Das Rasseln der Mehrscheibentrockenkupplung ist eines der charakteristischen Markenzeichen vieler Ducati-Motorräder. Im Aufbau gleicht die Mehrscheibentrockenkupplung einer Mehrscheibennasskupplung, nur dass sie außerhalb des Motors (bzw. Getriebes) läuft und damit auch nicht innerhalb des Motor- bzw. Getriebeöls. Daher ihr Name: Trockenkupplung.
Kupplungsnehmerzylinder wechseln
Der Austausch des Kupplungsnehmerzylinders gestaltet sich in der Regel unkompliziert. Drei Schrauben lösen, abziehen. Eventuell muss auch die Ritzelabdeckung abgeschraubt werden, was ebenfalls nur drei Schrauben erfordert. Vorsicht ist geboten, da die Schrauben weich sind.
Einige Ducati-Fahrer haben bereits mehrfach den Zylinder gewechselt und sind auf größere Zylinder (MPL) umgestiegen, um die Kupplung leichtergängiger zu machen und die Lebensdauer zu erhöhen. Nach dem Einbau des MPL Kupplungsnehmerzylinders ist das Entlüften mit der beschriebenen Methode rasch erledigt. Die Kupplung geht damit schon beträchtlich leichter.
Probleme nach dem Kupplungswechsel
Es kann vorkommen, dass nach dem Wechsel der Kupplungsbeläge Probleme auftreten. Ein häufiges Problem ist, dass der Kupplungshebel keinen Druck aufbaut und die Kupplung nicht trennt. Hier sind einige mögliche Ursachen und Lösungen:
- Falsche Paketstärke: Der neue Scheibensatz könnte dicker sein als der alte. In diesem Fall muss die Paketstärke angepasst werden, indem beispielsweise eine 2mm Stahlscheibe gegen eine 1,5mm Stahlscheibe ausgetauscht wird.
- Falscher Kupplungsscheibensatz: Es könnte ein Kupplungsscheibenpaket für eine Ölbadkupplung gekauft worden sein. Solche Scheiben müssen eingelegt werden.
- Druckplatte sitzt nicht richtig: Stellen Sie sicher, dass die Druckplatte richtig auf dem Kern sitzt und die O-Ringe gefettet sind.
- Undichte Gewinde: Die Gewinde der Schrauben, mit denen der Druckkorb montiert wird, könnten ausgelutscht sein. Hier können längere Schrauben oder eine Gewindereparatur helfen.
Detaillierte Schritte zum Kupplungswechsel
Bevor es losgeht, entfernen Sie das Schutzgehäuse der Kupplung.
- Vorbereitung: Maschine auf den Hauptständer (sofern vorhanden) oder einen Heckmontageständer stellen.
- Motoröl ablassen.
- Kupplungszug am kurzen Hebel unten am Motor aushängen.
- Gehäusedeckelschrauben über Kreuz nacheinander lösen und ausdrehen.
- Gehäusedeckel abnehmen. Bei älteren Maschinen ist der Deckel meist zusammen mit der Dichtung auf dem Gehäuse verklebt: Mit dem Gummihammer ringsum leicht auf den Deckel klopfen, er löst sich dadurch. Vorsicht: Deckel sowie die Kanten des Deckels und des Gehäuses nicht beschädigen! Deckel und Dichtung abnehmen. Auf die Passhülsen achten.
- Schrauben der Kupplungsdruckplatte schrittweise öffnen und über Kreuz ausdrehen, Kupplungsfedern herausnehmen, Druckplatte abnehmen.
- Reib- und Stahlscheiben entnehmen: Wenn die Kupplungsscheiben wiederverwendet werden sollen, sollte man sie in der Reihenfolge des Ausbaus ablegen, damit sie später wieder wie zuvor eingebaut werden können und "zueinander passen".
Kupplung prüfen und vermessen
Bei seilzugbetätigten Systemen wird die Kupplung nicht nur am Hebel, sondern auch am Motor justiert.
- Kupplungsdruckfedern messen: Verschleißgrenze der ungespannten Länge ist modellabhängig. Faustformel: Eine gebrauchte Feder darf um bis zu 3 mm kürzer sein als eine neue Feder.
