E-Bike Automatik Riemenantrieb: Vorteile und Nachteile

Die Faszination E-Bike springt auf immer mehr Zweiradfans über. Das E-Bike ist inzwischen nicht nur bei Pendlern etabliert, die es für die Fahrt ins Büro nutzen, sondern auch bei Radsportlern, die durch die elektrische Unterstützung ihren Aktionsradius deutlich erhöhen. Außerdem sorgt es für ein gutes Gefühl, sich bei Gegenwind oder der nächsten Steigung nicht mehr so plagen zu müssen wie auf einem herkömmlichen Fahrrad.

Der Kettenantrieb war jahrzehntelang unumstritten die Basisausstattung für Fahrräder aller Bauarten. Aber noch dominiert die Fahrradkette am E-Bike den Markt mit großem Abstand. Seit etwa 5 Jahren entscheiden sich die Hersteller von E-Bikes mit Heckantrieb jedoch immer häufiger für den E-Bike Riemenantrieb mit Nabenschaltung.

Diese bewährte Antriebsart basiert auf einer Kette, die über Ritzel die Kraft aufs Laufrad überträgt. Beim Riemenantrieb, häufig auch als Zahnriemen bezeichnet, läuft der Riemen, der in seinem Inneren „Zähne“ aufweist, über die sogenannten Riemenscheiben und überträgt die Kraft aus den Radlerbeinen und dem Akku über ein Nabenschaltwerk auf das Laufrad. Hier tritt dann auch der entscheidende konstruktive Unterschied beider E-Bike Antriebe in Erscheinung.

E-Bike Antriebsarten im Vergleich

Selbstverständlich haben beide, sowohl die E-Bike Ketten wie die Nabenschaltung spezifische Vorteile, die sich aufgrund der unterschiedlichen Bauweise ergeben. Interessant ist übrigens die Diskussion über den Wirkungsgrad beider Antriebskonzepte.

In der Biker-Szene kursiert ein Test, der vor Jahren in den USA durchgeführt wurde und unter den damaligen Testbedingungen zu dem Ergebnis kam, dass der Riemenantrieb etwas ineffizienter ist als die Kette. Allerdings spielen sich die Unterschiede in Messgrößen ab, die selbst der sportliche Durchschnittsradler kaum spüren dürfte.

Die Unterschiede sind also weniger technischer Natur oder in puncto Performance zu finden, vielmehr unterscheiden sich beide Antriebssysteme eher mit Blick auf Kosten, Komfort und Wartungsintensität. Durch die „verbaute“ Schaltung in der Nabe und das witterungsbeständige Carbon-Material des Riemens ist im Vergleicht zum Kettenschaltwerk so gut wie keine Wartung notwendig.

Auch der Wechsel des Zahnriemens ist erst nach dreimal so viel Zeit notwendig, wie der einer E-Bike Kette, die man nach 3.000 Kilometer wechseln sollte.

Vorteile des Riemenantriebs

  • Geringe Wartung
  • Lange Haltbarkeit
  • Sauberkeit (kein Öl)

Vorteile des Kettenantriebs

  • Geringe Kosten
  • Hohe Lebensdauer

Beinharte Mountainbike-Freaks werden wohl immer der Kettenschaltung für Ihr E-Bike den Vorzug geben. Sie schätzen das Gefühl der direkten Kraftübertragung über die Ritzel und die Möglichkeit, aktiv zu schalten und ihr Schaltwerk stets sehen zu können.

Denn hier liegen die klaren Vorteile des E-Bike Riemenantriebs. Da der Riemen nicht geschmiert wird, hinterlässt er keine Spuren an Hosenbeinen oder Socken - ein wichtiges Argument für Radfahrer, die beispielsweise gepflegt im Büro erscheinen wollen. Auch der geringe Wartungsaufwand spricht für den Riemen. Die Kettenschaltung hingegen muss regelmäßig nachjustiert und gefettet werden, damit sie rundläuft.

