Ducati Multistrada 1200 Enduro: Technische Daten und Geländetauglichkeit

Die Ducati Multistrada 1200 Enduro soll den sportlichen Anspruch der Marke nun auch auf unbefestigtes Gelände tragen: mit überarbeitetem V2, feinster Elektronik und offroadtauglichem 19-Zoll-Fahrwerk. Da sind die Erwartungen hoch.

Technische Daten und Ausstattung

Die Ducati Multistrada 1200 Enduro wird von Ducati offiziell von 2016 bis einschließlich 2018 produziert. Grundlage bildet die Multistrada 1200 mit Testastretta DVT-Motor, jedoch mit umfassenden Anpassungen an Fahrwerk, Ergonomie und Ausstattung.

Ein zentrales Merkmal ist das 19-Zoll-Vorderrad mit Drahtspeichenfelgen, kombiniert mit einem 17-Zoll-Hinterrad. Diese Konfiguration verbessert die Geländetauglichkeit gegenüber der straßenorientierten Multistrada 1200.

Das 5-Zoll-TFT-Farbdisplay bietet Zugriff auf vier Fahrmodi (Sport, Touring, Urban, Enduro), die Motorcharakteristik, Traktionskontrolle, ABS und Fahrwerkseinstellungen anpassen. Das Kurven-ABS stammt von Bosch (Modul 9.1ME). Serienmäßig sind Tempomat, schlüsselloses Startsystem (Keyless-Go) und ein USB-Anschluss unter der Sitzbank verbaut.

Der Tank fasst 30 Liter. Ducati nennt keinen offiziellen Reichweitenwert, der kombinierte Verbrauch laut WMTC beträgt 5,6 l/100 km. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Reichweite von über 500 km, was für Langstreckenfahrten von Vorteil ist.

Zur Serienausstattung gehören Aluminium-Seitenkoffer mit einem Gesamtvolumen von 85 Litern. Ein Topcase ist optional erhältlich. Der Windschild ist manuell in der Höhe verstellbar. Die Soziustauglichkeit ist durch eine breite Sitzbank und stabile Haltegriffe gegeben.

Die Ducati Multistrada 1200 Enduro wird in den Farben Ducati Red, Phantom Grey und Star White Silk angeboten.

Die Produktion endet 2018. Abgelöst wird das Modell 2019 durch die Ducati Multistrada 1260 Enduro mit überarbeitetem Motor, Elektronikpaket und weiterentwickeltem Fahrwerk.

Unterschiede zur Multistrada 1200 S

Um aus einer Multistrada 1200 S eine Enduro zu machen, sind größere Eingriffe notwendig. Die wichtigsten im Überblick:

  • Motor: Erster Gang mit 38/14 kürzer übersetzt (Multistrada: 37/15) Sekundärübersetzung mit 43/15 ebenfalls kürzer abgestimmt (40/15)
  • Fahrwerk: Federelemente mit 200 mm Federweg (Multistrada S: 170) Bodenfreiheit um 30 mm erhöht
  • Tankinhalt: 30 Liter (20 Liter)
  • Räder: Speichenfelgen für Schlauchlosreifen, vorne 120/70-19 und 170/60-17 (Gussräder, Reifen 120/70-17, 190/55-17)
  • Schwinge: Zweiarmschwinge (Einarmschwinge)
  • Radstand: 1994 mm (1529 mm)
  • Lenkkopfwinkel: 65 Grad (66 Grad)
  • Nachlauf: 110 mm (109 mm)
  • Lenkungsdämpfer
  • Brembo M4-Zangen und 320er-Bremsscheiben vorne, wie Multistrada (Multistrada S: M50-Zangen

Motor und Leistung

Auch in der Enduro schlägt das L-förmige-V2-Herz, das Markenzeichen von Ducati. Das 1,2-Liter-Triebwerk stellt für die Enduro 118 kW / 160 PS bei 9500 Umdrehungen und 136 Newtonmeter Drehmoment bei 7500 Touren bereit.

Unter 3500 U/min schüttelt sich das bei jedem Gasstoß aufbellende Triebwerk in kaltem Zustand gerne ein wenig, um 1000 Touren später unmissverständlich seine Leistungsbereitschaft zu betonen und sich ab 6000 U/min nochmals stärker ins Zeug zu legen.

Vier Fahrmodi offeriert Ducati dem fernreisenden Enduristen: Sport, Touring, Urban und Enduro, die die wichtigsten Fahrwerkparameter, die Motorcharakteristik und die Sensibilität des Gasgriffs regelt. Dabei kann der Fahrer innerhalb der verschiedenen Stufen die Werkseinstellungen nach eigenem Geschmack beliebig verändern. So kann beispielsweise im Touring-Modus das Fahrwerk-Setup von „Sport“ hinterlegt werden.

In der Geländeeinstellung werden die Leistung auf 100 PS und die Fahrhilfen heruntergefahren. Die Gasannahme erfolgt dann wunderbar weich.

