E-Bike Leasing für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Vorteile und Nachteile

Diensträder liegen im Trend. So kommen Sie über den Arbeitgeber an ein Jobrad. Doch hat das Leasing von E-Bikes, Lastenrädern & Co. über den Arbeitgeber wirklich nur Vor- oder auch Nachteile? Im Folgenden werden die Vor- und Nachteile des E-Bike-Leasings für Arbeitgeber und Arbeitnehmer beleuchtet.

Wie funktioniert das Dienstrad-Leasing?

Spezielle Fahrradleasing-Anbieter kooperieren mit den Arbeitgebern. Der Mitarbeiter sucht sich ein Rad bei einem Händler aus, der Händler informiert die Leasingfirma und verkauft das Rad an sie. Offiziell übernimmt der Arbeitgeber das Rad und überlässt es dem Mitarbeiter. Die Leasingrate wird im Rahmen einer Gehaltsumwandlung vom Bruttolohn einbehalten. Nach 36 Monaten hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, das Rad günstig zu kaufen oder zurückzugeben.

Allerdings kommt Fahrradleasing nicht für jeden infrage. Oft sind Azubis und Aushilfen ausgeschlossen oder Mitarbeiter, die kurz vor der Rente stehen. Wer die Firma in den nächsten drei Jahren verlassen will, sollte das Fahrrad besser nicht leasen, da die vorzeitige Rückgabe kompliziert sein kann.

Vorteile für Arbeitnehmer

  • Geringere Kosten: Durch die Gehaltsumwandlung sinkt das zu versteuernde Einkommen, was zu einer niedrigeren Nettobelastung führt.
  • Gesundheit und Motivation: Regelmäßige Bewegung fördert die Gesundheit und reduziert Stress.
  • Attraktiver Arbeitgeber: Unternehmen, die Dienstrad-Leasing anbieten, sind auf dem Arbeitsmarkt attraktiver.
  • Umweltfreundlichkeit: Die Nutzung des Fahrrads anstelle des Autos trägt zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei.

Wie genau spart man durch das Jobrad-Leasing?

Je nach Leasinganbieter unterscheiden sich Details, hier eine Beispielrechnung nach Durchsicht verschiedener Modelle: Ein Arbeitnehmer verdient 3.500 Euro brutto. Er ist ledig, hat keine Kinder und ist in der Steuerklasse 1. Das neue Rad kostet 2.000 Euro. Der Arbeitgeber behält rund 69 Euro Bruttolohn dafür ein: das Nutzungsentgelt für Rad, Vollkasko-Versicherung und Inspektionskosten. Unterm Strich ist die Nettobelastung für den Mitarbeiter deutlich niedriger, bei rund 40 Euro, weil das zu versteuernde Einkommen sinkt. Wenn der Mitarbeiter am Ende der Leasingzeit das Rad kaufen will, macht ihm der Anbieter ein Angebot. Im Beispiel wären das rund 400 Euro. Das bedeutet: Der Arbeitnehmer zahlt in diesem Beispiel circa 1.840 Euro - statt 2.000 Euro, die er beim Sofortkauf gezahlt hätte.

Nicht nur das zu versteuernde Einkommen sinkt, sondern auch die Lohnnebenkosten wie etwa Arbeitslosen- und auch Rentenbeiträge. "Die Gehaltsumwandlung in die Übernahme der Leasingrate hat eigentlich nur Vorteile", so Lisa Brack. Sie fügt aber hinzu: Ausnahme ist, dass die Rente etwas gekürzt wird, aber hier sprechen wir wirklich nur von wenigen Euro pro Monat.

Vorteile für Arbeitgeber

  • Gesündere Mitarbeiter: Radelnde Mitarbeiter sind fitter und seltener krank.
  • Attraktivität: Das Angebot eines Dienstrads macht das Unternehmen attraktiver für potenzielle Mitarbeiter.
  • Positive CO2-Bilanz: Arbeitgeber leisten einen Beitrag zum Umweltschutz.
  • Planbare Kosten: Durch festgelegte Preisrahmen beim Leasingpartner sind die Kosten gut kalkulierbar.