Riemenantriebs-Fans verwiesen häufig darauf, dass der Zahnriemen absolut leise läuft und so der Radl-Genuss in der Natur höher ausfällt. Einen großen Unterschied macht schließlich die Nachrüstbarkeit. Kettenschaltungen hingegen können in der Regel komplett ersetzt oder nachgerüstet werden.

Generell ist zu sagen, dass der Riemenantrieb für E-Bike bei Rädern in Frage kommt, die hauptsächlich in der City und in der Freizeit als Verkehrsmittel genutzt werden.

Bei den Riemenantriebs-Spezialisten ist die Marktdominanz noch lange nicht entschieden. Seit 34 Jahren ist Rohloff auf dem deutschen Fahrradmarkt als Komponentenhersteller aktiv und liefert Schaltungen für Fahrräder aller Bauarten. Die Nabenschaltung Speedhub ist in zahlreichen Varianten zu bekommen und lässt sich hervorragend mit Riemenantrieben kombinieren.

Enviolo ist mit einem Planetengetriebe erfolgreich, das stufenlos schaltet. Wahlweise gibt es das Getriebe auch als Automatik-Variante, wobei sich das Schaltwerk je nach Trittfrequenz und Widerstand automatisch den richtigen Gang heraussucht.

Pinion ist auf Getriebe spezialisiert, die auf dem Prinzip von Autogetrieben aufbauen. Die kleinen Metallgehäuse, die die Schaltwerke beherbergen, werden am Rahmen des E-Bikes montiert. Wahlweise stehen 12, 9 oder 6 Gänge zur Verfügung.

Gates Carbon Drive ist bereits seit Jahren mit seinen Riemenantrieben erfolgreich und führt inzwischen auch zahlreiche Produkte für E-Bikes. Feine Zahnriementechnik bietet Conti unter dem Namen Conti Drive System seinen E-Bike-Kunden an.

Sicher sind beide Antriebs-Systeme für den Durchschnittsradler absolut tauglich. Für den E-Bike Riemenantrieb sprechen eindeutig die Wartungsfreundlichkeit, die lange Haltbarkeit sowie der Sauberkeitsfaktor.

E-Bike Gangschaltungen

Die Wahl der e-Bike Gangschaltung richtet sich in erster Linie danach, was du mit deinem e-Bike vor hast. Denn nicht jede Gangschaltung ist für jeden Einsatzzweck gut geeignet. Ketten- und Nabenschaltungen gehören bei allen e-Bike-Typen zum Standard.

Noch relativ neu auf dem Markt sind die elektronischen Schaltsysteme und Automatikschaltungen, die noch mehr Komfort versprechen und die Kraft des e-Bike-Motors optimal ausnutzen.

Vor- und Nachteile der Kettenschaltung

Die Kettenschaltung ist die bekannteste Gangschaltung. Wenn du dich und dein e-Bike gerne herausforderst, sportliche Ambitionen hast oder aber in bergigen Gebieten wohnst, solltest du eine Kettenschaltung wählen.

Die klassische Kettenschaltung arbeitet über Zahnräder, Ritzel und einen Umwerfer, der die Kette von einem Zahnrad auf das andere lenkt und so die Übersetzung ändert. Der Wartungsaufwand bei dieser Gangschaltung ist im Vergleich zur Nabenschaltung hoch - Ritzel und Kettenblätter nutzen sich durch die wirkenden Kräfte schneller ab.

Dennoch kann die Kettenschaltung in Elektro-Fahrrädern die höchsten Drehmomente verarbeiten. Sie kann also auch mit sehr starken Motoren kombiniert werden, weshalb dieses Schaltsystem in Sport-Pedelecs, wie e-Mountainbikes oder auch Trekking e-Bikes die Schaltung der Wahl ist.

Vor- und Nachteile der Nabenschaltung

Nabenschaltungen sind in der Nabe des Laufrads verbaut und kommen mit nur einem Ritzel und einem Kettenblatt aus. Diese Schaltung steht für hohen Schaltkomfort und geringen Wartungsaufwand. Die Übersetzung der Gänge erfolgt über sogenannte Planetengetriebe.

