Motors inspiriert und beinhaltet von den Zylinderköpfen, den Nockenwellen mit öldynamischem Lager bis hin zu den Ventilwinkeln, viele seine Merkmale. Die moderne Doppelzündung bewirkt dank der optimierten Innentemperaturen eine Steigerung von Leistung und Drehmoment bei jeder Drehzahl. Damit gehen auch mehr Zuverlässigkeit und eine Gewichtsreduzierung einher.

Der luftgekühlte Motor bringt hinsichtlich Anwendung und Entwicklung bedeutende Vorteile mit sich. Im Vergleich mit dem flüssigkeitsgekühlten Motor sind vor allem seine Einfachheit und Leichtigkeit zu nennen. So findet man hier nur einen Ölkühler und sonst keine weiteren Kühler. Auch auf Wasserpumpen, Schläuche und Tanks konnte verzichtet werden.

In der unnachahmlichen Ducati-Akustik nimmt das 992-Kubikzentimeter-DS-Triebwerk mit der Doppelzündung (DS = Dual Spark) und der bekannten desmodromischen Ventilsteuerung die Arbeit auf. Das V2-, pardon, das L-förmige Aggregat liegt mit Einspritzung und Kat auf der Höhe der Zeit, bleibt aber weiterhin luftgekühlt, denn unnötiger Ballast war noch nie Ducatis Sache. Der neue Ein-Liter-Motor kommt auch in den aktuellen 1000er Monster- und Supersport-Modellen zum Einsatz, dort allerdings mit deutlich mehr PS.

Fahrwerk und Bremsen

Der unverwechselbare Ducati Gitterrohrrahmen erfährt eine perfekte Vervollständigung durch die langen Federwege: die vollständig regulierbare Showa-Gabel ist Garant für eine herausragende Stabilität und ein präzises, sicheres Fahrverhalten. Der bemerkenswerte Federweg (165 mm) sorgt beim täglichen Fahren auch auf unebenen Straßen für weiche Übergänge. Der neu geformte Seitenständer garantiert optimalen Halt und Stabilität und ist gleichzeitig auch ein echter Hingucker.

Die Multistrada 1000 DS ist mit einer der Besten auf dem Markt erhältlichen Bremsanlagen ausgestattet: Stahlumantelte Bremsleitungen, Brembo Bremszangen Serie Oro mit 4 Bremskolben und neuen 320 mm Scheiben vorne sowie einer 245 mm großen Scheibe hinten.

Prunkvoll fällt die markante Einarm-Schwinge dieser Multistrada in den Blick. Auf den neuen Leichtmetallrädern sitzen eigens für dieses Motorrad entwickelte Sportreifen.

Cockpit und Instrumente

Das Cockpit beinhaltet einen groß bemessenen, elektronischen/analogen Drehzahlmesser und ein LCD-Display mit verschiedenen Anzeigen. Über die typischen Funktionen eines Bordcomputers, wie Durchschnittsgeschwindigkeit und Reichweite hinaus, umfassen diese Informationen auch Geschwindigkeit (Kilometer und Meilen), Uhr, Motortemperatur, Benzin-Reserveanzeige und Teil-Kilometerzähler.

Das einzige, was das „Mäusekino” nicht kann, ist die Drehzahl messen. Das macht weiterhin ein klassisches Rundinstrument. Der Rest ist allein Sache des Digitalinstruments. Geschwindigkeit, Uhrzeit, Tageskilometerzähler, Durchschnitts- und Momentanverbrauch, pro Liter gefahrene Kilometer und die Durchschnittsgeschwindigkeit lassen sich ebenso ablesen wie die Antwort auf die Frage, wann die nächste Inspektion fällig ist oder wieviele Kilometer mit der verbliebenen Tankfüllung noch zu schaffen sind. Eben einfach „multi”.

Modelljahre und Änderungen

  • Modelljahr 2003 - Markteinführung: Die Multistrada 1000 DS wird offiziell vorgestellt. Sie ist mit einer voll einstellbaren 43-mm-Upside-down-Gabel von Showa und einem einstellbaren Showa-Monofederbein ausgestattet.
  • Modelljahr 2004 - neue Farbvarianten: Im Jahr 2004 bleibt die Technik der Multistrada 1000 DS unverändert. Ducati ergänzt lediglich das Farbangebot.
  • Modelljahr 2005 - Einführung der Multistrada 1000 DS S: Diese Version erhält hochwertige Öhlins-Federelemente anstelle der Showa-Komponenten und Carbonteile.
  • Modelljahr 2006 - letzte Produktionsreihe: Technisch bleibt sie unverändert. Abgelöst wird sie 2007 durch die Multistrada 1100.

Technische Daten im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen Daten der Ducati Multistrada 1000 DS zusammen:

Merkmal Details
Motor Luftgekühlter 992 cm³ 90 Grad-L-Motor
Ventilsteuerung Desmodromisch, 2 Ventile pro Zylinder
Zündung Doppelzündung (Dual Spark)
Federung vorne 43-mm-Upside-down-Gabel von Showa (einstellbar) / Öhlins (bei S-Version)
Federung hinten Showa-Monofederbein (einstellbar) / Öhlins (bei S-Version)
Bremsen vorne Zwei 320-mm-Bremsscheiben, 4-Kolben-Brembo-Festsättel
Bremsen hinten 245-mm-Scheibe
Tankinhalt 20 Liter
Sitzhöhe 820 mm

Zubehör

Mit der Zubehörlinie „Ducati Performance“, die farblich auf die Verkleidung abgestimmte Seitentaschen, Gepäckträger und ein Satelliten-Navigationssystem beinhaltet, gehören für Sie alle Grenzen der Vergangenheit an.

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