Ducati Multistrada 950: Ein umfassender Testbericht und Erfahrungen

Die Ducati Multistrada 950 kombiniert einen leistungsstarken 937 ccm Flüssiggekühlten 2-Zylinder-Motor mit einem ansprechenden Design und vielseitigen Eigenschaften. Mit einer Leistung von 113 PS und einem Drehmoment von 96 Nm bietet sie sowohl für lange Touren als auch für kurvenreiche Strecken die optimale Performance.

Technische Details der Ducati Multistrada 950 (2019)

  • Motor: 937 ccm, Flüssiggekühlter 2-Zylinder-Motor mit desmodromischer Ventilsteuerung
  • Leistung: 113 PS
  • Drehmoment: 96 Nm
  • Sitzhöhe: 840 mm
  • Gewicht: 227 kg
  • Kraftstoffverbrauch: ca. 5,5 Liter auf 100 km
  • Tankvolumen: 20 Liter
  • Neupreis (Österreich, 2019): 15.995 Euro

Die Ducati Multistrada 950 ist mit einer digitalen Ganganzeige, einer Temperaturanzeige und einem digitalen Drehzahlmesser ausgestattet. Das Fahrwerk der Ducati Multistrada 950 2019 besteht aus einer Kayaba Upside-Down-Gabel mit einem Federweg von 170 mm vorne und einem Sachs Mono-Federbein mit ebenfalls 170 mm Federweg hinten.

Ducati Multistrada 950S: Lohnt sich der Umstieg?

Viele Fahrer, die von der Multi 950 auf die 950S umgestiegen sind, haben dies keine Sekunde bereut. Das semiaktive Fahrwerk der 950 S ist ein super Kompromiss in diesem Bike-Segment mit absolutem Top Fahrwerk. Das Farbdisplay ist im Vergleich zum normalen schon deutlich schöner und besser.

Das semiaktive Fahrwerk macht die verschiedenen Fahrmodi unterhaltsam, aber meist auch entbehrlich. Kurven-ABS bietet einen Sicherheitsgewinn. Die beleuchteten Schalter sind ein nettes Detail, das man aber nicht unbedingt benötigt. Die Entscheidung kommt letztendlich aus dem Bauch und nicht aus dem Kopf.

Die 950 S hat nach einer Probefahrt sogar gegen die neue V4, die ich auch zur Probe gefahren bin, den Vorzug erhalten und wurde auch gekauft. Sie ist handlicher als die V4, leichter, hat mehr Zuladung, kostet weniger in der Anschaffung und im Unterhalt, und hat noch einen typischen V2 Ducati Motor. Auf den Radar und das unzuverlässige handykoppelnde System kann ich verzichten, ansonsten hat meine 950er alles, was auch die neue V4 hat.

Ducati Multistrada V2 (2022) vs. 950 S (2021)

Ducati nutzte das Euro-5-Update der V2-Multistrada für gezielte Modifikationen. Für das Update zur Homologation nach Euro-5-Kriterien gab es neue Software für die Steuerung von Zündung und Einspritzung. An der Hardware erleichterten die Bologneser Ingenieure die Pleuel um 170 Gramm. Gewichtseinsparung stand ganz oben im Lastenheft. Der nach wie vor 937 cm³ messende, nominell 113 PS starke 90-Grad-V2 erhielt ein überarbeitetes Getriebegehäuse und eine geänderte Kupplung. Damit sollen rund 1,9 Kilogramm eingespart werden. Die neue Kupplung ist am flacheren, weiter eingezogenen Gehäusedeckel zu erkennen.

Die Änderungen von Ducati bei der Multistrada V2, von "Alt" auf "Neu", stehen unter dem Motto "Evolution statt Revolution".Weitere 1,7 Kilogramm sollen neue, aus der Ducati Multistrada V4 übernommene Räder einsparen - wie gehabt vorn in 19 Zoll (48,26 cm), hinten in 17 Zoll (43,18 cm). Um 500 Gramm leichter seien die vorderen Bremsscheiben der Multistrada V2 dank inneren Rings aus Aluminium statt Stahl, 700 Gramm leichter die Spiegel (ebenfalls von der V4-Multi).

Fahrverhalten und Ergonomie

Die geänderte Ergonomie der Multistrada V2 von Ducati bewirkt bereits beim Aufsitzen einen Riesen-Unterschied. Die neue, im vorderen Bereich schmaler geschnittene Sitzbank bewirkt Wunder für kleine Leute. Die erforderliche Schrittbogenlänge fällt um rund 40 Millimeter kürzer aus und selbst Piloten ohne Gardemaß bekommen beide Fußsohlen links wie rechts sicher auf den Erdboden. Der Knieschluss fühlt sich kompakter an. Die geänderten Fußrasten des aktuellen Modells sind zehn Millimeter niedriger platziert, was den Kniewinkel noch weiter entspannt.

