Die Ducati SuperSport hat sich als ein vielseitiges Motorrad erwiesen, das sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke eine gute Figur macht. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Fahrern im Langzeittest und gibt Einblicke in Wartung, Leistung und Fahrverhalten.
Fahrerfahrungen und Langzeittest
Ein Fahrer berichtet von mittlerweile 60.000 Kilometern auf dem Tacho seiner SuperSport und beschreibt sich selbst als "gediegen zügigen Fahrer". Rennstreckenerfahrung hat er bisher nur dreimal gesammelt. Die Wartung des Motorrads wurde weitestgehend selbst durchgeführt, insbesondere in den letzten 12 Jahren. Größere Reparaturen umfassten zweimal undichte Gabelsimmerringe und einmal die Erneuerung der kompletten Hinterachslagerung.
Im Laufe der Jahre wurde das Motorrad mit einem Leovince Auspuff (mit Zulassung), Evotec Bremsbehälter vorn, Crash Pads, Raximo Kupplungs- und Bremshebel, Rizoma-schwarzer Scheibe und einer Gepäckbrücke aufgerüstet. Besonders hervorgehoben wird der Zahnriemen, der immer noch der erste ist und für saubere Felgen sorgt. Der Durchzug mit 88 Nm und 88 PS sei für die meisten Belange ausreichend.
Ein anderer Fahrer erwähnt, dass er vor seiner Ducati 13 Jahre lang eine Honda CB 500 gefahren hat und von deren Qualität beeindruckt war. Er kann sich schwer von bewährten Dingen trennen.
Es wird auch die Schwierigkeit betont, sich zwischen der Supersport 950 und der F900XR zu entscheiden. Im Vergleich zur F900XR würde eher die Multistrada 950 bzw. Multi V2 passen, da man auf der Supersport "gefalteter" sitzt.
Wartung und Zuverlässigkeit
Die Qualität bei Ducati ist für italienische Verhältnisse mittlerweile außerordentlich gut. Steuerriemen sind je nach Modell besser oder schlechter zu erreichen. Die Motorlebensdauer wird als unproblematisch eingeschätzt, da der Motor auf einer alten Konstruktion basiert und in vielen Modellen eingesetzt wird.
Ein Vergleich mit einer F800S zeigt, dass bei der Ducati keine Angst vor Reparaturen bestehen muss, da bei der BMW bereits nach 60.000 Kilometern zweimal die Gabelsimmerringe und die komplette Hinterradlagerung erneuert werden mussten. Gabelsimmerringe kennt man nur von Öhlins, während bei einer Showa Gabel (ST4s) diese bei 100.000 Kilometern und 20 Jahren noch nie getauscht werden mussten.
Wenn man beim Sekundärantrieb von Riemen auf Kette umsteigt, muss man den zusätzlichen Pflegeaufwand und die Reinigung der hinteren Felge berücksichtigen. Eine Alternative wäre die Diavel, die ebenfalls einen Riemen hat.
Ein automatischer Kettenöler kann den Aufwand reduzieren, aber das Putzen bleibt. Es wird empfohlen, Kettensägen-Öl zu verwenden, da dieses weniger Haftmittel enthält und das Hinterrad nicht so verklebt.
Beim Reifenwechsel mit einer Einarmschwinge muss man einen Reifenhändler finden, der eine passende Nuss hat, da dies nicht Standard ist. Der Auspuff (Endtopf) muss ebenfalls jedes Mal demontiert werden, um das Rad abzunehmen.
CordMan empfiehlt die Montage einer "wartungsfreien" Regina Kette.
Ducati SuperSport 950: Verbesserungen und Neuerungen
Die 950 hat einige Verbesserungen im Detail. Achtung: Laut Ducati ist alle 20.000 km ein Zahnriemenwechsel fällig.
Der 937er Testastretta Motor läuft sehr unkompliziert und ist bezüglich der Haltbarkeit sehr unauffällig. Die große Stärke ist das hohe Drehmoment bei mittleren Drehzahlen, welches Landstraßen-Surfen extrem spaßig-lässig vonstattengehen lässt. Der Motor neigt etwas zu Konstantfahrlastwechseln, welche man aber mit Eingewöhnung intuitiv umgeht. Der Sound ist einmalig für ein EU5 Bike.
