Die Wate, mittelhochdeutsch wate, althochdeutsch wata, ist eine Art Zugnetz, das an zwei Stangen befestigt wird.
Es handelt sich um ein großes Fischnetz, welches bei der Fischung großer Teiche und Seen gebraucht wird. Es besteht aus zwei von gutem Hanf gestrickten Wänden, welche von solcher Höhe sein müssen, dass sie unten am Grunde aufstreichen, am obern Teil aber auf dem Wasser schwimmen.
In der Mitte befindet sich der Keutel, Zipfel oder Sack, darin sich die Fische fangen, und er erstreckt sich etwa drei Klaftern lang hinauswärts.
Das Wort Wate findet sich in verschiedenen deutschen Dialekten und historischen Texten. So gibt es Belege im Alemannischen als Watte, im Mitteldeutschen als Wade. Entsprechende Begriffe finden sich auch in anderen germanischen Sprachen wie Niederländisch (wade, wadde), Schwedisch und Norwegisch (vad) sowie Dänisch (vod).
Das Wort wurde von Grimm zu waten gestellt, weil man mit dem Netz im seichten Wasser watet. Es gehört aber wohl mit anord. vađr, m., norw. vad 'Angelschnur' zu der Wurzel von wat 'Kleid' als 'das Geflochtene'. Verwandt ist lett. wadus 'großes Zugnetz', lit. vedéjà 'ein zweipersoniges Fischnetz', aslav. nevodŭ 'Netz'.
Es ist jetzt namentlich in niederdeutschen Gegenden an der Meeresküste als Wade üblich, auch in Liv- und Estland. Im Binnenland scheint es teilweise ausgestorben zu sein, doch wird es aus Schlesien, Köln (Wäd), vom Neckar, aus dem Elsass (Watt), vom Bodensee, aus Schwaben (Watt, n. 'Netz zum Forellenfangen'), Bayern, der Steiermark angeführt; auch siebenbürg. Wōt.
In älteren Belegen tritt es aus allen deutschen Landschaften auf: rivarea, wata; tragum, watt; sagena, wate; verticulum, rete piscatorium, ein zuggarn oder waten; tragula, ein wade.
Entsprechend in den späteren Wörterbüchern (bei Ludwig, Aler und Kirsch Watte, bei Steinbach und Adelung Wathe und Watte, bei Frisch nur nd. Wade): auch sal ein faut von Mintzenberg werin in den wassern ... spangezowe, waden und keselgarne; wær och das airn ain seg oder ain watt aingesezt hett ..., sicht er das ain herr über see wil, so sol er usz varen; die soliche watten, garne, berner, körbe oder deheinen vischegezock enger wircketent, stricketent oder machtent denn dovor geschriben stot; das alle die, so in niderwasser vischent, von aller heiligen tag untz uff den heiligen abent ze ostren die watten zühen und da mit wol vischen mögen, doch also, das sy dasselb garn nit an das land zühen; (er darf fischen) mit der watten, dem streiffberen und angelruͦtten alls wit er watten mag; mit waden, kleibegarn oder andern garn und fahegeschirr fischen; welche segen, reustnetz, vachnetz, auch waaten, tolbentauppl oder peern nicht nach dem masz des hofmodls gestrickt und gefunden werden; das die fischer ... bey yrer alten gewonheiten bleiben, wie die fur alters here gefischet haben mit wathen, die eyns garns weit und das eysen masz haben, und die groszen gezcaw, och yn schiffen zw fischen meyden; sollen förder in jedem dorff mehr nicht denn zwo waten, sechs garnseck, und zwelff reuszen ..., doch jeden tag nicht mehr denn zwo personen gebrauchen; so fischet man den samen (der karpfen) mit einer kleinen wathen.
Man unterscheidet zahlreiche Arten, so nd. Aalwade, Häringswade. Eine große Wate wird auch an zwei Kähne gebunden und so ins Wasser gebracht, deshalb erscheint auch Wate unter den Fahrzeugen: och söllent sü zoll empfohen von weideschiffen, eichen ruͦderbǒmen, lowelriemen, nieschen, floszschiffen, watten.
Wate wird beim Biberfang verwendet.
Außerhalb der rechtlichen und technischen Literatur erscheint das doch nicht allgemein bekannte Wort nicht häufig: da fischer kamen in ein insel und reingeten ir watt von den würmen, sahen si sitzen Homerum den poeten; wöllen sich wider mit irer hende arbeit nehren und mit iren waden und netzen fisch fangen; heiszet er Simon auff die höhe des meers faren, und seine wade in die tieffe auszwerffen; darnach ziehet er mit der waten sehr viel (fische) hinausz, die in den fischergarn herum sprungen; die Gazer gedachten, Simson sei nunmehr in ihrem garnsakke so guht als gefangen, weil er in ihrer verschlossenen stadt war. die wate war zu schwer. Die Redensart er is dorch de watten gange geht wohl von Wate aus.
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