Elektromobilität ist auch aus der Zweiradwelt nicht mehr wegzudenken. Einige Hersteller haben bereits E-Motorräder am Start, andere arbeiten im Verborgenen daran. Auch Ducati hat bereits angekündigt, am Elektromotorrad zu arbeiten.
Ducati Pro-I Evo: Der banale Elektro-Miniscooter für den Stadtverkehr
Der italienische Motorradhersteller Ducati bringt ein neues rein elektrisch angetriebenes Zweirad an den Start. Das kommt allerdings völlig anders als erwartet. Jetzt bringen die Roten ihr erstes Elektromodell an den Start. Eines, das so gar nicht mit den Vorstellungen einer elektrisch angetriebenen Ducati korrespondieren will. Das liegt allerdings in der Natur der Sache, denn der Ducati Pro-I Evo ist nur ein banaler Elektro-Miniscooter für den Stadtverkehr.
Der faltbare E-Tretroller ist eine Weiterentwicklung des Pro-I Plus mit verbesserten technischen Merkmalen. Das erneuerte Verschlusssystem verfügt über einen Anti-Vibrationsmechanismus, der den Scooter noch sicherer und widerstandsfähiger macht. Der Tretroller mit Leichtmetallrahmen steht auf 8,5 Zoll großen Luftreifen. Das Eigengewicht wird mit 12, die Zuladung mit 100 Kilogramm angegeben.
Vorne verzögert der Roller über den Radnabenmotor, hinten unterstützt eine Scheibenbremse. Das sportliche Design wird im Bereich des hinteren Kotflügels nachgeschärft und soll, laut Ducati, die Rennsport-DNA von Ducati betonen. Für satte Beschleunigungsorgien sorgt ein 350 Watt starker Elektromotor. Die LED-Beleuchtung soll Sicherheit bei Nacht und eingeschränkter Sicht bieten. Das LED-Farbdisplay versorgt den Fahrer mit den wichtigsten Information und die Batterie-Kapazität beträgt 280 Wh. Damit sollen Reichweiten zwischen 25 und 30 Kilometer möglich sein.
Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach gewähltem Modus zwischen sechs und 25 km/h. Das Potenzial des Pro-I Evo wird durch die integrierte App noch einmal vergrößert. Konzipiert ist die App wie eine virtuelle Garage, in der mehrere Ducati Urban e-Mobility Produkte registriert und "geparkt" werden können.
Der Pro-I Evo ist ab Februar 2021 bei den Ducati-Händlern und im offiziellen Ducati e-shop zum Preis von 399 Euro erhältlich.
Ducati TK-01RR: E-Mountainbike mit Unterstützung von THOK
Beim Wort „Elektromotor“ gefriert eingefleischten Ducati-Fans vermutlich das Benzin in den Adern. Dennoch hat der Motorradspezialist beim E-Mountainbike TK-01RR den Mut dazu und verbaut einen Shimano EP8. Ducati macht auch E-Mountainbikes? Ja, und für das TK-01RR haben sich die Motorradprofis Unterstützung von der italienischen E-Bike-Schmiede THOK geholt. Statt Benzin fließt Strom aus dem 630 Wh großen „Tank“ an den Shimano EP8-Motor in der 6.990 € teuren Offroad-Ducati.
Die Fender am Unterrohr und am Heck spiegeln die Markenzugehörigkeit genauso wider wie die Lackierung, die an die Ducati Corse Race-Bikes erinnert. Doch nicht nur die Lackierung, auch die Verarbeitungsqualität des Aluminiumrahmens sticht aus dem Testfeld hervor. Mit den groben Schweißnähten an Wippe und Hinterbau allerdings negativ. Klasse ist hingegen der extrem robuste Unterfahrschutz des Motors, der - bei unserem Test-Bike aus der Vorserie - jedoch einiges zum höchsten Bike-Gewicht im gesamten Testfeld (26,38 kg) beitrug.
Wenn es um die Ausstattung geht, verlässt sich Ducati auf Partner aus dem Motorrad-Bereich: Pirelli, Öhlins und Renthal. Die Öhlins RXF 38-Federgabel mit 180 mm ist zwar etwas aufwendiger im Setup, aber über jeden Zweifel erhaben und eine der besten Gabeln im Test. Am Heck kontrolliert ein TTX Air-Dämpfer die 170 mm Federweg. Die 2,6” breiten Pirelli Scorpion-Pneus mit 29” an der Front und 27,5”-Durchmesser am Heck sind sehr schwer, aber dafür auch super pannensicher. Durch ihre sehr harte Gummimischung liefern sie von allen Reifen im Test allerdings am wenigsten Grip, deshalb empfehlen wir euch die exzellente Reifenkombination des MERIDA.
Gestoppt wurde unser Test-Bike von einer Shimano XT-Vierkolbenbremse der letzten Generation mit 200-mm-Scheiben vorne wie hinten. In Serie verbaut Ducati dann die aktuelle Iteration der Bremse. Das Shimano XT 12-fach-Schaltwerk täuscht auf den ersten Blick mehr Performance vor, als es liefern kann. Denn Ducati hat sich hier für den günstigeren SLX-Trigger entschieden.