Herzstück der Ducati Multistrada V2 blieb der bekannte 937-Kubik-Motor. Er erwacht mit einem herzhaften V2-Stakkato. Du spürst, dass die neue Version des V2 weniger Schwungmasse besitzt. Untenrum läuft der "alte V2" mit den schwereren Pleueln einen Tick sanfter. Er verträgt geringfügig tiefere Drehzahl, ruckelt und hackt dann weniger. Mehr denn je begeistert dagegen die antrittsstarke Drehzahlmitte, emotional bis explosiv. An Drehfreude und Power legte der Motor oben heraus nochmals zu, drückt gemessen volle 113 statt zuvor 107,5 PS.

Elektronik und Fahrmodi

Wie bereits bewährt gibt Ducati der Multistrada V2 vier Fahrmodi: Touring, Urban, Sport und Enduro. Sie bündeln die Gasannahme mit den Eingriffsschwellen von achtstufiger Traktionskontrolle, dreistufig regelndem ABS und dem Niveau der hinteren Federbasis. Anpassung an Zuladung erlauben vier Grund-Settings "Solo", "Solo mit Gepäck" (gut bei schwereren Fahrern!), "zwei Personen" und "zwei Personen mit Gepäck". Am geschmeidigsten auf Landstraßen funktioniert der Touring-Modus. Fluffig-easy und verdammt flott umrundet das Ducati-Duo Kurvenradien jeglicher Couleur.

Bremsen und Fahrwerk

Die vorderen Radial-Bremsen der Multistrada V2 ankern bestens, knackig und dosierbar nehmen Brembos Vierkolbensättel die nunmehr leichteren 320er-Scheiben in die Zange. Das identische semi-aktive Skyhook-Fahrwerk der neuen Ducati Multistrada V2 liegt dank geringerer ungefederter Massen noch einen Tick satter auf der Straße. Es verarbeitet mit 170 Millimeter Federweg vorn wie hinten selbst Schotterpisten, übelsten Teer oder hochaufragende Rampen vor Zebrastreifen in Südfrankreich.

Ducati Multistrada 950 im Vergleichstest 2019

Die Ducati lässt mit ihren 113 PS die Muskeln spielen. Die angenehme, tiefe Sitzposition und das spielerische Einlenkverhalten der 19-Zoll-Räder haben es angetan. Motorcharakteristik, Sitzposition und die gesamte Ergonomie lassen eine klare Straßen-Orientierung erkennen. Die vielen technischen Spielereien und Zusatzfunktionen treiben den Preis in die Höhe, sodass die Multistrada 950 S preislich gesehen fast aus der Mittelklasse der Reiseenduros fällt.

Das sportlichste Straßenmotorrad des Reiseenduro Vergleichs 2019 - da sind sich alle einig. Auf Asphalt brennt sie alle anderen locker her, und sieht dabei auch noch sehr schnittig aus. Schaaf schenkt ihr für ihre Performance sogar seinen Helm. Solange der Untergrund befestigt bleibt, weckt sie mit ihrem top Fahrwerk, drehfreudigem Motor und spielerischem Einlenkverhalten echte Emotionen und macht einfach Spaß. Offroad ist hingegen spürbar nicht ihr Revier.

Ducati Multistrada 950 im Dauertest

Nur 15 Monate dauerte es, bis die Ducati Multistrada 950 die Dauertest-Distanz bei MOTORRAD abgespult hatte. Ordentli-cher Sitzkomfort, gelungener Windschutz, super Bremsen und tolles Lenkverhalten - die Lobeshymnen über den roten Flitzer wiederholten sich in den Fahrtenbüchern.

Probleme und Schwachstellen im Dauertest

Allerdings auch die Schimpftiraden auf die rupfende Kupplung. Vor allem nach dem Kaltstart biss das Plattenpaket beim ersten Kraftschluss aggressiv zu, ließ sich beim Anfahren kaum dosieren. Der technische Hintergrund liegt laut Ducati in der sogenannten Beölung der Kupplung. Gerät zu viel Motoröl in die Kupplung, trennen die Beläge durch die erhöhten Adhäsionskräfte (Verklebung) nicht mehr vollständig. Als Folge lässt sich auch der Leerlauf nur schwer finden.

Der 937er-V2 gönnt sich gern ein wenig Öl. Rund 0,4 Liter je 1.000 Kilometer sollte sich der L-Motor durchschnittlich im Lauf der Dauertest-Distanz genehmigen.

Gesamtfazit des Dauertests

Sämtliche Teile lagen innerhalb der Verschleißgrenze. Getriebe und die viel kritisierte Kupplung wiesen nur geringste Laufspuren auf, Kolben, Zylinder und Lager zeigten sich in gutem Zustand. Lediglich die Führungen der Einlassventile waren in der Mitte zwar noch maßhaltig, an den Enden aber über die Verschleißgrenze konisch aufgeweitet. Insgesamt rechtfertigt die Dauertest- Ducati 950 Multistrada die positive DAT-Restwertschätzung. Der von den Experten ermittelte Wertverlust von 33,3 Prozent ist der zweitgeringste aller jemals bei MOTORRAD gefahrenen Dauertest-Bikes.

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