Die Ducati SuperSport 950 übernimmt ab sofort den Einstieg in die sportliche Ducati-Welt. Die neue SuperSport rückt optisch mit ihren seitlichen Kiemen noch näher an die Panigale heran.
Bei ihrer Vorstellung auf der EICMA 2016 wurde die SuperSport prompt zum schönsten Motorrad der Messe gewählt. Das Update 2021 ändert zum Glück nichts an der Schönheit dieses Rasse-Bikes, dafür hat Ducati aber bei der Ausstattung deutlich nachgelegt. Wir haben die neue SuperSport in der S Version getestet und viel Licht, aber auch wenig Schatten vorgefunden.
Die Unterschiede zwischen der S und der Standard sind schnell aufgezählt: Die S kommt mit Öhlins-Fahrwerk und Soziussitzabdeckung - das war es schon. Sie kostet 15.890 Euro und somit 2.500 Euro mehr als die Standard. Unserer Meinung nach ein ziemlich heftiger Aufpreis, zumal die normale SuperSport 950 mit Marzocchi-Gabel und Sachs Federbein fahrwerkstechnisch auch nicht schlecht dasteht. Es gibt allerdings noch einen weiteren, klitzekleinen Unterschied: Nur die S ist in Schneeweiß erhältlich.
Anders als bei der neuen Monster hat Ducati bei der SuperSport 950 noch viele Dinge so belassen, wie es eigentlich typisch für eine Duc ist: Gitterrohrrahmen vorne, Einarmschwinge, 3-fach Y-Felge, ziemlich laute Doppeltröte und natürlich der L-V2 mit desmodromischer Ventilsteuerung.
So steht sie da: Zunächst ist da das Design. Von vorne extrem schlank wirkt sie wie ein durchtrainierter Höchstleistungssportler, sehnig, muskulös, elegant. Dann ist da die Brembo M4-Bremsanlage, die einen extrem guten Job macht. Und dann ist da auch noch das neue TFT-Farbdisplay, das wir schon aus der neuen Monster kennen. Die Bedienelemente sind ähnlich und trotzdem erscheint uns die Bedienung einfacher als bei der Vorgängerin. Die Beleuchtung ist nun zeitgemäß in LED ausgeführt, das Tagfahrlicht ist Serie. Motor und Fahrwerk haben sich dagegen kaum geändert und auch die Sitzposition und -Ergonomie ist weitgehend identisch. Gewicht, Radstand, Sitzhöhe, Länge etc. - alles wie gehabt bei der SuperSport.
Die technische Ausstattung der neuen SuperSport 950 ist klasse: Ein supergut funktionierender Quickshifter ist Serie (übrigens auch bei der Standard), es gibt drei konfigurierbare Fahrmodi, Wheelie-Control, Kurven-ABS, elektronisch gesteuerte Drosselklappen usw. Das Cockpit ist zwar gut ablesbar, aber die Mapping-Einstellungen rechts unten sind uns zu klein geraten. Naja, bei einer Displaygröße von 4,3 Zoll sind die Anzeigemöglichkeiten halt begrenzt. Auch ein Bordcomputer ist dabei, wie es sich gehört. Unsere S-Variante kommt mit einstellbarem Öhlins-Fahrwerk, dass wir aufgrund der fehlenden Rennstrecke leider nicht wirklich kompetent beurteilen können. Fühlt sich jedenfalls gut und fein an, die SuperSport.
Sitzhöhe und Fahrgefühl
Dank der eher niedrigen Sitzhöhe (810 mm) und des angenehm hohen und breiten Lenkers fühlte ich mich mit 175 cm wunderbar ins Motorrad integriert. Die Oberschenkel ließen sich entspannt am superschmalen Tank anlegen und der Hintern fand auf der ergonomisch geformten Sitzbank sofort seinen Platz. Sportlicher waren hingegen die Fußrasten positioniert - ausreichend hoch für gute Bodenfreiheit und weit genug hinten für mächtig viel Druck beim Anrauchen. In Summe würde ich die Sitzposition zwar eher auf der sportlicheren Seite einordnen, allerdings nicht annähernd so radikal wie auf einer Panigale. Der Oberkörper mäßig gebeugt, der Kniewinkel moderat, gepaart mit voller Kontrolle am Lenker und lockeren Handgelenken. Sogar das kleine und höhenverstellbare Windschild bot einen passablen Windschutz. Sportlich und doch alltagstauglich.
