Dass es einen Trend hin zu leichten Pedelecs mit etwas reduzierter Motorkraft und kleineren Akkus gibt, beobachten wir seit Jahren. Doch erst seitdem der Platzhirsch in der hiesigen Motoren-Landschaft seinen Light-Motor vorgestellt hat, nimmt der Markt richtig Fahrt auf. Mit dem SX haben die Schwaben nun einen 55-Newtonmeter-Motor mit kompakter Bauform und voll integriert ins hauseigene Smart-System im Angebot. Ein Bosch-Antrieb scheint für viele E-Biker weiterhin das wichtigste Kaufargument zu sein.
Damit hat sich die Zahl leichter E-Bikes auf dem Markt vervielfacht. Die Gruppe der Pedelec-Fahrer, die schon eine gehörige Portion Erfahrung mitbringt, wächst stetig. Radfahrer, die ganz genau wissen, was sie wollen und brauchen. Vollgefederte, vollausgestattete Pedelecs mit großen Akkus sind beileibe nicht weg vom Fenster. Im Gegenteil: Sie bilden nach wie vor - und durchaus zu Recht - das Rückgrat der Branche.
Trotzdem gibt es viele, die nach Jahren des Treppensteigens mit ihrem 30-Kilo-Boliden, des beschwerlichen Hebens auf den Heckträger oder in die Bahn erkannt haben, dass ihr Akku am Ende einer Tagestour noch 40 oder mehr Prozent Restkapazität hat. Wie immer ist es eine Frage der eigenen Ansprüche und Bedürfnisse, die letztlich den Ausschlag geben, ob ein Full-Power-Bike, ein absolutes Leichtgewicht oder eine Mischung aus beidem die beste Wahl ist. Erfahrene E-Biker finden für sich eine schnelle Antwort.
Sie wissen genau, ob und wenn ja wie oft sie mit leerem Akku liegen geblieben sind, in welcher Unterstützungsstufe sie die meiste Zeit unterwegs sind und ob sie eher im Flachen, im welligen Gelände oder doch im Gebirge fahren. Im Zweifel gilt: Auch ein etwas schwächeres Aggregat schiebt im Power-Modus ermüdete Radler nach Hause.
Gewichtsreduktion bei leichten E-Bikes
Die Gewichtsreduktion ist bei den leichten Rädern unterschiedlich stark ausgeprägt. Das Stevens E-Strada unterscheidet sich mit seinen 13,8 Kilo beim Gewicht kein bisschen von Tourenrädern ohne Motor - bietet aber natürlich ohne Gepäckträger und Federgabel auch weniger Variabilität. Ähnlich sieht es beim 17,3 Kilo schweren KTM Macina Cross SX Elite aus, das sich sogar die Spritzschützer spart. Dafür greifen hier gerne diejenigen zu, die am Wochenende oder nach Feierabend sportlich rasant über Feld- und Waldwege zischen wollen.
Am KTM zeigt sich, dass der leichte 55-Nm-Bosch-Motor eigentlich eine Lücke zwischen den Full-Power-Aggregaten und den Leichtmotoren à la Mahle und Bafang schließt. Die beiden vollausgestatteten Tourenräder im Test mit diesen Motoren unterschreiten die 20 Kilo ganz knapp (Simplon Silkcarbon TQ, 19,98 Kilo) oder liegen knapp darüber (Canyon Pathlite:ON SL 6, 21 Kilo).
Apropos Mahle und die bei deren Heckmotoren X35+ (Bergamont) sowie X20 (Stevens) angegebenen maximalen Drehmomente: Hier gilt es beim Lesen und vor allem dem Vergleichen mit Mittelmotoren zu beachten, dass die 23 Nm (X20) dann, laut Prüfstand-Messungen von Mahle selbst, etwa 55 Nm entsprechen würden, da keine Motorkraft durch Kette oder Riemen verloren geht. Wichtig dabei zu erwähnen ist aber, dass bei solchen Vergleichen diverse Faktoren, wie beispielsweise die gewählte Kettenübersetzung, eine Rolle spielen.