Bemängelt werden der etwas kleine Tank, die Spiegel und die fehlende Tempomat-Funktion. Auch die Verkleidung ist etwas empfindlich bezüglich Demontage. Bezüglich Wartung kann man alles selbst machen. Leider gibt es noch keine DIY Lösung, um die Service- Intervall-Anzeige selbst zurückzustellen.
Ducati SuperSport 950 S 2023: Technische Daten und Features
Die Ducati Supersport 950 S 2023 kombiniert einen leistungsstarken 937ccm V2-Motor mit einem sportlichen Design und modernster Technik. Mit einer Leistung von 110 PS und einem Drehmoment von 93 Nm bietet sie ein aufregendes und dynamisches Fahrerlebnis. Die Ducati Supersport 950 S 2023 erreicht eine beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h.
Weitere technische Details:
- Kraftstoffverbrauch: ca. 5,6 Liter auf 100 Kilometer
- Fahrwerk: 48 mm ÖHLINS Upside-Downgabel vorne und ÖHLINS Zentralfederbein hinten (Federweg: 130 mm vorne, 144 mm hinten)
- Sitzhöhe: 810 mm
- Gewicht: 215 kg
- Reifen: 120/70 - 17 vorne und 180/55 - 17 hinten
- Ganganzeige: Digital
- Neupreis (Österreich): 18.995 Euro
Die Ducati Supersport 950 S 2023 ist mit fortschrittlichen Sicherheitsfeatures ausgestattet, darunter ein Kurven-ABS, das optimale Bremsleistung in Schräglage ermöglicht, sowie eine Ducati Traktionskontrolle und eine Anti-Wheelie-Control, die die Stabilität und Kontrolle beim Beschleunigen verbessert.
SuperSport oder SuperSport S?
Die Unterschiede zwischen den beiden Varianten sind gering, aber sie machen einen großen Unterschied. Das stärkste Argument für die S-Version ist das optisch wunderschöne Fahrwerk von Öhlins. Während in der normalen Supersport eine Upside-Down Gabel von Marzocchi und ein Sachs Mono-Federbein im Heck arbeiten, stammen in der Supersport S alle Komponenten von Öhlins. Der zweite Unterschied ist ein Quickshifter mit Blipper-Funktion, der in der Supersport S serienmäßig verbaut ist. Zuletzt bekommt die Supersport S serienmäßig eine Soziusabdeckung geschenkt und die weiße Lackierung mit roten Felgen.
Motor und Fahrbarkeit
Die Supersport übernimmt den 937ccm großen Testastretta Motor direkt aus der Hypermotard. Kleine Verbesserungen wurden aber unternommen, so sind zum Beispiel die Zylinderköpfe und das Kurbelgehäuse neu. Per Ride by Wire verfügt der Fahrer über maximal 113PS bei 9.250 U/min und 96Nm bei 6.500 U/min, im Fahrmodus Urban wird die Leistung auf 75 Pferde reduziert.
Für den Alltag und kleine Rennkurse liefert das Aggregat immer genug Vortrieb, Drehmoment sei Dank. Um die Supersport bei Laune zu halten, ist trotz viel Drehmoment die richtige Drehzahl entscheidend. Unter 3000 U/min beginnt die Testastretta Maschine zu stottern und zicken. Bewegt man sich jedoch über langen Zeitraum im hohen Drehzahlbereich, bekommt man das Temperament der Italienerin über starke Vibrationen im Lenker zu spüren.
Fahrmodi
Die Ducati SuperSport verfügt über drei Fahrmodi:
- Sport: Für ambitionierte Zeitenjagden auf der Hausstrecke oder für die Rennstrecke. Die Gasannahme ist direkt und befördert alle 113 Pferde quasi direkt an das Hinterrad. Die Traktionskontrolle ist auf Stufe 3 (von 8) festgelegt und das ABS regelt auf Stufe 2 (von 3).
- Touring: Für den Straßenbetrieb ist dieser Fahrmodus der sinnvollste. Zwar liegen noch 113PS an, die Gasannahme ist aber spürbar sanfter, wodurch die Supersport in alltäglichen Situationen kontrollierbar bleibt. Die Traktionskontrolle befindet sich auf Stufe 4 und das ABS ist auf Stufe 3 maximal aktiv.
