Ducati Panigale V4 S: Technische Daten und Fahrbericht

Wenn ein Motorrad bereits richtig schnell ist, wird es für die Entwickler immer schwieriger, es noch schneller und stärker zu machen. Im Fall der Ducati Panigale V4 S ist das Ergebnis beeindruckend.

Die Farbe und das Update

Keine andere Motorradmarke ist so mit einer Farbe verknüpft wie Ducati: Seit Ewigkeiten kommen die Edelrenner aus Bologna im markentypischen Ducati-Rot. Auch die 2022 überarbeitete Panigale V4 S erstrahlt in leuchtendem Rot, mit vielen Updates verfeinert, die sie vor allem für Nicht-Profis besser fahrbar machen sollen.

Fahrbericht auf der Rennstrecke

Die MotoGP-Strecke im andalusischen Jerez bietet eine der handverlesenen Gelegenheiten, diesem Kraftpaket das volle Potenzial abzutrotzen. Auch wenn die um 5 km/h gestiegene Höchstgeschwindigkeit hier aufgrund ein paar äußerst kniffliger Ecken nicht ausgefahren werden kann. Zum Start haben die Techniker das Farb-TFT-Instrument auf den neuen "Track Evo"-Anzeigemodus gestellt, der die Drehzahlleiste besser ablesbar am oberen Rand platziert - und entsprechend dem Rennstreckenbetrieb erst ab 5000 Touren aufwärts beginnen lässt. Ergänzend prangen deutlich sichtbar ein grüner LED-Schaltblitz und eine rote Begrenzerleuchte darüber.

Das flachere Polster der Bologneserin schafft mehr Spielraum nach hinten und der schmalere, einen Liter mehr fassende Tank vermittelt besten Knieschluss. So kombiniert die Panigale viel Platz mit guter Verzahnung. Das ist auch bitter nötig, denn die Sportlerin zoomt sich regelrecht von einer Kurve zur nächsten und macht die rasende Fahrt über den andalusischen Racetrack zu einer hochkonzentrierten Sache.

Motor und Steuerung

Die elektronische Steuerung nimmt die gewaltige Drehmomentspitze von 123,6 Nm bei 9500 Touren im ersten bis dritten Gang zurück, das schafft mehr Kontrollierbarkeit. Dazu zeigt sich eine Übernahme aus der Superbike-WM als ziemlich hilfreich: Der erste, zweite und sechste Gang sind länger übersetzt, um aus den ganz engen Kurven noch formidabler antreten zu können.

Fahrwerk und Dämpfung

Eine bessere Fahrbarkeit schaffen die Fahrwerksmodifikationen. Fünf Millimeter mehr Federweg der neuen Öhlins Gasdruck-Gabel und ein um vier Millimeter angehobener Schwingendrehpunkt bringen mehr Ruhe und Nachvollziehbarkeit. Highlight ist nach wie vor das semiaktive Öhlins-Fahrwerk, das die Dämpfung der Federelemente und des Lenkungsdämpfers unterschiedlich beim Beschleunigen, Bremsen und im Kurvenscheitelpunkt steuert, individuell zusätzlich weiter verfeinerbar.

Doch auch schon im vorkonfigurierten Zustand fährt sich diese rote Rakete äußerst präzise. Vor allem die sensible Vorderradführung trägt zum supersportlichen Hochgenuss bei. Wie gut dabei die Elektronik im Hintergrund alles verarbeitet, merkt man kaum, wird aber im Instrument visualisiert: Farblich hinterlegte Felder für Traktions-, Wheelie- und Slide-Kontrolle leuchten nach dem Einsatz des Assistenzsystems eine Weile auf und geben so dem Fahrer Hinweise auf Optimierungen.

Technische Daten ausgewählter Ducati Panigale V4 Modelle

Modell kW/PS Hubraum Drehmoment Leergewicht Preis
Ducati Panigale V4 R (2023) 160 kW/218 PS 998 cm³ 111 Nm 0 kg 43.990 €
Ducati Panigale V4 S (2025) 158 kW/216 PS 1.103 cm³ 121 Nm 0 kg 34.790 €
Ducati Panigale V4 SP2 (2022) 158 kW/215 PS 1.103 cm³ 124 Nm 0 kg 39.490 €
Ducati Panigale V4 S (2022) 158 kW/215 PS 1.103 cm³ 124 Nm 196 kg 29.990 €
Ducati Panigale V4 (2018) 157 kW/214 PS 1.103 cm³ 124 Nm 0 kg 21.990 €

Es überrascht, wie leicht sich diese 215,5 PS trotz oder vielleicht gar wegen der gestiegenen Rennstreckenperformance fahren lassen - auch von Durchschnittsfahrern. Die unvergleichliche Fahrdynamik der Panigale wird tatsächlich nur noch von ihrer unglaublichen Beherrschbarkeit getoppt.

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