Startknopf drücken, lauschen, staunen: Auch mit Euro5 und einem Nahfeldpegel von 93 dB(A) klang das Bike nach dem Anlassen noch immer wie eine echte Ducati und keineswegs wie eine emissionskastrierte Mopete. Das Einlegen des ersten Gangs ging mit der neuen, hydraulischen Kupplungspumpe präzise von der Hand und hinterließ einen deutlich höherwertigen Gesamteindruck als die etwas wackelige und nicht einstellbare Armatur der 939er.
Einmal in Fahrt, gefiel mir die 950er genau so gut wie ihr Vorgänger. Elektronische Updates hin- oder Euro5 her, das Fahrwerk, die Fahrleistungen und die Motorcharakteristik hatten sich nicht verändert. Auch beim Standardmodell serienmäßig hinzugekommen war nun der Schaltautomat mit Blipper, welcher gefühlsmäßig etwas präziser bzw.
So zeigte sich der vollgetankte, 218 kg schwere Sporttourer von seiner grazilen Seite - mit einem Radstand von 1.480 mm nicht hyperagil, aber keinesfalls träge - und ließ sich elastisch beschleunigen. Auch der Durchzug in höheren Gängen war ok, immerhin lagen rund 80% des maximalen Drehmoments bereits ab 3.500 Umdrehungen an, trotzdem wollte der Motor stets hochgedreht werden. Ansonsten quittierte er zu niedrige Drehzahlen mit Lastwechsel und brachte Unruhe ins sonst ausgezeichnete Fahrwerk. Ähnliches galt für die wunderschön integrierten Rückspiegel: präzise einstellbar, gute Sicht nach hinten - aber im "falschen" Gang aufgrund der Vibrationen eher unbrauchbar.
Die einzigen Unterschiede zur 950er Standardvariante waren aus technischer Sicht die Öhlins-Teile sowie die schnittige Beifahrersitzabdeckung. Dabei überzeugte die "knackige" Performance des voll einstellbaren Öhlins-Fahrwerks, das bei 75 kg Kampfgewicht ausgezeichnet funktionierte und absolut alltagstauglich bzw.
Spielerisch ließ sich die Kleine von einer Kurve in die nächste werfen und die ausgezeichnete Elektronik lud förmlich dazu ein, beim Herausbeschleunigen den Gashahn digital aufzudrehen. Selbst auf schnellen Passagen fühlte sich die Supersport 950 niemals schwachbrüstig an. In langen Radien vermittelte die 950er viel Vertrauen und fuhr wie auf sprichwörtlichen Schienen. Selbst schlechter Asphalt vermochte sie nicht aus der Ruhe zu bringen.
Anders in engeren Kehren: vermutlich einer (zu) langen Übersetzung geschuldet, wollten Serpentinen im ersten Gang genommen werden. Zum Abschluss ein großes Lob an Brembo und Bosch bezüglich der Bremsanlage: harter Druckpunkt, gut dosierbar, top Verzögerung, mit schnellen Regelintervallen bei Panikbremsungen. Das Kurven-ABS habe ich selbstverständlich nicht ausprobiert, aber das ABS parierte jede Testbremsung. Auch die Serienbereifung mit dem Pirelli Diablo Rosso 3 funktionierte einwandfrei.
Sitzhöhe und Zubehör
Die Sitzposition ist zwar immer noch aufrechter als bei einer Panigale, aber man muss sich schon nach vorne lehnen, um die überraschend schlanken Griffe zu umfassen. Die Fußrasten sind auch weiter hinten als bei "normalen" Sport-Tourern, insgesamt ergibt sich also ein sportliche Sitzposition mit spitzen Kniewinkel.
