Um nicht eines Tages Opfer eines Fahrraddiebstahls zu werden, gehört ein stabiles Fahrradschloss zur Ausstattung eines jeden Fahrrads. Der ADFC empfiehlt, besser in zwei verschiedene Schlösser investieren.
Billig-Schlösser für wenige Euro sind schnell geknackt und als Diebstahlsicherung völlig unbrauchbar. Deshalb führen einige Versicherungen Listen mit empfohlenen Fahrradschlössern.
Für unseren Test haben wir über 150 Fahrradschlösser mit Seitenschneider, Stahlsäge, Bolzenschneider und Winkelschneider malträtiert. Fahrradschlösser, die innerhalb dieser Zeit nicht zu knacken sind, gelten als sicher.
Verschiedene Schlosstypen im Vergleich
Es gibt verschiedene Arten von Schlössern: Kabel- und Spiralkabelschlösser, Kettenschlösser, Bügelschlösser, Panzerkabel-, Falt- und Rahmenschlösser. Wir unterscheiden zwischen Schlössern, die fest am Fahrradrahmen angebaut sind, und denen, die locker sind und die keine feste Verbindung zum Fahrrad haben. Ein Abschrauben eines Rahmenschlosses gestaltet sich dahingehend schwierig.
Bügelschlösser
Zahlreiche Tests belegen eindeutig: Die sichersten Schlösser sind Bügelschlösser. Die schweren Stahlbügel der Markenprodukte sind so stabil gebaut, dass ein gewaltsamer Aufbruchsversuch auf offener Straße kaum Chance auf Erfolg hat. Je größer der Durchmesser des Bügels ist, desto stabiler ist er - und desto mehr wiegt er auch. Viereckige Bügel erschweren nicht nur den Einsatz von Bolzenschneidern, sie lassen sich auch im Schlosskörper nicht drehen, daher müsste der Bügel an zwei Stellen aufgetrennt werden, was mehr Zeit kostet. Bügelschlösser haben im Regelfall ein U-Profil und sind sehr starr.
Knacken lassen sich hochwertige Bügelschlösser fast nur mit einem Winkelschleifer knacken. Neue Bügelschlossmodelle mit Wolfram-Carbid-Beschichtung bieten auch hiergegen hohen Widerstand, kosten aber auch mehrere hundert Euro.
Kettenschlösser
Gute Panzerkabel- und Kettenschlösser sind fast so sicher wie Stahlbügel. Sie haben meist die gleichen Schließmechanismen wie Bügelschlösser, auch die Panzerung beziehungsweise die Kettenglieder sind ähnlich widerstandsfähig. Der Vorteil der Panzerkabel- und Kettenschlösser: Sie sind viel flexibler. Kettenschlösser sind aus einzelnen Kettengliedern zusammensetzt und bieten eine recht große Flexibilität beim Abschließen. Je nach Materialstärke kann ein Kettenschloss von einem Meter mehrere Kilogramm wiegen.
Faltschlösser
Die sogenannten Faltschlösser lassen sich wie ein Zollstock auf ein kompaktes Maß zusammenlegen und gut am Fahrrad oder in Fahrradtaschen mitnehmen. Die hochwertigen und damit auch hochpreisigen Versionen bieten eine ähnlich hohe Sicherheit wie Bügelschlösser. Faltschlösser haben im Gegensatz zu Bügelschlössern eine scheinbar offensichtliche Schwachstelle: die Verbindungen ihrer Gelenke. Dieser Schwachpunkt ist aber nicht bei allen Kandidaten gleichermaßen gegeben. Faltschlösser bestehen aus mehreren Gliedern, die mit einem Gelenk verbunden sind.
Kabelschlösser / Spiralschlösser
Für die dünnen Spiralkabel gilt das gleiche wie für Rahmenschlösser: Sie bieten nicht genug Sicherheit, um ein Fahrrad unbeobachtet stehen lassen zu können. Dabei spielt der Schließmechanismus kaum eine Rolle, da meist ein Seitenschneider ausreicht, um das Seil zu durchtrennen. Kabelschlösser haben oft einen sehr schlechten Ruf, sind jedoch weit verbreitet.
Schließmechanismen: Schlüssel, Zahlencode oder App
Wir unterscheiden maßgeblich zwischen dem Auf- und Abschließen mit dem Fahrradschlüssel oder per Zahlencode. Der Schließzylinder ist dabei jeweils das Herzstück und sollte besonders gut verarbeitet sein. Gute Schlösser haben eine extra Abdeckung über der Zylinderöffnung, in die der Schlüssel eingesteckt wird. Auf der anderen Seite kann man Schlüssel verlieren.