Der Name ergibt sich aus der kreisförmigen Anordnung mehrerer Zahnräder, die sich um ein zentrales Rad in der Mitte des Getriebes drehen - ebenso wie Planeten die Sonne umkreisen. Die Nabenschaltung ist zuverlässig und wartungsarm, weil sie geschützt in der hinteren Radnabe verbaut ist.

Die geballte Kraft aus Mensch und Motor kann diese Gangschaltung allerdings nicht gut verarbeiten, weshalb leistungsstarke e-Bike-Motoren in Kombination mit einer Nabenschaltung oft auf 50 Nm gedrosselt werden müssen.

Aus diesem Grund - und wegen des hohen Schaltkomforts - sind diese Gangschaltungen auch bei City e-Bikes sehr beliebt. Die Nabenschaltung ist der beliebte Klassiker bei Alltags- und Stadtfahrern.

Der Gangwechsel mit dieser Schaltung ist nicht nur intuitiv, sondern auch überaus komfortabel. So kannst du auch im Stand schalten - praktisch ist das an der roten Ampel oder nach einem plötzlichen Bremsmanöver. Du schaltest einfach an Ort und Stelle in den gewünschten Gang und fährst entspannt weiter.

Auch die Gangwahl ist bei einer Nabenschaltung in der Regel übersichtlicher: Die meisten dieser Schaltsysteme werden über einen Drehgriff am Lenker bedient.

Ein weiterer Grund warum die Nabenschaltung eher bei Stadt- und Freizeitfahrern beliebt ist, ist der geringere Übersetzungsbereich im Vergleich zur Kettenschaltung. Für ein sportives e-Bike ist ein Übersetzungsbereich von 300 % zu wenig, für ein Stadtrad reicht dies allerdings vollkommen aus.

Was macht die stufenlose Nabenschaltung so besonders?

Nie wieder verschalten! Das Schaltsystem von NuVinci kommt ohne vordefinierte Gänge aus. Durch ein Bedienungselement am rechten Lenker kann der Grad der Übersetzung ohne Einrasten und rein nach Gefühl eingestellt werden.

Möglich wird dies, weil das Planetengetriebe im Innern der Nabe nicht mit Zahnrädern, sondern mit Kugeln ausgestattet ist. Du kannst dich voll und ganz auf das Rad fahren konzentrieren und musst dir um den richtigen Gang keinerlei Gedanken mehr machen!

Der Pedalwiderstand ist dir zu hoch? Dreh einfach so lange am Drehgriff, bis du wieder in der optimalen Trittfrequenz bist. Auch an der Ampel kannst du ganz einfach im Stand in den leichtesten Gang wechseln, um schnell wieder Fahrt aufzunehmen.

Die NuVinci Nabenschaltung ist absolut zuverlässig und darüber hinaus auch noch wartungsarm, denn die Gangschaltung liegt geschützt in der Nabe. Auch hat die stufenlose Nabenschaltung im Vergleich zu den meisten anderen Gangschaltungen dieser Art einen hohen Wirkungsgrad von bis zu 360%.

Elektronische Schaltungen

Elektronische Schaltungen sind auf dem Vormarsch und werden selbst in Sportbikes, wie zum Beispiel Rennrädern, immer häufiger verbaut. Der Gangwechsel erfolgt bei diesen Systemen nicht mehr über Bowdenzüge, sondern über kleine Servomotoren.

Elektronische Schaltungen stehen in ständigem Kontakt mit den Sensoren des Antriebssystems. Anhand der Trittfrequenz, dem Pedaldruck und der Geschwindigkeit erkennt das System also, ob du in der optimalen Übersetzung fährst und gibt dir bei Bedarf eine Schaltempfehlung.

Elektronische Gangschaltungen werden sorgfältig auf den jeweiligen e-Bike Motor abgestimmt. Denn nur so können die beiden Systeme Hand in Hand arbeiten. Die elektronische e-Bike Schaltung kommuniziert an den Pedelec-Motor, dass ein Gangwechsel bevorsteht.

Automatikschaltung

Mit einer Automatikschaltung für das e-Bike musst du dir über den richtigen Gang keine Sorgen mehr machen, denn das übernimmt das System für dich!

