E-Bike Akku Sicherung prüfen und wechseln: Eine umfassende Anleitung

Wenn der Akku des E-Bikes nicht lädt oder das E-Bike unerwartet ausfällt, kann eine defekte Sicherung die Ursache sein. Hier erfahren Sie, wie Sie die Sicherung Ihres E-Bike-Akkus überprüfen und gegebenenfalls austauschen können.

Ursachenforschung am Akku

Zuerst sollte man herausfinden, was mit dem E-Bike-Akku nicht stimmt, um ihn eventuell reparieren zu können. Das kann grundsätzlich verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel könnte die Sicherung durchgebrannt sein, die Schutzelektronik, also das Batterie-Management-System (häufig mit BMS abgekürzt) des Akkus, könnte defekt sein oder in den Schutzmodus geschaltet haben, es könnte sich irgendwo im Akku ein Stecker gelöst haben oder die Zellen selbst sind tiefentladen und deswegen am Ende ihrer Lebensdauer.

Spannung am Ausgangsstecker prüfen

Um einen ersten Anhaltspunkt zu bekommen, was mit dem Akku los ist, messe ich die Spannung am Ausgangsstecker des Akkupacks. Dazu nutze ich ein Multimeter und behelfe mir mit zwei Metallstücken, weil ich keinen passenden Gegenstecker für den Akku dahabe. Dabei gehe ich sehr vorsichtig mit den Metallstücken um, sodass sich diese nicht berühren, um keinen Kurzschluss auszulösen.

Sicherungen im Akkupack überprüfen

Bei diesem Akku sind Sicherung von außen ziemlich leicht zugänglich, deswegen schaue ich mir die als Nächstes an. An der Oberseite des Akkupacks stecken die Sicherungen. Ich ziehe sie einfach mit einer Pinzette raus. Um zu überprüfen, ob die Sicherungen durchgebrannt sind, verwende ich wieder das Multimeter, das ich dieses Mal auf Durchgangsprüfung gestellt habe. Das Messgerät piepst, die Sicherungen sind also noch gut.

Schutzmodus der Schutzschaltung testen

Da es sein könnte, dass die Schutzschaltung des Akkupacks in den Schutzmodus gegangen ist, versuche ich als Nächstes, diese freizuschalten. Dazu lege ich eine externe Spannungsquelle an den Akku an und muss leider feststellen, dass nichts passiert.

Sichtprüfung der Elektronik durchführen

Soweit also die Diagnose, die ich von außen am Akkupack vornehmen konnte. Da ich die Ursache bisher nicht finden konnte, muss ich den Akkupack jetzt aufschrauben und mir das Innenleben genauer anschauen. Nachdem wir alle Torx-Schrauben entfernt haben, kann ich den sogenannten Corepack aus dem Gehäuse ziehen. Der Corepack ist praktisch die komplette Batterie, eingepackt in einen Schrumpfschlauch.

Wie kann der Akku repariert werden?

Häufig versuchen die Besitzer des E-Bikes selbst, den Akku zu reparieren - dies sollte jedoch unterlassen werden, denn aufgrund des fehlenden handwerklichen Geschicks ist die Wahrscheinlichkeit hier groß, dass der Akku irreparabel geschädigt wird. Besser ist es, die Reparatur des E-Bikes in einer Werkstatt vornehmen zu lassen. Die meisten Werkstätten sind mittlerweile auch für Arbeiten an Fahrrädern mit Elektromotor ausgestattet, sodass dies kein Problem ist. Wenn der Akku des E-Bikes nicht mehr lädt, prüfen die Monteure die Ursache. Liegt eine Tiefenentladung vor, was meistens der Fall ist, kann die Spannung des Akkus wieder über den Wert der Entladeschlussspannung gehoben werden.

