Damit ein E-Bike möglichst lange hält und wie gewünscht funktioniert, muss es regelmäßig gepflegt werden. Zum guten Umgang mit einem E-Bike gehört auch die regelmäßige Pflege. Das umfasst zum einen die gründliche Reinigung und zum anderen das Fetten gewisser Teile des E-Bikes.
Die richtige Reinigung des E-Bikes
Auf Touren durch Wald und Wiesen, aber auch im Stadtverkehr bekommen E-Bikes so einiges an Dreck ab. Vielleicht haben Sie sich daher auch schon mal gefragt: Darf man ein E-Bike waschen? Die kurze Antwort: ja, unbedingt! Klar, ein E-Bike sieht auch einfach besser aus, wenn es frisch geputzt ist und der Rahmen glänzt. Doch abgesehen von der Ästhetik gibt es noch einen weiteren wichtigen Grund, wieso man regelmäßig sein E-Bike waschen sollte: die Erhaltung der Leistungsfähigkeit.
Wer sein E-Bike im Alltag häufig nutzt, setzt es automatisch viel Schmutz aus. Vor allem bei Fahrten im Wald oder auf Feldwegen, aber auch im Straßenverkehr, bekommen die Zweiräder so einiges an Staub, Schlamm oder Steinchen ab. In den Wintermonaten kommt zudem noch Schneematsch und Streusalz hinzu. Setzt sich der Schmutz an der Kette, dem Antriebssystem oder den Bremsen fest, kann er zu einem erhöhten Verschleiß und einer verringerten Effizienz führen.
Wie oft sollte ich mein E-Bike reinigen?
Nun fragen Sie sich vermutlich: Was heißt „regelmäßig“? Wie oft Sie ihr E-Bike reinigen, hängt stark vom Nutzungsverhalten ab. Eine grobe Orientierung kann es sein, nach jedem hundertsten gefahrenen Kilometer eine gründliche Reinigung durchzuführen. Wenn Sie jedoch viel im Wald oder auf matschigen Wegen unterwegs sind, sollte die Reinigung öfter stattfinden. Groben Schmutz entfernen Sie ohnehin am besten nach jeder Fahrt. Denn wenn Schlamm und Co. erst einmal festgetrocknet sind, lassen sie sich schwerer entfernen.
Die Vorbereitung zur E-Bike Reinigung
Bevor Sie damit beginnen, Ihr E-Bike zu putzen, sollten Sie einige Dinge vorbereiten: Zunächst einmal ist es wichtig, vor dem E-Bike Waschen den Akku rauszunehmen sowie das Display und anderes Zubehör abzumontieren. Sollte das Display fest verbaut sein, können Sie es auch mit einer Plastiktüte und mithilfe von Gummis oder Kabelbindern abdecken. Natürlich darf ein E-Bike nass werden und auch die elektronischen Bestandteile des Zweirads vertragen eine gewisse Menge an Wasser.
Für das E-Bike Reinigen suchen Sie sich anschließend am besten eine gerade Fläche mit etwas Platz und stellen das Zweirad aufrecht hin. Achtung: Das E-Bike für die Reinigung auf den Kopf zu stellen, ist keine gute Idee. Motor und Akku sind meist so gestaltet, dass das Wasser nach unten ablaufen kann. Bevor Sie mit dem E-Bike Putzen beginnen, sollten Sie sich am besten schon mal alle Hilfsmittel bereitlegen. Am einfachsten geht die Reinigung mit einem Gartenschlauch, aber auch ein Eimer oder eine Gießkanne mit Wasser sind vollkommen in Ordnung.
Darüber hinaus brauchen Sie noch einen Lappen und einen Schwamm und optional eine alte Zahnbürste für die schwer erreichbaren Ecken und Kanten. Sollten das E-Bike und die Kette sehr stark verschmutzt sein, legen Sie sich am besten auch noch eine weiche Bürste und einen Kettenreiniger bereit. Zuletzt lohnt es sich, auch ein Fahrradreinigungsmittel zu besorgen.
