Eine gute Wartung des E-Bikes sorgt dafür, dass Sie länger Freude an Ihrem E-Bike haben. Außerdem fährt sich ein gut gewartetes E-Bike viel besser und die Wahrscheinlichkeit einer Panne ist geringer. Abgesehen von der Akkupflege ist die Wartung eines E-Bikes etwas aufwändiger als die eines normalen Fahrrads.
Warum ist regelmäßige E-Bike Wartung wichtig?
E-Bikes erfordern einen insgesamt höheren Wartungsaufwand als konventionelle Fahrräder - nicht nur wegen der verbauten Elektronik. Statistisch gesehen werden mit E-Bikes auch längere Strecken zurückgelegt, wodurch Antriebs- und Bremskomponenten schneller verschleißen und stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Da Elektrobikes außerdem mehr Gewicht auf die Waage bringen und oft als Transportmittel genutzt werden, wird insgesamt mehr Masse bewegt, was den Verschleiß zusätzlich erhöht.
Die Fahrradpflege ist wichtig: Bei regelmäßiger Wartung lassen sich Abnutzung und Verschleiß schnell identifizieren und kleinere Reparaturen durchführen. Andernfalls können deutlich kostspieligere Besuche in Fahrradwerkstätten drohen.
Hier sind einige Gründe, warum eine regelmäßige E-Bike Wartung wichtig ist:
- Sicherheit: Verschlissene Bremsbeläge, eine schlecht eingestellte Schaltung oder fehlerhafte Elektronik können schnell zur Gefahr werden.
- Früherkennung von Problemen: Kleine Defekte können sich schnell zu teuren Schäden entwickeln. Regelmäßige Inspektionen helfen, frühzeitig Verschleiß und Defekte zu erkennen.
- Verlängerung der Lebensdauer: Durch konsequente Pflege und Wartung lässt sich die Lebensdauer eines E-Bikes deutlich verlängern.
- Erhalt der Leistung: Damit dein E-Bike auch nach Jahren noch so dynamisch fährt wie am ersten Tag, müssen Antriebseinheit, Schaltung, Akku und Motor regelmäßig überprüft und justiert werden.
- Sicherung von Garantie und Gewährleistung: Viele E-Bike Hersteller knüpfen ihre Garantiebedingungen an regelmäßige Inspektionen.
Wie oft sollte man eine E-Bike Inspektion durchführen lassen?
Fahrradhersteller empfehlen für ihre E-Bikes häufig mindestens eine Inspektion pro Jahr, idealerweise vor oder zum Saisonstart im Frühjahr. In zurückgelegten Distanzen ausgedrückt: mindestens alle 4.000 Kilometer, besser zwischen 2.000 und 3.000 Kilometern. Der Verschleißgrad ist indes stark abhängig von den Witterungsverhältnissen. E-Bikes, die ganzjährig gefahren werden, auch bei Regen und Schnee, werden deutlich stärker strapaziert. In diesen Fällen raten Experten sogar zu einer zusätzlichen, zweiten E-Bike-Inspektion vor Wintereinbruch.
Es gibt eine Ausnahme zu diesem jährlichen beziehungsweise halbjährlichen Intervall: Die erste Inspektion nach dem E-Bike-Kauf sollte schon nach den ersten 500 Kilometern erfolgen.
Was wird bei einer professionellen E-Bike Inspektion geprüft?
Bei einer E-Bike-Inspektion werden die mechanischen und elektronischen Komponenten überprüft. Der Umfang der Kontrolle kann von Werkstatt zu Werkstatt variieren. Neben der Überprüfung von Antrieb, Laufrädern, Reifen und Lichtanlage ist der Bremsencheck unerlässlich. Genauso wichtig wie der Bremsencheck ist beim E-Bike die Überprüfung von Motor, Akku und Display.
Wichtige Prüfungspunkte bei der E-Bike-Inspektion:
- Rahmen und Gabel: Sichtprüfung auf Korrosion, Verformungen und Risse, Kontrolle der Schweißnähte.