Gewichts- wie motortechnisch im Mittelfeld liegt das Excelsior. Die Eckdaten: 19,8 Kilo bei Vollausstattung und dezentem Bafang-Heckmotor - mit 1899 Euro aber mit Abstand das günstigste Rad im Test, trotz namhafter Komponenten, toller Verarbeitung und stimmigem Setup. Und wer optisch auf klassische Fahrräder steht, der wird sich ohnehin in das Urban-E verlieben.
Alltagstauglichkeit leichter E-Bikes
Wie sieht es aus mit der Alltagstauglichkeit der leichten Bikes? Der Vorteil schwerer Pedelecs: In jeder Lebenslage gibt es Unterstützung satt. Nach einem anstrengenden Arbeitstag, wenn die Luft ohnehin schon raus ist, kann man sich nach Hause schieben lassen. War der Einkauf doch etwas üppiger als geplant, bereiten schwere Packtaschen auch auf steilen Straßen kein Kopfzerbrechen. Und auf Tour gleichen sie die am Ende fehlenden Körner aus, wenn man Entfernung und Höhenmeter unter-, seine eigene Leistungsfähigkeit überschätzt hat.
Das schwerste Rad im Test, das Canyon Pathlite:ON 6, ist gleichzeitig das vielseitigste. Exemplarisch steht dafür der sehr variable Gepäckträger: Canyon setzt auf eine MIK-Trägerplattform mit seitlichen, abschraubbaren Ortlieb-QuickLock-3.1-Pins und einer Zulassung für Kindersitze. 27 Kilogramm lassen sich aufladen. Komfort kommt durch einen verstellbaren Vorbau, eine gute Federgabel und eine gefederte sowie absenkbare Sattelstütze ins Rad. Für dieses Gesamtpaket sind 21 Kilo ein herausragender Wert.
Zum Vergleich bietet das ein Kilo leichtere Simplon ebenfalls einen robusten Gepäckträger (bis 25 Kilo), eine Top-Federgabel und viel Komfort, zudem ein sehr geländegängiges Setup. Das leichteste Rad im Test, das Stevens E-Strada 8.3.4 FEQ, wählt einen gänzlich anderen Ansatz. Die Hamburger setzen auf Performance. Carbon satt drückt das Gewicht ebenso wie der leichte Heckmotor und der mit 236 Wh kleinste Akku im Testfeld.
Die Alltagsausstattung ist auf Schutzbleche und Lichtanlage reduziert, wer Gepäck mitnehmen will, kann an den zahlreichen Ösen am Rahmen gerne Bikepacking-Taschen befestigen. Stevens setzt voll auf den klassischen Ansatz des „Pedal-Assist“, also der Unterstützung. Die eigene Muskelkraft steht im Vordergrund.
Energiebedarf und Fahrverhalten
Und damit kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt der Gewichtsreduktion im E-Bike: Je leichter das Rad, desto geringer der Energiebedarf. Wer mit seinem knapp 14 Kilo schweren Stevens unterwegs ist, verbraucht weniger Energie als ein Radler auf dem 30-Kilo-Kaventsmann, dessen Power-Motor zudem „durstiger“ ist als Light-Aggregate. In der Ebene oder im leichten Gefälle lassen sich unsere Testräder allesamt locker über der 25-km/h-Schwelle bewegen, verbrauchen dort gar keinen Akku-Strom. Während schwere E-Bikes auch hier fast ausschließlich mit Motor-Unterstützung unterwegs sind.
Sind die Leichten also die besseren E-Bikes? Sicher nicht für jeden. Aber das sind die klobigen, kraftstrotzenden 30-Kilo-Bikes eben auch nicht. Am Ende ist es wie immer: Ihr Rad muss passen.
