Wheelie Fahrrad Anleitung: So gelingt der perfekte Wheelie

Wheelie und Manual sind Brüder. Beide Techniken dienen dazu, kurzzeitig die Front zu entlasten und das Vorderrad vom Boden abzuheben.

Grundlagen für Manuals und Wheelies

Zu den wichtigsten Fahrtechniken gehören neben dem Bunny Hop die Manuals und Wheelies. In beiden Fällen ist viel Gleichgewichtssinn gefragt. Den habt ihr ja hoffentlich schon mit Hilfe von diesem Beitrag über Balance halten kräftig geübt. Bei den wenigsten Bikern klappt es bei diesen Fahrtechniken auf Anhieb.

Der Manual

Dabei zählt der Manual vor allem beim Trailsurfen zu den grundlegenden Techniken. Ob Hindernisse wie Wurzeln oder Steine, potentielle Sturzgefahren wie Schlammlöcher oder Bäche, oder auch ein kleiner Drop: Wer hier kontrolliert das Vorderrad vom Boden heben kann ist nicht nur sicherer unterwegs, sondern auch mit deutlich mehr Style. Doch Vorsicht: eine unsaubere Ausführung kann gefährlich werden.

Fast alle Biker/innen haben sich als Neulinge im MTB-Sport angewöhnt, das Vorderrad durch ein Reißen aus den Armen anzulupfen. Das Problem: das Vorderrad kommt dann zwar hoch, kehrt aber sofort wieder auf den Boden zurück, wobei der Körperschwerpunkt nach vorne wandert. Gerade bei Drops ist die Gefahr für einen Sturz über den Lenker hoch.

Grundlage für den Manual ist nach einem dynamischen Tiefgehen das explosive Wegschubsen des Lenkers nach vorne, wodurch der sogenannte Manual-Impuls eingeleitet wird.

  1. Den Aufprall des Vorderrades aus den Armen abfedern!
  2. Bei diesen Übungen kommt es vor, dass man doch wieder aus den Armen reißt (gut zu prüfen mit einer Video-Analyse per Smartphone oder Tablet).
  3. Um diesen Automatismus während der Umlernphase zu vermeiden, sollte man die Bewegung mehrfach in Zeitlupentempo durchführen.

Anders als beim Wheelie fährt man nicht mit Pedalkraft, sondern rollt auf dem Hinterrad. Es ist also von Vorteil, wenn man genügend Schwung mitbringt. Pedale solltet ihr waagerecht halten.

Wenn ihr soweit seid und genug Schwung habt, zieht kräftig am Fahrradlenker, um das Vorderrad eures Bikes vom Boden abzuheben. Dabei geht mit dem Po hinter den Sattel über das Hinterrad. So verlagert ihr den Schwerpunkt und haltet das Fahrrad stabil. Wenn ihr bei dieser Aktion nach hinten umkippt, nicht aufgeben. Fein dosiertes bremsen am Hinterrad kann das nötige Gleichgewicht zurück bringen.

Der Wheelie

Auch der Wheelie hat das Anheben des Vorderrades zum Ziel. Im Unterschied zum Manual findet diese Technik aber nicht im Stehen, sondern Wheelie als Impuls und Praxis-Beispiele beim Pedalieren im Sattel Anwendung. Hier geht es vor allem um das Überwinden von Hindernissen, z.B. von Stufen im Uphill.

Ähnlich wie bei den Manuals fährt man beim Wheelie auf dem Hinterrad. Allerdings „rollt“ man hier nicht nur, sondern kann, sofern man das Gleichgewicht halten kann, so lange wie möglich auf dem Hinterrad fahren. Dazu bleibt ihr im Sattel sitzen. Ihr fahrt ganz normal, zieht dann kräftig am MTB Lenker und fahrt einfach weiter.

  1. Pedaliere los, strecke die Arme und lehne dich nach hinten.
  2. ACHTUNG: Lege stets einen Finger auf die Hinterradbremse!
  3. Solltest du Übergewicht nach hinten bekommen, so kannst du dies durch Einsatz der Hinterradbremse abfangen, und mit etwas Übung auch gut kontrollieren.
  1. Setze das Vorderrad auf die Kante.
  2. Bewege jetzt explosiv den Körper nach oben.
  3. Nun mit hoher Trittfrequenz weiterpedalieren. Halte den Blick voraus.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Wheelie

Der Wheelie ist einer der bekanntesten Fahrradtricks und eine perfekte Übung, um Balance und Kontrolle zu verbessern. Dabei hebst du das Vorderrad an und fährst auf dem Hinterrad.