Mit der NuVinci H-Sync Nabenschaltung schaltet das System anhand einer zuvor definierten Trittfrequenz absolut selbstständig - du kurbelst also immer gegen denselben Widerstand an, bergauf und bergab.

Die Shimano Di2 Gangschaltungen gehen sogar noch einen Schritt weiter und wählen den richtigen Gang durch Daten der Trittfrequenz und der Geschwindigkeit. Manuell kann jederzeit ein anderer Gang eingelegt werden, dieses Eingreifen merkt sich das System, schließt darauf auf die Vorlieben des Fahrers und passt zukünftige Gangwechsel daran an.

Automatikschaltungen sind als Nabenschaltung und als Kettenschaltung möglich.

Ketten- oder Riemenantrieb am e-Bike?

Zum herkömmlichen Kettenantrieb gibt es seit kurzem eine Alternative: den Riemenantrieb. Der Riemen besteht aus Carbonfasern oder gedrilltem Aramid und unterscheidet sich in seiner Funktion überhaupt nicht vom Kettenantrieb, allerdings bringt er einige Vorteile gegenüber dem jahrzehntelangen Platzhirsch mit.

Der Riemen arbeitet sauber und leise und überträgt die Antriebskraft sogar noch verlustfreier als die Kette. Aber auch hier gibt es zwei Seiten, denn der Neuling unter den Antrieben ist ausschließlich mit einer Nabenschaltung kombinierbar.

Für e-Mountainbikes, die hauptsächlich auf Kettenschaltungen setzen, also keine Alternative. Und wenn der Riemen dann schlussendlich doch einmal gewechselt werden muss, kann man dies nicht so einfach selbst übernehmen, denn es wird eine genau eingestellte Spannung benötigt, damit der Riemen einwandfrei funktioniert und auch lange hält.

Riemenantrieb vs. Kettenantrieb

Bei einem mit Riemen betriebenen Fahrrad kommt statt einer Kette ein Carbongurt zum Einsatz. Der Riemen verfügt an der Innenseite über aus Nylon gefertigte Zähne. An der Kurbel befindet sich eine größere Riemenscheibe. Die etwas kleinere zweite Riemenscheibe ist an der Hinteradnabe befestigt.

Führend am Markt ist die amerikanische Firma Gates, welche den Gates Carbon Drive herstellt. Den Spezialisten gelang es gegenüber anderen Herstellern Zahnriemen herzustellen, die auch unter Belastung keine Längenveränderung aufweisen. Ermöglicht wird dies durch eingearbeitete Carbon-Zugstränge.

Sowohl die Kette als auch der Riemen haben ihre Vorteile. Im Vergleich zu einer Kette mit Nabenschaltung bietet der Zahnriemenantrieb laut Gates nahezu denselben Wirkungsgrad, da der Effizienzverlust bei Nabengetriebe-Kette und Nabengetriebe-Riemen vorwiegend durch die Reibung des Nabengetriebes gegeben ist.

Zudem hat der Hochschulreport ergeben, dass bei höherer Spannung des Fahrrad-Antriebsriemens der Wirkungsgrad steigt. Allerdings sollte nach Angaben des amerikanischen Riemenherstellers keine zu hohe Spannungseinstellung vorgenommen werden.

Auf dem Papier hat der Riemen in puncto Haltbarkeit klare Vorteile gegenüber einer Kette. Eine gut gepflegte Kette hält rund 7.000 Kilometer. Mit Kettenschutz vielleicht auch 10.000 Kilometer.

Für den Riemenantrieb hat der Hersteller Gates Carbon Drive hier eine grobe Einschätzung der Laufleistung wie folgt angegeben: Die CDX Serie hält ca. die 2-3-fache Laufleistung im Vergleich zum Konventionellen Kettenantrieb, bei der CDN/CDC Serie ist es ca. noch die 1-2-fache Haltbarkeit.

Die Pflege eines Gates Carbon Drive gestaltet sich wesentlich einfacher, als bei einer Fahrradkette. Beispielsweise kann sich am Riemen aus Kunststoff kein Rost bilden. Auch das Schmieren der Kette fällt weg. Dadurch gibt es keine ölverschmierten Hosenbeine.

