Handy laden mit Fahrraddynamo: Eine umfassende Anleitung

In den letzten Tagen hat sich der Autor damit beschäftigt, wie er sein Handy bei seiner geplanten 1-wöchigen Radtour laden kann. Ein Solarpanel war der erste Gedanke. Dann kam ihm der Gedanke, dass es doch auch über den Nabendynamo seines Reiserades gehen müsste. Also mal geforscht und siehe da, es gibt Ladegeräte dafür.

Der Nabendynamo im Vorderrad liefert nicht nur den Strom für deine Beleuchtungsanlage, sondern er eignet sich auch hervorragend zum Handy laden. Wie das geht und was du dabei alles beachten solltest, beschreiben wir in diesem Artikel. Des Weiteren stellen wir alle Geräte vor, die sich zum Handy laden per Nabendynamo eignen.

Handy oder Smartphone

Zunächst einmal sollten wir die Begrifflichkeiten klarstellen: Auch wenn heute so ziemlich jeder sein Smartphone als „Handy“ bezeichnet: das Gerät mit dem großen Touch-Display, dem Internetzugang und dieser grenzenlosen Möglichkeit zur Individualisierung über Apps, … dieses Gerät nennt sich „Smartphone“.

In Abgrenzung dazu war/ist das ursprüngliche „Handy“ lediglich ein Mobiltelefon, also ein mobiles Gerät zum Telefonieren. Im Hinblick auf das Laden dieser Geräte über den Nabendynamo ist diese Unterscheidung durchaus relevant. Denn Smartphone-Akkus sind beim Laden je nach Hersteller und Modell deutlich anspruchsvoller als die Handy-Akkus. Im weiteren Verlauf dieses Artikels verwenden wir also den geläufigeren Begriff „Handy“, meinen damit aber vor allem das „Smartphone“.

Der Nabendynamo

Als Stromlieferant für die fest installierte Fahrradbeleuchtung ist er dem historischen Seitenläufer-Dynamo um Längen voraus:

  • Er rutscht bei Nässe und Schnee nicht durch
  • Er liefert unter Last geringere Laufwiderstände
  • Er erzeugt im Betrieb keinen Lärm
  • Das Ein- und Ausschalten ist komfortabler.

Doch bei einem Nabendynamo bewegen sich die stromrelevanten Dynamo-Komponenten (Anker und Spule) als fest integrierte Bauteile der Vorderradnabe auch gegeneinander, wenn kein Strom für Beleuchtung benötigt wird, zum Beispiel bei Fahrten am helllichten Tag. Wir können den Dynamo dann also als Stromerzeuger nutzen und zum Beispiel unser Handy laden.

Der Nabendynamo als Stromquelle

Die Leistung eines Nabendynamos hängt ab von Last und Geschwindigkeit. Nabendynamos mit 3 Watt Nennleistung sind ausgelegt auf eine Last von 3 Watt (Glühbirne vorn 2,4 Watt, Glühbirne hinten 0,6 Watt). Diese 3 Watt Leistung werden auch schon bei mäßiger Geschwindigkeit erreicht.

Weil aktuelle LED-Scheinwerfer aber schon bei deutlich geringeren Leistungswerten ihre volle Helligkeit erreichen und der Gesetzgeber die Vorschriften für Fahrrad-Lichtanlagen reformiert hat, bietet der Markt mittlerweile auch Nabendynamos mit 2,4 oder 1,5 Watt Nennleistung. Wenn du mit deinem Nabendynamo aber Ladestrom für dein Handy produzieren willst, liefert der 3 Watt - Nabendynamo die höhere Ausbeute.

Für die LED-Scheinwerfer ist das in der Regel kein Problem, weil sie mit einem Überspannungsschutz ausgestattet sind, der sie vor zu hoher Leistungsaufnahme schützt. Frage im Zweifel den Händler, ob die angedachte Kombination aus Nabendynamo und Scheinwerfer passt.

Das Handy als Stromverbraucher

Wie alle mobilen elektronischen Geräte benötigt auch das Handy einen integrierten Stromspeicher, um den erforderlichen Betriebsstrom zur Verfügung zu stellen. Obligatorisch ist das ein wiederaufladbarer Akku, beim Smartphone in der Regel ein Lithium-Ionen-Akku. Als Ladeschnittstelle dient ein USB-Eingang.

