Shimano Schaltröllchen: Unterschiede und wichtige Aspekte

Die Wahl der richtigen Schaltröllchen für das Schaltwerk kann einen spürbaren Einfluss auf die Schaltperformance und die Lebensdauer der Komponenten haben. Doch welche Unterschiede gibt es bei den Schaltröllchen von Shimano und anderen Anbietern, und worauf sollte man beim Kauf achten?

Materialien und Lagerung

Kunststoff (Delrin): An Delrin gibt es nichts auszusetzen. Alle Originalrollen sind daraus hergestellt, sie sind leise, günstig und relativ verschleissarm.

Einen guten Ruf, was Langlebigkeit angeht, hatten früher die Schaltrollen ab XT aufwärts mit Keramik-Gleitlagern. Die obere Leitrolle sollte ja früher immer etwas seitliches Spiel haben, da war Gleitlager sinnvoller. Ob das in Zeiten von 11-13-fach noch gilt, weiß ich nicht.

Shimano hat bei der Lagerung meist Gleitlager, welche keine Schmierung benötigen und völlig ausreichend sind. Schaltrollen mit Industrielager gehen häufig schnell kaputt oder müssen häufiger gereinigt werden, weil Dreck eindringt. Vom Material sind die meisten Rollen aus Plastik, was auch völlig ausreichend ist und leiser laufen dürfte.

Ein Anbieter, der schon seit mind. 20 Jahren solche Rollen mit Rikula anbietet, ist Tacx. Einen spürbaren Unterschied zu den normalen mit Gleitlager konnte ich aber nicht feststellen.

Narrow-Wide-Design

Auch die Frage, ob Narrow-Wide Rollen absolut notwendig sind, kann man verschieden beantworten. SRAM hat seit 1x11, Narrow Wide auch an der unteren Schaltrolle. Diese haben übrigens ein 626RS Lager, welches wechselbar ist. Durch den erhöhten Schräglauf hat man dadurch eine bessere Funktion.

Austausch und Wartung

Ich bin mittlerweile 67000km mit meinem Bosch S-ped (10-Gang) gefahren und habe die Schaltröllchen nun zum 2.Mal getauscht. Die Schaltung reagiert nun wieder präziser und die knapp 10 Euro und 20 Minuten Aufwand haben sich damit für mich gelohnt. Bei mir sind sie regelmäßig alle 33000km fällig. Fahre praktisch immer die gleiche Strecke. Lagerspiel kann ich nicht wirklich festellen. Abnutzung allerdings schon.

Eine interessante Frage, denn bisher habe ich mich um die armen Röllchen kaum gekümmert. Alle paar zehntausend Kilometer mal putzen. Jetzt aber hat es hinten angefangen zu zwitschern, und ich schaute mir das Schaltwerk genauer an. Links die abgenutzte, rechts eine noch recht neue Rolle. Ich kann mir gar nicht so wirklich erklären, wie sich die Zähne derart abnutzen können.

Natürlich muss man den Schaltröllchen Aufmerksamkeit und Pflege angedeihen lassen. Ein Austausch nach 30.000km ist realistisch. Es sind ja nur recht einfache Gleitlager verbaut. Die verschleissen mit der Zeit, werden schwergängig oder blockieren sogar. Wenn die Zähne signifikant verschleissen, läuft etwas falsch. Die Schaltröllchen übertragen keine Kraft, sondern führen nur die Kette. Vielleicht hat man die Schaltröllchen falsch eingebaut.

Bei Shimano hat man bei höherwertigen Produktgruppen Unterschiede und muss die Leitrolle oben und die Spannrolle unten einbauen. Die verschleissen mit der Zeit, werden schwergängig oder blockieren sogar.

Original oder Tuning?

Ich wollte das Schaltwerk an meinem Rennrad mal ganz toll machen nachdem mir die lommeligen Röllchen auffielen, und habe die Rollen aus 7075 Alu gedreht/gefräst und hochwertige Kugellager eingebaut. Die Schaltung sollte hochpräzise und spielfrei schalten und natürlich leicht laufen. Leider ließ sie sich damit gar nicht mehr richtig einstellen, ratterte, schaltete schlecht, nur Ärger mit dem Aufwand. Hab dann wieder originale Röllchen gekauft, die waren wieder lommelig und schlackerten herum, alles prima, muß wohl so. Nehme seitdem nur noch Originalkram.

I bought some of the colorful aluminum pulleys just to bling up my Bacchetta, but found that they did not last that long in the bottom position. Bearings were fine, but the aluminum wore in a strange pattern around the teeth, partially due to the chain angle from the derailleur to the pulley.

Schaltqualität und Kompatibilität

Die obere Schaltrolle ist bei Campa und Shimano mit axialem Spiel versehen. Dies soll gewährleisten, daß die Schaltrolle stets exakt über dem Ritzel läuft. Könnte sie nicht seitlich nachrutschen, hätte man bei ungenauer Einstellung vom Schaltzug eher ein rattern am Ritzel, weil die Schaltrolle nicht in einer Linie dazu läuft.

Auffällig ist auch das Schaltwerke der Billigserien z.B. Shimano Acera, mit wesentlich größeren Rollen als in den höheren Serien ausgestattet sind. Ich vermute das hier Optik und Gewicht ein Grund ist, keine größeren Rollen zu verwenden.

Shimano XT und SLX im Vergleich

Unterm Strich arbeiten beide neuen Shimano-Schaltgruppen auf hohem Niveau und dürften sich bald an vielen Mittelklasse-Mountainbikes wiederfinden.

Bei der neuen XT-Kassette mit 12 Ritzeln verbauen die Japaner zwei Alu-Ritzel (die größten), bei der SLX nur eins. Die restlichen Ritzel sind aus robusterem Stahl. Den SLX-Schalthebel lagern die Japaner mit einer Gleitbuchse, den XT-Trigger mit zwei Kugellagern.

Im direkten Vergleich fällt auf, dass die XT unter Last die Gänge besser wechseln kann als die SLX. Auch das Schaltgefühl wirkt etwas definierter und wertiger.

Tabelle: Shimano XT vs. SLX - Unterschiede im Überblick

Merkmal Shimano XT Shimano SLX
Alu-Ritzel (Kassette) 2 (größte) 1 (größtes)
Schalthebel-Lagerung 2 Kugellager Gleitbuchse
Schalthebel-Material Alu mit Gummi-Einsatz Kunststoff

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