E-Bikes bis 20 Kilo: Gewichtige Fakten
Klar: E-Bikes sind schwerer als normale Fahrräder. Der Motor schlägt mit rund drei zusätzlichen Kilogramm zu Buche, der Akku oft sogar mit mehr. Für viele Menschen sind aber 20 Kilogramm die absolute Obergrenze der Tragbarkeit. Ab ihr können sie sich nicht mehr vorstellen, ein Rad zum Beispiel zwölf Stufen aus dem Keller hochzutragen. Unsere Testräder haben alle etwas bis deutlich weniger Gewicht. Diese Low Power Assist-Bikes (LPA), also Räder mit geringerer Unterstützungsleistung, setzen auf leichtere Motorsysteme. Sie sind im urbanen Bereich und auf der Pendlerstrecke, wo es nicht darum geht, möglichst weit mit einer Akkuladung zu kommen, durchaus sinnvoll.
Beispiel: Zwölf Kilometer Arbeitsweg, auf dem Rückweg noch einen Umweg über den Supermarkt oder die Fußgängerzone machen, und man ist auf maximal 30 Kilometern. Daher sind gerade urbane E-Bikes typische Vertreter der Low-Power-Assist-Generation, wie der Ampler Anyroad oder das Bzen Milano im Test. Auch die sportliche Pendler-Fraktion kommt damit gut zurecht, denn die kleinen Motoren verbrauchen weniger Strom, vor allem bei hoher Trittfrequenz. So kann man durchaus mit einem 430-Wattstunden-Akku um die 60 Kilometer weit kommen.
Gewichtsangaben und zulässiges Gesamtgewicht
Unsere Testräder sind 15 bis 20 Kilogramm schwer. Auch das ist nicht wenig, aber für viele Menschen noch wortwörtlich tragbar, sofern das Gewicht nicht mehrmals täglich gestemmt werden muss.
Wichtig sind aber auch die zulässigen Gesamtgewichte: Sie geben an, wie viel aufs Rad darf: E-Bike, Fahrer inkl. Bekleidung und ggfs. Rucksack und/oder Gepäck müssen unter diesem Richtwert liegen, will man das Rad nicht überlasten. Beispiel: Sie wiegen mit Bekleidung 80 Kilogramm, nehmen 15 Kilo Gepäck mit, und das Rad selbst wiegt 20 Kilogramm. Dann muss das Rad mindestens diese Summe, also ein zulässiges Gesamtgewicht von 115 Kilo, aufweisen.
Sie sehen schon: Bereits eine Gewichtsgrenze von 120 Kilo kann für viele Nutzer knapp werden. Mit den 140 Kilo von Bzen, Tenways und Stevens sind jedenfalls wohl die meisten auf der sicheren Seite. Doch natürlich sind es nicht nur die Kilos: Wichtig ist auch die Frage: Gibt es eine Stelle am Rahmen, an der das Rad gut zu tragen und gleichzeitig ausbalanciert ist, sodass ich es gut tragen kann? Für wen die Kellertreppe wichtig ist, der sollte durchaus bei der Probefahrt auch einen Tragetest machen.
Kosten und Ausstattung
Einsparen von Gewicht bei gleicher Funktion kostet Geld. Das lässt sich bei Carbonrahmen bestens sehen: Carbon ist aufwendiger herzustellen und zu verarbeiten als Aluminium. Rahmen können hiermit ein bis zwei Kilogramm leichter gemacht werden (je nach Rad-Typ). Wer wie unser Canyon Grizl nicht auf hochwertige und vollwertige Ausstattung verzichtet, muss, um leicht zu bleiben, auf Carbon setzen. Auch für die Komponenten gilt das. So lenkt man das BZEN als einziges mit einer Vollcarbon-Gabel - und bringt damit insgesamt nur 15,4 Kilogramm auf die Waage.
