Ducati Zahnriemen Wechsel Intervall Anleitung

Wichtige Hinweise zum Zahnriemenwechsel bei Ducati Motorrädern

Der Zahnriemenwechsel an einer Ducati ist eine wichtige Wartungsarbeit, die regelmäßig durchgeführt werden muss, um Motorschäden zu vermeiden. Die Intervalle für den Zahnriemenwechsel variieren je nach Modell und Baujahr. Es ist ratsam, sich an die Empfehlungen des Herstellers zu halten oder die Intervalle gegebenenfalls zu verkürzen, insbesondere bei hoher Beanspruchung des Motorrads.

Empfohlene Wechselintervalle

Laut Werkstattbuch sollen die Zahnriemen alle 5000 km gewechselt werden. Ducati hat den Intervall zwischenzeitlich auf 7500 km angehoben. Nach Rücksprache mit einem Ducati Techniker wurde mir versichert, dass der Wechsel alle 10000 km ausreichen würde, jedoch spätestens nach zwei Jahren sei dies zwingend erforderlich, da eine Versprödung der Zahnriemen eintritt. Eine Sichtkontrolle der Zahnriemen sollte bei jeder Inspektion erfolgen, spätestens jedoch nach 5000 km.

Diskussion über Wechselintervalle

Es gibt unterschiedliche Meinungen bezüglich der Wechselintervalle von Zahnriemen bei Ducati Motorrädern. Einige Fahrer und Mechaniker empfehlen, die Riemen alle 2 Jahre oder 20.000 km zu wechseln, während andere längere Intervalle von 3 bis 5 Jahren oder 30.000 km für ausreichend halten. Die Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Fahrstil, Einsatzbedingungen und Zustand der Riemen.

Einige Meinungen aus Foren:

  • "Ich halte auch nichts vom stumpfen 2-Jahres Wechsel. Ich Seh mir meine ab dem Alter von 2 Jahren immer zu Beginn und Ende der Saison an: Sehe ich Versprödung / Rissbildung oder andere Verschleißerscheinungen, dann werden sie gewechselt."
  • "...beim recht ähnlichen Testastretta 939 schreibt Ducati inzwischen auch 30000 km oder 5 Jahre (!) hin. Also die 2 Jahre bei der 1x98 sind definitiv konservativ gesehen."
  • "Mein Duc-Händler hat mich aber vor paar Jahren gefragt ob ich Rennstrecke fahre. Wenn nicht alle 4 Jahre Riemenwechsel ist ok. Erst recht bei meiner geringen Fahrleistung. Jetzt sind sie 5 Jahre drin."

Vorbereitung auf den Zahnriemenwechsel

Bevor mit dem Wechsel der Zahnriemen begonnen werden kann, heißt es erst einmal die Verkleidung abbauen. Als nächstes müssen die Zahnriemenabdeckungen abgeschraubt werden. Bei meiner Ducati muss man mit dem stehenden Zylinder anfangen, da die Abdeckung des liegenden Zylinders an einer Stelle mit der des stehenden Zylinders gemeinsam verschraubt ist, ob das bei jedem Motor so ist, entzieht sich in diesem Fall meiner Kenntnis.

Für wen ist diese Anleitung? Für jeden der Verständnis für Motoren und handwerkliches Geschick besitzt. Ganz wichtig ist man sollte sich im darüber im klaren sein, was passiert wenn die Steuerzeiten nicht stimmen oder der Zahnriemen reißt, dann heißt es Motorschaden! Also im Zweifelsfall die geliebte Ducati in die Werkstatt bringen.

