Ducati Streetfighter V4 SP: Ein detaillierter Überblick

Die Ducati Streetfighter V4 ist in den letzten Jahren zu einem Topseller avanciert und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Kein Wunder, entstammt sie doch aus den Wurzeln der supersportlichen Panigale und wurde nur in bestimmten Bereichen etwas alltagstauglicher gestaltet, um in ihrem natürlichen Habitat, nämlich der Landstraße, so richtig umzurühren. Ein Grund mehr, warum Ducati jetzt mit der neuen V4 SP nochmals eins drauflegen will, um auch beim sportlichen Einsatz auf der Rennstrecke nochmals die Latte höher zu legen.

Die Fight Formula der Streetfighter V4

Die neue Streetfighter V4 ist der ultimative Ausdruck der Fight Formula, angewandt auf die beste Panigale aller Zeiten. Wie nie zuvor übernimmt die Streetfighter alle Innovationen und die Performance des Ducati Superbikes, behält dabei aber ihren unverwechselbaren Charakter. Kraftvoll und präzise auf der Rennstrecke, aufregend und unterhaltsam auf der Straße, vermittelt die Streetfighter V4 ihrem Fahrer ein grandioses Gefühl und volle Kontrolle für ein unvergleichliches Fahrerlebnis.

Wie nie zuvor ist die neue Streetfighter V4 eine Panigale V4 ohne Verkleidung, mit der gleichen Version des Desmosedici Stradale Motors. Eine magische Formel, die neue Lösungen in Bezug auf Design, Aerodynamik, Ergonomie, Fahrwerk und Elektronik vereint.

Die neue Streetfighter V4 verfolgt den gleichen integrierten Ansatz für Design und Aerodynamik wie die Panigale V4 und vermittelt damit pure Sportlichkeit. Die in der MotoGP und Superbike gesammelten Erfahrungen und Erfolge flossen in die Entwicklung des Fahrwerks der Panigale und somit auch in das der Streetfighter ein. Jede Komponente wurde entwickelt, um eine fortschrittliche und zugängliche Performance zu gewährleisten. Unterm Strich führt das dazu, dass eine größere Anzahl von Fahrern in der Lage ist, das volle Potenzial des Motorrads mit minimaler körperlicher und geistiger Anstrengung auszuschöpfen.

Der neue TFT-Bildschirm verwendet die Optical-Bonding-Technologie, die auch bei Smartphones zum Einsatz kommt, um die Sichtbarkeit bei allen Lichtverhältnissen und eine rennsportliche Ästhetik zu gewährleisten. Der Bildschirm bietet zwei verschiedene Anzeigemodi: Road und Track.

Technische Details und Ausstattung

  • Hubraum: 1.103 cm³
  • Leistung: 214 PS (157,4 kW) bei 13.500 U/min
  • Drehmoment: 120,0 Nm bei 11.250 U/min
  • Gewicht fahrfertig ohne Kraftstoff: 191 kg
  • Sitzhöhe: 845 mm
  • Ölwechsel-Intervall: 12.000 km / 12 Monate

Serienausstattung: Die Standardversion mit voll einstellbarer Showa-BPF-Gabel mit 43 mm Standrohrdurchmesser, Sachs-Federbein und -Lenkungsdämpfer, Y-förmigen 5-Speichenrädern aus Aluminium und Bleibatterie.

Ausstattungshighlights:

  • LED Scheinwerfer
  • Brembo Bremsanlage
  • Carbon Kotflügel
  • LED Tagfahrlicht
  • Lichtsensor
  • LED (Teil-) Blinker
  • LED Rücklicht
  • Blinkergläser weiß
  • Katalysator
  • E10 geeignet
  • UPSIDE-DOWN Gabel
  • Carbonräder
  • Multifunktionsdisplay
  • Drehzahlmesser
  • Elektrostarter
  • Lenkungsdämpfer
  • Warnblinkanlage
  • LED Kennzeichenleuchte
  • Scheibenbremse
  • Seitenständer
  • Miniblinker
  • Carbon Anbauteile
  • Schaltassistent
  • Motorspoiler
  • Ducati Slide Control (DSC)
  • Ducati Traction Control (DTC)
  • Öhlins Dämpfer/Fahrwerk

Ducati Streetfighter V4 SP: Unterschiede und Besonderheiten

Will man hier einen Vorsprung auf die Konkurrenz, gibt es eigentlich nur ein Material - Carbon. Das ist auch einer der wichtigsten Unterschiede zwischen der Streetfighter V4/S und der V4 SP. Das ergibt einen entscheidenden Vorteil beim Handling sowie beim Beschleunigen und Verzögern, der sich besonders bei höheren Geschwindigkeiten auswirkt. Auch wenn das Fahrwerk technisch dem der V4S entspricht (elektronisch einstellbares Öhlinsfahrwerk), hat es aber bei der SP ein anderes nämlich sportlicheres Set Up bekommen, um gerade auf der Rennstrecke noch mehr Reserven zu haben.

