Die Wahl der richtigen Motorradhandschuhe ist entscheidend für Komfort und Sicherheit, besonders für Fahrer einer Ducati Scrambler, bei der das Fahrerlebnis im Vordergrund steht. Adventure-Handschuhe sind ein beliebtes Zubehör für Motorradfahrer und ausgesprochen vielseitig: vom leichten Enduro-Wandern über ambitionierte Offroad-Ausflüge sowie ausgedehnte Touren mit voll ausgestatteten Reiseenduros oder sogar Motocross-Einlagen - die Einsatzmöglichkeiten sind zahlreich.
Adventure-Handschuhe im Detail
Adventure-Handschuhe sind beliebtes Zubehör für die Ausstattung von Motorradfahrern und ausgesprochen vielseitig: vom leichten Enduro-Wanderern über ambitionierte Offroad-Ausflüge sowie ausgedehnte Touren mit voll ausgestatteten Reiseenduros oder sogar Motocross-Einlagen - die Einsatzmöglichkeiten sind zahlreich. Das Spektrum reicht von ultraleichten 100-Gramm-Modellen für den reinen Offroad-Einsatz bis zu 200-Gramm-Allwetterhandschuhen für Langstreckentouren. Die Herausforderung: Ein Handschuh für alle Situationen zu finden, der sowohl auf Asphalt bei hohen Geschwindigkeiten als auch im Gelände bei niedrigen Temperaturen funktioniert.
Die Testkriterien
MOTORRAD testete 16 Adventure-Handschuhe unter realen Bedingungen auf Asphalt und im Gelände. Als Testfahrzeug diente eine Royal Enfield Himalayan, mit der sowohl kurvige Landstraßen als auch Schotterwege befahren wurden. Vier Redakteure unterschiedlicher Gewichtsklassen und Körperproportionen bewerteten Passform und Komfort, um verschiedene Handformen zu berücksichtigen.
Die Bewertung der Motorrad-Handschuhe erfolgte in vier Hauptkategorien:
- "Passform, Komfort, Ergonomie" (maximal 30 Punkte)
- "Schutz und Sicherheit" (maximal 25 Punkte)
- "Wetterschutz und Klimatisierung" (maximal 20 Punkte)
- "Ausstattung und Verarbeitung" (maximal 25 Punkte)
Griffgefühl, Beweglichkeit sowie etwaige Druck- und Scheuerstellen wurden während der Probefahrten evaluiert.
Beim Sicherheitsaspekt prüften die Tester die Robustheit des Obermaterials und eventuelle Verstärkungen. Besonders wichtig: Die Knöchelprotektoren wurden auf einem professionellen Fallprüfstand getestet, um die tatsächliche Schlagdämpfung zu messen. Bei der Klimatisierung unterschied MOTORRAD zwischen gefütterten Handschuhen (Isolationstest bei Kälte) und ungefütterten Modellen (Belüftungstest).
Alle Handschuhe sind nach der europäischen Norm EN 13594:2015 als Level 1 mit Knöchelprotektor zertifiziert und müssen daher dieselben Mindestanforderungen an Aufprall- und Abriebschutz erfüllen.
Materialien und Konstruktionsunterschiede
Die getesteten Motorrad-Handschuhe zeigen eine enorme Materialvielfalt: Von hochwertigem Känguruleder beim Held Sambia 2 über Ziegenleder-Kombinationen bis zu Polyester-Elastan-Mischungen beim Five TFX3 Airflow. Känguruleder gilt als besonders reißfest und geschmeidig, während Ziegenleder einen guten Kompromiss zwischen Schutz und Beweglichkeit bietet.
Synthetische Materialien punkten in Sachen Motorrad-Bekleidung meist mit geringerem Gewicht und besserer Atmungsaktivität, bieten aber oft weniger Abriebschutz. Entscheidend ist die strategische Platzierung verschiedener Materialien: Verstärkungen an Handballen und Fingerkuppen, dehnbare Einsätze für Beweglichkeit und perforierte Bereiche für Belüftung.
Die Knöchelprotektoren unterscheiden sich erheblich in ihrer Dämpfungswirkung. Während manche Motorrad-Handschuhe im Test die Grenzwerte nur knapp einhalten, bieten andere wie der Touratech Guardo Desert 2 deutlich bessere Schlagdämpfung.
Passform und Größenunterschiede
Ein kritischer Aspekt bei Adventure-Handschuhen ist die Passform. Viele Bekleidungs-Hersteller orientieren sich an unterschiedlichen Handformen: Manche Modelle wie der Acerbis Crossover passen besser zu schmalen Händen mit langen Fingern, während der Touratech Guardo Desert 2 auch breiteren Händen gerecht wird.
Problematisch wird es bei Modellen wie dem Leatt ADV X-Flow 7.5 Short, dessen sehr enge Passform keinen der vier Tester überzeugen konnte. Der LS2 Kubra hingegen begeisterte durch seine universell gelungene Passform. Die Fingerlängen variieren zwischen den Herstellern erheblich, was zu spürbaren Nähten an den Fingerspitzen führen kann.
Ein guter Adventure-Handschuh sollte sich leicht an- und ausziehen lassen, was besonders bei längeren Touren mit häufigen Pausen wichtig ist. Anziehhilfen wie Schlaufen oder dehnbare Bereiche erleichtern das Handling erheblich.
