Ca Go FS 200 Family Plus
Der Hersteller aus Koblenz hat mit dem FS 200 eines der innovativsten Cargobikes entwickelt, das in puncto Sicherheit Maßstäbe setzt. Das Herzstück: die crashtestbewährte Transportbox aus EPP-Kunststoff mit hohem Kragen, die Platz für zwei Kinder sowie Wocheneinkäufe bietet. Eine eigens von Ca Go entwickelte geschützt verlegte Seilzuglenkung mit 90-Grad-Einschlag sorgt dank sehr direkter Lenkimpuls-Übertragung für eine agile Fahrweise. Der speziell für Lastenräder entwickelte Bosch Cargo-Motor wiederum für bullige Beschleunigung und gleichmäßiges Anstiegsklettern. Hinter der großen Box, unter der schwerpunktgünstig der Akku platziert ist, mit guter Rundumsicht Platz genommen, hat man das FS 200 dank breitem Lenker fest im Griff. Die Schaltung bedarf etwas Gewöhnung, schnell genießt man aber die (recht hörbare) Automatik bei 380% Übersetzungsbreite. Der Motor: antriebsfreudig und auch bei Vollbeladung zuverlässig leistungsstark. Apropos: Nahe dem 225-kg-Systemgewicht versteift sich das FS 200 spürbar und läuft dadurch sogar noch sicherer geradeaus. Die erstklassigen Scheibenbremsen verzögern an Vorder- und Hinterrad unterschiedlich stark, was Verbremsen vorbeugt.Ca Go setzt bei seinem FS200 Life Family Plus - Edition 5 & IBS voll auf Komfort - für den Fahrer und die Kinder gleichermaßen. Da die Vordergabel mit einer Federung versehen ist, fährt es auch für die Kinder vergleichsweise angenehm, wenn es über Kopfsteinpflaster geht. In Kombination mit den hohen Rücklehnen sowie dem Rand der Transportbox, der im Sitz- und Kopfbereich hochgezogen ist, bieten sie einen guten Schutz bei einem möglichen Unfall. Allerdings fanden die Prüfer im Labor im Erreichbarkeitsbereich der Kinder scharfe Kanten und unabgedeckte Öffnungen. Die Transportwanne ist im Sitzbereich zum Schutz höher geschnitten.
Ca Go setzt als Antrieb auf den Bosch Performance Line CX Cargo Motor mit 85 Newtonmetern und kombiniert diesen mit einer doppelten Akkulösung, was dem Rad einen im Labor gemessenen Wert von 1.093,7 Wattstunden brachte. Dass das E-Bike damit die höchste Reichweite von 126,2 Kilometer erzielte, ist wenig erstaunlich. Mit knapp 70 Kilogramm Eigengewicht ist das Cargo-E-Bike das schwerste der drei Testkandidaten, bietet aber mit 225 Kilogramm das höchste zulässige Gesamtgewicht.
- PRO Komfortables Fahren dank Federgabel und gefederter Sattelstütze, verstellbare Kopfstützen für die Kinder, Blinker- und Fernlichtfunktion, beste Bremsergebnisse & höchste Reichweite
- KONTRA Mit 69,6 kg schwerstes Rad im Test, Ständer zum Aufbocken nicht ganz so einfach zu bedienen, scharfe Kanten im Erreichbarkeitsfeld der Kinder
Imtest Ergebnis: gut 1,87
Tenways Longtail Duo
Das Tenways Longtail Duo hat als erstes Longtail-Bike des Herstellers für nur 3.499 Euro einiges zu bieten: Starker Mittelmotor mit großem Akku, Riemenantrieb, stufenlose Schaltung und volle Ausstattung für den Transport von zwei Kindern. Das Longtail Duo wird aus den Niederlanden in zwei großen Kartons geliefert - und hier kommt direkt eine Empfehlung: Eine zweite Person hilft beim Aufbau enorm. Wie von Tenways gewohnt ist alles sehr gut verpackt und mit zahlreichen Kabelbindern gesichert. Das Lösen dauert seine Zeit, aber dafür kommt das E-Bike auch ohne Kratzer oder Transportschäden an.