Härtere Federauslegung sowie sportlichere Dämpfung ähnlich der Panigale geben beim harten Bremsen bzw. Beschleunigen mehr Restfederweg und somit auch mehr Rückmeldung. Hier geht Ducati bei der SP wieder "Back to the roots" und setzt auf das altbekannte Rasseln einer Trockenkupplung. Für viele Ducati Fans sicher ein Highlight, da hiermit wieder das Ducati typische Rasseln im Standlauf zu hören ist. Hier wird wie schon bei der V4S ebenfalls auf Brembo gesetzt, um die 208 PS auch wieder vor der Kurve eingefangen zu bekommen. Wie es sich für den fordernden Einsatz auf der Rennstrecke gehört, kommen bei der V4 SP andere Fußrasten zum Einsatz. Zum einen sind diese verstellbar und geben zusätzlich noch mehr Grip für den Kontakt mit dem Stiefel.

Hier wird bei der V4 SP auf ein griffigeres Material gesetzt, um bei starken Laständerungen mehr Grip zur Kombi zu generieren. Das gibt ein besseres Gefühl bzw. Natürlich kommen noch da und dort ein paar nette Carbonteile zum Einsatz, die das Auftreten der SP nochmals unterstreichen und verringern in Summe mit den Felgen das Gesamtgewicht um 3kg.

Durch den direkten Vergleich der beiden unter den gleichen Bedingungen wird der Unterschied deutlich. Die V4S ist in erster Linie ein sportliches Gerät für die Straße mit Zugeständnisse an den Komfort. Hier geht man mit der SP einen kompromissloseren Weg. Dieser ist aber exakt das, was man im Grenzbereich braucht um relativ sicher das Limit ausloten zu können. Mit der strafferen Fahrwerksauslegung wird nicht nur die Bewegung im Fahrzeug verringert, sondern auch die Rückmeldung verbessert. In Kombination mit den leichten Carbonfelgen profitiert die SP merklich, besonders dann, wenn man wie in unserem Fall auf die griffigen Pirelli Slicks SC1 setzt.

Ein weiterer Vorteil bei der Jagd auf schnelle Rundenzeiten ist das bessere Radienverhalten der SP durch die leichteren Felgen. Die geringere rotierende Masse hilft bei Richtungsänderungen in Schräglage und ermöglich einen spitzeren Fahrstil und somit früheres Gasaufziehen. In Kombination mit dem strafferen Fahrwerk gibt es auch bei der Stabilität in der Beschleunigungsphase keine Überraschungen. Die gesamten 208PS können somit ohne Einschränkungen ans Hinterrad geschickt werden.

Einzig die relativ früh einsetzende Traktionskontrolle bzw. Wheelekontrolle verhindert selbst bei geringer Stufe, dass besonders in mittlerer Schräglage wirklich alle Pferde losgelassen werden, obwohl das eine gute Slickbereifung verträgt. Hier wurde das Hauptaugenmerk bei der Abstimmung auf die hauptsächlich verwendete Straßen Bereifung gelegt und dafür passt sie aber richtig gut. Nach Deaktivierung dieser Reglungen zeigt sich dann aber wirklich das volle Potential des V4 Motors. Hier spürt man auch die gelungene Abstimmung bei der Gasannahme.

Optionale Ausstattungen und Zubehör

Wer die Streetfighter V4 SP bei Ducati "mit allem" bestellt, zahlt knapp 50.000 Euro und damit knapp 17.000 mehr als die Nackte nackt kostet. Es stimmt natürlich: Erst mit der kompletten Zubehörliste im Konfigurator kratzt die Streetfighter V4 SP an der 50.000 Euro Grenze, nicht alle Preistreiber ergeben Sinn und die wenigsten machen das Motorrad besser. 49.418 Euro für eine an sich schon vollausgestattete Topversion, 32.990 kostet die SP ab Werk: Was bekommt man alles für den Aufpreis, für den man die neue Streetfighter V2 kaufen könnte?

Dinge, die schlechter machen

4.800 Euro teuer und ohne jeden Sinn im Kontext SP stehen die optionalen Magnesiumfelgen. Die sehen zwar schick aus, doch: Ab Werk kommt die Super-Streetfighter mit Felgen aus Karbon. Die sind nicht nur bereits im Preis drin, sie sind sogar leichter als die teuren Magnesium-Teile.

Dinge, die nicht lauter machen

Ebenfalls 4.800 Euro kostet der Titanschalldämpfer von Akrapovic für die SP. Interessant: Er hat nur eine Zulassung für die EU und die aktuelle Abgasnorm Euro 5. In anderen Teilen der Welt ist dieser Endtopf nicht zugelassen.

Dinge, die kaum leichter machen

Weitere 2.500 Euro investiert man locker in die SP in Form von Kohle. Nahezu alle Plastikteile der V4 können gegen Pendants aus Karbon getauscht werden. Ob das signifikant an den trockenen 177 Kilo etwas ändert, ist nicht verbrieft.

Dinge, die kaum schöner machen

Freunde des gefrästen Alus können gut 1.600 Euro direkt bei Ducati in die Streetfighter V4 SP investieren. Tankdeckel, Spiegel, Ausgleichsbehälter, Cover für die Trockenkupplung, Lauflichtblinker und allerlei Kleinteile sind ab Werk zu ordern.

Fazit

Zusammengefasst trifft Ducati mit der SP exakt die Vorgaben eines rennstreckenorientierten Streetfighters, der immer noch gut auf der Straße einsetzbar ist, seine Vorteile aber besonders auf der Rennstrecke entfalten kann und dort die V4S spürbar abhängt.

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