- Urban: Gedacht für die Verwendung im Stadtraum, drosselt die Elektronik die Leistung auf 75PS und besänftigt die Gasannahme. Die Traktionskontrolle regelt auf Stufe 6 und das ABS auf Stufe 3.
Die einzelnen Modi können frei konfiguriert werden. Das betrifft zwar nicht die Gasannahme; Traktionskontrolle und ABS aber sehr wohl. Die Fahrassistenten können auch komplett deaktiviert werden, das ABS lässt sich sogar getrennt ausschalten. Das ermöglicht es beispielsweise, das ABS nur am Hinterrad zu deaktivieren.
Alltagstauglichkeit und Komfort
Konzipiert als Straßenmotorrad ist die Supersport ein idealer Kompromiss zwischen Rennmaschine und Sporttourer. Dank den erhöhten Lenkerstummel sitzt man relativ aufrecht, was den Rücken beim Pendeln schont. Soll es schneller vorangehen und werden die Kurven enger, ist die Ergonomie aber sportlich genug, um ordentlich anrauchen zu können. Gleichzeitig bleibt die Supersport dabei stets freundlich und schockt keinesfalls mit irgendwelchen Eigenheiten.
Ein weiteres Feature, das die Ducati Supersport zu einem hervorragenden Allrounder macht, ist das Windschild, das serienmäßig zwei Einstellmöglichkeiten bietet.
SuperSport S auf der Rennstrecke
Die kompakten Ausmaße regen dazu an, sie von einer Schräglage in die nächste zu werfen und danach den Gashahn bis zum Begrenzer bei 10.000 U/min aufzudrehen. Die Ducati Supersport ist ein sehr zugängliches Motorrad, das heißt jeder wird sie nach kurzer Zeit sehr schnell bewegen können. Außerdem hat mir die Supersport S erlaubt, das erste Mal in meiner jungen Motorradkarriere meine Knieschleifer zu verwenden.
Fazit
Die Supersport ist ein sportlicher Sporttourer, der im Stadtverkehr und auf Rennstrecke überzeugen kann. Es kommt immer das Gefühl einer Honda CBR600F auf, nur eben schärfer, emotionaler und eben von Ducati. Zieht man das Design mit in Betracht, könnte man sagen die Supersport ist eine Panigale auf einer hohen Dosis Beruhigungspillen.
Ducati SuperSport S im Intensivtest
Aussehen, Klang, italienisches Gespür für Dramatik: Die Ducati SuperSport S liefert, was eine Duc liefern muss. Weil kompakt und leicht, ist sie auch ein wunderbarer Sporttourer. Vor allem aber unternimmt diese Ducati einiges, um mit alten Vorurteilen aufzuräumen.
Ergonomie und Komfort
Ich messe 1,73 Meter, und mir passt die Ducati SuperSport wie ein maßgeschneiderter Handschuh. Ab etwa eins achtzig wird’s kuschelig, dann eng. Lenkerstummel in erträglicher Höhe, Knieschluss schmal und innig, Rasten in sportlicher Lage, die fein gepolsterte Sitzkuhle in moderater Höhe.
Fahrgefühl und Handling
217 Kilogramm wiegt eine SuperSport S im Serientrimm ab Werk, mit vollem 16-Liter-Tank. Leichtsinn ergibt eine Ducati SuperSport S immer. Einlenken: ganz locker aus der Hüfte, beflissen, doch ohne Hektik, folgsam, linear und überraschungsfrei. Kurvenverlauf: stabiles Anlehngefühl, viel Raum für Korrekturen, kein Aufstellen über Wellen. Am Ausgang: unter Zug eng den Radius haltend, schließlich mit gut Schmalz auf der Stulle im Antritt.
Motorleistung
Ein gehöriges Maß Fahrfreude steuert Ducatis famos guter 937-Kubik-L-Zwei hinzu, der mit gemessenen 109 PS, 91 Newtonmeter Drehmoment - und ganz viel davon in der unteren Mitte - dem Ideal des Landstraßen-Aggregats sehr nahekommt.
Touring-Eigenschaften
Wem die Ducati SuperSport passt, der kann mit ihr auch - allein - auf Urlaubsreise gehen. Reichweite? Beim totalen Blümchenpflücken bis an die 300 Kilometer heran, bei flotterer Fahrt zwischen 220 und 240 Kilometern auf Reserve.