Das mitgelieferte Zubehör für den Aufbau ist umfangreich: Vorderrad, Frontgepäckträger in Korbform, höhenverstellbare Trittbretter, gepolsterte Reling für die Kindersitze, komplettes Werkzeug, Pedale, extra Reflektoren für vorne und hinten und sogar eine Miniluftpumpe. Auf dem Gepäckträger sind zudem zwei Sitzpolster für Kinder vormontiert. Der Aufbau selbst ist durchdacht: Lenker montieren, Vorderrad einsetzen, Schutzblech anbringen, Korb befestigen, Licht verkabeln, Trittbretter und Pedale anschrauben - fertig. Nur das sehr lange Kabel zur Frontbeleuchtung hätte etwas kürzer sein können und benötigt noch einen Kabelbinder zur ordentlichen Befestigung.
Das Tenways Longtail Duo macht sofort einen hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung ist tadellos, Schweißnähte sind nur an der Korbaufnahme sichtbar. Mit 32 kg Nettogewicht (41 kg inklusive Zubehör) liegt das Longtail Duo im unteren Bereich seiner Klasse. Besonders beeindruckend ist der filigrane Doppelständer, der sich nach links und rechts ausfaltet - ein durchdachtes System, das das schwere Rad mühelos und sicher abstellt und mich im Laufe des Tests noch weiter begeistern wird.
Das geschwungene Oberrohr verleiht dem Lastenrad ein elegantes Holland-Rad-Feeling, während die große Klingel prima zum Gesamtkonzept passt. Der verstellbare Vorbau und die Teleskop-Sattelstütze sind gut gewählte Komponenten für den Familienbetrieb. Besonders die Sattelstütze begeistert: Mit einem Hebel am linken Lenker lässt sich die Höhe stufenlos verstellen - ohne Werkzeug oder Schnellspanner. Das ist ein riesiger Vorteil, wenn mehrere Personen das Rad nutzen und schnell ihre jeweilige Sitzposition wählen wollen. Das Longtail Duo eignet sich für Fahrerinnen und Fahrer zwischen 160 und 195 cm Körpergröße.
Technisch setzt Tenways auf bewährte Komponenten: Der Bafang M410 Mittelmotor, den wir zum Beispiel aus dem SUV E-Bike AGO X kennen, liefert 250 W Nennleistung und 80 Nm Drehmoment. Er wird von einem entnehmbaren 720 Wh-Akku auf 36 Volt-Basis mit Strom versorgt. Die Kraftübertragung erfolgt über einen wartungsarmen Gates CDX Riemen zur stufenlos einstellbaren Enviolo-Nabenschaltung, die auch beim Tenways AGO T verbaut ist. Hydraulische Tektro-Scheibenbremsen mit 4-Kolben-Technik sorgen für die nötige Verzögerung.
Nach dem Anschalten - hier muss man erst einen vierstelligen PIN-Code eingeben - präsentiert sich ein sehr übersichtliches TFT-Display. Es bietet alle wichtigen Daten auf einen Blick und ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung vernünftig ablesbar. Das Schalten der Unterstützungsstufen, des Lichts und der Displayansichten ist mühelos mit dem Daumen am Bedienteil möglich. Allerdings merkt sich das E-Bike nach dem Ausschalten nicht die zuletzt gewählte Unterstützungsstufe und startet immer bei null.
Die ersten Kilometer zeigen schnell die Stärken des Tenways Longtail Duo auf. Die Enviolo-Schaltung ist ein Traum für alle, die nicht gerne schalten oder Schaltgeräusche nicht mögen: Einfach am rechten Griff drehen, und das System passt die Übersetzung stufenlos an - auch im Stand. Der Bafang-Motor macht einen soliden Job und arbeitet harmonisch mit der jeweiligen gemessenen Tretkraft an den Pedalen zusammen. Während die fünfte Unterstützungsstufe wie so oft bei E-Bikes am meisten Spaß macht, reicht die zweite Stufe in der Ebene völlig aus. Sogar, wenn Kinder oder Gepäck transportiert werden.
