Erfolgskonzepte auf andere Baureihen zu übertragen, ist in der Automobilbranche gängige Praxis. Bei Motorrädern funktioniert das ebenfalls prächtig. Ein weiteres Beispiel dafür liefert jetzt Ducati.
„A new fighter in town“ ist der offizielle Claim der Streetfighter V2. Ducati schließt mit der trocken lediglich 178 Kilogramm schweren Maschine die Lücke zwischen der Naked-Bike-Ikone Monster und der Streetfighter V4.
Leistung und Fahrleistungen
153 PS und 101 Newtonmeter geben die Italiener der entblößten Panigale V2 mit auf den Weg. Das macht im direkten Vergleich zwei PS weniger Leistung und knapp drei Newtonmeter weniger Drehmoment. Peanuts. Auf der Straße wird kaum jemand die Unterschiede herausfahren. 265 km/h Spitze, von Null auf Tempo 200 in rund zehn Sekunden: Die Fahrleistungen der Streetfighter V2 bedürfen keiner expliziten Beschreibung. Die Maschine rennt wie Hölle. Je höher sie dreht, desto gewaltiger geht es zur Sache.
Ein paar Kollegen vermissten bei der Landstraßen-Testfahrt im Hinterland von Sevilla etwas den Punch, den die Streetfighter V2 auf der Rennstrecke zeigt. Jedem Normalsterblichen sei versichert: Das geht nur aufgewiesenen Rennfreaks so. Jede Wette: Nahezu jeder durchschnittliche Motorradfahrer schaltet eh bei spätestens 8000 Touren.
Mit der neuen Streetfighter V2 hat Ducati den Mut bewiesen, Leistung zugunsten von Fahrbarkeit zu reduzieren - und genau das macht sie so stark. Der 890er-V2 schiebt kraftvoll aus dem Keller, das Fahrwerk ist ein Gedicht, und die Elektronik wirkt wie ein unsichtbarer Beifahrer, der immer den Überblick behält. Wer auf der Landstraße unterwegs ist, wird sich kaum mehr wünschen - und schnell vergessen, dass es da noch eine V4 gibt.
Motor und Technik Details
Die neue Streetfighter V2 S leistet 120 PS bei 10.750 U/min und 93 Nm bei 8.250 U/min. Damit fällt die Spitzenleistung um 33 PS geringer aus als beim Vorgänger ohne Euro-5+-Freigabe. Die gravierendste Änderung betrifft den Ventiltrieb: Ducati verzichtet bei diesem Modell erstmals in dieser Klasse auf die desmodromische Steuerung und setzt stattdessen auf herkömmliche Ventilfedern. Damit endet ein technisches Alleinstellungsmerkmal, das die Marke über Jahrzehnte geprägt hat.
Ducati setzt nun auf eine konventionelle Steuerung mit Schlepphebeln und Ventilfedern sowie eine variable Einlassventilsteuerung (IVT). Durch den Einsatz moderner Werkstoffe und optimierter Beschichtungen konnte das neue 90°-V2-Aggregat mit 890 cm³ Hubraum gegenüber dem bisherigen 955 cm³ großen Superquadro-Motor um 9,5 kg Gewicht reduziert werden. Der reine Motor wiegt nun 54,4 kg. Hinzu kommt eine im Ölbad laufende Anti-Hopping-Kupplung, die die typischen Rasselgeräusche im Leerlauf eliminiert.
Ab 4.000 Touren stehen mindestens 80 Nm Drehmoment zur Verfügung, um spielerisch mit der Leistung im gesamten Drehzahlband hantieren zu können. Einfache Power-Wheelies sind, wenn der entsprechende Modus gewählt wurde, problemlos möglich.
Elektronik und Assistenzsysteme
Die Streetfighter hat das gleiche Elektronikpaket an Bord wie die Panigale. Eine so genannte sechsachsige Inertialplattform agiert dabei als eine Art vernetztes Superhirn. Die IMU (Inertial Measurement Unit) erfasst und analysiert sämtliche Bewegungen des Bikes und orchestriert entsprechend die Assistenzsysteme. Schräglage, Steigwinkel des Vorder- oder Hinterrads, Beschleunigungskräfte - nichts Relevantes entgeht dem in Echtzeit agierenden System.
Sämtliche Regelsysteme von der Traktionskontrolle bis zum Bosch Kurven-ABS mit „Slide by Brake"-Funktion tragen den Namenszusatz EVO oder EVO 2 für die jüngste Generation und sind mehrfach einstellbar. Ebenfalls serienmäßig an Bord: 4,3-Zoll-Farb-TFT, Voll-LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht und das über jeden Zweifel erhabene Ducati-Quickshifter-System für kupplungsloses Rauf- und Runterschalten.
