E-Bike Hinterrad Nabenschaltung Ausbauen: Eine Anleitung

Wenn Sie kleinere Arbeiten am Bike selbst erledigen können, spart das für gewöhnlich nicht nur Geld beim Fahrradspezialisten, sondern in der Regel auch eine Menge Zeit. Zudem lernen Sie Ihr Bike besser kennen, so dass Sie sich unterwegs auch eher mal selbst helfen können wenn ein Problem auftritt. Mit unseren Fahrrad-Reparatur-Anleitungen und Ratgebern möchten wir Ihnen eine Hilfestellung geben, wenn Sie sich an eine Reparatur oder Montage an Ihrem Bike wagen möchten.

Ein E-Bike Hinterrad auszubauen, ist kein schweres Unterfangen. Wer ein wenig handwerkliches Geschick und Spaß an Mechanik hat, wird es auch hinbekommen. Aus vielen Gründen kann ein Hinterradwechsel am e-Bike angezeigt sein. Eine Reifenpanne am Hinterrad des e-Bikes ist schnell passiert. Oder aber neue Reifen sollen her, die besser an die aktuellen Witterungsbedingungen angepasst sind. Möglicherweise soll auch das komplette Rad samt Felge ersetzt werden. In all diesen Szenarien ist es wichtig zu wissen, die der Hinterradwechsel am e-Bike funktioniert.

Worauf Sie achten sollten

Doch bevor ihr den Maulschlüssel zückt und euer E-Bike zerlegt, achtet auf folgende Punkte:

  • E-Bike ausschalten: Bevor ihr mit dem Ausbau des Hinterrads beginnt, schaltet den Motor ab und entfernt den Akku. Selbst wenn sich im Hinterrad nicht der Motor befindet, vermindert ihr das Risiko einen Stromschlag zu bekommen.
  • Montageständer: Nutzt einen Montageständer. Nicht nur erleichtert er die Arbeit ungemein, ein E-Bike solltet ihr, wenn möglich, auch nicht auf den Kopf stellen. Dadurch kann das Cockpit Schaden nehmen und auch die Bremsen reagieren empfindlich darauf. Ein belastbarer Montageständer kostet zwar bis zu 100 Euro etwa bei Amazon, ist aber eine gute Investition. Wenn ihr keinen Ständer zur Hand habt und das Bike auf den Kopf stellen müsst, entfernt alle am Lenker angeschraubten Teile wie Klingel, Handyhalterung oder Bordcomputer und benutzt eine weiche Unterlage wie einen Teppich oder Pappe.
  • Fotos machen: Macht vor dem Ausbau Fotos von den verschiedenen Komponenten und ihrer Anordnung. Das hilft dir beim späteren Wiedereinbau, alles korrekt zu positionieren.
  • Sauberkeit: Haltet die Hände und Werkzeuge sauber, sonst übertragt ihr den Dreck gegebenenfalls an die fettigen Ritzel oder an die Bremsen.
  • Probefahrt: Nach dem Wiedereinbau solltet ihr unbedingt eine kurze Probefahrt machen und die Funktion der Bremsen und Schaltung überprüfen. Achte darauf, dass das Rad mittig läuft und nicht schleift.

Anleitung 3: E-Bike mit Nabenschaltung im Hinterrad

Auch wenn die Kettenschaltung die gängigste Art ist, gibt es auch ein paar E-Bike-Modelle mit Nabenschaltung. Der Ausbau ähnelt dem des Hinterradmotors. Statt aber die Motorkabel zu trennen, müsst ihr den Bremszug vorher lösen.

Benötigtes Werkzeug

  • Maulschlüssel: Benötigt ihr für die Achsmuttern. Bei Nabenschaltungen ist er in der Regel 15 mm groß.
  • Sauberer Lappen: Zum Abwischen von Kette und Teilen.
  • Handschuhe (optional): Um die Hände vor Schmutz und Öl zu schützen.

Vorbereitung

  • Gang wählen: Schaltet euer E-Bike hinten auf den niedrigsten Gang. Dadurch wird das Schaltwerk maximal entspannt, was den Aus- und Einbau erheblich erleichtert.
  • E-Bike ausschalten: Schaltet das E-Bike komplett aus.
  • E-Bike aufhängen: Wenn ihr einen Montageständer habt, steht das Bike sicher und stabil.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schaltzug entlasten: An der Radnabe befindet sich die Schaltbox, in die der Schaltzug eingehängt ist. Die Box lässt sich drehen, sodass der Zug entlastet wird. Oft müssen zwei Markierungen aufeinander ausgerichtet werden, um den Zug entspannt aushängen zu können.
  2. Zuganker entnehmen: Der Zuganker am Ende des Zugs liegt in einer Kerbe. Wenn der Zug entlastet ist, könnt ihr den Anker ganz einfach entnehmen.
  3. Achsmuttern lösen: Die Achse des Hinterrads ist mit großen Muttern am Rahmen befestigt. Löst mit einem passenden Maulschlüssel die Achsmuttern auf beiden Seiten. Ihr müsst sie oft nicht komplett herausdrehen, sondern nur lockern.
  4. Rad aus dem Rahmen nehmen: Das Rad sollte sich nun aus dem Rahmen lösen. Zieht es vorsichtig und gerade raus, sodass die Bremsscheibe sauber aus dem Bremssattel gleitet und die Kette vom Ritzelpaket fällt.
  5. Hinterrad wieder einbauen: Das Rad ist jetzt draußen und ihr könnt beispielsweise den Schlauch tauschen. Um es wieder einzubauen, müsst ihr nur die Schritte in umgekehrter Richtung befolgen.