Allerdings resultiert dieser Wert auch aus dem weitgehenden Fehlen der Straßenausstattung. Doch wie macht das Tenways das? Zunächst fehlen hier Schaltung und Gepäckträger, dann wurde auf nicht zu teure, aber dabei noch leichte Komponenten geachtet. Der günstige Preis ist ein komplexes Konglomerat aus vielen Faktoren. Eine Montage in Deutschland wie etwa bei Riese und Müller schlägt deutlich höher zu Buche als in Fernost. Unterschiede gibt es aber immer auch in der Lackierung oder der Kabelverlegung - auch die Materialausführung und die Arbeitszeit, die man in so etwas investiert, ist ein ernstzunehmender Kostenfaktor.
Software und Konnektivität
Die Entwicklung von konnektiver Software hört auch bei den leichten Pendlerädern nicht auf - im Gegenteil. Gerade hier ist eine begleitende App mit vielen Einstell- und Individualisierungsmöglichkeiten fast selbstverständlich.
Bosch etwa hat mit seinen Smart-Systemen zur Eurobike 2024 nochmals einen Sprung gemacht. Da gibt es beispielsweise den Fahrmodus Eco+. Hier entscheidet das System - nach individualisierbarer Voreingabe - ab welcher Eigenleistung man vom Motor unterstützt werden soll, wenn man mal ohne Antrieb unterwegs ist. Wird diese Grenze erreicht - etwa bei einem leichten Anstieg oder Gegenwind, schaltet sich automatisch der Motor zu. Nur die Macher von Bzen verzichten bewusst auf die Steuerung per Handy. Das Rad soll auch in dieser Hinsicht möglichst simpel und “pur” bleiben. Das kann auch ein Vorteil sein.
Neue E-Bike-Motoren
Der Bosch Performance Line SX ist recht neu im Angebot, wurde allerdings sehr schnell von den Fahrradherstellern angenommen. Unser Canyon Grzl:ON ist ein gutes Beispiel für diese Ausstattung. Dabei ist der SX-Motor eigentlich eine “Zwischengröße”: Er baut äußerlich sichtbar etwas größer als etwa der Fazua, hat aber in etwa das gleiche Drehmoment (55 zu 60 Nm) und Systemgewicht (etwa 5,2 Kilogramm zu 4,6 Kilogramm mit jeweils “kleinem” Akku). Mit den Heckmotoren lassen sich diese Systeme ohnehin schlecht vergleichen.
Nach wie vor gilt der Mittelmotor als die Königslösung unter den Antrieben. Wer etwa einen Fazua Ride in einem sportlich ausgerichteten Rad fährt, erkennt, warum: Diese Motoren harmonieren besonders angenehm mit dem Fahrer. Durch eine grundsätzlich andere Ansteuerung als etwa Motoren für die City oder Lastenräder haben diese Antriebe den Vorteil, in Trittfrequenzen über 65, also dann, wann es für den sportlichen Fahrer angenehm wird - und übrigens grundsätzlich auch noch gesünder - gefühlt sehr natürliche Unterstützung anzubieten.
Trotz dieser Fakten überwiegen in diesem Test die Heckmotoren: Sie haben von der Funktion her aufgeholt - wie man gut am neuen Mahle-X30-Antrieb feststellen kann. Er arbeitet mit drei Sensoren und kommt in mancher Hinsicht Mittelmotor-Feeling nah und ist leiser. Geringe Größe und Gewicht sowie die optische Ähnlichkeit zur Nabenschaltung sind weitere Vorteile.
Viele Hersteller labeln gern ihren eigenen Motor, wie etwa Ampler. Das bedeutet nicht, dass sie selbst einen Motor bauen, sie geben aber oft ihre technischen Vorstellungen zu den Eigenschaften des Motors an einen Antriebshersteller weiter. Der nach hinten verschobene Schwerpunkt des Rads fällt eher bei besonders sportiven Rädern negativ ins Gewicht. Ein Pendlerrad dagegen kann unter diesem Gesichtspunkt mit einem Heck- wie einem Mittelmotor gut ausgestattet sein.