- Kurven-ABS
- Traktionskontrolle
- Wheelie Control
- Engine Brake Control
- Quickshifter mit Blipper-Funktion
Fahrprogramme und Power-Modi
Drei Fahrprogramme (Sport, Road, Regen) und drei Power-Modi gibt Ducati der Streetfighter V2 mit auf den Weg. „High“ liefert volle Dröhnung, „Medium“ reduziert die Leistung in den Gängen 1, 2 und 3, „Low“ drosselt die Motorleistung auf 110 PS. Bedienung und Menüführung des Bordsystems hält Ducati vergleichsweise simpel. Ein bisschen Übung ist gleichwohl erforderlich, um sicher durch die Unterpunkte zu flippern.
Design und Ergonomie
Sitzposition und Bremsanlage hat Ducati gegenüber der Panigale V2 entschärft: Versetzte Fußrasten und ein breiter ausgeformter Sitz sollen den Fahrer entspannter hinterm Alulenker agieren lassen. Die Sitzhöhe steigt minimal von 840 auf 845 Millimeter, der Radstand wächst leicht dank 16 Millimeter längerer Schwinge. Für den Rennstreckeneinsatz gibt es gegen Aufpreis Winglets im Stil der Streetfighter V4. Bei Tempo 265 sollen die seitlichen Flügelchen den Abtrieb laut Ducati um 27 Kilogramm erhöhen. Das verbessert das Lenkverhalten und die Beherrschbarkeit des Bikes. Bei Stürzen wirken die wahlweise aus Kunststoff oder Carbon hergestellten Winglets zudem wie eine Art Motorschutz.
Mit 837 mm sitzt man recht hoch, doch das im vorderen Bereich eher schmal gehaltene, straffe Sitzpolster ermöglicht es auch kleineren Fahrern, sicheren Stand zu finden. Die Rasten sind angenehm, etwas nach hinten positioniert, sodass man leicht nach vorne gebeugt auf den 30 mm breiteren Lenker greift. Ein ganz großes Plus bietet der neu geformte 15-Liter-Tank. Der Knieschluss ist angenehm eng gehalten und bietet insbesondere beim sportlichen Anbremsen oder bei schnellen Richtungswechseln extrem viel Halt und ein gutes Gefühl fürs Bike. Dazu findet man auf dem Sitzpolster ausreichend Platz, um seine richtige Position zu finden.
Obwohl der Bildschirm verhältnismäßig klein ausfällt, leitet es den Wind wunderbar um den Fahrer herum oder über ihn hinweg. Es gibt keinerlei störende oder nervige Windverwirbelungen.
Fahrwerk
Insgesamt ist der Streetfighter V2 S recht schmal, was mitunter am neuen, als tragendes Teil verbauten V2-Aggregat liegt. Hat man dies bei der Panigale V2 S aufgrund der Verkleidung nicht so deutlich wahrgenommen, ist es beim nackten Look offensichtlich. Die Grundkonstruktion des Monocoque-Rahmens ist dieselbe wie bei der Panigale V2 S, es wurde nur die Länge der von der Panigale V4 inspirierten Konstruktion um 30 mm erhöht. Dies führt durch die winklige Konstruktion automatisch zu einem leicht höher liegenden Heck.
Beim Lenkkopfwinkel wurde, ähnlich wie beim Streetfighter V4, ein geändertes Inlay verwendet, wodurch der Winkel auf 24,1 Grad (23,6 Grad bei der Panigale V2) angepasst werden konnte. Dadurch ergibt sich mehr Bremsstabilität und Gefühl für das Vorderrad, was man in jeder Serpentine und schnellen Kurve in vollen Zügen genießen kann.
In der S-Version arbeitet ein edles, voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk, unter anderem mit einer 43-mm-Öhlins-NIX30-Gabel mit Titannitrid-Beschichtung (TiN). Auf eine elektronische Einstellung wurde aus Kostengründen verzichtet, was der Funktion und dem feinfühligen Ansprechverhalten keinen Abbruch tut. In Kombination mit den Pirelli Diablo Rosso IV vermittelt die Streetfighter V2 S ein transparentes, sicheres Gefühl für die Straße.
Dabei setzen die Italiener hinten auf eine 190er-Breite, die mehr Grip liefert, aber dennoch Handlichkeit verspricht. Eventuell wäre hier der 180er noch agiler, würde aber besonders in Schräglage ein paar Prozent an Grip einbüßen. Diesen setzt die Streetfighter V2 S extrem nachdrücklich um. Auch mit meinem doch hohen Biosystemgewicht von ca. 120 kg geht das Fahrwerk unbeeindruckt ans Werk.