Benötigte Materialien und Werkzeuge

  • Neue Zahnriemen (Original Ducati oder Zubehör)
  • Werkstatthandbuch
  • Drehmomentschlüssel
  • Inbusschlüssel (5 mm und 6 mm)
  • Loctite mittelfest
  • Motorradreiniger
  • Waschbenzin (optional)
  • Messgerät zur Zahnriemenspannung (optional)

Detaillierte Anleitung zum Zahnriemenwechsel

Die Vorgehensweise ist dabei unabhängig vom Baujahr oder Hubraum, beschrieben ist hier der Wechsel an einem Zweiventil Motor bei den Vierventilern ist es prinzipiell gleich. Ducati schreibt in seinen Werkstattbüchern zum spannen der Zahnriemen Werkzeuge vor, meine Vorgehensweise ist ein wenig unkonventionell, ich habe Sie von einem alten Ducati-Schrauber gelernt und sie wird meines Wissens recht häufig praktiziert, auch bei Youtube findet man dazu ein Video von Ducatitech.com, ich bin damit bisher ohne Probleme gut gefahren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Freien Blick auf die Zahnriemen schaffen: Wenn die Vorarbeiten erledigt sind, haben wir freien Blick auf die Zahnriemen.
  2. Spannrollen lösen: Als nächstes müssen wir die Spannrollen der Zahnriemen lösen, ich baue sie immer komplett aus, da ich so am einfachsten die Freigängigkeit prüfen kann und sich die Laufflächen auf denen sich gerne auch Gummiabrieb festsetzt, reinigen kann.
  3. Lager prüfen: Auch sollte man die feststehenden Laufrollen einmal auf Freigängigkeit prüfen und auch hier die Laufflächen auf Gummiabrieb kontrollieren und gegebenenfalls reinigen. Die Spannrollen sind einfache Standardkugellager von denen auf einer Achse zwei Stück hintereinander sitzen bei der 750ss kann man die Lager, sollten sie defekt sein auch wechseln, was nicht bei allen Motoren möglich sein soll.
  4. Reinigung: Da sich im Gehäuse und den Deckeln gerne Gummiabrieb anlagert, reinige ich dieses gerne mit einem herkömmlichen Motorradreiniger bei hartnäckigen Verschmutzungen kann man auch ein wenig Waschbenzin hinzunehmen.
  5. OT-Position einstellen: Nun kommt der schwierige Teil der Aktion, die Nockenwellen und auch die Kurbelwelle müssen in OT gedreht werden, dieser Punkt ist ganz wichtig und muss mit großer Sorgfalt ausgeführt werden, da es ansonsten zu Schäden am Motor kommt. Dazu sind auf den Laufrollen, dem Motorgehäuse und den Zahnriemengehäusen Markierungen angebracht, die aufeinander stehen müssen.
  6. Kurbelwelle drehen: Die Laufrollen der Nockenwellen kann man per Hand in die entsprechende Stellung drehen, bei der Kurbelwelle wird mehr Kraft benötigt, deshalb gehe ich dort wie folgt vor, den zweiten Gang einlegen und das Motorrad ohne gezogener Kupplung soweit rollen bis auch hier die Markierungen übereinander stehen, Keine Angst die Nockenwellen können sich nicht verdrehen, da keine Zahnriemen aufgelegt sind.
  7. Zahnriemen montieren: Nachdem Nockenwellen und Kurbelwelle in OT gedreht wurden und dies mehrfach geprüft wurde, sicher ist sicher können die neuen Zahnriemen beginnend mit dem für den stehenden Zylinder vorsichtig aufgelegt werden, dabei sind Knicke und scharfkantige Werkzeuge tabu da ansonsten der Zahnriemen unwiederbringlich beschädigt und ein Motorschaden durch einen gerissenen Zahnriemen vorprogrammiert ist.
  8. Markierungen kontrollieren: Sind beide Zahnriemen montiert, sollte man noch einmal die Stellung der Laufrollen zu den Markierungen am Gehäuse kontrollieren, um sicher zu stellen das sich nichts verstellt hat, ansonsten heißt es noch einmal von vorne beginnen.
  9. Spannrollen einbauen: Nun können auch die Spannrollen wieder eingebaut werden, dazu schraube ich die Träger der Spannrollen erst einmal lose im Gehäuse fest (Loctite mittelfest nicht vergessen!). Anschließend drücke ich die Spannrollen gegen den Zahnriemen und kontrolliere die Spannung wie folgt, ein 5 mm Inbusschlüssel muss sich zwischen feststehender Laufrolle und Zahnriemen "satt" vorbeiführen lassen.
  10. Spannung prüfen: Ist dem so, kann man die Befestigungsschraube sowie die Spannschraube der Spannrolle mit dem vorgeschriebenen Drehmoment von 29 Nm anziehen. Sollte sich der Inbus-schlüssel nur mit erheblichen Kraftaufwand oder ganz leicht vorbeiführen lassen so muss der Spannvorgang wiederholt werden.
  11. Motor durchdrehen: Stimmt nun alles, kann man eigentlich alles wieder zusammen bauen, um ganz sicher zu gehen, schraube ich die Zündkerzen raus und drehe den Motor einmal per Hand durch, blockiert und scheppert nichts ist alles ok.