Mit Zahlenschlössern hat man diese Probleme nicht. Zwar kann sich auch zwischen den Zahlenwalzen Schmutz ansammeln, ein vollständiges Blockieren ist aber unwahrscheinlicher. Bei den meisten Zahlenschlössern kann - und sollte - man die Kombination übrigens ändern. Relativ neu im Reigen sind elektronische Lösungen in Form von Fernbedienungen oder Smartphone-Apps. Einige von ihnen versprechen, dass sich das Schloss automatisch öffnet und schließt, wenn man sich nähert oder entfernt.
Testergebnisse und Empfehlungen
Im Fahrradschloss Test haben wir die verschiedenen Fahrradschlösser in punkto Handhabung und Aufbruchssicherheit in der Praxis getestet und haben die Dinge herausgestellt, die man auch 2025 vor dem Kauf beachten sollte. Bei der Wahl der richtigen Schloss-Variante kommt es immer auf die persönlichen Bedürfnisse an.
Durchführung der Tests: Bei unserem hauseigenen Test haben wir die Fahrräder mit den verschiedenen Fahrradschlössern an einen festen Gegenstand angeschlossen, die Handhabung geprüft und versucht diese aufzubrechen.
Testsieger im Überblick
- AXA Linq: Bei den Kettenschlössern belegt aktuell das AXA Linq den 1. Platz, da wir das Schloss nicht mit dem Bolzenschneider öffnen konnten und es ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist.
- Abus Bordo Granit XPlus 6500: Bei den Faltschlössern belegt das Abus Bordo Granit XPlus 6500 den 1. Platz, da wir das Schloss nicht mit dem Bolzenschneider öffnen konnten und es eine hohe Flexibilität beim Abschließen aufweist.
- Abus Granit X-Plus 540: Bei den Bügelschlössern belegt das Abus Granit X-Plus 540 den 1. Platz, da wir dieses Schloss nicht mit dem Bolzenschneider öffnen konnten und zum Beispiel die Halterung den Transport einfach macht.
- Impact FlexLock: Impact FlexLock Bewertung Fahrradmagazin.net: „Gut“ mit 3,6 von 5 Punkten Gewicht: ca. 1,254 g kg Preis: ab 59,95 € Glieder: 8 Stahlstäbe
In der Tabelle befinden sich weitere Testergebnisse und Testsieger aus den Jahren 2024 / 23 / 21 / 20 und vorherigen Jahren. Wir haben die von uns bewerteten Fahrradschlösser alle in der Praxis getestet und immer die Handhabung, das Preis-Leistungsverhältnis und auch die Aufbruchssicherheit untersucht.
Die besten Fahrradschlösser im Test
| Fahrradschloss | Typ | Note | Preis |
|---|---|---|---|
| AXA Linq | Kettenschloss | Sehr gut | ab 47,74 € |
| Abus Bordo Granit XPlus 6500 | Faltschloss | Gut | ab 150,59 € |
| Abus Granit X-Plus 540 | Bügelschloss | Gut | ab 84,99 € |
Weitere Tipps für mehr Sicherheit
Selbst das beste Schloss kann keine hundertprozentige Sicherheit garantieren. Als Gütekriterium gilt, dass ein Fahrradschloss unter Laborbedingungen drei Minuten lang Angriffe überstehen können muss.
- Immer anschließen: Das beste Schloss nutzt nichts, wenn man es mitsamt dem Fahrrad einfach wegtragen und in einen Transporter werfen kann. Schließen Sie es deshalb immer an einem feststehenden, unbeweglichen Gegenstand fest, der so hoch ist, dass man es nicht einfach darüberheben kann.
- Immer umschauen: Nach Möglichkeit sollte Ihr Fahrrad so sichtbar wie nur irgendwie möglich sein. Belebte Plätze und Einkaufsstraßen eignen sich besser als halbdunkle Seitengassen, in denen ein Dieb viel Zeit hat, um unbeobachtet sein Werkzeug auszupacken.
- Nicht so leicht zu finden, aber praktisch, ist eine erhöhte Position.
- Durch und durch: Achten Sie darauf, dass das Schloss immer durch den Rahmen und nach Möglichkeit noch eins der Räder geht. Besonders die Vorderräder lassen sich nämlich leicht abmontieren und der Rest des Fahrrads mitnehmen.
- Doppelt hält besser: Wenn Sie Ihr Fahrrad über Nacht draußen stehen lassen, sichern Sie es am besten mit zwei verschiedenen Schlosstypen. Diebe spezialisieren sich oft nur auf einen davon und schleppen für den anderen kein geeignetes Werkzeug mit sich herum.
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