Auspuffanlage und Sound
Das Standgeräusch beträgt 106 Dezibel. Wer seine Nachbarn schätzt, sollte sie rechtzeitig auf den neuen Straßenkämpfer im Viertel hinweisen. Für die Rennstrecke gibt es im Ducati Zubehörhandel noch eine schärfere Auspuffanlage von Akrapovic. Die spart 7 Kilo Gewicht und bringt 4 PS sowie 3 Nm mehr Leistung, darf aber nicht auf öffentlichen Straßen eingesetzt werden.
An der Auspuffanlage wurde nicht gespart, und so schwingen sich - wie an der Panigale V2 - edel zwei Rohre zum Heck hoch, mit ästhetisch prominent platzierten Endtöpfen, die einen tollen, aber nie nervigen oder zu lauten Sound produzieren. Wer seinen Fighter nur auf der Rennstrecke bewegen möchte, kann die Zubehöranlage von Termignoni montieren, gewinnt 6 PS und 5 Nm mehr Leistung und spart 4,5 kg Gewicht ein - verzichtet dann aber auch auf den Straßeneinsatz.
Vergleich: Ducati Streetfighter V2 2025 vs. 2022
Die Ducati Streetfighter V2 2025 mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 890 Kubik steht die Ducati Streetfighter V2 2022 mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit 955 Kubik gegenüber.
Das maximale Drehmoment der Streetfighter V2 2022 von 101 Newtonmeter bei 9.000 Touren bietet ähnlich viel Schub als die 93 Nm Drehmoment bei 8.250 Umdrehungen bei der Streetfighter V2 2025.
Bei der Streetfighter V2 2025 federt vorne eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Marzocchi mit 43 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Kayaba. Die Streetfighter V2 2022 setzt vorne auf eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Showa mit 43 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Sachs.
Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der Streetfighter V2 2025 vorne eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo und hinten eine Scheibe mit 245 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange. Die Streetfighter V2 2022 vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 245 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange verbaut.
Bei der Bereifung setzt Streetfighter V2 2025 auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 17 vorne und 190 / 55 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der Streetfighter V2 2022 Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 180/60-17 hinten.
Der Radstand der Ducati Streetfighter V2 2025 misst 1.493 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 838 Millimeter. Die Ducati Streetfighter V2 2022 ist von Radachse zu Radachse 1.465 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 845 Millimeter.
In den Tank der Streetfighter V2 2025 passen 15 Liter Sprit. Bei der Streetfighter V2 2022 sind es 17 Liter Tankvolumen.
Von der Ducati Streetfighter V2 2025 gibt es aktuell 48 Inserate am 1000PS Marktplatz, von der Ducati Streetfighter V2 2022 sind derzeit 48 Modelle verfügbar. Damit hast du sehr gute Chancen, eines der Modelle in deiner Nähe zu finden.
Für die Streetfighter V2 2025 gibt es aktuell 24 Suchanfragen am 1000PS Marktplatz, Streetfighter V2 2022 wurde derzeit 24 Mal pro Monat gesucht.
Kosten und Verfügbarkeit
Mindestens 16.990 Euro möchte Ducati für seinen V2-Straßenkämpfer sehen. Das sind 1600 Euro weniger als für die Panigale V2. Die Markteinführung erfolgt diesen Monat 2021. Als Farbgebung ist anfangs nur Rot mit schwarzen Felgen im Angebot.
17.990,-- Euro muss man für die edle S-Version anlegen. Dafür bekommt man einen Solositzer, der aber mit einem optionalen Soziuspaket zügig umgerüstet werden kann - ohne Probleme beim TÜV, denn beides ist homologiert. Für die Standard-Version muss man 2.500,-- Euro weniger bereithalten, erhält hier einen Doppelsitzer, der ebenfalls unkompliziert auf Einmannbetrieb umgerüstet werden kann. Und für alle, die eine A2-Lizenz besitzen, gibt’s beide Varianten auch in einer 48-PS-Version.
Der neue Streetfighter V2 wird ab März 2025 erhältlich sein und kommt in der Farbe Ducati Red. Die Standardversion wird als Zweisitzer ausgeliefert, während die V2 S als Einsitzer konzipiert ist. Ein Sozius-Kit ist als Zubehör erhältlich.
Technische Daten Ducati Streetfighter V2
Hier eine Übersicht der wichtigsten technischen Daten der Ducati Streetfighter V2:
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Motor | 2 Zylinder, 90°-V-Motor, 955 ccm Hubraum |
| Leistung | 112 kW (153 PS) bei 10750 U/min |
| Max. Drehmoment | 101 Nm bei 9000 U/min |
| Fahrwerk | Monocoque Aluminium; Up-Side-Down-Telegabel (43 mm Standrohrdurchmesser) |
| Federweg vorne | 120 mm |
| Federweg hinten | 130 mm |
| Reifen vorne | 120/70 ZR 17 |
| Reifen hinten | 180/60 ZR 17 |
| Leergewicht | 200 kg |
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