E-Bike Hersteller im Vergleich: Ein umfassender Test

Die Vielfalt auf dem E-Bike-Markt ist riesig. Fast jeder Fahr­radtyp - vom klassischen Tiefein­steiger bis hin zum Lastenrad - wird mitt­lerweile auch mit Elektromotor angeboten. Wer ein Elektrofahr­rad kaufen möchte, muss oft viel Geld in die Hand nehmen. Deshalb ist es gut, vorher die eigenen Bedürf­nisse zu kennen, um das beste E-Bike für sich zu finden.

Im Folgenden erhalten Sie einen umfassenden Überblick über verschiedene E-Bike-Typen, Rahmenformen, Antriebe und Motoren sowie Testergebnisse und aktuelle Trends.

E-Bike Typen und ihre Einsatzbereiche

Es gibt verschiedene E-Bike-Typen, die sich für unterschiedliche Einsatzbereiche eignen:

  • City-E-Bikes: Eignen sich für Arbeitswege, Einkäufe und gelegentliche Ausflüge. Für den Alltag reichen die vergleichs­weise güns­tigen Stadt­flitzer mit moderaten Antrieben und Akkus oft völlig aus. Zu den besten City-E-Bikes gehört eines der güns­tigsten Modelle.
  • Trekking-E-Bikes: Die Trekking-E-Bikes sind die beliebtesten Modelle, denn sie versprechen erholsame Fahrrad-Touren in der Natur. Hier kommt es auf Komfort und Reichweite an, sowie den Transport von Ausrüstung auf dem Gepäckträger.
  • E-Mountainbikes: Das E-Mountainbike muss dieselben Anforderungen erfüllen wie ein herkömmliches Modell, bietet jedoch zusätzlich die Unterstützung eines Motors. E-MTBs sind mit ihren breiten Reifen für sportliche Fahrten auf Feldwegen und Waldpfaden vorgesehen und müssen daher robust und gut gefedert sein.
  • SUV/Allroad-E-Bikes: Da sich die wenigsten Radfahrer mehrere E-Bikes für verschiedene Zwecke leisten wollen, sollen die SUV- oder Allroad-Bikes die Vorzüge aller Typen vereinen: die Federung und Sportlichkeit der E-MTBs, die Ausdauer der Trekking-Bikes und den Komfort der City-Bikes.

E-Bike Tests und Bewertungen

Die Stiftung Warentest hat 2024 elf Trekking-E-Bikes getestet, darunter Modelle von Cube, Kalkhoff und KTM. Die 31 Pedelecs im Test schneiden gut bis mangelhaft ab. Auch die Empfehlens­werten unter ihnen haben individuelle Stärken und Schwächen. Unsere Test­ergeb­nisse und Einzel­beschreibungen zu allen Rädern helfen Ihnen, das richtige E-Bike zu finden.

Im Prüf­labor wurde getestet, ob die E-Bikes alle Sicher­heits­anforderungen einhalten und wie gut Akku, Motor und Display spritz­wasser­geschützt sind. Die 2024 geprüften elf Trekking-E-Bikes im Test sind mit Ketten­schaltung und Scheibenbremsen ausgestattet. Sie haben einen Diamant-Rahmen. Acht der Räder besitzen einen Mittel­motor, der im mittel- und hoch­preisigen Segment Stan­dard ist. Zum Vergleich wurden drei E-Bikes mit Hinterradmotor ausgewählt.

Erfahrene Radler - drei Männer und zwei Frauen - prüften das Fahr­verhalten in der Ebene und berg­auf sowie für den Prüf­punkt Komfort unter anderem Federungs­verhalten, Sitz- und Griff­position. Zwei Experten bewerteten die Fahr­stabilität mit und ohne Gepäck. Die Experten fuhren jedes Rad mehr­fach bei unterschiedlichem Tempo, dabei auch einhändig oder mit minimalem Lenker­kontakt.

Im Prüf­labor wurde die Brems­kraft der E-Bikes gemessen - die Modelle mit Scheibenbremsen meistern die Prüfung ohne Probleme. Es wurde geprüft, ob die Bremsen in Anlehnung an Din EN 15194:2018-11 ein Gesamt­gewicht von 150 Kilogramm schnell genug abbremsen.

