E-Bike Transport im Auto: Tipps und wichtige Hinweise

Wer sein E-Bike mit in den Urlaub nimmt, ist vor Ort flexibel oder spart sich gar einen Mietwagen. Doch wie transportiert man sein Pedelec am besten im Auto? Welche Regeln gelten für die Mitnahme im Fernbus, Zug, Flugzeug und Schiff? Und kann man das E-Bike auch verschicken?

Transportmöglichkeiten für E-Bikes

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um dein E-Bike zu transportieren. Die meisten Optionen kennst du wahrscheinlich schon vom Fahrradtransport. Wir stellen dir hier noch einmal alle Optionen vor und zeigen Vor- und Nachteile auf. Schließlich willst du wissen, welche Möglichkeiten besser für den E-Bike-Transport geeignet sind als andere.

  • Im Inneren des Autos
  • Auf dem Dachträger des Autos
  • Auf dem Heckträger des Autos

Unkompliziert: E-Bike Transport mit dem Auto

Die unkomplizierteste Variante für den E-Bike Transport ist es, das E-Bike mit dem Auto zu transportieren. Die meisten E-Bikes passen auf jeden handelsüblichen Fahrradträger. Man sollte jedoch die maximale Traglast des Autos und des Fahrradträgers beachten, da E-Bikes aufgrund des schweren Akkus mehr wiegen als herkömmliche Fahrräder.

Dachtransport: Etwas für Gewichtheber

Eine Möglichkeit ist es, das E-Bike auf dem Dach zu transportieren. Da das Hochheben der schweren Pedelecs jedoch zur Schwierigkeit werden kann und viele Dachträger zudem nur mit maximal 20 kg beladen werden dürfen, eignen sich Heckklappen- und Kupplungsträger zum E-Bike Transportieren besser.

In der Regel sind 75 Kilogramm inklusive Trägersystem erlaubt. Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) rät jedoch grundsätzlich vom Dachtransport von Pedelecs ab, denn wie ein 2015 durchgeführter Crashtest mit E-Bikes auf einem Dachträger zeigte, lösten sich die Pedelecs aufgrund ihres hohen Gewichts beim Aufprall aus der Halterung. Auch beim Ausweichen oder Überfahren von Unebenheiten zeigten Dachsysteme, dass sie schneller an ihre Grenzen stoßen als beispielsweise Heckträger.

Wem es zu heikel ist, E-Bikes hoch auf dem Dach zu transportieren, kann sich alternativ nach einem Dachträger für den liegenden Transport umsehen. Diese Dachtransportvariante bieten zudem aerodynamische Vorteile. Grundsätzlich führt der Dachtransport jedoch zu höheren Kraftstoffverbräuchen. Und auch hier: Das Pedelec muss aufs Dach und wieder runter.

Heckklappen- und Kupplungsträger

Hecklappenträger ermöglichen das E-Bike transportieren ohne Anhängerkupplung, sind jedoch oft etwas instabil. Zudem lastet das gesamte Gewicht auf dem Kofferraumdeckel beziehungsweise seinen Scharnieren und dem Schloss.

Sogenannte Kupplungsträger werden auf der Auto-Kupplung angebracht. Sie bieten eine hohe Tragfähigkeit und sind daher besser für den Transport von E-Bikes geeignet. Hier muss man jedoch auch darauf achten, dass das Gesamtgewicht von Gepäckträger und E-Bike zusammen die maximale Stützlast der Anhängerkupplung nicht überschreitet.

Wichtig, wenn man sein E-Bike auf dem Fahrradträger transportieren möchte, ist zudem folgendes: Da die Rahmen von E-Bikes oft dicker sind als die von normalen Fahrrädern, können diese die Halteklammern von Fahrradträgern eventuell nicht umschließen. Spezielle E-Bike-Fahrradträger sind darauf eingestellt und bieten größerer Halteklammern.

E-Bike Transport im Auto

Natürlich kann man das E-Bike auch liegend im Auto transportieren. Auch das E-Bike im Wohnmobil zu transportieren, ist eine Möglichkeit. Wichtig, ist hier nur, das Pedelec vor dem Verrutschen zu sichern, um so die Mitfahrer sowie das E-Bike vor Schäden zu schützen. Spanngurte und Decken helfen hierbei.

Werden Fahrräder im Kofferraum verstaut, gelten diese Einschränkungen nicht. Kombis, Vans oder SUVs sind häufig gut geeignet, um Fahrräder im Gepäckraum zu transportieren. Dazu muss in der Regel das Vorderrad demontiert werden. Als Zubehör gibt es spezielle Befestigungssysteme, mit denen bis zu drei Räder nebeneinanderstehend sicher befestigt werden können.

