E-Bike Kette wechseln: Kosten, Werkzeuge und Anleitung

E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da sie eine umweltfreundliche und komfortable Alternative zum Auto darstellen. Durch die elektrische Unterstützung erleichtern sie zudem das Fahrradfahren auf langen Strecken. Wie bei jedem Fahrrad ist jedoch auch bei E-Bikes eine regelmäßige Wartung und der Austausch von Verschleißteilen erforderlich. Dieser Artikel konzentriert sich auf den Wechsel der Kette, einem der wichtigsten Aspekte der E-Bike-Wartung.

Wann sollte eine E-Bike-Kette gewechselt werden?

Der Zeitpunkt für einen Kettenwechsel hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Kette überträgt die Kraft von den Pedalen auf das Rad. Eine Person, die schwerer ist und mehr Kraft beim Fahren aufwendet, erzeugt mehr Reibung und verschleißt die Kette schneller als eine Person, die leichter ist. Auch das Schaltverhalten und der Fahrstil haben Einfluss auf die Abnutzung der Kette und der anderen Antriebskomponenten.

Empfohlene Intervalle für den Kettenwechsel am E-Bike / Fahrrad:

  • Straßenfahrräder: Ab 1500 bis 2000 Kilometern sollte der Verschleiß der Kette mit einer Kettenlehre überprüft werden.
  • Mountainbikes / E-MTBs: Bereits nach 500 Kilometern sollte die Kette überprüft werden, da hier eine höhere Anzahl von Umdrehungen im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern vorliegt.

Tipp: Regelmäßige Reinigung und Ölung der Kette verlängern die Lebensdauer erheblich.

Wenn die Kette beim Schalten nicht mehr richtig auf das nächste Ritzel springt oder beim Treten vibriert, ist es Zeit für eine neue Kette. Manchmal ist auch ein lautes Knacken zu hören, wenn du stärker in die Pedale trittst. Dieses Problem tritt anfangs nur vereinzelt und in bestimmten Gängen auf und wird mit der Zeit immer häufiger.

Wird die Fahrradkette nicht rechtzeitig getauscht, verschleißen die Ritzel und die Kettenblätter schneller. Für eine neue Kette ist es dann zu spät, da diese nicht mehr auf die abgefahrenen Ritzel passt.

Werkzeug und Material für den Kettenwechsel

Um deine Kette zu wechseln, brauchst du die passende Kette für deinen Antrieb. Sofern deine Gangschaltung und Kassette von Shimano sind, solltest du eine Kette von Shimano verwenden. Bei einer SRAM-Gangschaltung setzt du hingegen am besten auf eine Kette von SRAM, da die Schaltkomponenten der großen Hersteller meistens untereinander nicht kompatibel sind. Alternativ besteht die Möglichkeit, eine Kette von einem Drittanbieter zu nehmen, die kompatibel ist.

Die Anzahl deiner Ritzel bestimmt, welche Kette du brauchst. Bei 11 Ritzeln an der Kassette brauchst du entsprechend eine 11-Fach Kette. Solltest du ein E-Bike haben, muss die Kette mit einem entsprechenden „E“ für E-Bikes markiert sein.

Benötigtes Werkzeug und Material:

  • Kettennieter
  • Kettenschlosszange
  • Kettenschloss oder Nietstift
  • Neue Kette
  • Kettenmesslehre (optional)

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Alte Kette entfernen und neue Kette montieren

Wenn du deine alte Fahrradkette entfernen möchtest, stelle deine Gangschaltung hierfür hinten auf das kleinste Ritzel und vorne auf das kleinste Kettenblatt. So hat die Kette so wenig Spannung wie möglich. Es gibt auch die Möglichkeit, die Kette komplett vom vorderen Kettenblatt zu nehmen.

Schritt 1: Alte Kette öffnen & ausbauen

Mit Kettenschloss: Öffne die Kette an einem Kettenschloss. Um dieses zu öffnen, legst du die Kettenschlosszange an den zwei Stiften an und klemmst damit das Kettenschloss ein. Drücke anschließend das Kettenschloss zusammen, bis dieses aufspringt und du die beiden Teile auseinandernehmen kannst. Die Kette ist nun geöffnet.

Mit Nietstift: Hierbei legst du eines der Kettenglieder in den Kettennieter, sodass der Bolzen des Kettennieters parallel zu dem Nietstift im Kettenglied liegt. Drehe nun vorsichtig den Bolzen auf den Nietstift, bis sich Druck aufbaut und der Stift mit einem Knacken aus dem Kettenglied geschoben wird. Drehe anschließend weiter, bis der Stift komplett aus dem Kettenglied entfernt ist und die Kette auseinander geht. Jetzt kannst du die Kette entfernen und anschließend Ritzel und Kettenblatt säubern, bevor du eine neue Kette aufziehst.