Für die Aufladung des verbauten Akkus benötigt man einen Gleichstrom mit 5 Volt Spannung. Wird der Akku über das häusliche Stromnetz gespeist, transformiert ein vorgeschaltetes Netzteil die 220 Volt Netzspannung auf die erforderlichen 5 Volt herunter und macht aus Wechselstrom Gleichstrom.

Handy laden per Nabendynamo

Auch der Nabendynamo liefert Wechselstrom, noch dazu mit mehr als 5 Volt Spannung (6 Volt oder mehr). Somit ist klar, dass das Handy laden per Nabendynamo nur mit vorgeschaltetem Laderegler funktioniert. Des Weiteren führt jeder Stop beim Radfahren bei den meisten Handy-Modellen zu einer Ladeunterbrechung, was zum einen nicht gut für den Akku ist und zum anderen die Ladeeffizienz in den Keller zieht.

Denn nach jedem Ladestop schaltet beim nächsten Ladestart automatisch das Handy-Display ein, was unerwünscht viel Strom zieht. Du benötigst also einen Pufferakku zwischen Nabendynamo und Handy, der auf Ladeunterbrechungen und schwankende Ladeströme unempfindlich reagiert. Dieser Pufferakku sollte dann auch gleich einen 5 Volt-USB-Ausgang bereitstellen.

Und damit sind wir bei den USB-Ladegeräten für Nabendynamos gelandet:

USB-Ladegeräte für Nabendynamos

Seit vielen Jahren schon gibt es eine ganze Palette geeigneter USB-Ladegeräte, die den Strom aus dem Nabendynamo speichern und über einen 5-Volt-USB-Ausgang bereitstellen, beispielsweise zum Handy laden. Daneben werden mittlerweile auch fest im Vorbau integrierte Ladeanschlüsse und Scheinwerfer mit integriertem Pufferakku und Ladeausgang angeboten.

Nicht alle Modelle eignen sich für jedes Smartphone, aber es gibt ja noch eine ganze Reihe weiterer mobiler Verbraucher mit USB-Ladeanschluss: Powerbank, Navi, MP3-Player, usw. Welches Modell für dich nun das passende Ladegerät ist, erkennst du an den individuellen Eigenschaften der Geräte unter Berücksichtigung deines Nutzungsprofils:

Laderegler ohne Pufferakku (Cycle2Charge V3, Velotor SE2, Kemo M172, usw.) haben zwar ihre Daseinsberechtigung, eignen sich für das Handy laden allerdings weniger gut (siehe oben). Mit integriertem Pufferakku ist das Handy laden problemlos möglich, aber das Zwischenspeichern der Ladung in diesem Pufferakku erhöht die Summe der Verluste zwangsläufig. Zudem ist die Lebensdauer der Pufferakkus erfahrungsgemäß auf wenige Jahre beschränkt, denn diese Akkus verschleißen im Laufe der Zeit wie alle anderen Akkus auch.

Aus dieser Sicht empfehlen sich hier vor allem Ladegeräte, deren Akku-System ausgetauscht werden kann, sobald die Leistung zu stark abfällt. Besonders nachhaltig ist in diesem Zusammenhang, wenn sich der neue Pufferakku aus Standard-Akkuzellen (z. B. AA Mignon-Zellen mit 1,5 V) aufbauen lässt. Ein weiteres Kriterium für die Auswahl ist der Schutz gegen Bewitterung.

Geräte, die fest im Fahrrad verbaut sind (z. B. im Vorbau), unterliegen der Witterung, selbst wenn die Kontakte durch Schutzkappen abgedeckt werden können. Andererseits fällt bei solchen Modellen die Verkabelung einfacher aus. Wer nicht nur sein Handy, sondern noch andere Verbraucher mit unterschiedlichen Anschlusswerten versorgen will, der wählt am besten ein Ladegerät mit einstellbaren Ausgangswerten: Der Forumslader und das E-Werk von Busch & Müller bieten sich hier an.