Die einzelnen Schritte der E-Bike Reinigung
- Den groben Schmutz entfernen: Zunächst einmal sollten Sie den groben Schmutz entfernen. Wenn sie auch den Fahrrad Antrieb reinigen möchten, weil er sehr stark verschmutzt oder verrostet ist, sollten Sie im gleichen Schritt auch die Kette, die Ritzel und das Kettenblatt mit einem Kettenreiniger einsprühen.
- Das E-Bike gründlich reinigen: Nachdem der grobe Schmutz entfernt und das Reinigungsmittel eingewirkt ist, ist es Zeit für die gründliche Reinigung: Nun dürfen Sie ihr E-Bike mit Wasser und E-Bike Shampoo, einem Schwamm oder Lappen sowie einer alten Zahnbürste gründlich putzen. Am besten gehen Sie dabei von oben nach unten vor. Vergessen Sie dabei nicht, auch schwer einsehbare Stellen wie beispielsweise unter dem Sattel oder unterhalb des Tretlagers am Motor zu reinigen. Schauen Sie das E-Bike daher auch mal von unten an.
- Mit klarem Wasser abspülen: Wenn Sie das gesamte E-Bike geputzt und shampooniert haben, können Sie anschließend alles noch einmal mit klarem Wasser abspülen. Am besten lässt sich das E-Bike mit einem Wasserschlauch reinigen. Der Wasserstrahl sollte jedoch nicht zu hart sein, da sonst Schmutz und Wasser in das Radlager, den Motor, die Naben oder das Innere des Rahmens gedrückt werden können. Auf diese Weise können Komponenten beschädigt oder wichtiges Schmierfett ausgespült werden. Insbesondere an der Akku-Position, der Federgabel, den Gelenken, dem Übergang zwischen Sattelstütze und Rahmen und dem Motor sollten Sie daher beim Abspülen sehr vorsichtig sein und nur mit einem leichten Wasserstrahl arbeiten. Auf das E-Bike Reinigen mit einem Hochdruckreiniger sollten Sie aus diesem Grund ebenfalls auf jeden Fall verzichten.
- Den Akku reinigen: Nachdem Sie ihr E-Bike gereinigt haben, können Sie anschließend den Akku gesondert putzen. Am besten befreien Sie diesen einfach mit einem trockenen Tuch sanft von Schmutz und Staub. Auch die E-Bike Akku Kontakte reinigen Sie auf diese Weise. Sie sollten, wenn möglich, nicht feucht werden.
Die Pflege der Fahrradkette
Beim Fetten kommt es insbesondere auf die Fahrradkette an. Diese unterliegt aufgrund des integrierten elektronischen Antriebs einer sehr starken Belastung, die im Übrigen die einer herkömmlichen Kette übersteigt. In welcher Form die Fahrradkette ist, entscheidet oft auch über den Leichtlauf, den deine Fahrradtour hat. So fährt es sich mit gut geölter Kette wesentlich leichter als mit einer vernachlässigten.
Du erkennst, ob deine Kette eine Fettung vertragen kann unter anderem daran, dass sie quietschende und andere unschöne Geräusche von sich gibt. Du brauchst das Ölen deiner Fahrradkette nicht unbedingt von einem Profi vornehmen lassen, da auch eine Laie dieses Vorhaben leicht und schnell bewerkstelligen kann.
Anleitung zum Ölen der Fahrradkette
- Zunächst solltest du dein E-Bike auf den Kopf stellen oder im Idealfall in einen Fahrradmontageständer hängen.
- Im nächsten Schritt solltest du die Kette zum Laufen bringen, da sich dann das Öl am besten über die Kette verteilen kann.
- Gib nun das Kettenöl nur an der Innenseite der Kette auf. Achte darauf, nicht zu viel Öl zu verwenden, da sich am überschüssigen Öl nur Schmutz ansammelt, was später schwer zu entfernen ist. Träufele das Öl stattdessen nur sparsam auf und entferne das vorbeigehende Fett mit einem Tuch.