Ein absolutes Highlight sind die hydraulischen Tektro-Scheibenbremsen. Selbst bergab bei 35 km/h mit Kind und Gepäck (etwa 140 kg Gesamtgewicht) vermittelt das E-Bike immer das Gefühl der vollständigen Kontrolle. Die Verzögerung ist kraftvoll und zugleich harmonisch - genau das, was man bei einem Lastenrad braucht. Mit einer Gesamtlänge von 2,05 m und einem Radstand von 1.378 mm bleibt das Longtail Duo trotz Langheck schön wendig. Das Handling vom Lastenrad empfinde ich als sehr gut. Durch die breite Lenkstange lässt sich das Longtail Duo auch bei niedriger Geschwindigkeit präzise durch engere Passagen navigieren.
Auf der Ebene brilliert das Longtail Duo mit gutem Anfahrverhalten und erreicht auch mit viel Gewicht mühelos 25 km/h. Hier reichen oft schon die Unterstützungsstufen 1-2, da die Enviolo-Schaltung ihre Stärken dann ausspielt. Bei Steigungen wird es anspruchsvoller. Der Motor macht zwar prinzipiell einen guten Job, aber bei starken Anstiegen und hoher Beladung muss der Fahrer ordentlich mittreten. In unserem Praxistest haben wir mit einer Akkuladung etwa 60 km bis 70 km je nach Fahrweise und Unterstützungsstufe zurücklegen können. Tenways gibt bis zu 100 km Reichweite an, was unter optimalen Bedingungen realistisch erscheint. Der Akku lässt sich entweder am Rad direkt oder entnommen laden.
Ein echtes Highlight verdient besondere Erwähnung: der ausklappbare Doppelständer. Er löst gleich mehrere Probleme auf elegante Weise. Erstens lässt er sich mühelos hoch- und runterklappen - ganz anders als bei günstigen Lastenrädern, wo man das E-Bike wie beim Motorrad hochbocken muss. Zweitens ist er so konstruiert, dass ausgeklappt noch etwas Luft zum Boden bleibt. Der Ständer fungiert quasi wie Stützräder - das Rad kann nicht umfallen, lässt sich aber noch bewegen. Das ist besonders beim Auf- und Absteigen der Kinder ein Sicherheitsplus.
Auch nach mehreren Stunden im Sattel bleibt der Selle Royal Gel-Sattel bequem und verursacht auch keine Schmerzen. Das ist selten und spart gegebenenfalls auch anderen den sonst recht üblichen Sattelwechsel. Die klappbaren Trittbretter sind durchdacht gelöst. Hochgeklappt stören sie nicht und das Rad wirkt schlanker, heruntergeklappt bieten sie den Kindern eine stabile Fußablage. Praktisch ist auch das ABUS-Rahmenschloss am Hinterrad beim Tenways Longtail Duo, das mit dem gleichen Schlüssel wie das Akkuschloss funktioniert.
Die Federgabel mit Lock-Funktion ist für den Stadteinsatz vollkommen ausreichend. Auf Pflastersteinen filtert sie Vibrationen heraus, und auch Wurzelwerk im Wald lässt sich problemlos überfahren. Praktisch ist die Sperrmöglichkeit: Auf ebenen Strecken kann man die Federung deaktivieren und spart so Energie, da die Gabel nicht mehr auf- und abwippt.
Das kontaktlose Entsperren über die Tenways-App funktioniert in der Praxis meistens gut. Sobald ich mit dem Smartphone in die Nähe des Rads komme, entsperrt es sich automatisch - allerdings dauert der Aufbau der Bluetooth-Verbindung manchmal doch länger als erhofft. Die GPS-Ortung ist praktisch, gerade in der Stadt wo man schnell mal den Überblick verliert. Über die App kann ich jederzeit sehen, wo das Rad steht, sofern dicke Mauern das Signal nicht abschirmen. Das Geofencing haben wir auch getestet - es funktioniert zuverlässig und schickt eine Benachrichtigung aufs Handy, wenn das Rad die eingestellte Zone verlässt. Noch sinnvoller könnte für den einen oder die andere die Bewegungserkennung sein.
