Die teuersten Motorräder in Deutschland

Nicht alles wird immer teurer. Manches war schon immer teuer. So wie diese Serienmotorräder mit Zulassung, die die teuersten in Deutschland sind. Das sind die Eckpunkte: Ohne Limit, dafür mit Straßenzulassung, in Serie und natürlich die teuersten.

Klar, irgendwo wird es sicherlich eine limitierte Kleinserie eines exotischen Herstellers geben, die nochmal teurer ist. Ebenso sind die meisten edlen Custombikes um ein Vielfaches kostspieliger, aber eben nicht "beim Händler um die Ecke" zu haben.

Wir starten bei knapp 30.000 Euro, enden um die 50.000 Euro und schauen gelegentlich etwas über den Tellerrand. Interessant: Vom Supersportler über Naked Bike bis zum Cruiser sind fast alle Gattungen vertreten.

Top 9 der teuersten Motorräder in Deutschland

Platz 9: Honda CBR 1000 RR-R Fireblade SP

Wer hätte das gedacht: Die Top-Honda, die CBR 1000 RR-R Fireblade hat nicht nur den längsten Modellnamen, sondern ist das günstigste der teuersten Kräder in Deutschland. Die Supersportlerin mit Öhlins-Fahrwerk und Rennbremse, wiegt 201 Kilo vollgetankt und leistet 218 PS. Stärker und leichter ist nur die deutlich teurere BMW auf Platz 6.

Preis: ab 29.699 Euro

Platz 8: Kawasaki Ninja ZX-10 RR

Mit fast 30.000 Euro mit das günstigste der teuersten Motorräder in Deutschland: Kawasaki Ninja ZX-10 RR. Die vormalige Homologationsbasis für die WSBK von Kawasaki und technische Basis für die aktuelle Bimota KB998 in der WSBK. Bis zu 214 PS bei fahrfertigen 207 Kilo sind Supersport in Reinform. Übrigens: Teurer ist aus diesem Hause nur die nicht straßenzugelassene Kawasaki Ninja H2R.

Preis: ab 29.995 Euro

Platz 6: BMW M 1000 RR

Die teuerste Basis-BMW ist die leichteste und stärkste BMW überhaupt. Ab 36.300 Euro kostet die BMW M 1000 RR, wobei auch hier im Konfigurator mit Carbon und Extras die 45.000 Euro keine Ausnahme, sondern die Regel sein dürften. Die technische Basis für die Superbike-WM leistet 218 PS bei nur 194 fahrfertigen Kilogramm Gewicht.

Preis: ab 36.300 Euro

Platz 5: Honda GL 1800 Gold Wing Tour

Vom leichtesten Krad auf Platz 6 zum schwersten auf Platz 5: Honda verlangt für die Gold Wing Tour mit DCT und dem weiter einzigartigen Airbag ab 39.900 Euro. Dafür boxen allerdings auch 6 Zylinder auf über 1.800 Kubik verteilt, geschaltet wird automatisch, und der Fahrkomfort ist unerreicht.

Preis: ab 39.900 Euro

Platz 4: Indian Roadmaster Elite

Noch schwerer und noch teurer als die Gold Wing ist der Platz 4, die Indian Roadmaster Elite. Luftgekühlter V2 mit 92 PS, der 417 Kilo beschleunigen muss. Das dürfte mit 171 Nm allerdings souverän möglich sein. Übrigens: das einzige Modell mit einer kühlenden Sitzbank ab Werk.

Preis: ab 44.990 Euro

Platz 2: Harley-Davidson CVO Road Glide ST

Endlich eine Harley in der Liste der teuersten Bikes des Jahres. Und was für eine. Sportlicher und stärker war bisher keine Big-Twin-Harley: 128 PS und 193 Nm, dazu ein voll einstellbares Fahrwerk, das kostet nicht nur Geld, sondern trifft auch auf 380 fahrfertige Kilogramm Gewicht. Und limitiert, nur in den USA und für über 100.000 Dollar, in der CVO Road Glide RR noch heftiger.

Preis: ab 50.150 Euro

Platz 1: Bimota Tesi H2

Zwar widerspricht die Bimota Tesi H2 auf Platz 1 etwas mit Anspruch: unlimitiertes Sondermodell. Doch die 250 Stück versucht Bimota seit einigen Jahren an Mann oder Frau zu bringen. Hier limitiert sich eher die Nachfrage als das Angebot. Für die Hersteller sind die Entwicklungskosten solcher Eisen oft kaum einspielbar. Und für die meisten Kunden sie diese exklusiven Technologieträger kaum bezahlbar.