- Nimm dir Kettenglied für Kettenglied vor und verteile das Öl sorgsam zwischen Rollen und Bolzen. Während des Auftragens macht es sich gut, wenn du die Kette stets langsam weiterdrehst.
- Nachdem du mit der gesamten Kette fertig bist, lohnt es sich, die Kette noch ein paar Mal zu drehen.
Weitere wichtige Wartungsaspekte
Nachdem Sie ihr E-Bike ausgiebig geputzt haben, es wieder glänzt und trocken ist, und sie alle Teile wieder eingebaut haben, ist nun ein guter Zeitpunkt für eine E-Bike Pflege und Wartung und das Schmieren der Kette. Tragen Sie dazu dünn herkömmliches Fahrrad Kettenöl auf die Kette (Sie brauchen dafür kein spezielles E-Bike Kettenöl.) und schalten Sie anschließend alle Gänge einmal durch.
Nachdem die E-Bike Kette gereinigt und geölt ist, können Sie nun das komplette E-Bike einmal durchchecken. Vor allem die Verschleißteile wie Bremsen, Ritzel, Kette und Reifen sollten regelmäßig geprüft werden.
Biken ist ein materialintensiver Sport. Mit Motor noch viel mehr als ohne. Deshalb sollte man in kleineren und größeren Abständen checken, welcher Verschleiß am Material zu erkennen ist. Der richtige Zeitpunkt für eine große E-Bike Wartung kommt spätestens am Ende der Saison. Also: Warten Sie mit der großen Inspektion bei Ihrem E-MTB nicht bis die Saison wieder losgeht!
Die wichtigsten Baugruppen im Überblick
- Antrieb
- Schaltung
- Lager
- Bremsen
- Laufräder
Antrieb beim E-Bike warten
Der Antrieb ist das Verschleißzentrum. Pflege reduziert die Folgekosten. Folgendes sollten Sie bei der Wartung von Kette, Ritzel und Kettenblatt beachten! Hans-Peter Ettenberger, EMTB-Testlabor, empfiehlt hier: “Mein Tipp sind Kettenwachse. Mit dem Trockenschmierstoff bleibt die Kette sogar bei Schlammfahrten sauber, es bilden sich kaum Ablagerungen an den Ritzeln und am Blatt, was die Pflege vereinfacht.“
Pflege der E-Bike Schaltung
Die Kettenschaltung ist ein filigranes, mechanisches Wunderwerk. Damit zwölf Gänge sauber und leise laufen, muss vor allem der sensible Bowdenzug gut in Form sein. Christoph Allwang, EMTB-Testlabor, rät dazu: “Nicht am Innenzug sparen! Die besseren Edelstahlzüge sind außen überwalzt und haben dadurch eine rundere und reibungsärmere Kontur als billige Züge. Beschichtete Züge laufen noch mal leichter, sind aber auch viel teurer, deutlich empfindlicher und können schon bei der Montage Schaden nehmen.“
Lager-Wartung beim E-Bike
Die Funktion des Bikes hängt an vielen Kugel- und Gleitlagern. Wir zeigen die wichtigsten Arbeitsschritte zur Pflege der Lager bei der E-Bike Wartung.
Bremsen-Check für konstante Sicherheit
Bremsbeläge sollten regelmäßig auf Verschleiß gecheckt werden. Aber auch die Scheiben leiden, insbesondere bei matschigen Bedingungen. Nehmen Sie auch diese Komponenten bei der Wartung Ihres E-Bikes genauer unter die Lupe. Mike Schinke, EMTB-Testlabor, gibt den zusätzlichen Tipp: “Neue Beläge müssen eingebremst werden, sonst verschleißen sie rasant: zehn Mal aus 20 km/h auf nahe null abbremsen, dann die Bremse in einer Abfahrt einmal richtig heißbremsen.“
Laufräder prüfen bei der E-Bike Wartung
Reifen und Laufräder müssen einiges an Schlägen einstecken. Rundlauf und Speichenspannung sollte man deshalb regelmäßig überprüfen. Sonst können schlimmstenfalls Speichen brechen.