Im Folgenden stellen wir die einzelnen USB-Ladegeräte für Nabendynamos vor:

Busch & Müller USB-Werk

Busch & Müller bietet zwei Varianten an: USB-Werk und E-Werk. Das USB-Werk hat einen Pufferakku mit lediglich 100 mAh fest verbaut und nicht auswechselbar. Der USB-Ausgang liefert 5 Volt und bis zu 0,5 Ampere. Gewicht: 53 g, Preis: 70 Euro.

Busch & Müller E-Werk

Wer die Leistungswerte am Ausgang (Spannung und Stromstärke) flexibel auf verschiedene Verbraucher einstellen will, sollte das E-Werk wählen. Ausgangsspannung variabel bis 13,3 Volt einstellbar, Stromstärke variabel bis 1,5 Ampere einstellbar. Gewicht: 53 g, Preis: 130 Euro. Hier ist der Pufferakku allerdings ein separates Zubehör mit 1400 mAh Ladekapazität. Gewicht: 180 g, Preis: 64 Euro.

Cinq Plug6 plus

Dieses smarte Ladegerät verschwindet vollständig in Steuerrohr und Gabelschaft (Gabelschaft-Innendurchmesser 24,1 mm erforderlich). Der Pufferakku hat eine Kapazität von 1100 mAh, der USB-C-Ausgang liefert bis zu 1200 mA. Mit Ladestandsanzeige. Gewicht: 197 g, Preis: 280 Euro.

Cycle2Charge V3

Dieser Laderegler wird als Kappe fest auf dem Vorbau installiert. Eine drehbare Abdeckung schützt vor Bewitterung, ein Pufferakku ist nicht integriert. Der USB-Ausgang liefert 5 Volt und max. 1000 mA. Ein Überspannungsschutz ist integriert. Geeignet für Navi, Powerbank, MP3-Player und Handy, aber nicht jedes Smartphone. Gewicht: 50 g, Preis: 80 Euro.

DynaLader Digital

Dieses Ladegerät besitzt einen ungewöhnlich großen Pufferakku mit 25 Wh Ladekapazität, daher ist diese kompakte Box auch relativ schwer. Das mitgelieferte 2 Meter lange Kabel wird vom Nabendynamo bis zum Lenker verlegt, das Ladegerät verschwindet auf der Fahrt in der Lenkertasche oder in einer passenden Halterung am Lenker. Der USB-Ausgang liefert 5 Volt und bis zu 1000 mA. Für das Laden von Smartphones und anderen Geräten bestens geeignet. Gewicht: 312 g, Preis: 140 Euro.

Forumslader V6

V6 ist die aktuellste Version (externer Link) des berühmten Dynamoladers. Als Bastelobjekt gestartet und in zahlreichen Iterationsschleifen immer weiter perfektioniert. Enthält einen Pufferakku mit 2,1 Ah (3 × 0,7 Ah) oder 8,7 Ah (3 × 2,9 Ah), als Gehäuseversion oder im Ahead-Gabelschaft verbaut, als Bausatz oder fertig aufgebaut käuflich. Preis: je nach gewählter Ausführung. USB-Ausgang mit 5 Volt, 3 Ampere sowie 12 Volt Ausgang mit bis zu 4 Ampere. Anzeige Ladezustand in 5 Stufen, Bluetooth. Gewicht: 120 g oder 210 g, je nach Ausstattung.

Kemo M172 Laderegler

Dieser Laderegler ist schlicht und kompakt, bringt aber einen größeren Verkabelungsaufwand mit. Der notwendige Verdrahtungsplan ist im Lieferumfang enthalten und du solltest ihn auf längeren Touren dabei haben. Per Kippschalter Umschaltung von Beleuchtung auf Ladebetrieb. Enthält keinen Pufferakku. Liefert am USB-Ausgang 5,2 Volt und max. 300 mA. Für viele Verbraucher geeignet, aber für viele Smartphones nicht. Gewicht: 53 g, Preis: 27 Euro.