- Lenker und Vorbau: Vorbau, Lenkerband und Griffe kontrollieren, Spiel des Steuersatzes prüfen.
- Reifen und Laufräder: Luftdruck prüfen, Zustand, Risse, Rundlauf, Profiltiefe und Verschleiß kontrollieren, Nabenprüfung, Speichenspannung prüfen.
- Bremsen: Bremskörper, Bremssattel und Bremsscheibe prüfen, Bremsbeläge kontrollieren, Bremszüge prüfen.
- Schaltung: Schaltzüge prüfen, Anschlag des Umwerfers prüfen, Schaltwerk prüfen.
- Antrieb (mechanisch): Kette, Kassette und Tretlager prüfen.
- Antrieb (elektrisch): Akku, Verkabelung, Steuerung und Display prüfen.
- Licht: Verkabelung und Vorder- und Rücklicht prüfen.
- Sonstiges: Gepäckträger, Parkstütze und Klingel prüfen.
Was kostet eine E-Bike Inspektion?
Die Kosten für eine professionelle E-Bike-Inspektion in einer Fachwerkstatt variieren und sind vor allem abhängig vom Leistungsumfang und von gegebenenfalls notwendigen Reparaturen sowie von der Beschaffung von Bauteilen, Komponenten und sonstigen Verschleißteilen. E-Bike-Inspektionen werden fast immer als Paketpreis angeboten: Rechne grundsätzlich mit reinen Inspektionskosten von mindestens 80 Euro, sehr wahrscheinlich wird der tatsächliche finanzielle Aufwand höher liegen, erfahrungsgemäß zwischen 100 und 150 Euro.
E-Bike Pflege in Eigenregie
Abgesehen von der professionellen Inspektion gibt es einiges, was Sie selbst tun können, um Ihr E-Bike in gutem Zustand zu halten:
- Halten Sie Ihr E-Bike sauber.
- Kontrollieren Sie regelmäßig, ob alle Schrauben noch fest angezogen sind.
- Pumpen Sie Ihre Reifen auf den empfohlenen Luftdruck auf.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Bremsbeläge.
- Fetten Sie, wenn möglich, die beweglichen Teile.
Reinigung des E-Bikes
Zunächst ist es natürlich wichtig, dein E-Bike sauber zu halten. Ein sauberes Fahrrad bleibt nicht nur länger schön, sondern auch besser in Schuss, denn im Straßenschmutz kann sich viel Wasser sammeln. Wenn dieses Wasser nicht ablaufen kann, kann es Schäden verursachen. Vor allem wenn gestreut wird, solltest du dein Fahrrad regelmäßig mit Seifenlauge reinigen.
Bevor Sie Ihr E-Bike reinigen, vergessen Sie nicht, den Akku auszubauen und das Display gut zu schützen. Waschen Sie dann Ihr Fahrrad mit einem sanften Wasserstrahl oder einem dicken Schwamm ab. Bitte beachten Sie, dass Sie auf keinen Fall hohen Wasserdruck verwenden dürfen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie die Elektronik Ihres Fahrrads beschädigen oder die Mechanik leidet, indem Wasser beispielsweise in die Lager gelangt.
Bewaffnen Sie sich also mit einem Schwamm und einem Eimer mit Seifen- bzw. Spüliwasser und waschen Sie alles gründlich ab: Rahmen, Sattel Lenker, Räder, Pedale etc. Mithilfe einer Zahnbürste können Sie sich vorsichtig an die Reinigung Ihrer Antriebsgruppe machen: Kettenblätter, Kurbeln, Schaltwerk, Umwerfer und Ritzel. Dann reinigen Sie Ihre Kette mit einem entfettenden Produkt. Jetzt können Sie Ihr Fahrrad mit Wasser abspülen und abtrocknen! Zum guten Schluss müssen Sie die Kette noch mithilfe einer Zahnbürste fetten, indem Sie die Pedale rückwärts drehen. Anschließend entfernen Sie das überschüssige Schmiermittel mit einem Tuch.