Dominik Scherer, EMTB-Testlabor, sagt dazu: “Einen Reifenwechsel sollte man nutzen, um auch mal unters Felgenband zu schauen. An den Speichenbohrungen sammelt sich einiges an Schmutz und Feuchtigkeit. Das schafft eine korrosive Umgebung für die Nippel, was das Zentrieren der Laufräder erschwert. Regelmäßige Pflege garantiert, dass sich die Laufräder gut zentrieren lassen, wenn es nötig ist.“
Basic-Pflegetipps für die E-Bike Wartung
- Akkus: Die Akkus am besten halb geladen überwintern lassen - bei Zimmertemperatur, wenn möglich. Ladestand zwischendurch checken. Ab 30 % nachladen bis auf 60 %.
- Kontakte: Trockenreiben und schauen, ob die Kontakte blank sind. Zum Flottmachen: angegriffene Kontakte mit Kontaktspray einsprühen. Als Korrosionsschutz dient Vaseline oder Polschutzfett.
- Dampfstrahler: Nur die Reifen lassen sich damit gefahrlos reinigen. Elektrik und Lager nehmen hingegen Schaden, wenn Wasser eindringt. Vor allem die Motorelektronik, denn sie liegt hinter den Dichtungen des Tretlagers!
- Salz: Nach Fahrten über gesalzene Straßen das Rad gründlich abwaschen, trocknen und erst dann abstellen. Salz killt viele Alu-Legierungen!
- Wachs: Hartwachs aus der Autopflege ist super geeignet, alle Alu-Teile vor Korrosion zu schützen: Gabeltauchrohre, Naben (Speichenlöcher!). Auch der Lack freut sich über eine Wachsschicht.
- Passungen: Überall, wo Teile eng aufeinander sitzen und Wasser eindringen könnte, sollte Fett oder Montagepaste aufgetragen werden, zum Beispiel auf der Sattelstütze. Ausnahme: Carbon-Sattelstützen bekommen Extra-Pflege mit Carbon-Paste.
- Schraubenköpfe: Schraubenköpfe rosten schnell. Ein Spritzer Kriechöl verdrängt Wasser und sorgt für schöne Köpfe im nächsten Frühjahr.
Das E-Bike auf den Kopf stellen?
Es wird oft behauptet, dass man ein Mountainbike nicht umdrehen sollte. Was ist da dran?
Beim „Fahrrad-auf-den-Kopf-stellen“ kann es sein, dass Luft vom Bremshebel in die Leitung steigt, denn die Scheibenbremsanlage ist ein offenes System. Es sollte darauf geachtet werden im umgedrehten Zustand niemals den Bremshebel zu ziehen. Im Behälter des Bremssystems können sich beim Anbringen des Behälterdeckels oder durch längere Verwendung in verschiedenen Teilen des Systems Luftblasen ansammeln. Die Scheibenbremse M755 darf nicht umgekehrt werden, weil sonst die Luftblasen aus dem Behälter in den Bremssattel gelangen können.
Dennoch: Ein perfekt abgestimmtes und entlüftetes Bremssystem ist 100 % frei von Lufteinschlüssen. Somit ist ein „Auf-den-Kopf-stellen“ normalerweise kein Problem.
Um dies zu vermeiden, sollten Sie daher, wenn Sie das Fahrrad auf den Kopf stellen, oder im liegend transportieren möchten, die Bremsleitungen verschließen. Das heißt, ganz einfach mit einem Gummiband (um den Hebel und Griff) den Hebel fixieren. Möchten Sie das vordere oder hintere Rad ausbauen um das Rad auf den Kopf zu stellen oder liegend zu transportieren, legen Sie bitte unbedingt den Kunststoff Abstandhalter (orange) zwischen die Bremsbeläge. Anschließend wie oben beschrieben, den Bremshebel fixieren.
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