Der Trend zu E-Bikes erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Doch was ist, wenn man das E-Bike mit in den Urlaub nehmen möchte? Wie kann man es am besten transportieren? Und womit? Und worauf ist zu achten?
AUTO BILD klärt all die Fragen, damit Sie ihr E-Bike beruhigt und sicher mitnehmen können.
E-Bikes richtig transportieren
Für herkömmliche Fahrräder gibt es grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten, Fahrräder mit dem Auto zu transportieren.
- Für den Transport auf dem Autodach gibt es Dachträger, auf denen die Fahrräder stehend oder liegen befestigt werden.
- Für den Transport am Heck gibt es zum einen Träger, die an der Heckklappe befestigt werden, zum anderen aber auch Fahrradträger für die Anhängerkupplung.
In der Theorie können diese Trägersysteme auch für den Transport von E-Bikes genutzt werden, doch die Realität sieht etwas anders aus.
Denn die Vorteile, die der E-Antrieb eines E-Bikes bietet, kommt auch mit einem Nachteil: E-Bikes sind deutlich schwerer als herkömmliche Fahrräder.
Im Durchschnitt wiegen E-Bikes zwischen 20 und 30 Kilogramm - es gibt aber auch Modelle, die deutlich schwerer sind.
Damit sind Fahrradträger, die auf dem Dach oder an die Heckklappe gebaut werden, für den Transport von E-Bikes eher ungeeignet.
Entweder sind die zu schwer für die Heckklappe und würden die Scharniere, die Gasdruckdämpfer und die Heckklappe an sich zu sehr belasten oder die E-Bikes sind zu schwer, um sie auf das Dach zu stellen.
Selbst wenn die Dachlast ausreicht und man die Räder auf das Dach gewuchtet bekommt, ändert sich so der Schwerpunkt vom Fahrzeug - ein unsicheres Fahrverhalten kann die Folge sein.
Am ehesten eignen sich für den Transport von E-Bikes Fahrradträger für die Anhängerkupplung. Doch auch dort gibt es einige Dinge zu beachten, wenn man E-Bikes transportieren möchte.
Heckträger für E-Bikes: Darauf ist zu achten
Fahrrad-Heckträger sind praktisch. Sie werden einfach auf die Anhängerkupplung montiert, sind in den meisten Fällen mit einem Scharnier ausgestattet, um den Kofferraum nicht zu versperren und die Räder können leicht befestigt werden.
Will man aber zwei oder mehr E-Bikes auf einem Heckträger transportieren, kann es schon zu Problemen kommen.
Obwohl E-Bikes fast aussehen wie herkömmliche Fahrräder, unterscheiden sie sich nicht nur im Gewicht von gewöhnlichen Drahteseln.
Durch den Motor sind E-Bikes deutlich breiter gebaut.
Die Folge: Will man zwei E-Bikes auf einem Fahrradträger für herkömmliche Fahrräder montieren, kann es passieren, dass die Schienen für die Reifen zu dicht aneinander sind und das zweite E-Bike nicht mehr befestigt werden könnte.
Aber auch in der Bauform des Rahmens sind E-Bikes anders als herkömmliche Fahrräder.
Die Rahmen von E-Bikes sind häufig deutlich massiver und dicker ausgelegt - das gilt besonders für E-Bikes mit Rahmenakku.
Hier kann es zum Problem werden, dass die Halteklemmen, die um den Rahmen gelegt werden, nicht weit genug geöffnet werden können oder aber zu klein sind, den Rahmen nicht richtig umgreifen und nicht geschlossen werden können.
Es gibt inzwischen aber eine große Bandbreite an Fahrradträgern, die auch von E-Bike-Fahrern genutzt werden kann.
Vom Hersteller Thule gibt es unter anderem die Modelle VeloCompact 924 und VeloSpace XT 2. Beide können mit jeweils zwei E-Bikes beladen werden.