Die passende Reichweite für E-Bikes bis 20 Kilo
Natürlich ist auch bei unseren Low Power Assist-Rädern die Reichweite von vielen Faktoren wie dem Terrain, der Unterstützungsstufe, der Temperatur und nicht zuletzt den Vorlieben des Fahrers beim Pedalieren abhängig. Doch kleine Motoren haben tendenziell nicht nur weniger Leistung, sie verbrauchen dabei auch weniger. So sind also etwa mit dem neuen Bosch-Motor SX 70 auch 70-Kilometer-Strecken möglich, wenn ein Fahrer im smarten Modus fährt und etwa eine Trittfrequenz von 75 einhält. Etwa Gleiches gilt für den ebenfalls effizienten Fazua-Antrieb (430 Wattstunden-Akku).
Die Heckmotoren sind meist nicht deutlich weniger effizient; hier wirken sich allerdings Steigungen häufig negativer aus, da Getriebe-Heckmotoren wie in unserem Test sich am Berg schwerer tun. Die unten angegebenen Entfernungen für die einzelnen Räder sind daher wie immer nur als Richtwerte anzusehen. Wichtig ist allgemein für den Nutzer zu klären: Wie wichtig ist mir Gewichtsersparnis? Kann ich auf ein paar Kilometer Reichweite verzichten, wenn ich dafür ein E-Bike bekomme, das sich annähernd wie ein Bio-Bike händeln lässt, aber eben ein E-Bike ist?
Anleihen beim Gravelbike
Relativ neu ist der Trend, Minimal Assist-Räder fürs Pendeln mit Rennlenker zu konzipieren, wie beim neuen Canyon und dem Riese-und-Müller-Rad. Das kommt nicht nur daher, dass Gravelbikes derzeit besonders trendy sind: Der Dropbar war schon immer beliebt unter Vielfahrern. Man bietet dem Fahrtwind weniger Angriffsfläche und hat viele Griffmöglichkeiten. Wichtig: Man muss die Haltung mögen oder sich ergonomisch daran gewöhnen.
Wer lebenslang Touren- oder gar Citylenker fährt, braucht mit Sicherheit etwas Zeit, sich umzustellen - nicht nur in puncto aktives Lenken, sondern auch in Bezug auf die Haltung, da bestimmte Haltemuskeln an den Armen, aber auch Muskeln im Nacken und der Schulter nicht an diese andere Belastung gewöhnt sind. Doch meist lohnt sich die Mühe, und viele Menschen können sich ein Rad mit geradem Lenker nur noch schwer vorstellen.
Die Sitzposition auf praktisch allen unseren Testbikes ist eher sportlich angehaucht. Die Lenker sind entsprechend meist gerade oder nur leicht gekröpft. Stark nach hinten reichende Lenker finden sich hier nicht. Alle Bikes bieten viel Geradeauslauf, der Sicherheit vermittelt. Besonders stark ist das auf dem Riese und Müller der Fall; das Rad mit dem längsten Radstand wirkt fast etwas kurvenunwillig. Ampler und Tenways sind dagegen echte Kurvensucher, wobei das Ampler das besser ausbalancierte Rad ist.
Wohin mit der Tasche bei E-Bikes bis 20 Kilo?
Brauche ich einen Gepäckträger? Wer auf dem Pendlerrad nur wenige Kilometer zurücklegt, der kann seinen Bürobedarf auch im Rucksack mit sich tragen - wenn er das als angenehm empfindet. Die Träger auf unseren Rädern sind, so vorhanden, alle von 15 bis 25 Kilogramm zugelassen - schon 15 Kilogramm sollten absolut ausreichend sein für diesen Einsatz. Wichtig: Diese schlanken Träger eignen sich oft nur für kleine Taschen, da große Gepäcktaschen meist zu tief hängen (siehe Riese und Müller UBN 5 Commuter).