Ganz pflegefrei ist der Riemenantrieb eines Fahrrads jedoch nicht. Bei Verschmutzungen sollte der Carbonriemen mit Wasser gereinigt werden. Der Riemen muss bei der Erstmontage, nach einigen Fahrkilometern sowie nach dem Ausbau des Hinterrades gespannt werden.

Immer wieder wird betont, dass Fahrrad-Riemenantriebe leise in ihrer Funktion sind. Bei richtig ausgerichtetem Riemen und Riemen-Zähnen in gutem Zustand trifft dies zu. Es gibt keine ausgeleierten Kettenglieder sowie Quietsch- oder Knackgeräusche.

Der Gates Carbon Drive hat in einigen Punkten klare Vorteile gegenüber einem Kettenantrieb. Die einfache Pflege kommt vor allem Pendlern und Alltagsfahrern, aber auch Gelegenheitsradlern, entgegen.

Wer seinen Riemen hin und wieder pflegt und die Spannung überprüft, braucht sich auch keine Sorgen bezüglich Störgeräusche sowie klappernde Ketten machen. Auch die Haltbarkeit ist ein Argument, dass speziell für Vielfahrer interessant sein dürfte.

Auch preislich hat sich einiges getan. Mittlerweile gibt es Fahrräder mit Riemenantrieb bereits für unter 1.000 Euro. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Citybike Pegasus Premio SL Belt.

Bei geringerer Trittleistung zeigt sich die Kettenschaltung effizienter, wobei der Unterschied nur durch technische Messungen wahrzunehmen ist. In der Praxis merken Radfahrer in der Regel nichts von der höheren Reibung.

Schneematsch und Schmutz können dem Gates Carbon Drive stark zusetzen, weshalb beim Wintereinsatz zu überlegen ist, ob ein Kettenantrieb nicht die bessere Option ist.

Schäden wie Risse sind beim Zahnriemen als Antriebsstrang schwer zu sehen, wodurch sich die Unfallgefahr bei einem gerissenen Riemen erhöht. Auch für Fahrradfahrer, die öfter ihr Hinterrad ausbauen, um das Fahrrad im Auto zu transportieren, ist ein Bike mit Kettenantrieb die bessere Alternative.

Eine falsche Riemenspannung ist eine häufige Ursache für einen gerissenen oder verschlissenen Antriebsriemen. Um ein Überspringen des Carbon Riemens zu verhindern, gibt es sogenannte Snubber.

Der korrekte Spannungsbereich wird in Pfund, Kilogramm oder bei der App in Hertz angegeben. Aufgrund der Tatsache, dass man für einen Riemenantrieb einen speziellen Rahmen benötigt, ist das Um- bzw. Nachrüsten eines Riemenantriebs zwar möglich, aber es ist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden.

Für den Riemen sprechen in erster Linie die längere Haltbarkeit und weniger Aufwand bei der Reinigung.

Riemenantrieb vs. Kettenantrieb: Ein Vergleich

Nie wieder Kettenantrieb reinigen und ölen, kein Geschmiere mehr an den Hosenbeinen! Der offensichtlichste Vorteil von Antriebsriemen am Fahrrad und E-Bike ist, dass kein Öl mehr im System ist, das Schmutz anzieht und weiter verteilt.

Carbonriemen benötigen keinen Schmierstoff, es reicht, wenn du den gröbsten Schmutz mit Wasser und einem Tuch abwischst. Auch ohne Schmierstoff macht der Riemen so gut wie kein Geräusch beim Fahren, die Kraftübertragung ist auf ähnlichem Niveau wie bei einer ordentlich gepflegten Kette.

Klingt alles erst mal gut - warum fährt dann die Masse der Fahrräder mit und ohne Elektromotor bisher nicht mit dieser neuen Antriebsart?

