Ducati Multistrada V2 S: Technische Daten und Höchstgeschwindigkeit

Die neue Ducati Multistrada V2 S soll weiter gezähmt und noch einsteigerfreundlicher geworden sein. Eine visuelle Tatsache fällt wohl jedem sofort ins Auge, wenn man Bilder der neuen Multistrada V2 betrachtet: Die Ähnlichkeit zum Vorgängermodell. Ohne den Schriftzug vorne am Tank braucht es schon ein geschultes Auge, um erfolgreich das EURO-5 Modell identifizieren zu können. Etwas boshaft könnte man die neue V2-Modellbezeichnung also durchaus als die größte Veränderung bezeichnen. Jedoch machen die sparsam durchgeführten Veränderungen dennoch schnell klar, dass Ducati mit den behutsamen Eingriffen ein ganz klares Ziel verfolgt hat. Multi soll bleiben, was sie ist: Ein Spaßgerät mit Reisequalitäten.

Design und Ergonomie

So wurde die Sitzbank 10mm abgesenkt und vorne schmaler geformt, um den Schrittbogen 40mm zu verkürzen. Die Fußrasten sind neu und tiefer positioniert, der Kniewinkel ist nun ein wenig entspannter. Handling soll noch einfacher von der Hand gehen. Angeblich fällt es nun auch weniger schwer, den verflixten Neutralen einzulegen. Weiters wurden der V2 neue Spiegel spendiert, das Heck bekam ein neues Styling inklusive Rücklicht verpasst und die Motorabdeckung schaut ein bisschen moderner aus.

Motor und Leistung

In Sachen Spitzenleistung gibt es keine Veränderung. 113 PS bei 9.000 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment hingegen musste EURO-5 verschuldet ein wenig sinken, allerdings liegt es nun früher an. Apropos Leistung, die Multistrada V2 gibt es jetzt auch als A2 Variante zu kaufen. Und egal ob A2 oder nicht, farbtechnisch kann man zwischen Ducati-rot oder Street Grey mit roten Felgen wählen.

Schon nach wenigen Kilometern wurde klar, dass die Multi nichts von ihren ursprünglichen Qualitäten verloren hat. Immer noch, oder vielleicht sogar mehr denn je, ist diese Ducati ein absoluter Garant für Straßen-Fahrspass. Ihre Agilität sucht in der Reiseenduro-Mittelklasse ihresgleichen, ohne jeglichen Kraftaufwand wird eingelenkt, stets neutral und niemals kippelig. Der Motor freut sich über Drehzahl und gibt fast bis zum Begrenzer massig Schub. Das Ansauggeräusch macht süchtig, der Klang aus dem Auspuff hat Charakter, ohne dabei aufdringlich zu sein.

Bewegt man sich allerdings etwas schneller als Schrittgeschwindigkeit fort, fällt sofort auf, dass der Motor untenrum wesentliche bessere Manieren aufweist, als jener des EURO-4 Modells. Besonders positiv spürbar ist dies bei Fahrten durch Ortsgebiete oder auch beim gemütlichen Dahingleiten. Bei rund 3000 Umdrehungen pro Minute wird jetzt deutlich weniger an der Kette geschlagen, als dies vorher der Fall war. Ebenso wie die große Schwester mit vier Zylindern fällt die kleinere Multistrada untenrum Ducati-untypisch positiv auf.

Fahrwerk und Bremsen

Dafür hauptverantwortlich ist das grandiose Fahrwerk. In der S-Variante kommen semi-aktive Komponenten zum Einsatz, die mit einem wunderbar geschmeidigen Ansprechverhalten punkten können. Die elektronischen Verstellmöglichkeiten sind groß und tatsächlich auch effektiv. Das Fahrwerk der V2 kann per Knopfdruck eindeutig spürbar zwischen komfortabel weich und sportlich straff verstellt werden.

Die Ducati Multistrada V2S ist mit einem fortschrittlichen Kurven-ABS ausgestattet, das ein sicheres Bremsverhalten auch in Schräglage gewährleistet. Darüber hinaus verfügt sie über eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle, die die Leistung anpasst, um das Durchdrehen der Räder zu verhindern.