Akkupflege
Das empfindlichste Bauteil eines E-Bikes ist der Akku. Zunächst ist es gut zu wissen, dass ein neuer Akku erst nach einigen Ladezyklen seine vollständige Kapazität erreicht. Ein Akku ist recht anfällig für niedrige Temperaturen. Der vielleicht wichtigste Tipp ist, den Akku nie leer zu lagern. Das kann den Akku irreparabel beschädigen. Wir empfehlen Ihnen, auch im Winter regelmäßig eine kleine Tour zu machen. So bleibt Ihr Akku in gutem Zustand und Sie können im Sommer wieder problemlos Rad fahren.
Laden Sie den Akku nur, wenn es nötig ist, z. B. einige Stunden vor einer langen Fahrt. Fahren Sie - wenn es möglich ist - nicht, bis der Akku komplett leer ist, sondern laden Sie ihn rechtzeitig auf. (=ab etwa 20 % der Kapazität). Verwenden Sie das Original-Ladegerät. Verwenden und lagern Sie es an einem trockenen Ort bei Raumtemperatur. Funktioniert der Akku nicht gut? Lassen Sie ihn dann immer bei einem Fahrradmechaniker kontrollieren! Bewahren Sie den Akku bei Raumtemperatur auf, vor allem, wenn es kalt ist. Lassen Sie den Akku im Sommer auch nicht in der prallen Sonne stehen. Auch wenn Sie ihn nicht verwenden, können Sie den Akku am besten einmal im Monat komplett aufladen. Viele kurze Fahrten? Laden Sie den Akku dann nicht nach jeder Fahrt direkt auf, sondern warten Sie, bis er noch etwa 20 % geladen ist. Laden Sie den Akku nicht in einem Raum auf, in dem es friert.
Um die Lebensdauer des Akkus zu verlängern, raten alle Experten dazu, Lithium-Ionen-Akkus niemals komplett zu entladen. Ebenso sollten extreme Hitze sowie Kälte vermieden und stets nur das Original-Ladegerät verwendet werden. Wird das E-Bike länger nicht gefahren, entnimm idealerweise den Akku und lagere ihn kühl und trocken.
Zum Beispiel empfiehlt Motorenhersteller Bosch bei längerer Lagerung:
- Lagere den Akku bei einem Ladezustand von 30 bis 60 Prozent.
- Lagere den Akku bei Raumtemperatur in einem trockenen Raum.
- Lagere den Akku nicht in der Nähe von brennbaren oder leicht entflammbaren Gegenständen.
- Lagere den Akku in einem Raum mit installiertem Rauchmelder.
Die ideale Temperatur zur Lagerung des E-Bike-Akkus liegt zwischen 10 und 20 Grad. Du solltest den Akku vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und ihn bei Zimmertemperatur aufladen, wenn das Außenthermometer Temperaturen um den Gefrierpunkt anzeigt.
Anleitungen zur E-Bike Wartung
Hier finden Sie Anleitungen zur Wartung verschiedener Komponenten Ihres E-Bikes:
1. Antrieb beim E-Bike warten
Der Antrieb ist das Verschleißzentrum. Pflege reduziert die Folgekosten. Folgendes sollten Sie bei der Wartung von Kette, Ritzel und Kettenblatt beachten! Hans-Peter Ettenberger, EMTB-Testlabor, empfiehlt hier: “Mein Tipp sind Kettenwachse. Mit dem Trockenschmierstoff bleibt die Kette sogar bei Schlammfahrten sauber, es bilden sich kaum Ablagerungen an den Ritzeln und am Blatt, was die Pflege vereinfacht.“
2. Pflege der E-Bike Schaltung
Die Kettenschaltung ist ein filigranes, mechanisches Wunderwerk. Damit zwölf Gänge sauber und leise laufen, muss vor allem der sensible Bowdenzug gut in Form sein. Christoph Allwang, EMTB-Testlabor, rät dazu: “Nicht am Innenzug sparen! Die besseren Edelstahlzüge sind außen überwalzt und haben dadurch eine rundere und reibungsärmere Kontur als billige Züge. Beschichtete Züge laufen noch mal leichter, sind aber auch viel teurer, deutlich empfindlicher und können schon bei der Montage Schaden nehmen.“
3. Lager-Wartung beim E-Bike
Die Funktion des Bikes hängt an vielen Kugel- und Gleitlagern. Wir zeigen die wichtigsten Arbeitsschritte zur Pflege der Lager bei der E-Bike Wartung.