Zunächst funktioniert der Riemen nur mit Naben- oder Getriebeschaltungen sowie an Singlespeedbikes. Kettenschaltungen und Riemen passen - das steht schon im Namen - nicht zusammen. Ketten hingegen sind flexibler und können in Kombination mit allen Schaltungsarten genutzt werden.

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Ein wesentliches Argument für den Riemenantrieb ist die Lebensdauer: Selbst bei optimaler Pflege kommen Ketten selten auf 10.000 Kilometer Laufleistung, empfohlen wird zumeist sogar, eine Kette nach 2.000 oder 3.000 Kilometer zu wechseln. Mit der Zeit dehnt sich die Kette aus und droht irgendwann, Ritzel zu beschädigen.

Infolgedessen kann die Kette dann beim Treten sogar durchrutschen, was im schlimmsten Fall sogar Radler*innen zu Fall bringen kann. Riemenhersteller werben damit, dass fünfstellige Kilometerzahlen mit ihrem Antriebssystem locker drin sind.

Für viele Radfahrerinnen und Radfahrer bietet eine Kettenschaltung die beste Übersetzungsbandbreite, wenn Sie in hügeligen Gegenden oder Städten unterwegs sind. Das ist umso wichtiger bei Lastenrädern, die es bei Anstiegen ungleich schwerer haben. Übrigens: Auch mit potenter Motorunterstützung solltest du immer den passenden Gang einlegen. Damit verlängerst du die Lebensdauer deiner Antriebsteile - egal ob Kette oder Riemen.

Zugegeben: Fahrräder und E-Bikes mit Riemen kosten in der Regel etwas mehr als Modelle mit Kettenschaltung. Um die Kosten von Ketten und Riemen miteinander zu vergleichen, solltest du nicht nur die Anschaffung, sondern auch die Lebensdauer ins Verhältnis setzen. Wenn der Riemen zwar doppelt so teuer wie eine Kette ist, aber dreimal so lange hält, kommst du auf Dauer günstiger weg.

Überdies kann dir der Riemen nicht nur einige Euro sparen, sondern auch Zeit, die du oder dein Fahrradmechaniker beim Reinigen und Wechseln der Antriebsteile einer Kettenschaltung verbringst. Während eine Kette zwar gereinigt werden muss, aber mit geübten Händen schnell gewechselt ist, dauern Ein- und Ausbauen des Riemens etwas länger.

Zunächst: Um den Riemen unter Spannung zu halten, muss bei vielen E-Bikes der Rahmen geöffnet und der Riemen als Ganzes auf die Ritzel gebracht werden. Zusätzlich muss das Hinterrad exakt ausgerichtet werden.

Insbesondere im Winter kommt das System Kettenschaltung an seine Grenzen: Streusalz und Feuchtigkeit setzen dem Material zu. Sorgenfrei fahren im Winter, weniger Wartung insgesamt: Der Riemen spielt seine Stärken eindeutig an Alltagsfahrrädern aus. Und ganz nebenbei kannst du auch Reinigungstuch und Kettenöl im Rad-Urlaub zu Hause lassen.

Klar, dass ein Carbonriemen auch an viel beanspruchten E-Lastenrädern, wie unserem FS200 Vario eine gute Wahl ist. Grundsätzlich gilt, dass besonders E-Bikes profitieren, da die Last vom Mittelmotor zur Hinterradnabe insgesamt größer ist, was bei Ketten zu höherem Verschleiß führt.

Sportfahrräder - Mountainbikes, Rennräder, Gravelbikes - werden auch in absehbarer Zeit mit Kettenschaltung angetrieben.

Für wen ist ein Riemenantrieb geeignet?

Für alle, die viel, lange und sorgenfrei fahren möchten. Selbst bei hoher Beanspruchung und wenig Pflege dürfte ein Riemen über Jahre keine Probleme verursachen. Der jährliche Radservice, den du ohnehin bei E-Bikes in Anspruch nehmen solltest, sollte verschlissene Riemen rechtzeitig erkennen.

Für wen ist ein Kettenantrieb geeignet?

