Der Markt für E-Bike Motoren hat in den letzten Jahren eine dynamische Entwicklung erlebt. Insbesondere gibt es teilweise gewaltige Unterschiede zwischen den verschiedenen Herstellern. Grund genug, die verschiedenen E-Bike Motoren miteinander zu vergleichen. Hier erhalten Sie einen Überblick über aktuelle E-Bike Motoren.
Maxon Bikedrive Air S: Kompakt und Leistungsstark
Maxon, der Schweizer Spezialist für Antriebstechnik, stellt auf der Eurobike die zweite Generation seines kompakten E-Bike-Mittelmotors vor. Der Bikedrive Air S soll mit einem hohen Drehmoment von 90 Newtonmetern bei einem Motorgewicht von nur zwei Kilogramm punkten. Das System sei laut Hersteller für ein möglichst natürliches Fahrgefühl entwickelt worden, wobei Rahmen und Antriebseinheit eine optische und funktionale Einheit bilden sollen. Klar ist: So schlank waren Power-E-MTBs noch nie.
Der Bikedrive Air S soll den Fahrer präzise und gleichmäßig unterstützen, auch bei hoher Trittfrequenz, ohne Nachschwingen oder Verzögerung. Die Bauform ist äußerst kompakt und ähnelt sowohl dem Vorgänger Bikedrive Air, als auch dem Fazua Ride 60. Besonderheit: Ein Teil des länglichen Motors verschwindet unsichtbar im Unterrohr des Bikes.
Durch seine vollständige Integrierbarkeit in den Rahmen eignet sich das System für den Einsatz in verschiedenen Bike-Kategorien - vom Mountainbike über Gravel bis hin zu urbanen Plattformen. Die Spitzenleistung des Motors soll bei 620 Watt liegen. Das wäre etwas mehr, als die klassischen Motoren von Bosch und Shimano in den letzten Jahren ausgeworfen haben. Bosch hat mit seinem Power-Update allerdings deutlich aufgestockt, womit der Performance CX jetzt deutlich kräftiger ist.
Minimalismus auch bei Akku und Interface
Aktuell gibt es für das System einen Akku mit 400 Wattstunden. Doch eine größere Option mit 600 Wattstunden ist kurz vor der Fertigstellung und soll laut Hersteller noch in diesem Jahr verfügbar sein. In den aktuell gezeigten Bikes sind die Batterien jeweils fest verbaut. Auch hier scheint Maxon den Fokus eher auf ein kompaktes, und minimalistisches System zu setzen, denn auf maximale Leistung. Zusätzlich kann das System durch einen optionalen 250-Wh-Range-Extender ergänzt werden. Die Steuerung läuft - wie beim Vorgänger - über ein minimalistisches Interface am Lenker und im Oberrohr. Zur Feineinstellung und Visualisierung der Fahrdaten gibt’s die Maxon App.
Die Fakten zum Maxon Bikedrive Air S:
- Drehmoment: 90 Newtonmeter
- Spitzenleistung: 620 Watt
- Motorgewicht: 2 Kilogramm
- Akkuoptionen: 400 und 600 Wh
- Optionaler Range-Extender: 250 Wh
- Minimalistische Steuerung am Lenker und im Oberrohr
- Maxon App für Feineinstellung und Datenvisualisierung
In der Kommunikation zum neuen Motor geben sich die Schweizer natürlich selbstbewusst. Dominik Stockmann, Head of R&D bei Maxon, erklärt: "Unser Anspruch war es, maximale Leistungsdichte mit einer effizienten, präzisen Regelung und kompakter Bauweise zu vereinen. Genau darin liegt unsere Stärke - ob in Satelliten, Flugzeugen, Formel-1-Rennwagen oder jetzt im E-Bike."
Die Bikes mit Maxon Bikedrive Air S
Auf der Eurobike standen bereits diverse Räder mit dem neuen Antrieb. Doch große Marken sucht man darunter aktuell vergeblich. Wie schon mit dem Vorgänger-Motor setzen die Schweizer Firmen Thömus und Transalpes auf das System. Dazu kommen noch kleinere Brands wie Instinctiv, Spherik, Bikelab, Goobz und CDuro.
Alternative: Macvol Peak20 mit 90 Nm Drehmoment
Der auf dem deutschen Markt recht neue Hersteller Macvol hat bereits vier E-Bike Modelle im Programm. Wir haben uns das Hardtail Peak20 besorgt und ausgiebig getestet. Das Macvol P20 ordnet sich irgendwo zwischen gutem Einsteigerbike und Mittelklasse Hardtail ein. Diesen Anspruch unterstreicht sowohl der Preis als auch die Ausstattung. Auf der ersten Fahrt macht sich der kräftige Antrieb schnell bemerkbar. In nahezu jeder Situation und Unterstützungsstufe schiebt der Mittelmotor kräftig an. In wechselndem Terrain zeigt sich der Antrieb durchaus ausgewogen. An Steigungen spielt der Antrieb dagegen seine Stärken voll aus. Das E-Bike fährt sich trotz des Gesamtgewichts von ungefähr 26 kg gut und aufgrund der 27,5″ Bereifung auch wendig.