Schritt 2: Kettenlänge bestimmen

Damit die Kette in jedem Gang die richtige Spannung hat, ist es wichtig, dass du die optimale Länge der Kette bestimmst. Hierfür kannst du die Anzahl der Glieder der alten Kette zählen, oder du berechnest die Länge über eine bestimmte Formel.

Variante 1: Zähle die Kettenglieder oder lege die alte Kette neben die neue Kette.

Variante 2: Fahrradkette kürzen und richtige Kettenlänge berechnen

Variante 3: Kette komplett einfädeln und auf das kleinste Kettenblatt vorne und das kleinste Ritzel hinten legen. Kette unten zusammenführen und spannen, so das mindesten ein oder zwei Glieder sich überlappen. Sofern diese Glieder nicht aufeinanderpassen, muss ein weiteres Kettenglied abgezogen werden.

Tipp: Achte darauf, dass die Kette immer eine gerade Zahl an Kettengliedern hat, sofern du einen Nietstift verwendest, damit ein innenliegendes Glied auf ein außenliegendes trifft. Bei einem Kettenschloss ersetzt das Schloss ein außenliegendes Glied. Daher müssen zwei innenliegende Glieder aufeinandertreffen und ein Kettenglied mehr abgezogen werden, da das Kettenschloss ein äußeres Kettenglied ersetzt.

Schritt 3: Kette kürzen

Nachdem du die richtige Kettenlänge bestimmt hast, kannst du die Kette kürzen. Spanne das markierte Ketteglied in den Kettennieter. Drehe den Bolzen auf den Stift, bis ein Knacken zu hören ist. Schraube den Bolzen des Kettennieters bis der Nietstift komplett entfernt ist.

Schritt 4: Neue Kette montieren / einbauen

Führe die neue Kette mit der Schrift zu dir zeigend hinten über die Umlenkröllchen. Achte dabei darauf, dass die Kette richtig durch den Schaltarm läuft und nicht an den Führungsstäbchen hängen bleibt. Anschließend führst du die Kette zurück um das kleinste Ritzel. Ziehe die Kette bis über das fordere Kettenblatt und halte das Hinterrad fest, damit die restliche Kette nicht durchrollt. Führe nun die Kette durch den Umwerfer der Gangschaltung und lege die Kette über das kleinste Kettenblatt. Überprüfe, ob die Kette sich vor- und zurückbewegen lässt, ohne dass sie sich verhakt. Ist dies der Fall, kannst du die Kette vorsichtig vom kleinen Kettenblatt herunternehmen, damit die Kette locker ist und leichter verschlossen werden kann.

Schritt 5: Kette mit Kettenschloss oder Nietstift verschließen

Kette mit Kettenschloss verschließen: Setze die eine Hälfte des Schlosses mit dem gekennzeichneten Pfeil in Bewegungsrichtung der Kette mit der Schrift zu dir zeigend. Der Stift der einen Hälfte des Kettenschlosses wird in das eine innenliegende Glied der offenen Kette gehängt und die andere Hälfte spiegelverkehrt mit dem Stift an das andere innenliegende Kettenglied gesteckt. Anschließend werden die beiden Hälften ineinander gehakt. Trete die Pedale einmal fest, während du die Hinterradbremse ziehst. Das Kettenschloss sollte mit einem Klacken einrasten.

Kette mit Nietstift verschließen: Verbinde das innere Kettenglied mit dem äußeren Kettenglied mit dem spitzen Verbindungsnietstift. Lege anschließend das Kettenglied in den Kettennieter ein. Dreh nun mit dem Bolzen den Nietstift in das Kettenglied, bis ein Widerstand zu spüren ist. Arbeite dich jetzt langsam weiter und stelle sicher, dass du den Stift nicht zu weit drehst. Überprüfe dabei, ob der Stift noch übersteht oder ob dieser auf gleicher Höhe mit den anderen Stiften ist. Sitz der Führungsstift perfekt, kannst du den überstehenden Führungsstift mit einer Zange abbrechen.

Tipp: Die meisten neuen Ketten kommen mit einem Kettenschloss, auch Quicklink bei Shimano genannt. Sollte kein Ketteschloss dabei sein kannst du diese separat kaufen, achte hierbei drauf, dass dieses genau auf deine Kette und deinen Antrieb passt. Beispiel: Für eine 11-fach Kette von Shimano brauchst du ein 11-fach Kettenschloss von Shimano.