Der Vorteil: Der Kraftaufwand beim Beladen bleibt gering und die Aerodynamik des Fahrzeugs wird nicht negativ beeinflusst. Außerdem sind die Räder vor Wind, Wetter und Diebstahl geschützt. Allerdings müssen in der Regel die Rücksitze umgeklappt werden und sind dann nicht mehr für Passagiere nutzbar. Auch für Gepäck bleibt nur wenig Platz. Insofern ist diese Lösung vor allem für Singles oder Paare interessant.

Anhänger als Alternative

Eine weitere Möglichkeit ist es, das E-Bike auf einem Anhänger zu transportieren. Das bietet sich vor allem an, wenn man mehr als zwei E-Bikes mitnehmen möchte.

Sicherheitsvorkehrungen und wichtige Hinweise

Ob auf dem Fahrradträger, im Auto, mit dem Zug oder Schiff: Wer sein E-Bike transportiert, sollte in jedem Fall darauf achten, es gut zu schützen und das E-Bike ohne Akku zu transportieren. Auch Teile, die leicht kaputt gehen können, wie zum Beispiel Displays oder Beleuchtung, sollten wenn möglich abmontiert und separat transportiert werden.

Sind die sensiblen Teile vor der Fahrt abmontiert, können E-Bikes auch bei Regen transportiert werden. Der Akku sollte so transportiert werden, dass er keinen Stößen, Quetschungen oder großer Hitze ausgesetzt ist.

Regelmäßige Kontrollen

Zuletzt sollten Sie auf jeden Fall regelmäßige Kontrollen durchführen, wenn Sie ihr E-Bike auf einem Fahrradträger transportieren.

E-Bike Transport mit oder ohne Akku?

Der E-Bike-Akku muss grundsätzlich während des Transports gut geschützt werden. Wenn du dein E-Bike außerhalb des Fahrzeuges transportieren willst, dann solltest du seinen Akku und Display abnehmen und sicher im Inneren des Fahrzeugs verstauen. Der E-Bike-Akku sollte kurzschlusssicher und rutschfest verstaut werden, denn hier besteht erhöhtes Gefahrenpotential. Achte vor allem darauf, dass dieser keine mechanischen Stöße, Quetschungen oder große Hitze abbekommt.

E-Bike bei Regen transportieren

Eine häufig gestellte Frage ist auch, ob du dein E-Bike bei Regen transportieren kannst. Schließlich wird es dann nass. Da du dein E-Bike auch bei Regen nutzen kannst, ist auch der Transport im Regen nicht ausgeschlossen. Du solltest in diesem Fall nur einige Dinge beachten:

  • Die elektronischen Komponenten (Akku und Display) deines E-Bikes müssen abgenommen werden. Dies solltest du jedoch sowieso immer vor dem Transport machen.
  • Die freiliegenden Kontakte und der Motor sollten danach mit einer wasserfesten Schutzhülle versehen werden. Das soll diese wichtigen Teile deines E-Bikes vor dem Eindringen von Wasser und auch Schmutz schützen.

Regeln im In- und Ausland

Eine Warntafel ist beim E-Bike Transportieren in Deutschland, der Schweiz oder Österreich nicht notwendig. Sollten Sie jedoch ein E-Bike auf dem Heckträger transportieren und beispielsweise Urlaub in Italien, Spanien oder Portugal planen, ist eine Warntafel Pflicht.

Wer seine Fahrräder mit in den Urlaub nimmt, muss im Ausland einige Besonderheiten beachten. Überstehende Ladung, die nach hinten über die im Kfz-Schein eingetragene Gesamtlänge des Fahrzeugs hinausragt, muss entsprechend gekennzeichnet werden. Die Bestimmungen sind in Europa länderspezifisch geregelt und unterscheiden sich stark.

Generell sollten sich Reisende deshalb vorab über die länderspezifischen Besonderheiten ihres Urlaubslandes informieren. Achtung: Auch bei Mietfahrzeugen (zum Beispiel bei Wohnmobilen mit Fahrradgepäckträger) ist der Mieter für die richtige Kennzeichnung des Heckträgers verantwortlich.

Deshalb gilt: Immer vor Antritt der Reise prüfen, welche Kennzeichnung im Urlaubsland vorgeschrieben ist und ob zum Beispiel eine entsprechende Warntafel im Mietfahrzeug vorhanden ist.

In einigen Ländern, wie Spanien, Portugal und Italien, ist überstehende Ladung mit einer speziellen Warntafel zu kennzeichnen. Dieses unterscheidet sich je nach Land in Art und Beschaffenheit. In Italien darf das Fahrrad nicht breiter sein als das Auto.