Full-Power Motoren im Vergleich
Full-Power Motoren stehen für genau das, was sich hier bereits im Namen versteckt: volle Power und eine Extraportion an Leistung. Ein Full-Power Motor schiebt dich besonders kraftvoll an, kann schneller beschleunigen und das Tempo halten, weshalb du damit selbst steilste Anstiege meisterst.
Um im Rahmen des Full-Power Motorenvergleichs auch eine Vergleichbarkeit zu schaffen, hat sich Leon auf einige Hauptaspekte konzentriert: das Gewicht und die Erscheinung der Motoren, die dargebotene Leistung mitsamt der Geräuschentwicklung sowie das Fahrgefühl und Drehmoment.
Die Kandidaten im Detail
Der Bosch Performance Line CX sowie der Shimano EP801 Motor kommen beide mit einem Drehmoment von 85 Nm. Lediglich der Brose Drive S Mag fällt hier nach oben aus der Reihe und liefert satte 90 Nm Unterstützung, die dennoch beeindrucken präzise kontrolliert werden können. Der Bosch-Motor punktet vor allem mit einer energiegeladenen Beschleunigung und einer stabilen Performance in unterschiedlichen Geländearten. Der Shimano Motor sichert eine ausgeglichene Leistung und trägt zu einem geschmeidigen Fahrerlebnis bei.
Vergleich: Bosch Performance Line CX, Brose Drive S Mag, Shimano EP801
| Motor | Gewicht | Drehmoment |
|---|---|---|
| Bosch Performance Line CX | ca. 2,9 kg | 85 Nm |
| Brose Drive S Mag | ca. 2,9 kg | 90 Nm |
| Shimano EP801 | ca. 2,7 kg | 85 Nm |
ZF CentriX: Der Newcomer mit 90 Nm
Der neue ZF E-Bike Motor will mit einer Kombination aus hohem Drehmoment, geringem Gewicht und kleinem Bauraum überzeugen. 2,5 kg bei 90 Nm Drehmoment und 600 Watt Maximalleistung klingen auf den ersten Blick vielversprechend. Der ZF E-Bike Motor wird mit einer speziellen Halteplatte von unten nach oben in den Rahmen gespannt. Gespeist wird der ZF E-Bike Motor von Akkus in zwei verschiedenen Ausführungen: 504 oder 756 Wh. Der kleine Akku wiegt 3,2 kg und die größte Version 4,2 kg (Herstellerangabe).
Der ZF CentriX-Motor ist etwas größer als eine Cola-Dose und bringt 90 Nm Drehmoment und eine maximale Leistung von 600 Watt.
Die Technik hinter dem ZF Centrix Antrieb
Das ZF Bike Eco System setzt auf 48 Volt, während die meisten klassischen E-Bike-Motoren auf 36 Volt laufen. Besonders ist die kreisrunde Form, die unweigerlich an die Motoren von TQ erinnert, wie den leichten HPR50 oder den superstarken TQ HPR120. Tatsächlich gibt es auch im Inneren gewisse Ähnlichkeiten zwischen dem ZF- und den TQ-Motoren. Auch wenn das Wellgetriebe im Centrix nicht identisch mit dem namensgebenden Harmonic Pinring in den TQ-Antrieben ist, ähneln sich doch Bauform und Funktionsweise.
Bikes mit dem CF Centrix E-Bike-Motor
Der ZF-Antrieb ist nagelneu und serienfertige Bikes gibt es noch nicht. Doch ein Modell hat sich bereits angekündigt: Raymon bringt für das Modelljahr 2025 eine ganz neue Plattform mit dem ZF Centrix, das Tarok Ultra. Das Tarok Ultra soll es zum Verkaufsstart Anfang 2025 in drei Ausstattungsvarianten geben.
Brose Drive S: Kraftpaket mit natürlichem Fahrgefühl
Im September 2017 hat der deutsche Automobilhersteller Brose einen Motor speziell für e-Mountainbikes herausgebracht, den Brose Drive S. Mit 90 Nm Drehmoment hatte sich bereits sein Vorgänger (Brose Drive T) im Vergleich mit anderen Premium-Mittelmotoren von Bosch oder Shimano in Sachen Kraft an die Spitze gesetzt - aber eben nur auf dem Papier. Mit dem Drive S sind die Zeiten der Kritik aber vorbei, denn dieser eMTB-Antrieb bietet 15 % mehr Leistung, der Motor spricht in höheren Trittfrequenzen schneller an und bringt mehr Druck.
Brose Motoren stehen seit jeher für ein natürliches Fahrgefühl - einer der Gründe, warum der Antriebshersteller im e-Bike Bereich so erfolgreich ist. Selbst bei 15 % mehr Leistung arbeitet der Drive S noch ebenso sensibel und ebenso leise wie der Drive T. Der Drive S klebt geradezu am Pedal und reagiert mit seiner feinfühligen Sensorik schnell und kraftvoll.
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