E-Bike Dreirad Zweisitzer: Test und Vergleich

Gerade in Städten erleben die sogenannten »Lastis« seit einiger Zeit einen regelrechten Hype. Dabei gibt es neben dem klassischen Lastenrad, mit dem man Gegenstände wie Kisten, Möbel oder einfach den Einkauf im Supermarkt transportiert, auch immer mehr Lastenräder für Familien. Übrigens: Viele Gemeinden, Kommunen und Städte fördern die umweltschonende E-Mobilität und gewähren Lastenrädern mit Elektroantrieb Zuschüsse.

Lastenräder im Test: Modelle und Eigenschaften

Wir haben 36 Lastenräder, die für den Kindertransport geeignet sind, getestet und Probe gefahren, 29 davon sind aktuell noch erhältlich. Hier sind einige herausragende Modelle:

  • Christiania Bikes Classic Medium: Ein Lasti für alle Fälle - in der Box finden Kinder, Einkäufe und noch viel mehr Platz. Immer noch ein echter Volltreffer - das Christiania Bikes Classic Medium ist und bleibt ein Klassiker, der klar und einfach seine Stärken ausspielt und besonders Familien viel Spaß und vor allem Raum bereitet. Denn hier sorgt die recht große Transportbox für unglaublich viele Einsatzmöglichkeiten - ob es nun Kinder, Einkäufe oder kleine Umzüge sind, mit dem Christiana gibt es keine räumlichen Engpässe.
  • Tern GSD S00: Das Tern GSD S00 schaut wie ein zu groß geratenes Klapprad aus. Eine große Transportbox hat es nicht und braucht es nicht. Denn hier geht es vor allem um den Transport der wertvollsten Fracht - und zwar Kinder. Die nehmen hinten auf dem langen Gepäckträger einfach Platz und rauschen durch die Stadt und durchs Gelände. Das Tern ist sehr wendig, dynamisch und vielseitig unterwegs.
  • Chike E-Kids: Wie ein kleines Raumschiff auf drei Rädern kommt das Chike E-Kids angerauscht - ohne dabei natürlich die Bodenhaftung zu verlieren. Vorn sorgt eine Schwenkachse für ein tolles Fahrverhalten und Fahrvergnügen, besonders in Kurven. Die kleinen Mitfahrer nehmen vorn in einer sehr komfortablen Kabine Platz, die auch an Regentagen ideal ist und trocken hält. Gepäck kann man in praktischen, kleineren Boxen verstauen.
  • Btwin Long John F900E von Decathlon: Das Btwin Long John F900E von Decathlon ist ein Schwergewicht - allerdings im positiven Sinne. Es bietet nämlich ein rundes Gesamtpaket zu einem guten Preis. Neben hochwertigen Komponenten und einer guten Verarbeitung bringt es auch ein einrollbares Regen- und Sonnendach mit, außerdem eine Tür an der Box, viel Komfort, viel Stauraum und Wendigkeit.
  • Load 75 von Riese & Müller: Rasant, elegant und sicher - das Load 75 von Riese & Müller ist vom Fahrverhalten her ein Traum. Jede Bodenwelle, jede Kante und jedes Schlagloch schluckt das vollgefederte E-Lastenrad mühelos. Dazu ein sehr kraftvoller E-Motor. Ein echter Flitzer auf zwei Rädern. Die Transportbox ist zwar nicht ganz so geräumig, doch wer sein Kind in der Stadt schnell, komfortabel und sicher von A nach B bringen möchte, der liegt hiermit genau richtig. Auch im Gelände überzeugend.

Fahrverhalten: Zwei- vs. Dreiräder

Wer zum ersten Mal auf einem Lastenfahrrad sitzt, wird sich wundern, wie anders sich das im Vergleich zu einem »normalen« Fahrrad fährt. Vor allem an die dreirädrigen Exemplare muss man sich erstmal gewöhnen. Denn normalerweise balanciert man unwillkürlich auf einem Fahrrad hin und her. Das geht beim dreirädrigen Rad nicht, denn es steht mit seinen drei Rädern stabil auf der Straße - und so fährt man unweigerlich erstmal Schlangenlinien. Die nächste Herausforderung ist das Kurvenfahren. Das geht mit Dreirädern längst nicht so schnell wie mit Zweirädern, denn man kann sich ja nicht in die Kurve legen.