Lumi-Con Bike Energy Harvester PM (X)

Der Bike Harvester wird in mehreren Versionen angeboten. Die Versionen PM und PMX eignen sich als Ladegeräte für Nabendynamos. Der integrierte Pufferakku hat eine Kapazität von 15 Wh (PM) bzw. 10 Wh (PMX). Die verbauten Akkuzellen sind auswechselbar. Der USB-Ausgang liefert 5 Volt und bis zu 1,5 Ampere. Überspannungsschutz und LED-Anzeige für Lade- und Betriebszustände sind integriert. Preis: 160 / 170 Euro.

Lumotec Luxos U Scheinwerfer

Fahrrad-Scheinwerfer mit integriertem USB-Ladeausgang (im Lenkertaster) und kleinem Pufferakku. Beleuchtungsstärke 70 Lux, Helligkeitssensor, Tagfahrlicht, Standlicht, Panorama-Nahlicht, Flutlicht (90 Lux), Bedienung über Lenkertaster. Das Highlight: Eine Kontroll-LED zeigt an, ob der Rückstrahler funktioniert. Preis: 150 Euro.

Velotor Sport E2 Pro

Erlaubt Ladebetrieb bei eingeschalteter Beleuchtung, enthält aber keinen Pufferakku. Stellt bis zu 13 W Ladeleistung bereit. Wird zwischen Nabendynamo und Fahrradbeleuchtung geschaltet. Preis: 293 Euro.

Zzing Smartphone Edition

Das Zzing (externer Link) ist kompakt und wird per Klick-Fix-Halterung am Lenker fixiert (oder in der Lenkertasche deponiert). Der integrierte Pufferakku mit wahlweise 5 x 2700 oder 5 x 2000 mAh ist austauschbar. Das Kabelset mit Stecker ist wahlweise für SON oder Shimano Nabendynamo bestellbar. Gewicht: 259 g, Preis: 99 Euro (Basisversion) + x je nach Variantenwahl.

Auf Nabendynamo umrüsten

Wer an seinem Fahrrad noch den alten Seitenläufer-Dynamo montiert hat, kann auf einen Nabendynamo umrüsten. Entweder durch Umspeichen von der alten Vorderradnabe auf den Nabendynamo oder durch den Austausch des gesamten Laufrades. Ersteres ist preiswerter, setzt aber Know-how und Werkzeug (Speichenschlüssel, Zentrierständer) voraus.

Stromversorgung auf Radreisen

Für eine ausgedehnte Radreise gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Geräte und Zubehörteile für die Stromversorgung und das Laden diverser Akkus.

Für die meisten Akkus ist ein kontinuierlicher Ladestrom ohne Unterbrechung die schonendste Art, den Akku aufzuladen. Das gilt insbesondere für die meisten Handy-Akkus, aber auch für andere Akku-Bauformen und Akku-Typen. Weil der Betrieb eines Nabendynamos aber im Regelfall mit Laufunterbrechungen einhergeht (Ampel, Kreuzung, Vorfahrt, Pausen, usw.), solltest du den produzierten Strom aus dem Nabendynamo zunächst in einem Pufferakku zwischenspeichern, der mit unregelmäßigen Ladeströmen zurechtkommt.

Welche Produkte hierfür aktuell infrage kommen, haben wir im Artikel Handy laden per Nabendynamo schon detailliert beschrieben. Alle dort vorgestellten Modelle (ZZing, USB-Werk, K-Werk, Forumslader, Cinq Plug6 plus, DynaLader, Bike Harvester, usw.) verfügen über einen USB-Ausgang und liefern somit Gleichstrom mit 5 Volt Spannung.

Um ein Gefühl für die erreichbaren Ladungsmengen zu bekommen: Ein SON Nabendynamo mit 3 Watt Leistung und 6 Volt Nennspannung liefert an einem Zzing Pufferakku auf 100 km gefahrene Strecke ca. 13,5 Ah Ladung, was für eine Handy-Akkuladung ausreicht. Wer aber neben dem Smartphone-Akku auch noch seine Kamera-Akkus und die üblichen Standard-Akkus (Mignon und Micro) per Nabendynamo laden will, der benötigt zusätzlich noch ein Universal-Ladegerät mit USB-Eingang:

Universal-Ladegeräte mit USB-Eingang

Universal-Ladegeräte für den Betrieb am 220 Volt Stromnetz gibt es unzählig viele, doch nach Ladegeräten mit „USB-Eingang“ sucht man sich einen Wolf. Wir haben seinerzeit für unsere Fahrrad-Weltreise ein solches Ladegerät gefunden und haben damit unterwegs auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Daher beschränken wir uns hier auf die Beschreibung genau dieses Modells:

Das PIXO C-USB Ladegerät

Das PIXO C-USB lädt die Li-Ion Akkus aus Digital- und Videokameras mit 3,4 - 4,2 V oder 6,8 - 8,4 V sowie ein oder zwei Standard NiMH / NiCd Akkus (AA Mignon und AAA Micro) mit 1,2 Volt. Der Strom-Eingang ist umschaltbar von USB 2.0 (0,5 Ampere Ladestrom) auf USB 3.0 (0,9 Ampere Ladestrom). Das Gerät ist sehr kompakt und mit diesen Leistungsdaten wahrscheinlich das am flexibelsten einsetzbare Ladegerät mit USB-Eingang.

Der Wirkungsgrad

Betrachtet man jetzt die gesamte Ladekette vom Nabendynamo über den Pufferakku bis zum PIXO-Ladegerät, dann wird schnell klar, dass der Gesamt-Wirkungsgrad dieses Systems nicht gerade berauschend hoch ausfällt. Und dennoch hat diese Lade-Konstellation ihren Reiz, denn damit bist du unterwegs autark: Du kannst während dem Radfahren Strom produzieren und damit nahezu alle mobilen Geräte und Akkus aufladen.

Lediglich bei größeren Akkus (z. B. beim Notebook) stößt du mit dem Nabendynamo an Grenzen. Denn entweder du benötigst hier mehrere Tage auf dem Fahrrad für eine einzige Akku-Ladung, oder du erreichst nicht die erforderlichen Anschlusswerte am Ladeeingang.

Der Verschleiß

Wie alle Akkus leiden auch die Akkuzellen in den oben beschriebenen Pufferakkus im Laufe der Zeit. Die Ladekapazität nimmt schleichend ab, der Wirkungsgrad wird schlechter und irgendwann sind neue Akkuzellen erforderlich. Wie gut, wenn der genutzte Pufferakku dann ohne große Kosten mit einem frischen Akkupack bestückt werden kann.

Und auch dein Nabendynamo kann plötzlich ohne Vorankündigung den Dienst verweigern. Des Weiteren unterliegt die Verbindung zwischen Nabendynamo und Pufferakku einem höheren Verschleiß. Denn sie ist je nach Modell mehr oder weniger stark der Witterung ausgesetzt. Insbesondere offen liegende Stecker oder Steckbuchsen sind in dieser Hinsicht sehr empfindlich.

Erfahrungen beim Akku laden

Wir haben auf unserer Fahrrad-Weltreise über mehrere Jahre aus dem SON Nabendynamo mit dem Zzing Pufferakku und dem PIXO Ladegerät unsere Handyakkus, die Kamera-Akkus und die Standard-Micro-Akkus für unsere Stirnlampen und die Zeltlaterne laden können. Als Standard-Akku (AA, AAA) kam bei uns ausschließlich der hochwertige Eneloop-Akku zum Einsatz.

Im Laufe der Jahre nahm die Leistung des im Zzing verbauten Akkupacks ab, was aber nicht tragisch war, weil Zzing dieses Akkupack als Verschleißteil für kleines Geld zum Kauf anbietet. Vor allem längere Pausen im Ladebetrieb (mehrere Monate) machten dem Pufferakku offensichtlich zu schaffen. Und das wird bei all den anderen Pufferakkus für den Nabendynamo ähnlich aussehen.

Das Verbindungskabel vom Nabendynamo zum Zzing Pufferakku mussten wir zwischenzeitlich ebenfalls austauschen. Hier hatte die Witterung zu stark am Klinkenstecker genagt. Mittlerweile deponieren wir den Ladestecker am Lenker unter einer Schutzkappe, die zumindest UV-Strahlung und Regen fernhält.