Fahrwerk und Handling

Im Gelände macht die Enduro mit ihren 20 Zentimetern Federweg eine gut Figur und trägt ihren Namen zu Recht. Sie ist wunderbar ausbalanciert und knausert auch nicht beim Lenkwinkel. Auf Schotter oder in feuchtem Gras lässt sich die Ducati bei wegrutschendem Heck immer wieder gut einfangen. Etwas Tribut muss nur der Größe des Vorderrades gezollt werden, die, wie bereits erwähnt, einen Kompromiss darstellt.

Das Fahrwerk wurde für eine starke Gesamtleistung in den unterschiedlichsten Fahrsituationen geschaffen: Der Radstand von 1,529 mm gewährleistet eine hohe Stabilität, hält das Gewicht von Beifahrer und Seitenkoffern innerhalb der Radstandlänge und trägt damit wesentlich zur dynamischen Leistung des Motorrads bei. Ein Neigungswinkel von bis zu 47° sorgt für Spaß auf Nebenstraßen. 180 mm Bodenfreiheit machen das Motorrad offroadtauglich. Der Kraftstofftank hat ein Fassungsvermögen von 20 Litern. Die Fahrer- und Beifahrer-„Dreiecke‟ wurden nach der Maßgabe gestaltet, besten Komfort und Passgenauigkeit zu bieten. Der breite Lenker bietet maximalen Komfort und sorgt für eine eindrucksvolle Fahrerposition.

Bremsen und Sicherheit

Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Multistrada 1200 Enduro vorne eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 265 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange verbaut.

In Sachen Dosierbarkeit und Biss gibt die Bremse, obwohl „nur“ mit 320er-Scheiben bestückt, eine ordentliche Vorstellung ab. Dazu gibt es ein Bosch-ABS mit Kurvenfunktion, das für kurze Bremswege sorgt.

Die gesamte Familie der neuen Multistrada 1200 ist serienmäßig mit dem „Ducati Safety Pack" (DSP) ausgestattet, denn Sicherheit auf der Straße genießt bei Ducati höchste Priorität.

Bereifung

Bei der Bereifung verlassen sich die Italiener auf ihre Landsleute und langjährigen Entwicklungspartner Pirelli. der Käufer kann seine Multistrada 1200 Enduro entweder mit dem Scorpion Trail II ordern, der nicht zuletzt auf Nässe seine Stärken ausspielt, oder alternativ mit dem M+S-Geländereifen Scorpion Rally (bis 190 km/h zugelassen) ausliefern lassen.

Letzter hat schon beinahe das das Profil einer Panzerkette, sind nach einer gewissen Warmlaufphase aber auch auf Asphalt gut zu händeln.

Abmessungen und Gewicht

Die Ducati Multistrada 1200 Enduro ist von Radachse zu Radachse 1.556 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 870 Millimeter. Mit einem fahrfertigen Gewicht von 254 kg ist die Multistrada 1200 Enduro deutlich schwerer als die Multistrada 1200 S DAir mit 236 kg.

Vergleich mit anderen Modellen

Die Ducati Multistrada 1200 Enduro bietet mit 200 mm vorne und 200 mm hinten einen spürbar längeren Federweg als die Ducati Multistrada 1260 mit 170 mm vorne und 170 mm hinten.

Mit einem fahrfertigen Gewicht von 254 kg ist die Multistrada 1200 Enduro deutlich schwerer als die Multistrada 1260 mit 232 kg.

In den Tank der Multistrada 1200 Enduro passen 30 Liter Sprit. Bei der Multistrada 1260 sind es 20 Liter Tankvolumen.

Der aktuelle Durchschnittspreis der Ducati Multistrada 1200 Enduro beträgt in unserer Neu- und Gebrauchtmotorradbörse 10.856 Euro und ist damit deutlich günstiger als der Preis der Ducati Multistrada 1260 mit 15.660 Euro im Durchschnitt.

Von der Ducati Multistrada 1200 Enduro gibt es aktuell 7 Inserate am 1000PS Marktplatz, von der Ducati Multistrada 1260 sind derzeit 3 Modelle verfügbar.

Für die Multistrada 1200 Enduro gibt es aktuell 11 Suchanfragen am 1000PS Marktplatz, Multistrada 1260 wurde derzeit 89 Mal pro Monat gesucht.

Technische Daten im Überblick

Modell kW/PS Hubraum Drehmoment Leergewicht Maximales Gewicht Sitzhöhe Preis
Ducati Multistrada 1200 Enduro (2016) 112 kW/152 PS 1.198 cm³ 136 Nm 254 kg 465 kg k.A. mm - k.A. mm 19.990 €
Ducati Multistrada 1200 (2017) 117 kW/160 PS 1.198 cm³ 136 Nm 232 kg 450 kg 825 mm - 845 mm 16.540 €

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