Wer allerdings auch auf die Schutzbleche verzichtet wie beim Bzen, der bekommt ein doch recht eingeschränktes Nutzungsprofil: einen Café Racer. Ein Rad, das vorwiegend bei schönem Wetter und ohne Gepäck - etwa zur Eisdiele - gefahren wird. Natürlich sind aber auch hier die Bleche und der Träger nachrüstbar. Anders sieht es mit dem Ständer aus: Canyon und Bzen wurden abgewertet, weil sie ohne Ständer aufliefen - beim Canyon aufgrund des Rahmenmaterials, das den Anbau einer Stütze schwieriger (aber nicht unmöglich) macht. 0,3 Notenpunkte Abzug gab’s auch fürs Ampler, bei dem der Ständer unter dem Tretlager sitzt und das Rad beim Beladen daher schnell umkippt.
Beim Händler oder online?
Ampler, Bzen und Tenways kommen direkt, also ohne die Zwischenstation Händler, zum Kunden. Für das Tenways braucht man durchaus etwas Geschick beim Aufbau, da Vorderrad, Lenker und Sattel demontiert kommen. Allerdings liegen eine Bildbeschreibung und vernünftiges Werkzeug bei, auch Laien schaffen das mit etwas Muse. Dasselbe gilt für das Canyon. Weniger aufwendig ist die Montage bei den anderen Direktversendern.
Ampler und Bzen haben einige Servicepartner in Deutschland.Tenways hat keine eigenen Partner, hier schickt der Hersteller die Kunden zum Radhändler um die Ecke - eine Lösung, die gut funktionieren kann, solange der Händler nicht ohnehin schon mehr als genug zu tun hat und beim Aufkreuzen einer fremden Marke den Kopf schüttelt. Auch Canyon liefert direkt an den Kunden, kann aber mittlerweile mit einem Partnernetz und zentraler Servicestruktur aufwarten. Auch werden viele Werkstätten diese Räder im Schadensfall eher aufnehmen. Riese und Müller kann mittlerweile auch online gekauft werden. Unser Fahrrad kam in einer Riesenkiste völlig fertig montiert. Aber natürlich kann man die Räder der beiden klassischen deutschen Bike-Marken auch bei einem der vielen Vertragshändler kaufen.
E-Bike Gewichte im Überblick
Im Folgenden eine Tabelle mit den Gewichten und zulässigen Gesamtgewichten einiger E-Bike-Modelle:
| Modell | Gewicht (kg) | Zulässiges Gesamtgewicht (kg) |
|---|---|---|
| Ampler | 17,3 | 120 |
| Bzen | 15,4 | 140 |
| Canyon (ohne Rahmentasche) | 18,1 | 120 |
| Riese und Müller | 19,9 | 135 |
| Stevens | 17,1 | 140 |
| Tenways | 18 | 140 |
Die Rolle des Gewichts beim E-Bike-Kauf
Lange Zeit drehte sich beim E-Bike fast alles um das Thema Reichweite. Kaum jemand fragte: Wie schwer ist ein E-Bike? Die 20 bis 28 Kilo eines herkömmlichen E-Bikes erschienen unwichtig. Gerade aber liegen super leichte E-Bikes im Trend und die Frage, welches ist das leichteste E-Bike, rückt in den Fokus. 11,8 Kilo wiegt das Roadmachine 01 AMP X ONE von BMC- eine echte Ansage in Sachen Gewicht. Doch wie baut man ein leichtes E-Bike und welche Vorteile bringt das?
Ein E-Bike ist kein Leichtgewicht - damit hatte man sich in den letzten Jahren abgefunden. Ein E-Bike bis 20 Kilo Gewicht wie das Canyon Roadlite:ON 8 war beinahe unvorstellbar, die meisten Modelle waren und sind deutlich schwerer. Zum einen bringen die Komponenten des Antriebs Zusatzgewicht ans Rad. Der Motor, der Akku, Sensoren, Display und Kabel - sie alle tragen ihren Teil zum höheren Gewicht bei. Motoren unterschiedlicher Bauart und verschiedener Leistungsklassen unterscheiden sich beim Gewicht. Drei bis vier Kilo weniger sind das schnell einmal, so dass ein E-Bike ohne Akku statt 27 nur noch 23 Kilo wiegt.