Eine nützliche Ergänzung zum oben beschriebenen Ladesystem war auf unserer Radreise ein Universal-Stecker, der uns den Zugang zu allen weltweit verfügbaren Steckdosen-Typen verschaffte. Wann immer es sich anbot, zogen wir das Akkuladen über das lokale Stromnetz dem System Nabendynamo - Pufferakku vor. Trotzdem möchten wir unsere autarke Stromversorgung auf zukünftigen Radreisen nicht mehr missen.

Plug5 Pure im Test

Das Plug5 Pure ist ein minimalistisches USB-Ladegerät und wird über den Nabendynamo des Fahrrads mit Strom versorgt. Laut dem Hersteller Cinq bzw. laden. Montiert wird das winzige Gerät direkt über dem Steuersatz und es ersetzt dabei die vorhandene Steuersatzkappe.

The Plug5 Pure liefert bereits ab einer Geschwindigkeit von 12 km/h 5 V und maximal 700 mA USB-Ladedestrom für alle Endgeräte. Wer einen integrierten Pufferakku will, der kann das Plug5 Plus verwenden. Damit kann das angesteckte Endgerät auch bei sehr langsamer Fahrt oder kurzen Stopps weiter laden.

Die Montage des Plug5 Pure ist im Grunde sehr simpel und wird in der Bedienungsanleitung auf der Homepage von Cinq gut erklärt, deswegen muss ich sie hier nicht wiederholen. Bevor man den Plug5 Pure installieren kann, müssen zuerst die vorhandene Aheadkappe und die Ahead-Kralle aus dem Gabelschaft demontiert werden.

Im Lieferumfang des Plug5 Pure ist eine neue Kralle dabei, der sogenannte Aheadset-Expander. Das Plug 5Pure ersetzt die vorhandene Endkappe über dem Vorbau und benötigt zwischen der Oberkante des Vorbaus und dem Gabelschaft ca. 5 mm Luft. Man muss also einen zusätzlichen 5 mm Spacer unter dem Vorbau montieren, um diesen Abstand wieder herzustellen.

Die Verkabelung sollte man sehr sorgfältig ausführen und sich vorher genau überlegen, wo man den Stecker einbaut. Nachdem der Einbau doch etwas länger gedauert hat als anfangs gedacht, war ich natürlich umso gespannter auf den Praxistest.

Allerdings würde ich häufige Ladeunterbrechungen bei jedem Smartphone möglichst vermeiden wollen, da manche Geräte darauf sensibel reagieren. Plus ab 15 km/h etwa 3,4 W Ausgangsleistung am USB-Anschluss. Bereits ab 25 km/h ist mit 5,2 W nahezu die Maximalleistung erreicht.

Zum Laden eines modernen Smartphones , das tagsüber mit maximal heller Beleuchtung als Navi dient, sind laut fahrradzukunft.de mehr als 2 W Dauerleistung nötig. Plug5 schon ab ca. 12 km/h erreicht und deckt sich exakt mit der Herstellerangabe.

Um auch ohne Messgeräte ein Gefühl für die Leistung des Plug5 Pure zu bekommen, habe ich die Ladegeschwindigkeit bei meinem Smartphone ermittelt. Der Test mit dem Smartphone hat den großen Vorteil, dass sich der aktuelle Ladestand des Smartphone-Akkus in % auf dem Display direkt ablesen lässt.

Die einzelnen Ladetests dauerten immer 10 Minuten (gestoppte Zeit) und wurden bei verschiedenen Lufttemperaturen und Geschwindigkeiten durchgeführt. Fahrgeschwindigkeit wurde dabei schrittweise von 15 auf 25 km/h erhöht. Zum Vergleich wurde das Smartphone danach an einer Steckdose bei der gleichen Temperatur im Freien geladen.

Smartphone war dabei immer im Flugzeugmodus und alle Apps waren deaktiviert. Beim ersten Test bei Temperaturen von 2-3 °C ist der Akkustand des Smartphones während der Fahrt trotz Ladens sogar leicht gesunken! Ergebnis: Offensichtlich beginnt der Ladevorgang des Smartphone-Akkus erst bei rund 6 °C.

Ich bin dabei eine Runde von 1 Stunde und 50 Min. Dauer in leicht hügeligem Terrain gefahren. Ergebnis: Sobald die Umgebungstemperatur auf ca. 11 °C steigt und die Geschwindigkeit mindestens 15 km/h beträgt, funktioniert das Laden des Smartphone-Akkus schon besser.