Mit Akkus und Ladegeräten wurden in Anlehnung an die Din EN 60335-1:2020 sowie 62133-2:2017 etwa Glühdraht- und Kurz­schluss- sowie Strahl­wasser­prüfungen in Anlehnung an die Din EN 60529:2014 Schutz­art IPX5 durchgeführt.

Die besten E-Bike-Marken

Ein Blick auf die Absatzzahlen der deutschen Fahrradfachhändler zeigt, dass die Nachfrage nach E-Bikes weiterhin hoch ist. Cube hält mit etwa 19 % Marktanteil und rund 400.000 verkauften E-Bikes (2024) die Spitzenposition in Deutschland. Kunden schätzen vor allem die robuste Verarbeitungsqualität, das dichte Bosch-Händlernetz und die vielfältigen Modellvarianten.

Weitere beliebte Marken sind:

  • Riese & Müller: Mit rund 8 % Marktanteil. Beliebte Modelle wie „Load4“ und „Delite“ punkten mit modularen Gepäcklösungen, starken Bosch-CX-Antrieben und hohem Individualisierungsgrad.
  • Haibike: Belegt mit etwa 7 % Marktanteil (rund 150 000 Räder) die Führungsrolle im sportlichen Gelände-Segment. Das Modell-Spektrum reicht von leichten Hardtail-E-MTBs bis zu vollgefederten Trail- und All-Mountain-Bikes.
  • Kalkhoff: Kommt auf rund 6 % Marktanteil (ca. 125 000 Räder) im Trekking- und Pendlerbereich. Klassiker wie die „Endeavour“-Serie oder das komfortable „Agattu“ überzeugen mit wartungsarmen Riemenantrieben, 750 Wh-Akkus und aufrechter Sitzposition.
  • Prophete: Besetzt mit 5 % Marktanteil (~ 100 000 Räder) das Volumensegment für Einsteiger. Das Programm umfasst preisgünstige Trekking- und City-E-Bikes im Komplettpaket.
  • Specialized: Hält etwa 4 % Marktanteil (rund 85 000 Räder) im High-End-Bereich. Die Marke setzt mit leichten Carbon-E-MTBs („Turbo Levo SL“), Performance-Trekking-Bikes und E-Gravel-Modellen technische Maßstäbe.
  • Canyon: Erzielt durch Direktvertrieb rund 3 % Marktanteil (ca. 65 000 Räder). Die Modellpalette reicht von E-Gravel- und All-Road-Bikes bis zu Full-Suspension-E-MTBs.
  • Rose: Nimmt mit 1,5 % Marktanteil (~ 35 000 Räder) eine Nischenposition im Online-Vertrieb ein. Urban-E-Bikes, Trekking-Modelle und gelegentliche E-MTBs zeichnen sich durch schicke Designs und Gates-Riemenantrieb aus.
  • KTM: Kommt auf etwa 4 % Marktanteil (ca. 80 000 Räder), mit Schwerpunkt Tour- und Trekking-E-Bikes sowie sportlichen E-MTBs.
  • Bulls: Erreicht 3,5 % Marktanteil (~ 70 000 Räder) und deckt Trekking-, Comfort- und Cross-Country-E-Bikes ab.

Auch Marken wie Gazelle, Pegasus, Giant oder Ghost erfreuen sich hoher Beliebtheit.

Aktuelle Trends und Innovationen

  • Automatik-Schaltung: Eine ganze Reihe an Testrädern im Großen ElektroRad-Test (GERT) 2025 sind mit den intelligenten Getrieben ausgestattet.
  • Leichtere Systeme: Der Trend geht klar zu Light-E-Bikes mit kleinerem Akku und Motor - weniger Gewicht, mehr Natürlichkeit beim Fahren.
  • Smartere Technik: E-Bikes werden vernetzter - mit GPS-Tracking, Over-the-Air-Updates, Apps und Diebstahlschutzfunktionen.
  • Neue Motoren: Bosch & Co. bringen kompaktere, leisere und gleichzeitig leistungsfähigere Antriebe auf den Markt.
  • Mehr Integration: Kabel verschwinden, Displays werden unsichtbarer - das Design wird cleaner, Technik tritt in den Hintergrund.
  • Vielfalt für alle: Vom Citybike bis zum High-End-Gravel-E-Racer - fast jede Fahrradkategorie ist elektrifiziert, inklusive speziell abgestimmter Geometrien für Frauen, Senioren oder sportliche Fahrer.