Der VeloCompact 924 kann zwei Fahrräder mit je 25 Kilogramm aufnehmen, hat ein Eigengewicht von knapp über 14 Kilogramm und kostet 559,95 Euro.
Der VeloSpace XT 2 kann sogar Fahrräder mit je 30 Kilogramm aufnehmen, ist mit 18,7 Kilogramm Eigenwicht aber auch etwas schwerer.
Für 669,95 Euro ist dieser Fahrradträger erhältlich - und kann mit einem optional erhältlichen Adapter auf den Transport für drei E-Bikes umgerüstet werden.
Günstiger als die Alternativen von Thule ist der Fahrradträger "Jake" von Eufab.
Auch dieser Heckträger besitzt eine Zulassung für E-Bikes, kann zwei E-Bikes transportieren und ist ab 299,95 Euro erhältlich.
Welcher Fahrradträger am besten zu ihrem E-Bike und ihrem Auto passt, verrät Ihnen der Händler ihres Vertrauens.
Es empfiehlt sich, die E-Bikes vor dem Kauf einmal auf den Fahrradträger zu montieren.
Stützlast: Sind E-Bikes zu schwer?
Bevor man einen Fahrradträger für die Anhängerkupplung kauft, sollte noch unbedingt eine Frage geklärt werden.
Wie hoch darf denn die maximale Stützlast sein?
Die Stützlast beschreibt das Gewicht, mit dem die Deichsel eines Anhängers (oder eines Fahrradträgers) maximal senkrecht von oben auf die Anhängerkupplung drücken darf.
Dabei gibt es immer zwei Werte, die betrachtet werden müssen.
So gibt es zum einen die Stützlastangabe des Fahrradträgers und zum anderen die Stützlastangabe der Anhängerkupplung am Auto.
Während die Stützlastangabe des Fahrradträgers meist direkt an der Deichsel steht, muss man die Stützlastangabe der Anhängerkupplung meist etwas suchen.
Bei neueren Fahrzeugen kann man die Angabe der maximal möglichen Stützlast im Feld 13 der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) finden.
Bei älteren Fahrzeugen oder Autos, an denen eine Anhängerkupplung nachgerüstet wurde, findet man die Angabe der maximal möglichen Stützlast meist eher auf einem Aufkleber an der Heckklappe oder am Heckblech.
Bei einigen starren Anhängerkupplungen, besonders aber bei abnehmbaren Anhängerkupplungen ist die maximale Stützlast auch auf der Anhängerkupplung eingeprägt - auch Fahrer neuerer Fahrzeuge sollten hier immer noch einmal nachsehen.
In den meisten Fällen beträgt die Stützlast zwischen 50 und 75 Kilogramm, bei SUVs kann diese aber auch höher ausfallen.
Doch Vorsicht: Es gilt immer der niedrigste Wert!
Selbst, wenn die Stützlast des Fahrradträger höher ist als die des Autos (oder umgekehrt), gilt immer der niedrigere Wert!
Und: Stützlast ist nicht gleich Traglast!
Es kann also sein, dass ein Fahrradträger zwar eine Stützlast von 75 Kilogramm hat, aber trotzdem nur maximal ein Gewicht von 60 Kilogramm zugeladen werden darf.
Stützlast überschreiten: Was passiert?
Besonders bei schweren E-Bikes kann es schnell passieren, dass die maximal zulässige Stützlast überschritten wird.
Nehmen wir einmal an, dass die Anhängerkupplung des Pkw eine maximal zulässige Stützlast von 50 Kilogramm hat.
Will man nun zwei E-Bikes á 30 Kilogramm transportieren, wäre die Stützlast schon 10 Kilogramm überschritten - ohne das Gewicht des Fahrradträgers zu berücksichtigen, der je nach Ausführung meist zwischen 15 und 30 Kilogramm wiegt.
Doch was passiert eigentlich, wenn die Stützlast überschritten wird?