Auch der maximal zulässige Überstand nach hinten unterscheidet sich je nach Reiseland. Das bedeutet zum Beispiel für Italien- oder Spanien-Urlauber, dass eine Warntafel auch angebracht werden muss, wenn der Fahrradheckträger eingeklappt ohne Fahrräder transportiert wird.

Wer überstehende Ladung nicht kennzeichnet, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Diese kann je nach Art des Verstoßes hoch ausfallen. In Italien beispielsweise werden Verstöße mit Bußgeldern bis 1697 Euro geahndet.

Natürlich gelten die Regeln auch für die Durchreiseländer.

E-Bike Transport im Zug, Flugzeug und Schiff

Eine weitere komfortable Art und Weise, das E-Bike mit in den Urlaub zu nehmen, ist der E-Bike Transport im Zug. Bei der Deutschen Bahn ist die E-Bike Mitnahme in den meisten Nahverkehrs-, IC- und EC-Zügen möglich. Eine E-Bike Mitnahme im ICE geht jedoch nur auf ausgewählten Verbindungen. Erlaubt sind grundsätzlich nur Pedelecs bis 25km/h.

Der E-Bike Transport im Zug kostet im Fernverkehr für gewöhnlich 9 Euro. Eine Ausnahme bilden Klapp-E-Bikes, die zusammengeklappt als normales Gepäckstück transportiert werden können.

Die E-Bike Mitnahme in Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn ist in den Verkehrsverbünden unterschiedlich geregelt. In einigen Regionen gibt es Sperrzeiten für den Radtransport und auch die Preise variieren. Eine Reservierung benötigt man im Nahverkehr nicht.

Während der Transport von herkömmlichen Fahrrädern bei den meisten Busunternehmen kein Problem ist, ist in Fernbussen eine E-Bike Mitnahme leider nicht gestattet.

Im größten Fernbus-Unternehmen Flixbus ist die E-Bike Mitnahme aber beispielsweise nicht generell ausgeschlossen. Auf die Frage von FOCUS E-BIKE, wie es mit E-Bike Mitnahme ohne Akku in den Bussen aussieht, antwortet Isabella Domke, die Pressesprecherin von Flixbus: „Die Mitnahme von E-Bikes ohne Akku ist prinzipiell möglich. Hierzu gibt es aber zwei wichtige Einschränkungen: Das E-Bike darf ein Gesamtgewicht von 20kg aus Schutz für unseren Busfahrer und wegen der zulässigen Gesamtbelastung des Gepäckträgers nicht überschreiten. Außerdem darf der Akku aufgrund der erhöhten Brandgefahr unter keinen Umständen im Bus, d.h.

Genau wie im Fernbus gestaltet sich auch der E-Bike Transport im Flugzeug als sehr schwierig. Da die Lithium-Ionen-Akkus als Gefahrgut eingestuft werden, ist es grundsätzlich verboten, ein E-Bike im Flugzeug mitzunehmen.

Bei sehr wenigen Airlines kann man das E-Bike ohne Akku im Flugzeug mitnehmen. In diesem Fall gilt es als normales Fahrrad und wird als Sportgerät und somit als Sperrgepäck mittransportiert. Jedoch ist dies meist mit strengen Auflagen, viel Papierkram und hohen Kosten verbunden.

Anders als bei Fernbussen und Flugzeugen sieht es bei E-Bikes und Schiffen aus: Hier ist der Transport grundsätzlich erlaubt. Nachdem jedoch immer öfter Brände auf Schiffen auftreten, die im Zusammenhang mit Elektroautos stehen, könnten sich die Regeln für den Transport von E-Bikes auf Schiffen in Zukunft ändern.

Die Brände von Lithium-Ionen-Batterien, die sowohl in E-Autos als auch in E-Bikes verbaut werden, lassen sich nur sehr schwer löschen.

Versand als Alternative

Eine weitere Möglichkeit, sein E-Bike zu transportieren, ist das Verschicken mit Versandhändlern oder Speditionen. Am besten verpackt man sein Pedelec hierfür in einem passendem Radkarton, die stabil gebaut sind und dadurch einen sehr guten Schutz bieten. Einen solchen Karton bekommt man entweder gebraucht in einem Fahrradgeschäft oder über das Internet.

Für das Versenden sollten die Pedale und der Lenker abmontiert werden, damit das Pedelec gut in den Karton passt. Bei DHL kostet der Versand als Sperrgut, unter das ein E-Bike fällt, beispielsweise knapp 50 Euro.

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