Modelle mit zwei Rädern fahren sich dagegen fast wie ein normaler Drahtesel - sie sind nur deutlich größer, aber im Vergleich zu Dreirädern immer noch leicht und wendig. Mit ihnen kann man kleine Ausflüge machen und sogar sportlich biken - sie verfügen teils sogar über bis zu 22 Gänge. Das Zweirad ist weit schmaler als sein dreirädriger Kollege, was das Parken ebenfalls einfacher macht. Das Dreirad wiederum gondelt durch seine größere Reibung schwerfälliger durch den Verkehr. Es ist größer und nimmt mehr Parkplatz auf dem Gehweg ein. Allerdings verfügt es meist auch über mehr Stauraum und steht sicher beim Einstieg, vor allem mit der Feststellbremse. So haben Eltern die Hände für Kinder oder Einkauf frei.

Sicherheit und Komfort

Was manche allerdings überraschen dürfte: Dreiräder sind nicht sicherer als Zweiräder. Denn ein Dreirad kann während der Fahrt schneller umkippen als ein Zweirad, vor allem wenn man zu schnell in die Kurve geht. Die zweite überraschende Feststellung: Dreiräder fahren sich für die Kinder in der Kiste deutlich weniger komfortabel. Denn drei Räder bedeuten schlichtweg 50 Prozent mehr holpern. Fährt man über einen abgesenkten Randstein, ruckelt ein Zweirad zweimal, ein Dreirad in aller Regel dagegen dreimal, denn meistens fährt man nicht genau senkrecht über den Randstein.

Auch für den Fahrer haben Dreiräder einen Nachteil: Ist die Straße oder der Gehweg abschüssig, sitzt man schief auf dem Rad, was Rückenschmerzen verursachen kann. Einspurige Räder sind daher für längere Strecken besser geeignet. Einige scheuen allerdings einspurige Lastesel mit nur zwei Rädern, weil sie befürchten, dass sie das hohe Gewicht des Rads samt Transportkiste und wertvollem Inhalt nicht stemmen können und Angst haben, umzukippen. Tatsächlich braucht man fast keine Kraft, um ein einspuriges Lastenrad in der Balance zu halten. Aber wie gesagt: Das muss jeder selbst ausprobieren.

E-Antrieb: Ja oder Nein?

Ob man lieber strampelt oder sich mit einem elektrisch angetriebenen Rad fast von allein kutschieren lässt, ist jedem selbst überlassen. Für den E-Antrieb spricht aber einiges: Selbst mit 80 Kilo in der Kiste kommt man relativ mühelos den Berg hoch und trudelt nicht komplett verschwitzt morgens bei der Arbeit ein. Allerdings sind E-Bikes in der Anschaffung deutlich teurer und benötigen wesentlich mehr Pflege. Vor allem der Akku ist ein Verschleißteil, das beim Austausch teuer kommt. Deshalb müssen Käufer von E-Bikes mit deutlich höheren Wartungskosten rechnen als beim Lastenrad ohne E-Antrieb. Zweimal jährlich sollte man zum Service, was jeweils rund 90 Euro kostet, denn die Wartung ist aufwändiger: »Wir müssen ein Backup wie beim Computer machen. Aber die E-Systeme werden immer besser. Trotzdem sollten E-Bikes immer in die Garage oder den Schuppen. In der Stadt haben allerdings die wenigsten einen überdachten Parkplatz parat. Sogenannte Fahrradgaragen aus Stoff, die vor Nässe schützen, sind dann eine Alternative. Allerdings raubt es viel Zeit, das Fahrrad immer zu verpacken und zu entpacken. Dabei macht dem Motor Regen an sich nichts aus. Nur der Akku ist empfindlich. »Den Akku kann man problemlos ausbauen und in die Wohnung mitnehmen«, rät Marc Stauß.

Für welche Art von Motor sich der Kunde entscheidet, kommt auf seine Bedürfnisse und Wünsche an. Hinterrad-, Mittelmotor- und Frontmotoren stehen zur Auswahl. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile. So dreht das Vorderrad schnell durch, wenn der Motor vorne angebracht ist. Der Nachteil des Hinterradmotors ist vor allem, dass das Hinterrad dann nur schwer ausgebaut werden kann.

Schaltung: Kette oder Nabe?