Tiefenentladung

Die Entladeschlussspannung ist die Spannung, unter der die Tiefenentladung des Akkus beginnt. Bei Lithium-Ionen-Akkus, die meistens bei E-Bikes verbaut werden, liegt diese Spannung bei 2,5 V (Volt). Hat sich der Akku allerdings unter einen Wert von 1,5 V (Volt) entladen, liegen in der Regel irreparable Schäden vor. Zudem kann die Verwendung des Akkus in diesen Fällen gefährlich werden, denn hier kann es zu einem Kurzschluss kommen, was sogar zu einem Brand führen kann. Wenn der Akku des E-Bikes aufgrund der Tiefenentladung nicht mehr lädt, sollte daher auf eine weitere Verwendung verzichtet werden. In der Regel wird in diesem Fall zu einem neuen Akku geraten, der von den Profis der Werkstatt eingebaut wird.

Defekte Zelle

Ist eine Zelle defekt, muss geprüft werden, welche und wie viele Zellen defekt sind. Liegt das Problem bei mehreren Zellen, muss der Akku häufig durch ein neues Modell ausgetauscht werden - meistens lohnt sich eine Reparatur nur dann, wenn nur eine Zelle defekt ist und leicht ausgetauscht werden kann.

Dem defekten Akku vorbeugen

Als Fahrer eines E-Bikes können Sie dem Problem vorbeugen, dass der Akku nicht lädt. Prinzipiell gilt es hierbei, den Akku sorgsam zu handhaben: Das bedeutet in erster Linie, das Gerät vor schadhaften Einflüssen zu schützen. So sollte der Akku möglichst nicht mit Wasser in Berührung kommen, aber auch tiefe Minusgrade und übermäßige Hitze sollten vermieden werden. Im Idealfall wird der Akku zwischen 10 Grad Celsius und 20 Grad Celsius aufbewahrt. Zudem sollte der Akku natürlich nie vollständig geleert werden, um eine Tiefenentladung zu vermeiden.

E-Bike Akku Reset

Einige E-Bike-Akkus können durch einen Reset wieder in einen funktionstüchtigen Zustand versetzt werden. Hier sind einige Beispiele für verschiedene Marken:

  • Flyer Akku: Akku aus dem Fahrrad nehmen und an das Ladegerät anschließen. Nach vollständiger Ladung die Indikatortaste 20 bis 30 Sekunden lang gedrückt halten, bis die Lichter erlöschen.
  • Gazelle Akku: Reset-Taste auf der Rückseite des Akkus (im Licht eingebaut) einige Sekunden lang gedrückt halten.
  • Giant Akku: Akku vollständig leerfahren, nachdem er vollständig geladen wurde.
  • Bosch Akku: Reset-Taste neben der Anzeige auf der Batterie mindestens 20 Sekunden lang gedrückt halten.
  • BionX Akku: Sicherstellen, dass der Akku vollständig geladen ist, und die Ein-/Aus-Taste auf dem Display mindestens 20 Sekunden lang gedrückt halten.

Vorsicht bei Ersatzakkus aus dem Internet

Prinzipiell ist es möglich, einen nachgebauten - also nicht originalen - Akku aus dem Internet zu verwenden. Doch auch hier gilt Vorsicht. Der Laie kann schwer erkennen, ob es sich dabei um gut verarbeitete, sichere und gleichwertige Produkte handelt. Generelle Kriterien zur Feststellung, ob ein Akku sicher ist, gibt es nicht. Allerdings liefern das Vorhandensein eines UN38.3-Transporttest-Berichts, eine CE-Kennzeichnung und gute Rezensionen Hinweise auf verwendbare Produkte.

Akku-Tausch: Original teuer, aber sicher

Auch wenn es schmerzlich teuer ist: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte sich für einen Original-Akku entscheiden. Nur der Akkuhersteller hat die Möglichkeit, das Batterie-Management-System (BMS) sauber auf die verwendeten Batteriezellen abzustimmen. Bevor man einen neuen Akku kauft, sollte man allerdings prüfen, ob die Gewährleistung greift und ob man an den Händler Ansprüche stellen kann.

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