Das Tenways Longtail Duo ist ein durchdachtes und hochwertiges Familien-Lastenrad zum fairen Preis. Die Kombination aus solidem Mittelmotor, wartungsarmem Riemenantrieb, stufenloser Schaltung und hervorragenden Bremsen ist in dieser Preisklasse außergewöhnlich. Durch die mitgeflieferten gepolsterten Sitze, die Trittbretter und das Geländer, ist alles für den Transport von ein bis zwei Kindern im Basispaket dabei. Für Familien, die ein vielseitiges Lastenrad suchen, ohne zu tief in die Tasche greifen zu müssen, könnte das Longtail Duo daher eine ausgezeichnete Wahl sein. Die Schwäche bei starken Steigungen ist verschmerzbar, wenn man das Rad hauptsächlich urban und für moderate Touren einsetzt.
Das Tenways Longtail Duo ist für 3.499 Euro direkt über den Tenways-Onlineshop erhältlich. Inklusive kostenlosem Versand, 2 Jahren Garantie und einem Jahr kostenlosem Smart Connect Service.
Weitere empfehlenswerte Cargo-E-Bikes
- Bergamont E-Cargoville LJ Elite: Besonders sichere Kurvenlage durch Lenkereinschlagsbegrenzung, absenkbare Sattelstütze bietet hohe Sicherheit, Automatikschaltung sorgt für Komfort.
- i:SY Cargo P12 ZR Maxi: Überrollbügel bietet zusätzliche Sicherheit, fühlt sich beim Fahren am wenigsten nach Cargo-E-Bike an, daher besonders wendig und agil, Kinder können durch Seitentür in die Box einsteigen.
Die Qual der Wahl: Welches Lastenrad passt zu Ihnen?
Die Entscheidung für ein E-Lastenrad hängt stark von Ihren individuellen Bedürfnissen und Präferenzen ab. Daher ist es empfehlenswert, vor dem Kauf ausgiebige Recherchen anzustellen und wenn möglich, verschiedene Modelle probezufahren. Hier sind einige wichtige Punkte, die Sie beim Kauf eines Elektro-Lastenrads berücksichtigen sollten:
- Verwendungszweck: Überlegen Sie, wofür Sie das Lastenrad hauptsächlich nutzen möchten.
- Kapazität und Größe: Prüfen Sie die maximale Zuladung und die Abmessungen des Lastenbereichs.
- Motorleistung und Akkulaufzeit: Achten Sie auf Modelle mit einem leistungsstarken Motor und einem Akku mit hoher Kapazität.
- Komfort und Handling: Die Ergonomie des Fahrerplatzes, die Qualität der Sitzposition und die Handhabung sind besonders bei längeren Fahrten wichtig.
- Sicherheit: Achten Sie auf Sicherheitsmerkmale wie stabile Standfüße, gute Beleuchtung, effektive Bremsen und Reflektoren.
- Preis und Garantie: Lastenräder können teuer sein, daher sollten Sie Preise vergleichen und auf Garantiebedingungen achten.
- Testberichte und Bewertungen: Suchen Sie nach Testberichten und Kundenbewertungen, um mehr über die Zuverlässigkeit, Handhabung und den Kundenservice der Marke zu erfahren.
- Zubehör und Anpassungsmöglichkeiten: Prüfen Sie, welches Zubehör inklusive ist und welche Anpassungsmöglichkeiten es gibt.
- Hersteller und Marken: Informieren Sie sich über die Reputation und das Angebot verschiedener Marken.
Übersicht ausgewählter Modelle
| Modell | Preis (ca.) | Motor | Akku | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Ca Go FS200 Family Plus | k.A. | Bosch Performance Line CX Cargo | Doppel-Akku | Hohe Reichweite, hohe Sicherheit |
| Tenways Longtail Duo | 3.499 € | Bafang M410 | 720 Wh | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Riemenantrieb |
| Bergamont E-Cargoville LJ Elite | k.A. | Bosch Performance Line CX Cargo | k.A. | Automatikschaltung, sichere Kurvenlage |
| i:SY Cargo P12 ZR Maxi | k.A. | MGU (Motor.Gearbox.Unit) | k.A. | Wendiges Fahrverhalten, Überrollbügel |
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