E-Bike Bremsbeläge wechseln: Kosten, Tipps und wann Sie eine Werkstatt aufsuchen sollten

E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da sie eine umweltfreundliche und komfortable Alternative zum Auto darstellen und das Radfahren durch elektrische Unterstützung auf langen Strecken erleichtern. Wie oft Sie Ihr E-Bike zur Inspektion bringen müssen, hängt von der Nutzung ab. Die Faustregel besagt, dass ein E-Bike etwa alle 2000 Kilometer oder einmal im Jahr inspiziert werden sollte. Diese Leistung kann je nach Aufwand zwischen 90 und 150 Euro kosten und ist damit relativ überschaubar. Daher ist es wichtig, präventiv vorzugehen und einige Komponenten am Fahrrad regelmäßig selbst zu prüfen. Dazu gehört es zum Beispiel, Kabel und Steckverbindungen zu prüfen und die Kette regelmäßig zu ölen.

Allerdings sind die Kernkomponenten - also abgesehen vom Antriebsstrang - nach wie vor vom klassischen Fahrradhändler und entsprechend einfach in der Wartung und Reparatur. Dazu zählen vor allem Verschleißteile wie Bremsbeläge, Kette und Reifen. Bei einem E-Bike können verschiedene Arten von Reparaturen anfallen - je nach Nutzung, Verschleiß und Komponentenschäden. Zu den häufigsten und kostengünstigeren Reparaturen gehören der Austausch von Verschleißteilen, darunter Bremsbeläge und Ketten. Weitere gängige Reparaturen betreffen die Reifen. So kostet ein Reifenwechsel inklusive Arbeitszeit und Material 40 bis 80 Euro.

Wann ist ein Wechsel der Bremsbeläge nötig?

Wenn die Fahrradbremse quietscht, kratzt oder nicht mehr richtig zieht, ist es höchste Zeit für neue Bremsbeläge. Liegt die Stärke der Bremsbeläge bereits unter einem Millimeter, sollten die Beläge gleich gewechselt werden. Denn gut funktionierende Bremsen sind ein wichtiger Bestandteil für ein verkehrssicheres Fahrrad.

Um eine sichere Bremsleistung beim Fahrrad oder besonders beim MTB durchgängig zu gewährleisten, ist es wichtig, die Bremsbeläge regelmäßig zu überprüfen und bei Abnutzungserscheinungen rechtzeitig zu wechseln. Wie oft Bremsbeläge beim Fahrrad gewechselt werden sollten, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Fahrstil, Fahrbedingungen, Art der Bremsen wie Felgen- oder Scheibenbremse. Bei Felgenbremsen ist ein Wechsel nach etwa 1000 gefahrenen Kilometern normal, während Scheibenbremsen eine Laufleistung von bis zu 5000 Kilometern haben können.

Neben der Kilometerleistung sollten auch Anzeichen wie eine verminderte Bremsleistung, quietschende Geräusche beim Bremsen oder ein schleifendes Geräusch beim Fahren beachtet werden. Ein Fahrstil mit häufigem und starkem Bremsen, Fahrten in bergigem Gelände oder bei schlechtem Wetter können zu einem schnelleren Verschleiß der Bremsbeläge führen. Zudem zeigen E-Bikes aufgrund ihres höheren Gewichts und der höheren Geschwindigkeiten oft einen höheren Verschleiß der Bremsbeläge.

Kosten für den Bremsbelagwechsel

Neue Bremsbeläge liegen preislich meist zwischen 10 bis 20 Euro pro Bremse, je nachdem ob es sich um eine Felgenbremse oder Scheibenbremse handelt. In einer Fachwerkstatt kommen die Arbeitskosten hinzu. Manche Werkstätten bieten auch Komplettpreise für den Wechsel an - abhängig vom Fahrradmodell. Bei Scheibenbremsen kann das Entlüften der Bremsen sinnvoll sein, dafür fallen in der Werkstatt zusätzliche Kosten von rund 40 bis 60 Euro pro Bremse an.

Zweites Thema: Am Ende zählt bei einer Werkstatt der Endpreis, der auf der Rechnung steht und sich zusammensetzt aus Arbeitslohn und Materialkosten. Sie hat dabei die Möglichkeit, ihre Nebenkosten und Nutzungnebenzeiten im Arbeitswert zu sehen oder im Stundensatz. Und selbstverständlich darf sie hier auch einen „Unternehmerlohn“ einrechnen. Ich finde den hier genannten Endpreis deshalb zwar hoch, aber dennoch angemessen für den, der es selbst nicht kann bzw. die Verantwortung für Arbeiten an Sicherheitsteilen einer Fachwerkstatt überlässt.

