Elektrofahrräder erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Viele E-Bike-Fahrer fragen sich, wie sie ihr E-Bike schneller machen können. Doch wie lässt sich ein E-Bike frisieren? Sind entsprechende Veränderungen am Rad erlaubt und ungefährlich? Kann für das E-Bike-Tuning eine Strafe drohen? Und gibt es andere Möglichkeiten, um ein E-Bike legal zu tunen?
In diesem Artikel erfährst du, welche legalen Tricks es gibt, um die Effizienz deines E-Bikes zu steigern, und wo die Grenzen des Erlaubten liegen.
Illegales E-Bike-Tuning: Die Gefahren
E-Bikes haben aus sicherheitstechnischen Gründen eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingebaut. Gemäß § 39 Abs. Der Gesetzgeber definiert für diese Fahrzeuge, die zu den Fahrrädern zählen, demnach einen Grenzwert für die elektronische Unterstützung. Daher unterbricht der Hilfsmotor, sobald das Rad eine Geschwindigkeit von 25 km/h erreicht hat oder der Fahrer nicht mehr in die Pedale tritt.
Mithilfe verschiedenster Tuning-Tools kann man diese Drossel entfernen, damit der Antrieb auch jenseits der 25 km/h noch weiterfeuert. Es gibt allerdings Möglichkeiten, die eine Veränderung der Motorunterstützung ermöglichen. So kann ein E-Bike-Tuning etwa per App erfolgen, um dadurch die Unterstützung auf mehr als 25 km/h zu erhöhen. Ebenso können sogenannte Speedclips zum Einsatz kommen, die den Geschwindigkeitssensor manipulieren und somit erst bei 50 km/h zu einer Unterbrechung des Hilfsmotors führen.
Der Umfang des Phänomens „Pedelec-Tuning“ ist kaum zu bestimmen. Der rege Erfahrungsaustausch in Internetforen, Anleitungen auf Videoplattformen und Angebote im Internet belegen aber Kauf und Nutzung von Tuning-Kits.
Durch das verbotene Tuning wird ein Elektrofahrrad zum S-Pedelec. Außerhalb des privaten Grundstücks fehlt die vorgeschriebene Betriebserlaubnis. Das ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 4 und § 48 Fahrzeug-Zulassungsverordnung.
Rechtliche Konsequenzen
Wer die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung mit Versicherungskennzeichen nicht vorweisen kann, begeht eine Straftat nach § 6 Pflichtversicherungsgesetz und riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Wenn die notwendige Fahrerlaubnis fehlt (mindestens Klasse AM), ist das ebenfalls strafbar.
Ein Unfall mit einem solchen Zweirad kann leicht zum finanziellen Ruin führen. Nach § 7 Straßenverkehrsgesetz haften Halter:innen eines Kraftfahrzeugs ohne Verschulden für Schäden beim Betrieb. Kraftfahrzeuge sind zum Ausgleich pflichtversichert, nicht jedoch S-Pedelecs ohne Betriebserlaubnis.
Auch die Privathaftpflichtversicherung, die das Pedelec bis zum Umbau abgedeckt hat, zahlt nicht. Zur gesteigerten Haftung kommt also eine unbegrenzte, nicht versicherte Schadensersatzpflicht, die nach Auskunft des Versicherungsverbands GDV auch nicht von der Verkehrsopferhilfe aufgefangen wird.
ADFC-Rechtsexperte Roland Huhn sagt: „Massenhaftes Tuning gefährdet auf lange Sicht den rechtlichen Status des Pedelecs als Fahrrad, ebenso wie die Forderungen nach einer Steigerung der Unterstützungsgeschwindigkeit auf 30 km/h.
Strafen für E-Bike-Tuning
Verstößt das Tuning beim E-Bike gegen die gesetzlichen Vorschriften, drohen Konsequenzen. Abhängig von den durchgeführten Umbauten kann eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat vorliegen.
Viele Schrauber gehen davon aus, dass durch den Abbau der entsprechenden Module das E-Bike-Tuning nicht mehr nachweisbar ist. Fachleute sind allerdings häufig in der Lage, entsprechende Modifizierungen zu erkennen. Möglich ist dies mitunter durch auffällige Verschleißerscheinungen am E-Bike, die auf die zusätzliche Belastung zurückzuführen sind.
Durch das Tuning entfallen alle Garantie- und Gewährleistungsansprüche an den Hersteller, weshalb du im Schadensfall auf den Kosten sitzenbleibst. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass das Tuning unbemerkt bleibt, da moderne Technologien alle relevanten Daten speichern, die im Zweifelsfall von Behörden, Händlern oder Herstellern schnell ausgelesen werden können.
Da ein getuntes E-Bike ohne Zulassung nicht erlaubt ist, drohen auch für diesen Tatbestand Strafen. Für diesen Fall sehen die E-Bike Vorschriften in Deutschland ein Bußgeld von 70 Euro vor, zusätzlich gibt es einen Punkt fürs Flensburger Sünderkonto.
Ein Beispiel dafür ist die Software von Bosch, die auch das Bosch Performance Line CX Tuning verhindern soll und direkt auf illegales Tuning reagiert. E-Bike-Fahrer müssen dann 90 Minuten im sogenannten Notlaufmodus weiterfahren, bei dem der Antrieb gedrosselt ist, damit das System wieder freigeschaltet werden kann.
| Verstoß | Rechtliche Folge |
|---|---|
| Fahren ohne Betriebserlaubnis | Ordnungswidrigkeit, Bußgeld |
| Fahren ohne Versicherungsschutz | Straftat, Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr |
| Fahren ohne Fahrerlaubnis (falls erforderlich) | Straftat |
| Haftung bei Unfall | Unbegrenzte Schadensersatzpflicht, Verlust des Versicherungsschutzes |
Legale Alternativen und Optimierungen
Wenn man sich nicht um das Hin und Her der gesetzlichen Auflagen kümmern möchte, gibt es auch einfachere Mittel und Wege die Effizienz des E-Bikes zu steigern. Es handelt sich dabei um Maßnahmen, die generell bewirken, dass das Rad optimalere Bodenhaftung, Lenkbarkeit, etc. hat.