Allgemeine Hinweise und Tipps

  • An Werkzeug bedarf es beim Hinterradwechsel grundsätzlich nur einer Luftpumpe sowie gegebenenfalls eines Maulschlüssels der Größe 15 (sofern kein Schnellspanner vorhanden ist).
  • Soll am Hinterrad der Schlauch gewechselt werden, sind überdies stabile Reifenheber erforderlich.
  • Die Mehrheit aller e-Bikes verfügt über Schnellspanner an den Rädern.
  • Besonderen Komfort bietet beim Hinterradwechsel ein Montageständer. Gerade bei einem e-Bike ist es schwierig, dies einfach zu wenden oder auf den Kopf zu stellen.
  • Das Cockpit kann dabei Schaden nehmen und auch mechanische Scheibenbremsen eignen sich für diese Position nicht.
  • Speziell schwere e-Bikes, etwa e-Mountainbikes profitieren beim Hinterradwechsel sehr von einem Montageständer.

Zusätzliche Schritte und Vorsichtsmaßnahmen

  • Vor dem Wechsel des Hinterrads an einem e-Bike, Pedelec oder S-Pedelec ist der Antrieb auszuschalten.
  • Bei einer Kettenschaltung befindet sich am Hinterrad die so genannte Kassette, also die Zahnräder der Gangschaltung.
  • Es empfiehlt sich, vor dem Hinterradwechsel den höchsten Gang zu wählen, da dieser dem kleinsten Ritzel (Zahnrad) entspricht. Auf diese Weise ist die Kette entspannt und das Hinterrad lässt sich problemlos entnehmen. Dies gelingt meist über den Schnellspanner.
  • Alternativ lässt sich die Schraube mit einem Maulschlüssel der Größe 15 lösen und das Hinterrad entnehmen.
  • Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Bremsscheibe nicht berührt oder gar beschädigt wird. Nur somit lässt sich gewährleisten, dass die Bremsleistung erhalten bleibt.
  • Beim Einbau des Hinterrads ist darauf zu achten, dass die Kette korrekt auf der Kassette des Hinterrads liegt.
  • Zu diesem Zweck ist das Rad stets in der Mitte der Kette einzubauen. Der obere Teil der Kette wird auf die Kassette gelegt.
  • Nachdem der obere Teil der Kette auf die Kassette gelegt wurde, lässt sich die Achse in die Rahmen-Halterungen einführen.
  • Bei einer Scheibenbremse ist darauf zu achten, dass sich diese wieder korrekt im Bremssattel befindet.
  • Nach dem Einbau des Rads ist die Achse festzuziehen. Bei einem Schnellspanner genügt es, diesen zu drehen (im Uhrzeigersinn) und abzusenken.
  • Nach dem korrekten Einbau sollte der reibungslose Lauf des Rads überprüft werden. Dies geschieht durch einige Pedal-Umdrehungen. Sollten sich hier Probleme zeigen, liegt das Rad wahrscheinlich nicht korrekt in den Rahmen-Halterungen.

Schaltansteuerung trennen

Beim Ausbau des Hinterrades ist folgende Reihenfolge einzuhalten:

  1. Schaltansteuerung trennen (1.1 oder 1.2)
  2. Achse und ggf. Drehmomentstüzte lösen (2.1 oder 2.2)
  • Die Trennung der Schaltansteuerung erfolgt durch Öffnen der Bajonettverschlüsse. Zur einfachen Handhabung sollte dazu ein mittlerer Gang eingelegt werden. Dadurch befinden sich die Bajonettverschlüsse in gut erreichbarer Position.
  • Die Trennung der Schaltansteuerung erfolgt durch Abnehmen der Schaltbox. Die Schaltbox ist über eine Sechskantverbindung mit der Rohloff SPEEDHUB 500/14 verbunden. Damit beim späteren Radeinbau diese Stellung wieder richtig zusammengeführt wird, muss zunächst mit dem Schaltgriff in den 14. Gang geschaltet werden. Schnellverriegelung F öffnen.

Ist ein Kettenspanner montiert, verhindert dieser das einfache Herausrutschen des Hinterrades. Daher den Kettenspanner in Pfeilrichtung so weit zurückschwenken, dass sich das Ritzel am Kettenspanner vorbeibewegen kann. Hierbei ist kein separates Lösen der Drehmomentabstützung notwendig.

Es müssen nur der Achs-Schnellspanner geöffnet (CC Versionen) bzw.

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