Grundsätzlich sind Kettenantriebe immer da im Einsatz, wo wir über Sport sprechen. Mountainbiker, Rennradfahrer oder auch performance orientierte Gravelbiker fahren mit Kette. Obwohl der breite Riemen etwas weniger dynamisch daherkommt als die feingliedrige Kette, gibt es kein nennenswertes Plus, was den Widerstand beim Fahren angeht.

In unserer Modellübersicht findest du alle E-Lastenräder von Ca Go mit Riemen und mit Kette. Jedes Cargobike braucht eine Gangschaltung. Die Kettenschaltung ist das am meisten verbreitete Schaltsystem an Fahrrädern.

Vor- und Nachteile im Überblick

Merkmal Riemenantrieb Kettenantrieb
Längere Lebensdauer + -
Wartung Wenig Wartung, kaum Reinigung notwendig Muss regelmäßig geölt werden
Kosten Meist etwas teurer in der Anschaffung Günstig in der Anschaffung
Verschleiß Verschleißt nicht so stark bei hohen Lasten Verschleißt relativ schnell, besonders an E-Bikes
Fahrverhalten Weniger sportliches Schaltverhalten Kettenschaltung bietet dynamischeres Fahrverhalten und für steile Anstiege
Service Radausbau im Pannenfall möglicherweise kompliziert Schneller, unkomplizierter Service im Schadensfall
Geräuschentwicklung Leise Macht oft Geräusche beim Fahren

Riemenantrieb nachrüsten

Die Nachrüstung eines Fahrrades mit einem Riemenantrieb ist grundsätzlich möglich, wobei einige Faktoren zu beachten sind. Zunächst ist zu prüfen, ob der Fahrradrahmen mit einem Rahmenschloss ausgestattet werden kann, um den geschlossenen Riemen aufziehen zu können.

Ist der nachträgliche Einbau eines Rahmenschlosses nicht möglich, kannst du auch einen teilbaren Riemen verwenden. Dies gilt jedoch nicht für die Kettenblätter und Ritzel. Diese müssen in beiden Fällen durch Riemenscheiben ersetzt werden, da ein Riemen nur auf spezielle „Antriebsräder“ aufgezogen werden kann.

Grundvoraussetzung ist übrigens auch eine Naben- oder Tretlagerschaltung oder ein Singlespeed-Hinterrad. In Kombination mit einer Kettenschaltung ist die Montage eines Riemens nicht möglich.

Bei senkrechten Ausfallenden des Fahrradrahmens ist zusätzlich die Montage eines Riemenspanners erforderlich, da der Riemen sonst nicht auf die erforderliche Spannung gebracht werden kann. Bei waagerechten Ausfallenden ist dies nicht notwendig, da das Hinterrad horizontal verschoben werden kann, um den Riemen zu spannen.

Montage des Riemenantriebs

Die Ketten- bzw. Riemenlinie muss zwingend gerade sein, da eine reibungslose Funktion sonst nicht gewährleistet ist und der Riemen schneller verschleißen bzw. reißen kann. Der Riemen ist unter keinen Umständen zu knicken, da sonst irreparable Schäden entstehen können.

Der Antriebsriemen benötigt eine entsprechende Spannung, sodass entweder horizontale Ausfallende oder ein Riemenspanner notwendig sind.

Haltbarkeit

Erfahrungsberichten zufolge kann schon nach 500 Kilometern der gesamte Antriebsstrang von Kettenblatt über Kassette und Kette verschlissen sein, wenn der Antrieb unter fiesen Bedingungen und hoher Last läuft. Der Wartungsaufwand explodiert, die laufenden Kosten ebenfalls.

Der Riemenantrieb könnte eine Lösung für das Verschleißproblem sein. Bislang an E-MTBs eher unüblich soll er mit geringem Wartungsaufwand und hoher Langlebigkeit punkten. Größter Vorteil: Der Riemen kommt ohne Schmierung aus und zieht so weniger Schmutz an. Außerdem längt sich der Riemen auch bei Verschleiß nicht. Lediglich die Zähne werden abgenutzt, irgendwann kann der Riemen auch reißen. Die Haltbarkeit soll jedoch rund dreimal so hoch sein wie bei einem Kettenantrieb.

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