Zum einen kann natürlich das Material der Deichsel und auch der Anhängerkupplung nachgeben und brechen - mit entsprechenden Folgen.
Besonders bei abnehmbaren Anhängerkupplungen kann sich auch die Halterung lösen.
Zudem wird auch die Hinterachse übermäßig belastet, was zu einem erhöhten Verschleiß und einem unsicheren Fahrverhalten führt.
Die Vorderachse hingegen wird entlastet.
Da die Vorderachse auch die Lenkachse ist, sorgt diese Entlastung ebenfalls für ein unsicheres Fahrverhalten.
All diese Faktoren können natürlich zu schweren Unfällen führen.
Aber natürlich wird das Überschreiten der Stützlast auch mit einem Bußgeld geahndet: Bei einer Überschreitung der Stützlast um 25 Prozent muss mit einer Strafe von 25 Euro gerechnet werden.
Wird die maximal zulässige Stützlast um mehr als 50 Prozent überschritten, wird sogar ein Bußgeld von 60 Euro fällig, zusätzlich gibt es einen Punkt in Flensburg.
Im Falle eines Unfalls kann die Versicherung die Zahlung verweigern, auch eine Teilschuld wird in den meisten Fällen mindestens zugesprochen.
Es können auch Strafen aufgrund einer groben Fahrlässigkeit verhängt werden.
Weitere Transport-Tipps
Vor dem Transport eures e-Bikes solltet ihr als erstes den Akku entfernen.
Hochwertige e-Bike Akkus sind zwar spritzwassergeschützt, jedoch kann sich Spritzwasser bei höheren Geschwindigkeiten und Regen zu Druckwasser formen.
Sollte dieses in den Akku eindringen, musst du unter Umständen mit nachhaltigen Schäden an deinem e-Bike rechnen.
Besitzt dein e-Bike einen Intube-Akku, also einen im Rahmen verbauten Akku, kannst du diesen natürlich im Rahmen belassen.
Für diesen Fall kannst du dein Bike auch mit entsprechenden Abdeckungen intensiv schützen.
Auch der Motor und andere wichtige Komponenten lassen sich so von Nässe abschirmen.
Das Entfernen des Akkus vor der Fahrt hat den weiteren Vorteil, dass dein e-Bike dadurch leichter wird.
Somit entlastest du deinen Heckträger, vor allem wenn dieser nur eine Gewisse Kapazität tragen kann.
Gleichzeitig kann der Akku während der Fahrt nicht herausfallen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.
Nun bist du bereit, den Heckträger an der Anhängerkupplung deines Autos zu montieren.
Der Thule Epos Heckträger lässt sich in nur wenigen Handgriffen befestigen und an der Anhängerkupplung fixieren.
Anschließend musst du lediglich den Hebel nach unten betätigen, ohne, dass umliegende Kabel eingeklemmt werden, und schon ist dein Lastenträger einsatzbereit.
Haltet die Anhängerkupplung möglichst fettfrei.
Der Thule Epos Fahrradträger ist für alle e-Bike Typen geeignet. Je nach Gewicht deiner Bikes, kannst du damit bis zu zwei oder drei Räder an deinem PKW transportieren.
Insgesamt kann der Lastenträger etwa 60 Kilogramm Zuladung fassen.
Dein e-Bike lässt sich simpel befestigen, da aufwendige Klemmbügel, die den Rahmen fixieren sollen, der Vergangenheit angehören.
Stattdessen kannst du die seitlichen Klemmarme nutzen und sie dir in die benötigte Position bringen. Auch in der Höhe sind die Klemmarme verstellbar, sodass du den Klemmriemen einfach an deinen Rahmen anbringen kannst.
Der schonende Riemen hat den Vorteil, dass auch hochwertige Carbonrahmen immer gut geschützt sind und nicht verkratzen.
Ein besonders praktisches Feature stellt die klappbare Auffahrschiene dar, durch die du dein e-Bike in Sekundenschnelle auf den Heckträger manövriert hast.