  1. Die richtige Position: Setze dich auf den Sattel und stelle die Pedale waagerecht. Das stärkere Bein sollte vorne sein.
  2. Schwung holen: Trete kräftig in die Pedale und ziehe gleichzeitig am Lenker. Das Vorderrad hebt sich, während du dein Gewicht leicht nach hinten verlagerst.
  3. Balance halten: Halte die Balance, indem du das Hinterrad mit der Bremse regulierst. Wenn das Rad zu hoch steigt, betätige die Hinterradbremse vorsichtig, um es zu senken.

Ein Wheelie ist der Grundstein für viele Tricks. Übe zuerst auf einer leichten Steigung - das erleichtert das Anheben des Vorderrads. Und keine Sorge, Balance kommt mit der Zeit.

Sicherheit und Vorbereitung

Bevor du mit dem Üben von Mountainbike Tricks beginnst, solltest du dich optimal vorbereiten. Sicherheit steht an erster Stelle, sowohl für dich selbst als auch für dein Fahrrad. Beim Üben von MTB Tricks sind Stürze unvermeidlich. Deshalb ist es wichtig, dich ausreichend zu schützen. Ein stabiler Helm sollte immer dabei sein, ob du auf der Straße oder im Gelände trainierst. Wähle einen Ort, an dem du in Ruhe üben kannst. Eine asphaltierte Fläche ohne Verkehr oder ein Skatepark bieten sich an.

Ich sehe Protektoren nicht als Option, sondern als Muss - besonders, wenn du dich an schwierigere Tricks wie Bunny Hops oder 180°-Drehungen wagst. Du kannst nur gut üben, wenn du weißt, dass du geschützt bist.

Weitere wichtige Techniken

Nachdem Du die Basics in Sachen MTB-Fahrtechnik beherrschst und einen Trail mit viel Flow fahren kannst, ist es nun Zeit, sich weitere Techniken wie zum Beispiel einen Bunny Hop oder einen Wheelie anzueignen. Ziel ist es, noch mehr Spaß auf dem Mountainbike zu haben!

Bunny Hop

Der Bunny Hop ist ein echter Klassiker und stammt aus der MTB-Gründerzeit. Eigentlich sollte ihn jeder Mountainbiker beherrschen.

  1. Anrollen: Auf das Hindernis in Grundposition mit nötiger Geschwindigkeit anrollen.
  2. Schwerpunkt senken: Vor dem zu überspringenden Hindernis den Schwerpunkt durch Beugen der Ellenbogen und Knie nach unten bringen.
  3. Absprung einleiten: Durch kraftvolles Abdrücken der Beine auf den Pedalen und Aufrichten des Oberkörpers wird der Absprung eingeleitet. Achtung: Bei einem Fully federt zunächst das Fahrwerk etwas ein!
  4. Schwerpunkt nach hinten: Zu Beginn des Absprungs den Schwerpunkt etwas nach hinten verlagern - so hebt zunächst das Vorderrad ab.
  5. Hüfte vor: Ist das Vorderrad in der Luft, die Hüfte Richtung Lenker schieben und die Arme nach vorne drücken - so wird das Hinterrad angehoben.
  6. Knie abwinkeln: Durch gleichzeitiges Anwinkeln der Knie gewinnt das Hinterrad an Höhe. Dies kann jedoch an die Höhe des Hindernisses selbst angepasst werden. Je höher das Hindernis, umso stärker sollten die Arme nach vorne gedrückt und die Knie angewinkelt werden.
  7. Beine strecken: Am Scheitelpunkt die Beine wieder strecken, um die Ladung später abfedern zu können.
  8. Grundposition: Kurz vor der Landung wieder zurück in die Grundposition.
  9. Aufprall abfangen: Die Energie des Aufpralls durch Anwinkeln der Knie und Ellenbogen absorbieren.
  10. Landung: Die Landung selbst sollte gleichzeitig mit Vorder- und Hinterrad erfolgen. Ist das Vorderrad in der Luft, die Hüfte Richtung Lenker schieben und die Arme nach vorne drücken.

Für den Bunny Hop ist entsprechende Körperspannung sowie das richtige Timing wichtig.

Der Drop

Der Drop ist die einfachste Form eines Sprunges. Auf die Absprungkante mit ausreichender Geschwindigkeit zurollen. Die Kante des Drops sollte nicht der höchste Punkt sein - deshalb erst kurz vor dem Absprung zum einleitenden Bunny Hop ansetzen. Die Landung sollte auf beiden Rädern gleichzeitig erfolgen.