Schutzfunktion vs. Komfort
Der Zielkonflikt zwischen maximalem Schutz und optimaler Beweglichkeit prägt alle Adventure-Handschuhe. Während reine Tourenhandschuhe wie der Alpinestars Corozal V3 mit Membran und Verstärkungen punkten, bieten leichte Endurohandschuhe wie der Five TFX3 Airflow maximales Gefühl, aber minimalen Schutz.
Die Norm EN 13594:2015 Level 1 stellt nur Mindestanforderungen. Im Test zeigten sich erhebliche Unterschiede: Manche Knöchelprotektoren lagen nahe am oberen Grenzwert, andere boten deutliche Sicherheitsreserven. Zusätzliche Verstärkungen an Handballen, Fingerkuppen und zwischen den Fingern erhöhen den Schutz, können aber die Beweglichkeit einschränken.
Klimamanagement und Wetterschutz
Adventure-Handschuhe müssen verschiedenste Wetterbedingungen meistern. Ungefütterte Modelle wie der LS2 Kubra bieten hervorragende Belüftung für warme Tage, können aber bei niedrigen Temperaturen unkomfortabel werden. Wasserdichte Modelle mit Membran wie der Alpinestars Corozal V3 schützen vor Nässe, neigen aber zum Schwitzen.
Besonders problematisch sind Hybridlösungen wie der Bering Zephyr, der eigentlich für den Wintereinsatz konzipiert wurde, aber als Adventure-Handschuh vermarktet wird. Die Passform ist zu globig und Griffgefühl sowie Beweglichkeit leiden unter der warmen Ausstattung. Moderne Belüftungskonzepte setzen auf perforierte Bereiche an der Innenhand und atmungsaktive Materialien am Handrücken. Reflektierende Fingerspitzen wie beim Five TFX3 Airflow verbessern zusätzlich die Sichtbarkeit.
Rechtliche Aspekte und Normen
Alle getesteten Handschuhe erfüllen die europäische Norm EN 13594:2015 Level 1 mit Knöchelprotektor. Diese Norm wird derzeit überarbeitet, da Hersteller teilweise nur die minimal geprüften Bereiche verstärken und den Rest des Handschuhs vernachlässigen. Die neue Norm soll künftig den gesamten Motorrad-Handschuh bewerten - ähnlich wie bei Motorradanzügen mit verschiedenen Schutzzonen. Zusätzlich ist eine spezielle Schutzklasse für leichte Endurohandschuhe in Diskussion, da diese oft in einer Grauzone stehen.
In Deutschland besteht keine Handschuh-Tragepflicht, anders als in Frankreich.
Alternative: Fingerlose Handschuhe
Einige Fahrer bevorzugen fingerlose Handschuhe, besonders für kurze Fahrten oder bei warmem Wetter. Diese ermöglichen eine bessere Bedienung von Reißverschlüssen, Kameras und anderen Geräten, ohne die Handschuhe ausziehen zu müssen.
Allerdings bieten fingerlose Handschuhe natürlich weniger Schutz als Vollfingerhandschuhe. Die Hände gehören zu den bei einem Unfall gefährdetsten Körperteilen überhaupt, ich würde deshalb auf vollwertige Handschuhe nie verzichten.
Es gibt aber auch Alternativen. Ich habe als Sommerhandschuhe ungefütterte Lederhandschuhe von Held mit Protektoren und jeder Menge Lüftungslöchern - vor allem in den Protektoren.
Ducati Scrambler: Fahrgefühl und Details
Bei der Ducati Scrambler steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern das Erlebnis. Die neue Ducati Scrambler macht auf ihr eine prima Figur. Die Scrambler will ein ursprüngliches Motorrad sein. Eines ohne Fahrassistenz-Systeme, zum Aufsteigen, Losfahren und Wohlfühlen. Nicht die Technik steht im Mittelpunkt, sondern das Erlebnis, ein pures Motorrad zu fahren.
Zur Technik ist nicht viel zu sagen: Der 803 Kubikzentimeter große Zweizylinder schwingt sich zu 55 kW/75 PS auf, was angesichts von 186 Kilogramm Leergewicht für lässiges Scrambeln vollauf genügt; Highspeed ist die Sache eines unverkleideten Motorrads ohnehin nicht. Dank des breiten Lenkers lässt sich die Scrambler leicht einlenken, vermittelt großes Vertrauen beim Fahren.
Ab 8.390 Euro ist die Scrambler zu haben. Zu diesem Preis kommt sie als Icon-Version mit Leichtmetall-Gußrädern, Kunststoff-Kotflügeln und einer recht einfach gemachten Sitzbank. Aufwendiger ist die Classic-Ausgabe: Speichenräder, Blech-Kotflügel und eine gesteppte Sitzbank wollen mit 1.400 Euro Mehrpreis bezahlt sein. Die „Full Throttle“ (Vollgas)-Version weist einen zierlichen Termignoni-Sportauspuff auf, die „Urban Enduro“ einen hochgelegten Front-Kotflügel.
Es sind Kleinigkeiten nur, welche die einzelnen Versionen voneinander unterscheiden, und doch beeinflussen sie den Charakter stark. Hier hat Ducati sehr überlegt strukturiert.
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