Zahnriemenspannung

Bei Ducati wurde früher mittels einer Federwaage die Spannung der Zahnriemen kontrolliert, heute wird dazu ein Messgerät eingesetzt welches die Schwingungsfrequenz der Zahnriemen misst, wobei die Frequenzen zwischen stehenden und liegenden Zylinder unterschiedlich sind. Als Hobbyschrauber, auch wenn man gut ausgerüstet ist wird man ein solches Messgerät wohl kaum besitzen.

Ducati schreibt in seinen Werkstattbüchern zum spannen der Zahnriemen Werkzeuge vor. Alternativ kann man die Spannung auch mit einem 5 mm Inbusschlüssel prüfen. Ein 5 mm Inbusschlüssel muss sich zwischen feststehender Laufrolle und Zahnriemen "satt" vorbeiführen lassen.

Einige Fahrer verwenden auch eine Frequenzmessungs-App auf ihrem Handy, um die Zahnriemenspannung zu überprüfen.

Alternative Methode zur Spannungsmessung

Es gibt eine unkonventionelle Methode, die von einem alten Ducati-Schrauber gelernt wurde und recht häufig praktiziert wird. Dabei wird ein 5 mm Inbusschlüssel verwendet, um die Spannung zu kontrollieren. Ein 5 mm Inbusschlüssel muss sich zwischen feststehender Laufrolle und Zahnriemen "satt" vorbeiführen lassen.

Wichtige Überlegungen

  • Ventilspiel: Die Ventile alle 20tkm ist lächerlich....alle 10tkm ist absolut notwendig.
  • Rollen: Die Rollen würde ich grundsätzlich mittauschen, spätestens jede zweite Mal (wenn man unbedingt an einer Duc sparen will 🙄 ...was aber teuer werden kann).
  • Spezialwerkzeuge: Laut Werkstatthandbuch wird nach der montage ein messgerät benutzt das die Zahnriemenspannung miesst.
  • Fachwerkstatt: Also ich würd Zahnriemenwechsel und Ventile nur in einer Fachwerkstatt machen lassen, muß ja nicht gleich Ducati selber sein!

Es ist wichtig zu beachten, dass eine verpfuschte Reparatur teurer werden kann, und dann muss man in die Werkstatt. Schraube an allen meinen Bikes selber - aber die Duc ist eine Primadonna. was so motorr angeht wie ventile, gib am besten immer ab der davon ahnung hat ist das beste ... duc ist eine welt ganz für sich

Tabelle: Empfohlene Intervalle und Prüfungen

Wartungsmaßnahme Empfohlenes Intervall Hinweise
Zahnriemenwechsel Alle 2 Jahre oder 10.000 km Je nach Fahrstil und Zustand der Riemen
Sichtkontrolle der Zahnriemen Bei jeder Inspektion, spätestens alle 5.000 km Auf Versprödung, Risse und Verschleiß prüfen
Ventilspielkontrolle Alle 10.000 km Regelmäßige Kontrolle ist wichtig
Prüfung der Spannrollen Bei jedem Zahnriemenwechsel Auf Freigängigkeit und Verschleiß prüfen

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