Faktoren, die das Gewicht beeinflussen
Das Thema Reichweite wird oft groß geschrieben, als Konsequenz ist die Kapazität der Akkus in den letzten Jahren immer weiter gewachsen und mit ihr das Gewicht der Batterien. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Carbon-E-Bike wie das Rennrad Trek Domane+ SLR 9 oder ein Aluminium-E-Bike handelt. Die Bremsen müssen ausreichend dimensioniert sein, Laufräder und Reifen stabil und die Federelemente - falls vorhanden - an das höhere Systemgewicht angepasst sein.
Die Größe des Akkus hat enormen Einfluss auf das Gewicht eines E-Bikes, nicht unerheblich sind auch die Art und Größe des Motors und damit seine Leistungsfähigkeit. Sind das Drehmoment und die Leistung des Motors geringer, kann die Kapazität des Akkus weniger groß ausfallen und damit sinkt automatisch dessen Gewicht . Die Kategorie des Bikes hat ebenfalls Einfluss auf dessen Gewicht. So sind an einem schlanken Urban-E-Bike leichtere Komponenten montiert als an einem E-Mountainbike.
Vorteile leichter E-Bikes
- Einfaches Handling: Mit einem Gewicht unter 20 kg lassen sich diese E-Bikes leichter manövrieren, tragen und verstauen.
- Bessere Beschleunigung und Agilität: Ein geringeres Gewicht bedeutet, dass das E-Bike schneller beschleunigen kann und wendiger ist.
- Effizienz und Reichweite: Leichtere E-Bikes benötigen weniger Energie, um in Bewegung zu bleiben, was die Effizienz erhöht und die Akkulaufzeit verlängert.
- Komfort und Fahrspaß: Das reduzierte Gewicht trägt zu einem insgesamt angenehmeren Fahrerlebnis bei.
Worauf sollte man achten?
- Akkukapazität und Reichweite: Trotz des geringen Gewichts sollte der Akku leistungsstark genug sein, um eine vernünftige Reichweite zu bieten.
- Motorleistung: Ein leichter Motor mit ausreichender Leistung ist entscheidend. Achten Sie auf Motoren, die eine gute Balance zwischen Leistung und Gewicht bieten.
- Rahmenmaterial: Leichte E-Bikes verwenden oft Rahmen aus Aluminium oder Carbon. Diese Materialien bieten eine hervorragende Kombination aus Stabilität und geringem Gewicht.
- Komponentenqualität: Hochwertige Komponenten wie Schaltung, Bremsen und Reifen tragen zum Gesamtgewicht des E-Bikes bei und beeinflussen das Fahrverhalten.
- Komfortmerkmale: Auch bei leichten E-Bikes sollten Komfortmerkmale wie ergonomische Griffe, bequeme Sättel und Stoßdämpfer nicht fehlen.
- Sicherheitsfeatures: Trotz des geringen Gewichts sollten Sicherheitsaspekte nicht vernachlässigt werden.
Leichtere E-Bikes unter 20 kg bieten eine ideale Lösung für alle, die ein leichtes, agiles und leistungsstarkes Fortbewegungsmittel suchen. Sie kombinieren die Vorteile der elektrischen Unterstützung mit dem Handling und der Flexibilität eines traditionellen Fahrrads. Und ob man ein paar Kilo mehr oder weniger durch die Gegend fährt man sich nicht nur dort bemerkbar, sondern spätestens dann, wenn man sein Rad in den Keller trägt. Am besten probieren Sie dies im Test mit einem leichten E-Bike unter 20 Kilo einmal selbst aus.
E-Bikes sind wahre Trendsetter, bringen allerdings durch die verbauten Motoren und Akkus deutlich mehr Gewicht mit, als du es vom gewöhnlichen Fahrrad gewohnt bist.
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