Sinnbefreite, wirtschaftliche Unvernunft aller Beteiligten? Denn ist die Kreation entsprechend exklusiv, lockt sie auch entsprechend zahlungskräftige Kundschaft an. Zudem sollen Top-End Projekte die Kreativität und den Ehrgeiz junger Ingenieure in den Entwicklungsabteilungen zu innovativen Höchstleistungen anstacheln und die Grenzen des Machbaren neu definieren. Und nicht zuletzt dient die extreme Performance und Präzision solcher Technologieträger als "Visitkarte" der globalen Imagepflege der Produzenten. Die enormen Kosten kann man in einigen Fällen zu einem guten Teil als Marketingausgabe betrachten. Und für den erlauchten Kundenkreis bieten diese exklusiven „On the Edge“ Monumente im technischen Grenzbereich nicht nur irre Fahrdynamik und enormen Besitzerstolz, sie sind fast immer auch hochprofitable Anlageobjekte.

Preis: ab 63.466 Euro

Weitere erwähnenswerte Modelle

Die Liste der teuersten Motorräder wird von einigen weiteren Modellen ergänzt, die aufgrund ihrer Exklusivität und Technologie hervorstechen:

  • Honda RC 213 V-S: Eine MotoGP-Maschine mit Straßenzulassung, limitiert auf 250 Stück.
  • MTT Y2K: Das schnellste Serienmotorrad der Welt mit Straßenzulassung, angetrieben von einer Gasturbine mit 320 PS.
  • Ducati Superleggera V4: Ein superleichtes und leistungsstarkes Motorrad mit Carbon-Chassis und 234 PS.
  • MV Agusta F4 1000 CC: Eine limitierte Edition mit edlen Materialien und 200 PS.
  • Münch Mammut 2000: Ein Motorrad mit einem 2-Liter-Turbomotor und bis zu 265 PS.
  • Horex VR6 Black Edition: Das einzige Serienmotorrad der Welt mit einem V6-Motor.
  • Ducati Desmosedici RR: Eine MotoGP-Replika für die Straße mit über 200 PS.
  • Norton V4SV Carbon: Ein britisches Luxusmotorrad mit hochwertigen Komponenten und innovativem Design.
  • Honda NR 750: Ein mechanisches Meisterwerk mit Ovalkolbentechnologie.

Die Ducati Diavel V4

Alles ist neu an der dritten Diavel-Generation von Ducati: V4-Motor, Rahmen und Fahrwerk. Geblieben sind Fahrspaß und Komfort.

Die neue Diavel V4 klingt übrigens bestens; an ihrem Sound kann sich aber nicht nur der Fahrer erfreuen, auch Passanten reagieren positiv. Erst recht, wenn das Bike ohne Last mit weniger als 4000 U/min dahinschnurrt. Die im niedrigen Drehzahlbereich aktive Stilllegung der hinteren Zylinderbank hat ein besonders tiefes Grollen zur Folge. Dieser Kniff verringert zudem die Wärmeabstrahlung im Stand und bei Langsamfahrt; des Fahrers Oberschenkel dürften es an heißen Tagen danken.

Die technische Entwicklung der Diavel innerhalb der letzten fünf Jahre hat es in sich: Zwar stieg die Maximalleistung lediglich um in der Praxis unbedeutende 7 kW/9 PS, doch sank das fahrfertige Gewicht trotz des von 17 auf 20 Liter Fassungsvermögen gewachsenen Tanks von 244 auf 236 Kilogramm. Die Potenz des nun 124 kW/168 PS starken V4-Motors zeigt sich auch darin, dass das maximale Drehmoment von nun 126 Nm bereits bei 3250 U/min unterhalb der Nenndrehzahl abgegeben wird.

Sparen lässt sich mit einer Diavel natürlich sowieso gar nicht, auch wenn die 16 Ventile des Triebwerks nur alle 60.000 Kilometer einen Service brauchen. Aber der charakteristische, 24 Zentimeter breite Hinterreifen, der Motoröl-Service und vieles andere gehen ins Geld. Insofern ist es nur gerecht, wenn der Diavel-Käufer durch enormen Fahrspaß entschädigt wird: Ja, sie kann Sport. Und sie kann Komfort. Aber am allerbesten kann sie auffallen. Vor allem in dieser Disziplin bleibt sie unter den Serienmotorrädern ungeschlagen.

Technische Daten Ducati Diavel V4

Merkmal Wert
Motor 4 Zylinder, 90°-V-Motor, 1158 ccm Hubraum
Leistung 124 kW (170 PS) bei 10750 U/min
Max. Drehmoment 126 Nm bei 7500 U/min
Assistenzsysteme Kurventaugliches ABS EVO, Traktions- u. Wheeliekontrolle, Ride-by-Wire, verschiedene Riding- u. Power Modes, Tempomat
Fahrwerk Gitterrohrrahmen/Stahl; Up-Side-Down-Telegabel (50 mm Standrohrdurchmesser), 120 mm Federweg; Einarmschwinge hinten, 145 mm Federweg
Reifen vorne 120/70 ZR 17
Reifen hinten 240/45 ZR 17
Leergewicht 236 kg

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