Die Region Garmisch-Partenkirchen, umgeben von Ammer-, Ester-, Wetterstein- und Karwendelgebirge, präsentiert sich als ein unerschöpfliches Bike-Revier auf engstem Raum. Doch wie schlägt sich ein E-Bike in diesem anspruchsvollen Gelände?
Die Tour: Ehrwald - Gatterl - Garmisch
Die hier beschriebene Tagestour ist im Nachhinein recht überschaubar: mit etwas unter 40 Kilometern Distanz und nicht mehr als rund 1700 Höhenmetern. Es ist also alles andere als eine Extremtour - und das auch noch mit elektrisch verstärkter Steighilfe!
Wer mit dem E-Bike da ist, spart sich das Ticket für die Seilbahn und strampelt vom Parkplatz an der Almbahn direkt bergauf zur Ehrwalder Alm. Auf solchen Wegen kann ein E-MTB alle seine Vorteile ausspielen. Die dynamische Fahrt bergauf ist keine Quälerei und reiner Flow.
Von der Ehrwalder Alm führt ein anfangs moderat ansteigender Wanderweg an der Südwestflanke des Zugspitzmassivs entlang, unterhalb des Issentalköpfl und vorbei an der Hochfeldern Alm. Bald wird die 2000-Meter-Höhenlinie überschritten. Hinter der Hochfeldern Alm mündet der Wirtschaftsweg in den Max-Klotz-Steig, einen Singletrail, der zunehmend alpin wird.
Schiebepassage am Issentalköpfl
Es beginnt auf dem Schuttkegel des Issentalköpfl - und plötzlich ist Fahren nicht mehr möglich. Wir müssen schieben. Bikes mit 20 bis 25 Kilo. Natürlich haben die E-Bikes einen Schiebemodus. Ständig unterbricht der Schiebemodus, der Daumen krampft.
Der E-Motor wird jetzt zum Nachteil: In den zunehmend technischen Passagen wünschen wir uns leichteres Gerät. Dosiertes Antreten bleibt schwierig - es sei denn, man verzichtet komplett auf die Motorunterstützung. Dosiertes Versetzen von Vorder- oder Hinterrad ist viel träger als mit einem normalen Mountainbike.
Der Grenzübergang am Gatterl
Das Gatterl ist der wirklich sehenswerte Grenzübergang zwischen der österreichischen Seite der Zugspitz Arena und dem deutschen Teil - mit tollem Ausblick aufs Reintal, die Zugspitze und die umliegenden Bergketten. Wir kommen von Ehrwald, also der österreichischen Seite. Wir fassen das Seil und schaffen die schweren E-Bikes gemeinsam über die Felsstufen, eins nach dem anderen. Zum Glück sind gerade keine Wanderer da.
Auf solchen Pfaden erreicht das E-Bike eindeutig seine Grenzen: Ein normales Mountainbike hätten wir hier geschultert - auch nicht unanstrengend aber immerhin problemlos machbar, selbst über längere Abschnitte hinweg. Mit dem E-Bike geht das nicht, gleich gar für eine zierliche Frau wie Pia.
Hinter dem Grenzzaun führt der Singletrail auf deutscher Seite weiter. Er ist kahl, voller Geröll und weiterhin nur für sehr gute Techniker auch nur halbwegs fahrbar (durchweg S3 bis S4). Die Sonne steht schon viel höher als geplant, der Steig am Gatterl hat viel Zeit gekostet und Körner. Unser Wendepunkt, die Knorrhütte, ist von hier aus zwar schon gut zu sehen, scheint aber noch unendlich weit entfernt auf der gegenüberliegenden Seite des Bergmassivs.
Am unteren Rand des Zugspitzplatts kämpfen wir uns weiter in Richtung Brunntalkopf, an dessen Südflanke endlich die Knorr-hütte liegt. Rechts tief unten das Reintal. Da wollen wir hin!
Abfahrt ins Reintal
Von der Knorrhütte führen steile Serpentinen über den Schuttkegel des Brunntalkopfs ins Tal. Der lose, grobe Schotter erweist sich als extrem tückisch. Wiederholt will mich mein Hinterrad überholen, immer wieder rutscht das Bike zur Seite, schlittert, taucht in den tiefen Schotter ein. Das ist zwar beherrschbar, bleibt aber auch Downhill anstrengend.
Schließlich erreichen wir sturzfrei das Reintal und ballern befreit auf dem Trail (S2) talwärts, erst am Gatterlbach entlang, der bald in die Partnach mündet. Die entspringt hier etwas oberhalb von 1400 Metern und bietet eine berauschende Naturkulisse. Wir sind jetzt sehr zügig unterwegs, der Trail (S2) ist gut fahrbar, es stellt sich doch noch Flow ein.