Getriebe und Schaltung

Wie von Ducati versprochen lässt sich der Neutrale tatsächlich leichter einlegen, dies bildet aber die unwesentlichste Änderung im Bereich Getriebe. Nur noch selten bleibt man einziges Mal in einem Leerlauf zwischen den Gängen hängen, sie rasten sogar spürbarer ein. Verglichen zu anderen Herstellern wirkt der Gangwechsel immer noch ein wenig hölzern, aber dennoch wurde die Schaltpräzision spürbar erhöht. Meiner Meinung nach ist dieser Umstand wohl die wertvollste Verbesserung der neuen V2. Auch die Performance des Quickshifters kann durchaus überzeugen, die Gänge werden bei jeder Drehzahl ohne Mühe gewechselt. Untenrum aber geschieht dies manchmal ein wenig harsch, obenrum teilweise etwas langsam.

Komfort und Windschutz

Die Front und somit auch der Windschutz bleibt unverändert. Das heißt, mein Kopf ist in jeder Windschildposition frei von Turbulenzen, dafür ist es im Arm und Schulterbereich einigermaßen zugig. Bei kälteren Temperaturen also wird man sich auf anderen Fabrikaten vermutlich ein wenig besser aufgehoben fühlen. An heißen Sommertagen wird so aber der Hitzestau vermieden, auch vom Motor ausgehend ist keine außergewöhnliche Wärmeentwicklung zu vermelden. Die Distanz zum Lenker übrigens ist kurz genug, um sich im Sattel als souveräner Herr bzw. Dame fühlen zu können.

Sitzposition und Offroad-Eignung

Als wichtigstes Update seitens Ducati gilt übrigens der neu geformte Sitzbereich. In stehender Position haben die Beine nun eine größere Kontaktfläche, die schmälere Silhouette vereinfacht die Offroad-Kontrolle ebenso. Wie auf den meisten Reiseenduros sind Lenker, Brems- und Schalthebel zu tief positioniert, aber für Schotter und leichtes Gelände reicht es dennoch vollkommen.

Handling und Leistung

Die letzten zwei wesentlichen Neuerungen lassen sich ohne direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell nicht ernsthaft beurteilen. Die alte 950er war schon so dermaßen agil zu bewegen, dass ich mich nicht sagen traue, ob die leichteren Felgen auf der V2 das Handling noch weiter vereinfacht haben. Ebenso kann ich rein aus dem Gedächtnis heraus nicht einschätzen, ob das verringerte Spitzendrehmoment auf irgendeine Art und Weise spürbar ist. Allerdings steht fest, dass sowohl das Handling als auch die Leistung exzellent bzw. absolut ausreichend sind. Übrigens auch auf den berühmt-berüchtigten Straßen Tirols, mit 95 dB Standgeräusch ist die Multi dort gerade noch legal.

Technische Daten im Überblick

Die Ducati Multistrada V2S ist ein hochentwickeltes Adventure Bike, das für Vielseitigkeit und Komfort sowohl auf langen Reisen als auch im Gelände konzipiert wurde.

  • Motor: 937 ccm V2-Motor
  • Leistung: 113 PS
  • Maximales Drehmoment: 94 Nm bei 6750 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h
  • Kraftstoffverbrauch: ca. 5,9 Liter auf 100 km
  • Tankinhalt: 20 Liter
  • Gewicht: 222 kg (Leergewicht)
  • Sitzhöhe: 830 mm
  • Standgeräusch: 95 dB(A)
  • Fahrgeräusch: 77 dB(A)

Die Ducati Multistrada V2S erreicht eine beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Dies ermöglicht es Fahrern, auch auf Autobahnen zügig voranzukommen, ohne dabei auf Stabilität und Komfort verzichten zu müssen.

Der Motor der Ducati Multistrada V2S ist ein 937 ccm V2-Motor, der eine Leistung von 113 PS und ein maximales Drehmoment von 94 Nm bei 6750/min liefert.

Ja, die Ducati Multistrada V2S ist mit einer digitalen Ganganzeige ausgestattet, die dem Fahrer hilft, den eingelegten Gang jederzeit im Blick zu behalten.

Verfügbarkeit und Preis

Verfügbar sind beide Multistrada Varianten ab sofort, die S gibt es in Deutschland ab 16590 Euro zu haben, in Österreich ab 19195.

Der Neupreis der Ducati Multistrada V2S in Österreich liegt bei 19.195 Euro.

Die neue Ducati Multistrada V2 soll laut italienischer Auskunft einsteigertauglicher geworden sein, ohne dabei ihr Wesen verloren zu haben. Diese Aussage würde ich sofort unterschreiben. Die kleine Multi ist immer noch ein Wunder der Agilität, bereitet unglaublich viel Spaß im Winkelwerk und kann aber auch auf der Langstrecke mit Komfort glänzen.

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