Die Sitzhöhe der Ducati Supersport 950 S 2023 beträgt 810 mm, was sie für eine Vielzahl von Fahrern zugänglich macht.
Auf der Ducati SuperSport, die vollgetankt nur 210 Kilogramm wiegen soll, geht das Kurvenschwingen auch dank dieses Sitzplatz-Arrangements richtig locker von der Hand. So verlieren auch nasse Kurvenstrecken ihren Schrecken. Bereits nach wenigen Kilometern sind wir richtig flott unterwegs, ziehen am Kurvenausgang immer frecher am Kabel. Die achtstufige Traktionskontrolle muss trotzdem nur selten eingreifen. Ein Hoch auf den Grip der Pirellis.
Tief ist die ausgeprägte Sitzmulde ins Motorrad-Design integriert. Du sitzt mitten drin, sehr im Motorrad. Das ergibt dieses ganz spezielle, charakteristische Multistrada-Sitzgefühl. Du würdest es mit verbundenen Augen erkennen, dieses Feeling absoluter Sicherheit und Geborgenheit. Aufrecht, erhaben, souverän.
Die Preise der Supersport 950 (rot) bzw. Supersport 950 S (rot oder weiß) belaufen sich in Österreich auf 16.695 bzw. 18.595 Euro und in Deutschland auf 13.390 bzw. 15.890 Euro.
Die tieferen Sitze bei Ducati sind meist dann aber breiter.
Um bei 840 Millimeter Sitzhöhe beide Fußsohlen auf den Erdboden zu bringen, solltest du schon 1,75 Meter groß sein. Für kleinere Piloten und lange Kerls gibt es in Duactis großem Zubehör-Programm auch zwei Zentimeter niedrigere oder höhere Sitzmöbel.
Mit der 2cm tieferen Performance Sitzbank ist dies alles deutlich sicherer.So passt das und es gibt für mich einen deutlichen Unterschied! Selbst der Langstreckenkomfort ist für mich mit Tagesetappen von bis 450km vollkommen ok.
Ducati SuperSport 950 S vs. Ducati SuperSport S
Die Ducati SuperSport 950 S mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 937 Kubik steht die Ducati SuperSport S mit ihrem 4-Takt 90 Grad V 2-Zylinder-Motor mit gleichem Hubraum gegenüber.
Das maximale Drehmoment der SuperSport S von 97 Newtonmeter bei 6.500 Touren bietet ähnlich viel Schub als die 93 Nm Drehmoment bei 6.500 Umdrehungen bei der SuperSport 950 S.
Bei der SuperSport 950 S federt vorne eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Öhlins mit 48 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Öhlins.
Die SuperSport S setzt vorne auf eine in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbare Telegabel Upside-Down von Öhlins mit 48 Millimeter Standrohr-Durchmesser und hinten arbeitet auf ein in Druckstufe, Federvorspannung und Zugstufe verstellbares Monofederbein von Öhlins.
Für die notwendige Verzögerung sorgt auf der SuperSport 950 S vorne eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo und hinten eine Scheibe mit 245 Millimeter Durchmesser und Zweikolben-Zange.
Die SuperSport S vertraut vorne auf eine Doppelscheibe mit 320 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange von Brembo. Hinten ist eine Scheibe mit 245 mm Durchmesser und Zweikolben-Zange verbaut.
Bei der Bereifung setzt SuperSport 950 S auf Schlappen mit den Maßen 120 / 70 - 17 vorne und 180 / 55 - 17 hinten. Für Bodenkontakt sorgen auf der SuperSport S Reifen in den Größen 120/70-17 vorne und 180/55-17 hinten.
Der Radstand der Ducati SuperSport 950 S misst 1.478 Millimeter, die Sitzhöhe beträgt 810 Millimeter. Die Ducati SuperSport S ist von Radachse zu Radachse 1.478 mm lang und ihre Sitzhöhe beträgt 810 Millimeter.