Achte bei der Befestigung darauf, dass sich die Lenker nicht in die Quere kommen und genug Luft zwischen den beiden Bikes herrscht.
Jetzt heißt es auch beim zweiten e-Bike nur noch: Klemmarm hochfahren, diesen am Oberrohr befestigen sowie Fußrasten fixieren und es kann losgehen!
Ein weiterer Vorteil des Thule Epos e-Bike Heckträgers gegenüber herkömmlichen Bügelsystemen ist die Tatsache, dass du die e-Bikes in beliebiger Reihenfolge wieder abladen kannst, beispielsweise zuerst das hintere und dann das vordere Bike.
Als allgemeine Zusatzoption kannst du die Rahmen noch mit einem Schloss befestigen und dieses noch einmal gesondert am Heckträger festschließen.
Zusätzliche Tipps für den sicheren Transport
- Maximal zulässige Stützlast des Autos ermitteln (siehe Fahrzeugschein).
- In Bedienungsanleitung des Autos auch maximale Stützlast für Fahrradheckträger überprüfen, da diese bei manchen Herstellern von der maximalen Stützlast abweicht.
- Gewicht zu transportierender Fahrräder ermitteln. Dann prüfen, wieviel Fahrräder auf dem Heckträger transportiert werden dürfen.
- Bei höherwertigen Fahrrädern oder Pedelecs bzw. E-MTBs darauf achten, dass auch der Heckträger über eine Diebstahlsicherung verfügt.
- Platz zur Lagerung des Fahrradträgers nach Demontage aussuchen. Auf die passende Steckverbindung achten (7 oder 13 Pole).
- Zusätzliche Angaben in der Fahrzeug- und Heckträgerbenutzungsanleitung beachten. Zum Beispiel maximaler Überstand nach hinten, maximale Anzahl an Fahrrädern, D-Wert-Anforderungen an die Anhängerkupplung.
Vor der Fahrt zu beachten
- Anhängerkupplung muss sauber und fettfrei sein.
- Beladungshinweise des Trägers beachten. Fahrradträger nicht überladen: Eigengewicht Fahrradträger + Gewicht aller Fahrräder ≤ Stützlast.
- Fahrradträger und Fahrräder auf sicheren Halt überprüfen.
- Sperrige, schwere oder leicht zu verlierende Teile nach Möglichkeit vom Fahrrad abmontieren, wie zum Beispiel Akkus von Pedelecs.
- Funktion der Beleuchtungsanlage prüfen. Zudem darf die Ladung laut StVZO nicht weiter als 40 Zentimeter über den Rand der Schlussleuchten des Heckträgers hinausragen. Sonst auf beiden Seiten mit der Beleuchtung durch eine weiße Leuchte nach vorne und eine rote Leuchte nach hinten kenntlich machen.
- Nach 50 Kilometern anhalten und alle Schrauben und Gurte kontrollieren.
- Ist eine dritte Bremsleuchte vorhanden, darf diese nicht verdeckt sein.
- Achtsam fahren: Durch den Träger wird das Fahrverhalten des Fahrzeuges beeinflusst, es kann in Extremsituationen ungewohnt reagieren.
- Empfohlene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h bei Benutzung eines Heckträgers einhalten.
- Kennzeichen am Auto und Kennzeichen am Fahrradträger müssen gleich sein. Wenn das Hecktragesystem das amtliche Kennzeichen verdeckt, muss ein sogenanntes Wiederholungskennzeichen angebracht werden. Auf dem Wiederholungskennzeichen muss keine Prüfplakette angebracht sein, wenn diese auf dem Originalkennzeichen lesbar ist.
- Abdeckplanen oder -hüllen nicht über den Fahrradheckträger ziehen, da sie den Luftwiderstand erhöhen, zulässige Kräfte am Träger überschritten werden können und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs beeinträchtigen können.
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