Alltagstauglichkeit
Kurz gefasst kann man mit der Ducati SuperSport S alles tun, was man auch mit einem einfachen Naked Bike machen kann, nur etwas gebückter, mit etwas mehr Vorderradbezug. Das moderate Gewicht, die kompakten Abmessungen bringen im Feierabendverkehr, beim Rangieren, beim Parken, schon Vorteile. Wermutstropfen: Das Blut des Motors ist zu warm für untertouriges Gezuckel in der City. Unter 3.000 Touren ist außer Unmut wenig zu holen.
SuperSport S auf dem Hockenheimring
244, 245, 246 Stundenkilometer meldet das LC-Display. Vollstens in die Eisen, bis hinunter in den Zweiten - hervorragende Bremsstabilität, das ABS macht auf der schärfsten der drei Stufen auch beim Trackday eine Topfigur. Die Schräglagenfreiheit reicht voll. Auf den tieferen der acht Stufen nimmt uns die Traktionskontrolle weder Spaß noch Vortrieb, vermittelt aber das gute Gefühl, im ärgsten Fall noch zu helfen.
Kritikpunkte
Ducatis Getriebe schaltet präzise, aber trocken bis hart. Der Quickshifter arbeitet - wenn man ihn nicht durch die Montage eines Zubehör-Kupplungshebels lahmgelegt hat - nur zufriedenstellend. Hastige Schaltfüße finden einen Leerlauf, wo keiner hingehört. Kettenpflege ohne Hauptständer? Nervig, ein Montageständer stellt eine fast zwingende Investition dar. Auch findet sich im Cockpit der Ducati SuperSport S, das wie angedeutet in seiner schlichten Art nicht so ganz zum Preisschild passen mag, weder ein 12-Volt-Anschluss (USB unterm Sitz) noch ein richtig guter Platz zur Navi-Montage. Auch das Nichtvorhandensein einer Schräglagensensorik lässt sich anführen, wobei nochmals hervorgehoben sei, dass die konventionellen Fahrhilfen sehr sauber arbeiten. Schließlich wäre ein Handrad zur Justage der Federbasis wirklich sinnvoll.
Ducati SuperSport 950 S 2023 frisch lackiert
Für 2023 strahlt die S-Version in schicker neuer Farbe. "Streifenlackierung" nennt Ducati die neue Lackvariante der SuperSport 950 S. Egal in welcher Sprache: Beschrieben wird ein weißer Grundlack mit einem grauen und einem roten Streifen.
Technisch bleibt die Supersport 950 S unverändert.
Motor
So viel Rückgrat wie Antrieb. So könnte der Testastretta-V2 der Supersport beschrieben werden. 110 PS bei 9.000 Touren und 93 Nm bei 6.500 /min erzeugt der V2 aus seinen 937 Kubik.
Fahrwerk
Zur S wird die Supersport durch das Öhlins-Fahrwerk, das die Mischung aus Marzocchi und Sachs der Basis-Version ersetzt.
Preis
Als neue Stripe Livery startet die Duc bei 17.990 Euro.
Die perfekte sportliche Ducati? Beide SuperSport Modelle werden von demselben 937ccm Testastretta Motor angetrieben, der auch in einigen anderen Ducati Mittelklassemodellen zu finden ist. Ein charmanter V2, der, sobald man das übliche Stottern bei niedrigen Drehzahlen überwunden hat, ein wirklich entspannter Motor mit angenehmer Leistungsentfaltung und viel Druck im mittleren Drehzahlbereich ist, was ihn überraschend schnell macht. Die SuperSport erfordert einen jährlichen/15.000-Kilometer-Service und einen "Desmo-Service" alle 30.000 Kilometer oder 60 Monate.
Auf kurvigen Straßen sind beide SuperSport-Modelle exzellent, mit einer Ducati-typischen Gelassenheit in der Kurvenmitte und einem wunderbar leichten Handling.
| Modell | Motor | Leistung | Drehmoment | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| SuperSport 950 | 937ccm Testastretta V2 | 110 PS | 93 Nm | 210 kg |
| SuperSport 950 S | 937ccm Testastretta V2 | 110 PS | 93 Nm | 215 kg |
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