Mit einem fahrfertigen Gewicht von 218 kg ist die SuperSport 950 S etwas schwerer als die SuperSport S mit 210 kg. In den Tank der SuperSport 950 S passen 16 Liter Sprit. Bei der SuperSport S sind es ebenfalls 16 Liter Tankvolumen.
Die Ducati Supersport 950 S 2023 kombiniert einen leistungsstarken 937ccm V2-Motor mit einem sportlichen Design und modernster Technik.
Mit einer Leistung von 110 PS und einem Drehmoment von 93 Nm bietet sie ein aufregendes und dynamisches Fahrerlebnis. Die Ducati Supersport 950 S 2023 erreicht eine beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h.
Die Ducati Supersport 950 S 2023 ist mit fortschrittlichen Sicherheitsfeatures ausgestattet, darunter ein Kurven-ABS, das optimale Bremsleistung in Schräglage ermöglicht, sowie eine Ducati Traktionskontrolle und eine Anti-Wheelie-Control, die die Stabilität und Kontrolle beim Beschleunigen verbessert.
Das Fahrwerk der Ducati Supersport 950 S 2023 besteht aus einer hochwertigen 48 mm ÖHLINS Upside-Downgabel vorne und einem ÖHLINS Zentralfederbein hinten, die zusammen einen Federweg von 130 mm vorne und 144 mm hinten bieten.
Mit einem Gewicht von 215 kg bietet die Ducati Supersport 950 S 2023 eine ausgewogene Mischung aus Stabilität und Agilität.
Die Ducati Supersport 950 S 2023 ist mit hochwertigen Reifen in den Dimensionen 120/70 - 17 vorne und 180/55 - 17 hinten ausgestattet.
Ducatis design- und ausstattungsmäßig überarbeitete Supersport 950 /S bietet trotz ihrer Sportlichkeit ein gutes Maß an Alltagstauglichkeit und genügend Leistung für die Landstraße oder gelegentliche Trackdays.
Technische Daten im Überblick
Die folgende Tabelle vergleicht einige technische Daten der Ducati SuperSport 950 und der SuperSport 950 S:
| Merkmal | SuperSport 950 | SuperSport 950 S |
|---|---|---|
| Motor | Testastretta 11°, L-Twin-Zylinder, 4 Ventile pro Zylinder, Desmodromik, flüssigkeitsgekühlt | Testastretta 11°, L-Twin-Zylinder, 4 Ventile pro Zylinder, Desmodromik, flüssigkeitsgekühlt |
| Hubraum | 937 cm³ | 937 cm³ |
| Leistung | 81 kW (110 PS) bei 9.000 U/min | 81 kW (110 PS) bei 9.000 U/min |
| Drehmoment | 93 Nm bei 6.500 U/min | 93 Nm bei 6.500 U/min |
| Vorderradaufhängung | Voll einstellbare 43 mm USD Marzocchi Gabel | Voll einstellbare 48 mm USD Öhlins Gabel mit TiN-Behandlung |
| Hinterradfederung | Progressive Link mit einstellbarem Sachs-Monoshock. Einseitige Aluminiumschwinge | Progressive Link mit voll einstellbarem Öhlins Monoshock. Einseitige Aluminiumschwinge |
| Federweg (vorne / hinten) | 130 mm/144 mm | 130 mm/144 mm |
| Vorderbremse | 2x320 mm halbschwimmende Scheiben, radial montierte Monoblock Brembo M4-32 Bremssättel, 4-Kolben, Radialpumpe mit Bosch Cornering ABS. Selbstentlüftender Hauptzylinder | 2x320 mm halbschwimmende Scheiben, radial montierte Monoblock Brembo M4-32 Bremssättel, 4-Kolben, Radialpumpe mit Bosch Cornering ABS. Selbstentlüftender Hauptzylinder |
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