Testergebnisse des Ducati TK-01RR
- Öhlins RXF 38: Liefert top Ansprechverhalten, krassen Support und mega Präzision.
- Gesamtgewicht: 145,5 kg
- Knieschoner: Empfohlen
- Oberrohr: Nicht das breiteste oder scharfkantigste im Test
- Kabel: Hängen lieblos und unsortiert am Cockpit
Das Ducati TK-01RR gibt es in vier Größen und es soll auch kleinen und oftmals leichten Fahrern ab 1,54 m passen. Zierliche Personen seien jedoch gewarnt: Das hohe Gesamtgewicht des Bikes ist nicht nur auf dem Trail, sondern auch beim Rangieren in der Garage oder beim Verladen auf den Bike-Träger omnipräsent. Dank ausreichend kurzem Sitzrohr (450 mm in L) bietet das TK-01RR in Kombination mit der 170-mm-Variostütze - an unserem Test-Bike waren es lediglich 150 mm - ausreichend Bewegungsfreiraum.
Einschränkungen gibt es lediglich im Wiegetritt: Dann stößt man mit den Knien immer wieder an das hochgezogene und mit 8,3 cm sehr breite Oberrohr. Sobald es mit dem Ducati bergauf in steileres Gelände geht, versackt der Hinterbau unter der Last des Fahrers im Federweg. Trotz des hohen Gesamtgewichts ist die Front dann zu leicht und das Vorderrad hebt schnell vom Boden ab.
Hilfe im Kampf gegen die schwere Maschine gibt es vom EP8-Motor nur bedingt. Denn der hat zwar einiges an Kraft - aber ohne Traktion aus den Reifen verpuffen die 85 Nm Drehmoment des Motors am durchdrehenden Hinterrad. Wer auf der Suche nach einem extravaganten, prestigeträchtigen Bike ist, wird bei Ducati fündig.
Mit dem Öhlins-Fahrwerk hat Ducati voll ins Schwarze getroffen: Vor allem der hervorragenden RXF 38-Federgabel ist es zu verdanken, dass man auf dem TK-01 RR in vielen Fahrsituationen die Kontrolle über das Vorderrad halten kann. Dennoch kann das Bike auf dem Trail nicht mit der Konkurrenz mithalten: In Kurven, über Stufen oder auf dem Wurzelteppich kann weder der schwammige Hinterbau noch das Handling überzeugen. Obwohl das schwerfällige und träge Bike am Boden klebt und sich nur unter großem Körpereinsatz in die Luft bewegen lässt, ist Grip Mangelware.
Die Sicherheit, die das schwere Ducati zu Beginn vermittelt, kann es jedoch bei Highspeed nicht halten: Mit viel Highspeed-Druckstufendämpfung steckt es zwar verpatzte Landungen und Drops ins Flache gut weg, liefert aber dennoch zu wenig Gegenhalt und Traktion, um schnell und dabei sicher unterwegs zu sein. Wer mit dem TK-01RR schnell fahren will, führt einen permanenten Kampf um Traktion und Kontrolle über die Linie.
Das TK-01RR wird diesem Anspruch nicht gerecht und fällt ans Ende des Testfelds zurück. Das extravagante Ducati versprüht einen Hauch von Moto-Esprit in unserem Testfeld. Es liefert bei Highspeed keine Sicherheit, ist bei geringeren Geschwindigkeiten träge und immer mangelt es an Grip. Fans der Marke kommen auf Touren auf ihre Kosten. Trotz des relativ geringen Preises liefert das schwerfällige Ducati mit seinen Schwächen in der Trailperformance keine gute Preis-Leistung.
Ducati Corse E-Scooter Pro-III R
Sind Sie es leid, im Stadtverkehr festzustecken? Wenn ja, dann habe ich heute etwas Beeindruckendes für euch! Es ist der Ducati Corse E-Scooter Pro-III R, eine cutting-edge Lösung für alle, die nachhaltig und mit Stil unterwegs sein wollen. Beginnen wir mit dem Highlight: die Reifen. In Partnerschaft mit dem renommierten Hersteller Pirelli, präsentiert der Scooter 10-Zoll Räder, die für eine Königsklasse Haftung sorgen. Sicherheit geht immer vor, nicht wahr? Der Ducati Corse E-Scooter Pro-III R hat das Memo definitiv bekommen.
Und dann ist da noch die KERS-Technologie. Ihr kennt das vielleicht aus der Formel 1 - das ist diese clevere Technik, die Energie beim Bremsen zurückgewinnt und sie wieder in Vortrieb umwandelt. Und genau das macht dieser Scooter auch. Was nützt die beste Technik, wenn einen niemand sieht? Keine Sorge, der Ducati E-Scooter hat auch hier an alles gedacht. Indem sie integrierte Blinker verbaut haben, sorgt Ducati dafür, dass ihr im Großstadtdschungel nicht übersehen werdet.