Ob mit oder ohne Motor, auch Lastenräder gibt es entweder mit Ketten- oder Nabenschaltung. Marc Stauß, Geschäftsführer vom Münchner Radl-Laden Almtrieb, empfiehlt letztere. Mit ihr kann der Fahrer selbst bei den relativ schweren Lastenrädern sofort losstrampeln, weil sie sich auch im Stand schalten lässt. Außerdem ist sie weit weniger wartungsintensiv. Ebenfalls praktisch: Die Kette springt nicht runter. Der Nachteil?

Kindertransport: Sicherheit und Komfort

So komfortabel wie in einem Auto kutschieren Sie Ihren Nachwuchs in einem Lastenrad nicht, denn das ist nicht gefedert. Da kann man noch so vorsichtig fahren, in der Kiste rumpelt es gehörig. Zwar werden die oft gemütlich mit Fell verkleideten Babyschalen in der MaxiCosi-Halterung von den Herstellern schon ab drei Monaten empfohlen, aber Marc Stauß, Vater zweier kleiner Jungs, hält davon nichts: »Erst ab etwa sechs Monaten dürfen Kinder länger aufrecht sitzen. Davor sollten sie vor allem liegen. Er empfiehlt außerdem, die Babyschale so lange es geht zu benutzen. Denn auch ältere Kinder haben darin eine bessere Kopfstütze. Ebenfalls wichtig zu wissen: Kinder dürfen nur bis zu einem Alter von sieben Jahren transportiert werden. Diese Obergrenze legt die StVO fest. Auch wenn es keine Pflicht ist: Kindern in der Kiste bitte unbedingt einen Fahrradhelm aufsetzen.

Alternativen: Fahrradanhänger und Kindersitz

Natürlich kann man Kinder auch mit dem Fahrradanhänger transportieren oder ganz einfach mit dem Kindersitz auf dem Fahrrad. Vor allem, wenn man nur ein Kind hat, ist ein Kindersitz die einfachste Lösung. Bei zwei Kindern wird es aber schon schwierig. Der Fahrradanhänger hat dagegen gegenüber dem Lastenrad einige Vorteile: Er ist kippsicherer als Lastenräder und mit einen Überrollbügel bietet er den Kindern auch innen große Sicherheit. Er kann außerdem gefedert sein und besitzt komfortable Sitze, so dass die Kleinen drinnen gemütlich schlafen können. Außerdem kann man ihn abhängen.

Aber Fahrradanhänger haben auch Nachteile: Problematisch ist, dass sie über keine Bremsen verfügen. Muss man in einer Gefahrensituation scharf bremsen, schiebt der Hänger das Fahrrad vor sich her, was zu Stürzen führen kann. Immer wieder kommt es im Stadtverkehr auch zu Unfällen, weil Autofahrer den Hänger übersehen.

Der größte Vorteil von Lastenrädern ist aber, dass man dank der großen Transportboxen mehr Platz hat. Hier kann man auch mal drei oder vier kleine Kinder transportieren, im Anhänger geht das nicht. Die meisten Familien nutzen ein Cargobike auch weit länger, als sie anfangs annehmen.

Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten

Aber letztlich ist die Wahl zwischen einem Fahrradanhänger und einem Lastenrad wie auch beim Auto vor allem eine emotionale Entscheidung. Florian Borde empfiehlt seinen Kunden, genau darauf zu achten, was die verschiedenen Marken fürs Geld bieten - und was noch an Zubehörkosten auf einen zukommt. Manchen Käufern kommt es rein auf die Optik an, andere interessiert ausschließlich die Funktionalität, der nächste hat ein knappes Budget oder fährt selten damit. Um sein ganz persönliches Traum-Lastenrad zu finden, braucht es deshalb Zeit. Etwa zwei Stunden sollten potentielle Käufer mit ins Fachgeschäft bringen. Denn erst während einer Probefahrt merkt man, auf welchem Bike man sich am wohlsten fühlt. »Ich finde es wichtig, dass die ganze Familie mitkommt. Gerade die Kinder sollten beim Test dabei sein. Ein Lastenrad ist eine Anschaffung fürs Leben. Da sollte man auf gute Verarbeitungsqualität setzen.

Aber das ist gar nicht so einfach, wie Florian Borde weiß, denn: »Jedes Rad fährt generell ein Jahr lang top. Wenn Sie sich für ein Lastenrad interessieren, sollten Sie sich daher unbedingt kompetent im Fachhandel beraten lassen und die Lastenräder Probe fahren. Im guten Fachhandel kann man sich sein ganz eigenes Wunschmodell zusammenbauen lassen. Vieles ist - je nach Modell und teils gegen Aufpreis - möglich.