- Mit sauberem Lappen Ölreste von allen Scheiben wischen. Dicke der Reibscheiben mit Messschieber an mindestens vier Messstellen messen. Das Verschleißmaß (minimale Dicke) ist modellabhängig. Faustformel: Die gebrauchte Reibscheibe darf um bis zu 0,2 mm dünner sein als eine neue. Wenn gebrauchte Reibscheiben noch genügend Reibmaterial haben und nicht verzogen sind, kann man sie wieder einbauen.
- Stahlscheiben auf Richtplatte mit Fühlerlehre auf Verzug prüfen. Sind sie um mehr als 0,2 mm verzogen oder an ihren Oberflächen blau verfärbt, müssen die Stahl- und Reibscheiben komplett im Satz erneuert werden.
Kupplungsscheibe einbauen
- Neue Reibscheiben müssen vor dem Einbau satt in frischem Motoröl gebadet werden. Werden sie trocken eingebaut, verbrennen sie bei der ersten Betätigung.
- Kupplungsscheiben in der Reihenfolge Reibscheibe - Stahlscheibe - Reibscheibe - usw. einsetzen. Beachten: Wenn Federring und Federsitzring vorhanden sind, müssen sie so eingebaut werden wie in Bild F gezeigt.
- Druckplatte mit eingesetztem Zugbolzen aufsetzen; Körnermarkierung auf Druckplatte auf Markierung auf Kupplungsnabe ausrichten.
- Kupplungsfedern einsetzen. Schrauben mit Scheiben bestücken und eindrehen. Ringsum gleichmäßig Schritt für Schritt festdrehen und dann endgültig mit 10 bis 12 Nm festziehen.
- Dichtflächen an Motor und Deckel gut reinigen. Passhülsen in Bohrungen im Motorgehäuse einsetzen. Neue Gehäusedichtung auflegen.
- Deckel aufsetzen, Schrauben eindrehen, über Kreuz nacheinander mit 10 Nm festziehen. Kupplungsspiel fein einstellen.
Häufige Fehler und Lösungen nach dem Einbau einer neuen Kupplung
Nicht richtiges Ausdistanzieren: Wie das funktioniert steht in der Einbauanleitung.
Kupplung trennt nicht: Wenn die Kupplung nicht trennt, liegt das nicht an der neuen Antihopping Kupplung (egal von welchem Hersteller).
Hauptmutter nicht mit korrektem Drehmoment angezogen: Die Kupplung funktioniert nicht und vor allem der Antihopping Effekt auch nicht.
Druckzylinder abbauen vor Demontage der Kupplung: Bevor die alte Kupplung ausgebaut wird, empfiehlt es sich den alten Kupplungsdruckzylinder abzubauen. Des Kolbens kann somit überprüft werden. Dafür verwendet man die Kupplungsdruckstange und drückt den Kolben im Zylinder mehrfach.
Weitere Tipps und Hinweise
- Kupplungsspiel: Am Kupplungshebel muss ein definiertes Sicherheitsspiel, der so genannte "Leerweg" eingestellt sein, damit der Kupplungszug weder in sich gespannt ist (dann besteht die Gefahr, dass die Kupplung schleift), noch dass das Spiel zu groß ist (dann trennt die Kupplung nicht richtig, und es kracht beim Schalten).
- Hydraulische Kupplungen: Wichtig: das Kupplungsspiel muss nur bei einer seilzugbetätigten Kupplung eingestellt werden; bei hydraulisch betätigten Kupplungen stellt es sich selbst ein.
Tabelle: Mögliche Ursachen und Lösungen bei Kupplungsproblemen
| Problem | Mögliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Kupplung trennt nicht | Falsche Paketstärke | Stahlscheiben anpassen |
| Kupplung rutscht | Verschlissene Reibscheiben | Reibscheiben ersetzen |
| Kupplungshebel ohne Druck | Luft im System | Kupplung entlüften |
| Schwergängige Kupplung | Verschlissener Kupplungsnehmerzylinder | Kupplungsnehmerzylinder ersetzen |
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