Kaufberatung und wichtige Aspekte

Beim Kauf eines E-Bikes sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Rahmenform: Tiefeinsteiger oder klassischer Diamantrahmen? Viele Hersteller bieten SUV E-Bikes mit Diamantrahmen an, bei denen das Oberrohr tiefer angesetzt ist oder abgeschrägt verläuft.
  • Motor: Am Ende zählt das gesamte Bike - ABER: Das Motorsystem prägt den Charakter eines SUV E-Bikes maßgeblich mit. Schwere SUV E-Bikes brauchen kontrollierbare Power. Der Bosch Performance Line CX Gen5 ist im SUV E-Bike-Segment nahezu allgegenwärtig.
  • Akkukonzept: Entnehmbar oder fest? In unserem Testfeld ist jeder Akku entnehmbar - ein klarer Vorteil für alle, die am Stellplatz keine Steckdose haben.
  • ABS am Fahrrad: Besonders hilfreich ist das System auch, wenn mal jemand anderes mit dem Bike unterwegs ist. Aber auch für erfahrene Fahrer kann ABS Gold wert sein - etwa in hektischen Alltagssituationen und auf rutschigem Untergrund.
  • ZGG (Zulässiges Gesamtgewicht): Jedes Bike hat ein „zGG“, ein zulässiges Gesamtgewicht, das vom Hersteller bestimmt wird. Gemeint ist nicht nur die Gepäckträgerzuladung, sondern das gesamte E-Bike-Systemgewicht: also Rad, Fahrer samt Ausstattung und Gepäck sowie evtl. ein Anhänger.
  • Sicherheit: Smartphone raus, App auf - und schon weißt du, wo dein Bike steht, wie weit du noch kommst oder ob jemand gerade versucht, es zu klauen. GPS-Tracking, Navigationshilfe, Alarmanlagen und Motor-Sperren - das digitale Schutzschild ist längst Realität.

Preisspanne und Budget

Die Preise für E-Bikes liegen immer noch auf einem hohen Niveau. Für ein gutes E-Bike mit Qualitäts-Motor und hoher Haltbarkeit müssen Sie in der Regel mindestens 3.000 Euro ausgeben. Nach oben hin ist die Preisspanne offen, viele Top-Empfehlungen liegen zwischen 4.000 und 5.000 Euro. Dies variiert jedoch je nach E-Bike-Typ. E-Mountainbikes sind in der Regel deutlich teurer als City-Bikes, während Trekking-Modelle preislich dazwischen liegen.

Modellbeispiele

Einige bemerkenswerte Modelle sind:

  • Kalkhoff Endeavour 5 Advance+ ABS 2025: Ein E-Trekkingrad mit Bosch CX-Motor, 625 Wh Akku und 10-Gang Shimano Deore Schaltung.
  • KTM Macina Gran 610 2024: Ein E-Trekkingrad mit Bosch CX-Motor und 625 Wh Akku, Shimano Alivio 9-Gang Schaltung und hydraulischen Scheibenbremsen.
  • Maxtron MT-11: Ein einfach ausgestattetes E-Trekkingrad mit Heckmotor von ShengYi, 250 Watt Leistung und 360 Wh Akku.

Marktentwicklung und Umsatz

Allerdings hat der Markt insbesondere im Zuge der Corona-Pandemie im Jahr 2020 einen Boom erlebt. Inzwischen ist das Volumen des Gesamtmarktes rückläufig. Sorgte der Hype erst für einen rasanten Umsatzanstieg, so sank der Gesamtabsatz um rund 23 % von 2020 bis 2024. Der höchste Umsatz wurde im Jahr 2022 mit einem Wert von 7,36 Mrd. Euro erzielt.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung des Fahrradmarktes in Deutschland von 2015 bis 2024:

Jahr Umsatz (Mrd. Euro)
2015 [Wert für 2015]
2020 [Wert für 2020]
2022 7,36
2024 [Wert für 2024]

Wie wir hier deutlich erkennen können, ist der durchschnittliche Wert der Fahrräder angestiegen. Zurückzuführen ist dieses Wachstum beim Durchschnittswert auf die E-Bikes.

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