Achtung! Taste Dich langsam an Drops heran. Fange mit kleinen Höhen an und steigere Euch Stück für Stück. Ideal sind Bordsteinkanten oder kurze Treppen, um das richtige Timing zu üben. Bei höheren Drops sollte die Landung unbedingt schräg am Berg erfolgen.

Sprung über einen Double oder einen Table

Noch mehr „Airtime“ als ein Drop verspricht ein Sprung über einen Double oder einen Table. In Grundposition mit nötiger Geschwindigkeit anrollen - diese darf weder zu langsam noch zu schnell sein, um die Landung optimal zu treffen. Kurz vor der Absprungkante wie beim Bunny Hop aktiv abspringen. Nach dem Absprung den Schwerpunkt Richtung Grundposition bringen.

Tipp: Gerade der Sprung über einen Double erfordert etwas Überwindung, da Absprung und Landung durch ein sogenanntes Gap getrennt sind. Fang am besten auf kleinen Tables an. Hier gibt es kein furchteinflößendes Gap und eine zu kurze Landung hat keine weiteren Folgen.

Hinterrad versetzen

Sehr enge Kurven kann man mit dem Mountainbike am besten fahren, in dem man das Hinterrad versetzt.

  1. Kurve möglichst weit innen anfahren.
  2. Durch entsprechendes Einschlagen des Lenkers das Vorderrad in Position bringen.
  3. Zeigt das Vorderrad in Fahrtrichtung, vorsichtig die Vorderradbremse ziehen.
  4. Gleichzeitig - ähnlich wie beim Bunny Hop - die Füße kraftvoll in die Pedale stoßen, um das Hinterrad zum Steigen zu bringen.
  5. Wichtig: Die Bremse sollte nur zur Unterstützung dienen. Der eigentliche Impuls, um das Hinterrad in die Luft zu bringen, kommt aus den Beinen.
  6. Durch Körperspannung und durch Drehen des Körpers in die entsprechende Richtung wird die Drehung des Bikes auf dem Vorderrad eingeleitet.
  7. Kurz bevor das Hinterrad parallel zum Vorderrad steht, Bremse lösen.

Tipps und Tricks für das Üben

Das Üben von Fahrradtricks macht nicht nur Spaß, sondern erfordert auch Geduld und die richtige Herangehensweise.

  • Erwarte nicht, dass du einen Trick beim ersten Versuch perfekt beherrschst. Übe jeden Schritt einzeln, bevor du die gesamte Bewegung ausführst.
  • Übe zu einer Zeit, in der du konzentriert und entspannt bist.
  • Gönn dir regelmäßige Pausen, um Verletzungen und Überanstrengung zu vermeiden.

Mach dir keinen Druck. Tricks zu lernen ist ein Prozess. Genieße die kleinen Erfolge und hab Spaß dabei - das ist das Wichtigste.

Zusätzliche Hinweise

In voller Fahrt zu droppen ist eine Frage des Mutes.

  1. Pedaliere dynamisch los, strecke gleichzeitig die Arme und richte die Schulterachse auf.
  2. Beachte deine Tagesform und versuche es nicht mit der Brechstange.
  3. Steigere den Schwierigkeitsgrad langsam, damit du nicht im falschen Moment in alte Bewegungsmuster zurückfällst.

Der Wheelie beeindruckt nicht nur, sondern kann auch nützlich sein - um zum Beispiel Bodenwellen schnell auf dem Hinterrad abzusurfen oder die Balance zu trainieren.

  1. In Schrittgeschwindigkeit anrollen.
  2. Der Gang sollte weder zu hoch noch zu niedrig eingestellt sein.
  3. Um das Vorderrad zum Steigen zu bringen, den Oberkörper zuerst nach vorne verlagern.
  4. Durch gleichzeitiges Antreten und Verlagerung des Oberkörpers nach hinten steigt das Vorderrad.
  5. Das Vorderrad nun so weit nach oben bringen, dass der Schwerpunkt direkt über dem Hinterrad liegt.
  6. Während des Vorgangs ist der Rücken gerade; ein Finger liegt auf der Hinterradbremse.
  7. Die Höhe des Vorderrads halten. Sinkt es ab, entweder etwas kräftiger antreten oder den Schwerpunkt weiter nach hinten verlagern. Steigt es zu weit, kann durch sanftes Ziehen der Bremse das Vorderrad wieder abgesenkt werden.
  8. Seitliche Balance halten!

Gerade die letzten zwei Techniken erfordern viel Gefühl und vor allem Übung. Man kann es also nicht oft genug sagen: Nur Übung macht den Meister! Um Springen zu lernen, eignen sich besonders Bikeparks wie zum Beispiel in Oberammergau oder Leogang.

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