4. Bremsen-Check - für konstante Sicherheit
Bremsbeläge sollten regelmäßig auf Verschleiß gecheckt werden. Aber auch die Scheiben leiden, insbesondere bei matschigen Bedingungen. Nehmen Sie auch diese Komponenten bei der Wartung Ihres E-Bikes genauer unter die Lupe. Mike Schinke, EMTB-Testlabor, gibt den zusätzlichen Tipp: “Neue Beläge müssen eingebremst werden, sonst verschleißen sie rasant: zehn Mal aus 20 km/h auf nahe null abbremsen, dann die Bremse in einer Abfahrt einmal richtig heißbremsen.“
5. Laufräder prüfen bei der E-Bike Wartung
Reifen und Laufräder müssen einiges an Schlägen einstecken. Rundlauf und Speichenspannung sollte man deshalb regelmäßig überprüfen. Sonst können schlimmstenfalls Speichen brechen. Dominik Scherer, EMTB-Testlabor, sagt dazu: “Einen Reifenwechsel sollte man nutzen, um auch mal unters Felgenband zu schauen. An den Speichenbohrungen sammelt sich einiges an Schmutz und Feuchtigkeit. Das schafft eine korrosive Umgebung für die Nippel, was das Zentrieren der Laufräder erschwert. Regelmäßige Pflege garantiert, dass sich die Laufräder gut zentrieren lassen, wenn es nötig ist.“
Basic-Pflegetipps für die E-Bike Wartung
Hier sind einige grundlegende Pflegetipps für die E-Bike Wartung:
- Akkus am besten halb geladen überwintern lassen - bei Zimmertemperatur, wenn möglich. Ladestand zwischendurch checken. Ab 30 % nachladen bis auf 60 %.
- Kontakte trockenreiben und schauen, ob die Kontakte blank sind. Zum Flottmachen: angegriffene Kontakte mit Kontaktspray einsprühen. Als Korrosionsschutz dient Vaseline oder Polschutzfett.
- Dampfstrahler nur die Reifen lassen sich damit gefahrlos reinigen. Elektrik und Lager nehmen hingegen Schaden, wenn Wasser eindringt.
- Nach Fahrten über gesalzene Straßen das Rad gründlich abwaschen, trocknen und erst dann abstellen.
- Hartwachs aus der Autopflege ist super geeignet, alle Alu-Teile vor Korrosion zu schützen: Gabeltauchrohre, Naben (Speichenlöcher!). Auch der Lack freut sich über eine Wachsschicht.
- Überall, wo Teile eng aufeinander sitzen und Wasser eindringen könnte, sollte Fett oder Montagepaste aufgetragen werden, zum Beispiel auf der Sattelstütze. Ausnahme: Carbon-Sattelstützen bekommen Extra-Pflege mit Carbon-Paste.
- Schraubenköpfe rosten schnell. Ein Spritzer Kriechöl verdrängt Wasser und sorgt für schöne Köpfe im nächsten Frühjahr.
Verwandte Beiträge:
- Günstige E-Bikes für Damen: Top Modelle im Preisvergleich
- E-Bike Funktionsweise: Technik, Komponenten & Tipps
- Big Bike Laufrad: Test & Vergleich der besten Modelle
- E-Bike Dreirad mit Mittelmotor: Komfort und Sicherheit für Senioren
- Motocross Trikot bedrucken lassen: Design & Anbieter
- Der ultimative Degu-Laufrad-Test: So baust du das perfekte artgerechte Gehege!
Kommentar schreiben