Spezielle Dreirad Tandems für 2 Personen

Van Raam bietet verschiedene Dreirad-Tandems für zwei Personen an, die das gemeinsame Radfahren ermöglichen, auch wenn eine Person nicht mehr selbstständig treten kann:

  • Fun2Go: Ein Dreirad für zwei Personen, die nebeneinander radeln möchten. Es bietet Stabilität und einen direkten Einstieg ohne Ausbalancieren.
  • Twinny Plus: Ein Dreirad-Tandem, bei dem zwei Erwachsene hintereinander sitzen. Der niedrige Einstieg erleichtert das Auf- und Absteigen.
  • Kivo Plus: Ein Tandem, bei dem ein Erwachsener hinten und ein Kind vorne sitzen. Auch hier ist der Einstieg niedrig gestaltet.

Diese Modelle können mit der einzigartigen Tretunterstützung von van Raam ausgestattet werden, wodurch sie zu Elektro-Dreirädern für zwei Personen werden.

Elektromobile: Eine Alternative für Senioren und Menschen mit Behinderung

Elektromobile sind spezielle rollstuhlähnliche Fahrzeuge, die Menschen mit Behinderung oder Senioren die Fortbewegung im Alltag erleichtern. Es gibt verschiedene Modelle, darunter:

  • Dreirad-Elektromobile: Bieten einen engen Wendekreis und sind wendiger, aber auch kippempfindlicher.
  • Vierrädrige E-Mobile: Besser geeignet für größere Strecken, da sie meist schneller sind.
  • Zweisitzer: Ermöglichen den Transport von zwei Personen und können die Anschaffung eines zweiten E-Mobiles überflüssig machen.

Beim Kauf eines Elektromobils sollten Faktoren wie Reichweite, Sitzkomfort, Geschwindigkeit, Beleuchtung und Bremsen berücksichtigt werden. In Deutschland sind Elektromobile bis 15 km/h zugelassen und können unter Umständen von der Krankenkasse bezuschusst werden.

Lastenfahrrad-Vergleich: Gewicht und Nutzlast

Ein wichtiger Aspekt bei Lastenfahrrädern ist das Verhältnis von Eigengewicht zu Nutzlast. Der Nutzlastwert (NW) ergibt sich aus dem Verhältnis von maximalem Systemgewicht zur Eigenmasse des jeweiligen Cargo-Bikes. Hier einige Beispiele:

Modell Maximales Systemgewicht Eigenmasse Nutzlastwert
Ant Heavy Duty Lastenfahrrad 295 kg 70 kg 3,21
Babboe Carve-E-Bakfiets 255 kg 55 kg 3,64
Urban Arrow Tender 400 kg 100 kg 4,00
christiana-bikes-light-Bakfiets 235 kg 37 kg 6,35

Die Datenrecherche konzentrierte sich dabei auf Eigenmasse, Nutzlast und das max. Systemgewicht, was bei manchen Lastenfahrrädern nicht immer einfach in Erfahrung zu bringen war.

E-Trikes: Eine Mischung aus E-Auto und Elektro-Scooter

E-Trikes sind dreirädrige Elektrofahrzeuge, die eine gute Mischung aus E-Auto und Elektro-Scooter darstellen. Sie sind kippsicher, bieten eine hohe Zuladung und sind einfach zu bedienen. Es gibt verschiedene Modelle, darunter:

  • E-Trike Kabinenroller: Dreirädrige Kabinenroller, die bereits ab 15 Jahren gefahren werden können.
  • MADAT CP-3 E Chopper: Ein innovatives E-Trike mit einer robusten Karosseriestruktur aus Aluminiumlegierung.
  • Rolektro Krankenfahrstuhl E-Trike V.3: Ein Krankenfahrstuhl mit einer Reichweite von bis zu 95 Kilometern.
  • Doohan eGo2 Dreirad Elektroroller: Ein ungewöhnliches Modell mit zwei Reifen an der Vorderachse und einem Rad hinten.

Für E-Trikes gelten je nach Modell unterschiedliche Bestimmungen bezüglich Führerschein, Helmpflicht und Versicherung. Es gibt auch Fördermöglichkeiten für E-Trikes, die jedoch vom Wohnort abhängen.

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