Es wird bereits dunkel, als wir in Garmisch einrollen. In völliger Dunkelheit holen wir schließlich das Fahrzeug ab, mit dem wir am Morgen in Ehrwald gestartet sind. Es war eine tolle Erfahrung. Aber nichts, was man zweimal machen muss. Eine Grenzerfahrung. E-MTBs sind für solche Touren ungeeignet.
Alternativen und Empfehlungen
Mit dem E-Bike lässt es sich Besucherströmen gezielt aus dem Weg fahren. Aber nicht auf so populären Hotspots wie dem Wanderweg übers Gatterl. Es wird empfohlen, Routen abseits der Hotspots zu wählen und die Tour sorgfältig mit Online-Tools wie z.B. outdooractive oder Komoot zu planen.
E-Bike Verleih in Garmisch
Für diejenigen, die die Region mit dem E-Bike erkunden möchten, gibt es zahlreiche Verleihstationen in und um Garmisch-Partenkirchen. Rebike bietet eine große Auswahl an Premium E-Bikes zur Miete an, darunter City-E-Bikes, Trekking-E-Bikes sowie Hardtail- und Fully-E-Mountainbikes. Auch das Bikecenter Garmisch bietet E-Bikes in allen Varianten und sogar für Kinder an.
Die Preise für die Leih-E-Bikes variieren je nach Modell und Mietdauer. Bei Rebike beginnen sie ab 31 Euro für einen Tag und ab 178 Euro für eine ganze Woche. Für Familien gibt es spezielle Angebote.
E-Bike Transalp: Eine Option?
Eine Transalp mit dem E-Mountainbike ist durchaus möglich und bietet auch für Tourenfahrer eine reizvolle Option. Dank des E-Motors können auch anspruchsvolle Strecken bewältigt werden, wobei es immer Ausweichrouten auf Schotterwegen oder leichten Trails gibt. Die Albrecht-Route von Garmisch an den Gardasee ist ein Beispiel für eine solche Tour.
Für eine E-Bike Transalp empfiehlt sich ein Fully mit 120 bis 140mm Federweg. Empfehlenswerte Motoren sind der Bosch Performance Line CX, der Shimano Steps 8000 und der Panasonic GX Ultimate. Der Akku sollte über mindestens 500 Wattstunden verfügen, besser mehr.
Auch bei der Navigation und Ausrüstung gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Neben einem GPS-Gerät empfiehlt sich die Nutzung von Smartphone-Apps wie Komoot. Ein passender Sattel und eine gute Radhose mit Polster sind unerlässlich, um Sitzprobleme zu vermeiden.
Fazit
Die E-Bike-Tour im Garmischer Gelände zeigt, dass E-Mountainbikes zwar eine tolle Unterstützung bieten können, aber in anspruchsvollem, alpinem Gelände auch ihre Grenzen haben. Eine sorgfältige Planung und die Wahl geeigneter Routen sind entscheidend, um das Potenzial des E-Bikes voll auszuschöpfen und ein unvergessliches Fahrerlebnis zu genießen.
E-Bike Test: Giant Stormguard
Das Giant Stormguard wird vom Hersteller als "SUV unter den E-Bikes" bezeichnet. Es eignet sich wegen seiner Federung auch für robustere Ausfahrten. Die 300 Höhenmeter auf teilweise schlammigen Forststraßen zum Eckbauer meisterte das robuste Rad souverän, die steile Abfahrt über das idyllische Bergdorf Wamberg ebenfalls. Allerdings ist der Stromverbrauch hoch, wenn man es bequem haben will.
Mein Fazit: Ich bin sehr gern mit dem Rad gefahren. E-Bikes sind eine ernsthafte, alltagstaugliche Alternative für den Weg zur Arbeit, auch bei leichtem Regen und Kälte. Das Abstellen bleibt problematisch. Für Einkäufe müsste man noch in Taschen investieren.
Tipps zur E-Bike-Transalp
- Routenwahl: Passen Sie die Route Ihrer Fahrtechnik an. Längere Schiebe- und vor allem Tragestrecken sollten Sie vermeiden.
- Reichweite: Mit einem aktuellen Standard-Akku sind am Tag etwa 1.200 Höhenmeter und 50 bis 80 Kilometer realistisch.
- Gemischte Gruppen: Klären Sie im Vorfeld, ob die Teilnahme mit einem E-MTB bei organisierten Touren möglich ist.
Verwandte Beiträge:
- Unvergessliche E-Bike Touren in Garmisch-Partenkirchen: Die Alpen auf zwei Rädern erleben!
- Günstige E-Bikes für Damen: Top Modelle im Preisvergleich
- E-Bike Funktionsweise: Technik, Komponenten & Tipps
- Big Bike Laufrad: Test & Vergleich der besten Modelle
- Unverzichtbare Südwest Cup Motocross Termine – Verpasse Kein Rennen!
- Fahrradfahren Kalorienverbrauch: So verbrennst du effektiv Fett und steigst deine Fitness!
Kommentar schreiben