Was kostet eine Fahrradkette / E-Bike-Kette?

Der Preis einer Fahrradkette liegt bei den meisten Antrieben 10 und 40 Euro für die meisten Antriebe. Es gibt aber auch Ketten, die bis zu 90 Euro kosten. Diese sind aber nur für entsprechende Antriebe und bei maximaler Performance sinnvoll. Eine neue Kette zum richtigen Zeitpunkt zu wechseln, spart also Geld.

Reparatur einer gerissenen Kette unterwegs

Wenn dir unterwegs die Kette reißt und kein Fahrradladen in der Nähe ist, musst du die Kette selbst reparieren, damit du weiterfahren kannst. Dazu brauchst du einen Kettennieter und etwas Fingerspitzengefühl beim Öffnen der Kettenglieder. Ein Kettenschloss macht das anschließende Verschließen der Kette deutlich einfacher und sicherer.

Tipp: So kannst du ohne Kettennieter den Nietstift entfernen

Solltest du keinen Kettennieter dabeihaben, kannst du bei dem nächsten Haus oder Werkstatt nach einem Hammer, Nagel und Brett fragen, um den Stift des defekten Gliedes zu entfernen. Schlage ein Loch in das Brett und platziere den zu entfernenden Stift des defekten Kettengliedes genau über dem Loch. Schlage den Stift mit dem Nagel aus dem Kettenglied.

Schritt 1: Entfernen des defekten Kettengliedes

Entferne das defekte Glied und achte darauf, dass die Kettenglieder am Ende wieder richtig aufeinanderpassen.

Schritt 2: Ketten richtig einfädeln und die richtige Laufrichtung bestimmen

Fädel anschließend die Kette wieder richtig ein. Achte dabei auf die Laufrichtung. Sofern nur eine Seite beschriftet ist, muss diese zu dir zeigen.

Schritt 3: Kettenschloss anlegen oder alten Nietstift verwenden

Die Kette sollte zwei innenliegende Glieder haben, die aufeinandertreffen, da das Kettenschloss ein äußeres Glied ist. Zum Verschließen des Kettenschlosses gehe wie oben beschrieben vor. Achte ebenfalls drauf, dass Kettenstift und Kettenglied perfekt ausgerichtet sind, dass dieser Kettenstift keine Führungsspitze mehr hat. Gehe anschließend wie oben beschrieben vor.

Schritt 5: Kettenglied mit Nietstift oder Kettenschloss mobilisieren

Biege die beiden neu verbundenen Kettenglieder entgegen der Beugerichtung hin und her, sofern die Kettenglieder sich vorher nur schwer bewegen lassen haben.

Weitere Aspekte der E-Bike-Wartung

Neben dem Kettenwechsel gibt es noch weitere wichtige Aspekte bei der Wartung von E-Bikes:

  • Regelmäßige Inspektion: Ein E-Bike sollte etwa alle 2000 Kilometer oder einmal im Jahr inspiziert werden.
  • Akkupflege: Ein E-Bike Akku hält Schätzungen zufolge zwischen 500 und 1000 Ladezyklen.
  • Motorwartung: Der Motor kann im Rahmen einer E-Bike Reparatur grundsätzlich ausgetauscht werden, wenn er defekt ist oder Sie sich ein leistungsstärkeres Modell wünschen.
  • Reifenwechsel: Ein Reifenwechsel inklusive Arbeitszeit und Material kostet in der Regel 40 bis 80 Euro.

Kosten für E-Bike Reparaturen

Bei einem E-Bike können verschiedene Arten von Reparaturen anfallen - je nach Nutzung, Verschleiß und Komponentenschäden. Zu den häufigsten und kostengünstigeren Reparaturen gehören der Austausch von Verschleißteilen, darunter Bremsbeläge und Ketten. Zu den komplexeren Reparaturen gehört zum Beispiel die Wartung oder der Austausch der Schaltung. Die kostspieligeren Reparaturen sind die, die rund um Motor und Akku stattfinden. Je nach Modell und Hersteller kann ein Motortausch zwischen 300 und stolzen 1000 Euro kosten. Ein neuer Akku auf der anderen Seite liegt je nach Kapazität zwischen 300 und 900 Euro.

Kostenübersicht für E-Bike Reparaturen

Reparatur Kosten (ungefähre Angaben)
Kettenwechsel 10 - 90 Euro (Material) + Arbeitskosten
Reifenwechsel 40 - 80 Euro
Motortausch 300 - 1000 Euro
Akkuwechsel 300 - 900 Euro

Hinweis: Die angegebenen Kosten sind Richtwerte und können je nach Werkstatt, Modell und Hersteller variieren.

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