Wie zu erwarten war, lädt das Smartphone an der Steckdose insgesamt deutlich schneller als mit dem USB-Ladegerät Plug5 Pure auf dem Fahrrad. Die unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten von 15, 20 und 25 km/h spielen für die Ladegeschwindigkeit erst bei milden Lufttemperaturen von etwa 11 °C und wärmer eine Rolle.

Der Parallelbetrieb von Beleuchtung und Laden eines Akkus ist laut dem Hersteller Cinq grundsätzlich möglich. Deshalb habe ich diesen Test nach ein paar Minuten abgebrochen. vermute, dass meine Beleuchtung zu viel Strom braucht, so dass an der USB-Buchse einfach zu wenig Leistung ankommt, um damit ein Smartphone sinnvoll laden zu können.

Für diesen Test habe ich nur das Ladeverhalten meines Smartphone-Akkus beobachtet, weil sich hier der Akkustand direkt ablesen lässt und ich mein Smartphone auch für die Navigation einsetze. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt erzielt man keinen nennenswerten Ladeerfolg.

Während der restlichen Fahrzeit war das Display immer wieder für ein paar Minuten eingeschaltet, zumeist aber aus. für mich festzuhalten, dass das Laden meines Smartphones insgesamt sehr gut funktioniert hat.

Auf einen Ladetest meines Smartphones oder der Powerbank im Regen habe ich verzichtet, da sonst Wasser auf die USB-C Buchse des Plug5 Pure gelangen würde. Wer viel Wert auf Laden im Regen legt, dem würde ich eher zu einem externen USB-Ladegerät raten, das gut verpackt z.B. angeschlossener Powerbank liegt.

Fazit

Das Plug5 Pure ist ein sehr kompaktes und hochwertig verarbeitetes USB-Ladegerät zum Anschluss an den Fahrradynamo. gute Ladeleistungen erzielt es ab etwa 15 km/h. Mit höherer Geschwindigkeit steigt die Leistung noch weiter an und erreicht ab 25 km/h das Maximum.

Der Ladevorgang des Plug5 Pure beginnt schon ab einer Fahrgeschwindigkeit von 12 km/h, was gerade bei Radtouren mit Gepäck wichtig ist. Nach einigen Monaten im Einsatz bin ich von dem Plug5 Pure überzeugt. Optimierung über mehrere Jahre, sowie der Qualität der Verarbeitung relativiert sich der Preis wieder.

Nur Regnen darf es beim Laden nicht, weil sonst Wasser auf die Steckverbindung geraten kann. externes USB-Ladegerät...

Hier eine Tabelle mit einer Übersicht über die genannten Ladegeräte:

Ladegerät Pufferakku USB-Ausgang Gewicht Preis
Busch & Müller USB-Werk 100 mAh (fest verbaut) 5V, 0.5A 53g 70 Euro
Busch & Müller E-Werk Separat (1400 mAh) Variabel (bis 13.3V, 1.5A) 53g (Gerät), 180g (Akku) 130 Euro (Gerät), 64 Euro (Akku)
Cinq Plug6 plus 1100 mAh USB-C (bis 1200 mA) 197g 280 Euro
Cycle2Charge V3 Kein 5V, 1000 mA 50g 80 Euro
DynaLader Digital 25 Wh 5V, 1000 mA 312g 140 Euro
Forumslader V6 2.1 Ah oder 8.7 Ah 5V, 3A & 12V, 4A 120g oder 210g Variabel
Kemo M172 Kein 5.2V, 300 mA 53g 27 Euro
Lumi-Con Bike Energy Harvester PM (X) 15 Wh (PM) / 10 Wh (PMX) 5V, 1.5A Unbekannt 160 / 170 Euro
Lumotec Luxos U Integriert 5V (über Lenkertaster) Unbekannt 150 Euro
Velotor Sport E2 Pro Kein Bis zu 13W Ladeleistung Unbekannt 293 Euro
Zzing Smartphone Edition 5 x 2700 oder 5 x 2000 mAh 5V (USB) 259g 99 Euro (Basis) +

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