Reifendruck
Hindernis #1 ist der falsche Reifendruck. Ist er zu niedrig, drückt sich der Reifen unter dem Gewicht zu platt und hat eine zu große Reibungsfläche am Boden. Ist er zu hoch, tut das Rad, was es will und die Steuerung wird schwierig. Leider gibt es keine Non-Plus-Ultra-Raddruckangabe, die immer und überall funktioniert.
Für die Energieeffizienz, damit also der Akku möglichst lange viel Leistung bringen kann, ist besonders ein zu niedriger Reifendruck fatal. Sind die Reifen voll und ganz aufgepumpt, wird das E-Bike automatisch schneller. Dabei darf ruhig an den oberen Grenzbereich des Reifendrucks gegangen werden, den der Hersteller zulässt.
Bremsen
Geschwindigkeitsprobleme bekommt man auch, wenn die Bremsen zu viel des Guten leisten und die Bremsklötze auch ohne Betätigung des Hebels an der Bremsscheibe reiben. Ob das der Fall ist, testet man am besten indem man das Rad durchdrehen lässt.
Damit der wieder gerade ausgerichtet wird, macht man die Schrauben am Sattel auf, betätigt die Bremse ein paar Mal und hält sie dann gedrückt, wenn man den Sattel wieder festschraubt.
Federung
Ohne die ideale Einstellung bei der Federung des Mountainbikes, ist die Griffigkeit des Reifens schlecht und man muss somit mehr Kraft aufwenden, um das Rad ordentlich zu steuern. Damit man die ideale Federung erhält, stellt man sich am besten mit dem ganzen Körpergewicht plus Rucksack, Helm, etc. auf das Mountainbike und misst, wie weit Stoßdämpfer und Radgabel einsinken.
Auf manchen Stoßdämpfern sind Indikatoren angegeben, die aussagen, wie weit sie einsinken sollten. Daumen mal Pi beträgt dieser Indikator meist um die 20 % bei der Gabel und 30 % am hinteren Stoßdämpfer. Um die Federung intensiver zu machen, nimmt man Luftdruck aus der Federung raus, damit sie mehr Spiel hat. Braucht man eine härtere Federung, muss mehr Luft hineingepumpt werden.
Daneben kann man auch noch die Zugstufe einstellen. Diese ist für die Schnelligkeit der Federung verantwortlich. Entweder ist sie zu schnell, wobei man quasi einen Gegendruck von der Federung bekommt, oder sie ist zu langsam, sodass die federnde Ausgleichswirkung nicht genügend gegeben ist.
Das bekommt man durch Ausprobieren auf verschiedenen Strecken heraus. Man kann die Flexibilität stufenweise verstellen und dann jeweils beobachten, wie es sich anfühlt.
Pflege
Das Feintuning für die Höchstgeschwindigkeit des E-Bikes bildet die regelmäßige Pflege des Rades. Besonders die Kette ist dabei wichtig, genauer gesagt, dass sie gut geölt ist. Eine sperrige, eingerostete Fahrradkette lässt einen unnötig viel Energie aufwenden, um auf die gewünschte Geschwindigkeit zu kommen.
Rundumpflege fürs Fahrrad kann darüber hinaus auch nicht schaden. Lockere Schrauben festziehen hier - lose Kabel festbinden dort und das Rad läuft, wie es soll.
Weitere legale Methoden
- E-Bike-Drehmoment erhöhen: Eine Möglichkeit, dem Akku mehr oder besser nutzbare Leistung abzuverlangen, ist ein Wechsel der Antriebsritzel. Das funktioniert allerdings ausschließlich bei E-Bikes mit Kettenschaltung, idealerweise mit Mittelmotor. „Vorne wenig Zähne, hinten viele“ ist der legale Weg zu mehr Leistung am Berg.
- Software-Lösungen: Einige Hersteller bieten Software-Lösungen an, mit denen das Drehmoment des E-Bike-Motors je nach Einsatzbereich modifiziert werden kann. Besonders bei sportlichen Fahrten oder steilen Anstiegen kann eine Erhöhung des Drehmoments sinnvoll sein.
S-Pedelecs als legale Alternative
Um mehr Motorunterstützung und damit höhere Geschwindigkeiten zu erhalten, musst du nicht zwangsläufig tunen. Eine legale Alternative sind S-Pedelecs. Diese unterstützen bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h, erfordern jedoch ein Versicherungskennzeichen und einen Führerschein der Klasse AM. Bei den sogenannten S-Pedelecs wird die Motorunterstützung nicht schon bei 25 km/h, sondern erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h abgeschaltet.
Schnelle Pedelecs, die eine elektrische Tretunterstützung bis zu 45 km/h bieten, gelten als Kraftfahrzeuge und unterliegen daher spezifischen Vorschriften:
- Es wird ein Versicherungskennzeichen benötigt, ähnlich wie bei Mofas oder Leichtkrafträdern.
- Der Fahrer muss mindestens eine Fahrerlaubnis der Klasse AM besitzen, die normalerweise für Leichtkrafträder und Mofas erforderlich ist.
- Diese Pedelecs dürfen nur auf der Fahrbahn gefahren werden, da sie aufgrund ihrer Geschwindigkeit und Leistung als Kraftfahrzeuge gelten.
- Das Befahren von Radwegen ist mit diesen schnellen Pedelecs grundsätzlich verboten.
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