Bremsenreparatur: Kosten im Überblick (Auto vs. E-Bike)

Die Kosten für Bremsenreparaturen können je nach Fahrzeugtyp variieren. Hier ein Vergleich zwischen Auto und E-Bike:

Fahrzeugtyp Beispielmodell Kosten für Bremsklötze samt Scheiben vorn (ca.)
Auto Škoda Fabia 440 Euro
Auto Mercedes EQE 2400 Euro
E-Bike - 10-20 Euro pro Bremse (Materialkosten)

Hinweis: Die angegebenen Kosten sind Durchschnittswerte und können je nach Region, Werkstatt und spezifischem Modell variieren.

Bremsbeläge selbst wechseln - Schritt für Schritt

Wer das passende Werkzeug inklusive passendem Montageständer parat hat und handwerklich geschickt ist, kann Bremsbeläge am Fahrrad mit Hilfe der Anleitung in fünf Schritten selbst wechseln. Kosten entstehen dann lediglich durch das Material.

  1. Laufrad ausbauen: Am besten wird das Fahrrad so positioniert, dass sich das Laufrad frei drehen kann. Am einfachsten geht das mit Hilfe eines Montageständers. Zum Ausbau zunächst die Schnellspanner-Achse aufdrehen, bevor das Laufrad endgültig ausgebaut werden kann. Damit wird der Blick frei auf die Bremsbeläge.
  2. Bremsbeläge entfernen: Als Erstes muss die Klammer der Schraube - der Sicherungssplint, der die Bremsbeläge hält - mit einer Spitzzange herausgenommen werden. Als Nächstes muss die Schraube herausgedreht werden. Damit sind die Bremsbeläge selbst zugänglich und können mit der Spitzzange herausgenommen werden.
  3. Bremskolben reinigen: Deshalb ist es immer wichtig, den Bremskolben gut zu reinigen. Bremsreiniger ist dafür eher ungeeignet, da er die Dichtungen schädigen kann. Es empfiehlt sich ein Spiritusreiniger. Nach dem Einsprühen sollten die Kontaktflächen gut mit einem Tuch gesäubert werden.
  4. Saubere Bremskolben zurückdrücken: Zum Zurückdrücken des Bremskolbens eignet sich ein stabiler Reifenheber aus Kunststoff. Am besten steckt man den Reifenheber von beiden Seiten einmal in den Schlitz rein und drückt die Kolben mit Kraft gut zurück, damit die neuen Bremsbeläge beim Einsetzen genügend Platz haben.
  5. Neue Bremsbeläge einsetzen: Auf den linken Bremsbelag positioniert man die Rückholfeder und legt spiegelverkehrt den rechten Bremsbelag darauf. Alles zusammen wird als Paket zusammengedrückt und dann in den Bremssattel reingeschoben. Danach muss das Ganze mit der zuvor gelösten Schraube wieder gesichert werden. Zum Schluss wird noch der Sicherungssplint auf die Schraube gesetzt.

Danach das Laufrad wieder einbauen. Auf jeden Fall auch überprüfen, ob nun alles rund läuft, die Bremse nochmal pumpen, damit sie sich gut einstellen kann.

Wann sollte man eine Fachwerkstatt aufsuchen?

Ob eine E-Bike Reparatur besser in einer Werkstatt oder direkt beim Hersteller durchgeführt werden sollte, hängt von mehreren Faktoren ab, wie Garantie, Art des Schadens und Kosten. Wenn das E-Bike noch Garantie hat, ist eine Reparatur beim Hersteller oft die beste Wahl. Hersteller bieten darüber hinaus spezialisierte Techniker und originale Ersatzteile an, was die Qualität und Lebensdauer der Reparatur erhöht. Andererseits kann der Versand an den Hersteller zeitaufwendig sein. Ist die Garantie abgelaufen, können bei Hersteller oft hohe Reparaturkosten anfallen. Dann kann es sich doch lohnen, eine zertifizierte Fahrradwerkstatt aufzusuchen.

Viele solcher haben sich mittlerweile auch auf E-Bike Reparaturen spezialisiert und bieten eine breite Palette an Dienstleistungen in diesem Bereich. Die Werkstatt ist oft auch die günstigere Alternative im Vergleich zum Hersteller, sofern die Garantie abgelaufen ist oder nicht für den jeweiligen Schaden greift. Die Reparatur erfolgt zudem meist schneller, da der Versand entfällt.

Alles in allem ist es wichtig, dass Sie Ihr E-Bike gut pflegen und regelmäßig warten, um teure Reparaturen vorzubeugen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0