Der 350 W Motor bietet genügend Wumms für alle städtischen Abenteuer, die ihr vorhabt. Der Ducati Corse E-Scooter Pro-III R ist ein Gamechanger für urbane Pendler und für die, die einfach nur Spaß an der Fahrt haben wollen. Wenn ihr schließlich überzeugt seid und mehr erfahren wollt, checkt den E-Scooter mal bei Ducati aus. Lasst euch diese Chance nicht entgehen, in die Welt der elektrischen Zweiräder einzutauchen, die sowohl praktisch als auch ikonisch im Stil sind. Der Ducati Corse E-Scooter Pro-III R ist nicht nur ein Transportmittel, sondern ein Lifestyle-Statement.
Ducati e-Scrambler für Alltag und Freizeit
Mit dem Ducati e-Scrambler hatten wir zuletzt ein E-Trekkingbike im Praxistest, welches mit großer Alltagstauglichkeit, aber auch mit italienischem Style und großer Eleganz überzeugen soll. Das für 2021 auch in weniger auffälligem grau-schwarz erhältliche Modell, war für unseren Test in für Ducati besser passender gelb-schwarzer Farbgebung gehalten und hob sich nicht nur deshalb von anderen getesteten Modellen ab. Wie sich das E-Bike schließlich geschlagen hat, stellen wir in unserem Testbericht ausführlich vor.
Hinter dem stylischen Äußeren des Ducati e-Scrambler vermutet man zuerst nicht, dass das Modell sich auch außerhalb der Stadt nicht lumpen lässt. In unserem Praxistest hat sich das Modell als nahezu universell nutzbarer Begleiter gezeigt, der auch vor unbefestigten Wegen kaum zurückschreckt.
Zuerst einmal macht sich das E-Bike, welches von THOK E-Bikes für Ducati aufgebaut wird, vor jedem Geschäft in der City außerordentlich gut. Die abgesetzte Farbgebung findet dabei den richtigen Mix aus auffälligem Gelb und zurückhaltendem Schwarz und stellt in den Großstädten der Welt einen Hingucker par excellence dar.
Für den Alltagseinsatz bringt es LED-Beleuchtung, Gepäckträger und Schutzbleche mit, wobei es hinsichtlich des Komforts auch mit Federgabel von SR Suntour mit 100 mm Federweg ausgerüstet ist. Damit und zusammen mit den Pirelli Cycle-e GT Reifen auf den Laufrädern in 27,5 Zoll prädestiniert sich das Modell aber auch für den Einsatz außerhalb der Stadt, auch auf Forstwegen oder sogar leichten Trails im Wald.
Der im Modell verbaute Shimano E7000 Antrieb stellt sich mit seinen 60 Newtonmeter als absolut ausreichend dar, wobei die Kraft harmonisch und auch leise abgegeben wird. Wie schon bei anderen Modellen von Ducati und THOK ist auch hier die externe Shimano Batterie mit 504 Wh von unten an das Unterrohr angebracht und mit einer schützenden Halterung aus Kunststoff versehen. Dies bringt sowohl Vorteile im Handling wie auch in Sachen Gewichtsverteilung.
In unserem Test zeigte sich das Modell von seiner besten Seite, sowohl auf asphaltierten Wegen in der Stadt, wie auch auf Waldwegen, wo es dank der griffigen Bereifung und der Schutzbleche mit genügend Freiraum zu den Reifen zu keinerlei Problemen kam. Auch in Sachen Bremsen konnte man sich immer auf die Sram Guide T verlassen, die mit 4 Kolben und Bremsscheiben in 203 mm vorne und hinten aufwartete.
Die verbaute Kettenschaltung kommt von Sram. Hier hatte man als Nutzer die Auswahl aus elf Gängen, die mittels der bewährten Sram NX Schaltung bereitgestellt wurde. Die Übersetzung war zu jeder Zeit ausreichend, einen 12. Gang hat man nicht vermisst. Hervorragend ist die serienmäßige Ausrüstung mit einer Vario-Sattelstütze von KS, die zwar per Hebel direkt unter dem Sattel bedient werden musste, aber trotzdem so für ein komfortables Anpassen der Sattelhöhe in bestimmten Situationen ermöglichte.
Ergonomische Komponenten an den Kontaktpunkten, die von Ducati selbst entwickelt worden waren, sorgten dafür, dass man auch größere Strecken ohne Probleme zurücklegen konnte. Zur kompletten Ausstattung fehlt nur noch ein Seitenständer, den das Ducati e-Scrambler ebenfalls in einer einstellbaren Variante vorweisen konnte. Trotz der massiv wirkenden Bauweise und der Ausrüstung stellte sich das Modell mit knapp 23 Kilogramm (mit Pedalen) nicht als zu schwer dar.
Technische Daten im Überblick
| Modell | Motor | Batterie | Reichweite | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Ducati Pro-I Evo | 350 W | 280 Wh | 25-30 km | 399 € |
| Ducati TK-01RR | Shimano EP8 | 630 Wh | N/A | 6.990 € |
| Ducati e-Scrambler | Shimano E7000 | 504 Wh | N/A | N/A |
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