Nachteile und Bedenken

  • Minderung von Sozialleistungen: Gewerkschaften kritisieren, dass die Gehaltsumwandlung die Bemessungsgrundlage für Sozialleistungen mindert.
  • Vertragliche Unsicherheiten: Was passiert bei Kündigung oder Elternzeit des Mitarbeiters?
  • Versicherungsschutz: Ein umfassender Versicherungsschutz ist wichtig, um Risiken abzudecken.
  • Auswirkungen auf die Rente: Durch die Gehaltsumwandlung werden geringere Rentenbeiträge gezahlt, was sich minimal auf die spätere Rente auswirken kann.

Allerdings entspricht der eingesparte Rentenbeitrag für eine 36-monatige Leasingzeit weniger als 0,25 % der Gesamtrentenbeiträge, was innerhalb zu erwartender Schwankungen in der Rentenentwicklung liegt.

Was passiert am Ende der Leasingzeit?

Nach drei Jahren geht das Rad zurück an den Händler, wenn Du nichts machst. Du kannst neu leasen - das ist aber oft nicht die günstigste Lösung. Ist das Jobbike gut in Schuss, kann sich der Kauf lohnen. Achte dabei auf ein paar Punkte.

Früher warb man oft mit nur 10 Prozent des Neupreises zur Übernahme. Insgesamt schien das deutlich günstiger als ein Direktkauf - 40 Prozent Ersparnis waren keine Seltenheit.

Heute gilt: Nach drei Jahren ist das Rad oft mehr als 10 Prozent wert. Der Preisvorteil bei günstiger Übernahme gilt als Arbeitslohn von dritter Seite - und ist als geldwerter Vorteil zu versteuern.

Wie versteuerst Du den Bewertungsunterschied?

Maßstab ist der Zeitwert des Jobbikes. Alternativ erlaubt das Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 17. November 2017 eine Pauschale: Am Vertragsende hat das Rad noch 40 Prozent des Neupreises.

Kaufst Du es für 10 Prozent, bliebe ein Bewertungsunterschied von 30 Prozent. Dieser wäre von Dir zu versteuern. Das würde das Rad insgesamt deutlich teurer machen.

Tipp: Hältst Du 40 Prozent für zu hoch, weise einen geringeren Restwert per Gutachten nach. Aber das musst Du vielleicht gar nicht, denn die Leasing-Firmen haben natürlich kein Interesse daran, dass der Preisvorteil beim Leasing verschwindend gering ist. Und haben reagiert.

Was haben Leasingfirmen geändert - und wer zahlt die Steuer?

Einerseits haben die Leasinganbieter die Übernahmepreise angehoben: Bei Eurorad zum Stand März 2025 von 10 auf 16 Prozent, bei Jobrad von 10 auf 18 Prozent des unrsprünglichen Verkaufspreises, Stand März 2025. Der geldwerte Vorteil sinkt so auf 24 Prozent bei Eurorad oder 22 Prozent bei Jobrad - bezogen auf 40 Prozent Restwert. Du zahlst damit mehr für das Rad als früher.

Andererseits müsstest Du dann die 22 bis 24 Prozent noch versteuern - bei 2.500 Euro Neupreis also über 500 Euro. Die gute Nachricht: Die Leasingfirma kann das übernehmen und laut BMF-Schreiben pauschal mit 30 Prozent versteuern. Der geldwerte Vorteil gilt dann als Lohn von dritter Seite (§ 37b EStG).

Forsetzung des Beispiels: Johanna hatte mit ihrem 2.500 Euro teuren E-Bike 1.190 Euro weniger Netto in drei Jahren. Für die Übernahme zahlt sie 18 Prozent, das sind 450 Euro. Die Versteuerung der restlichen 22 Prozent, also 550 Euro übernimmt die Leasingfirma.

Insgesamt kostet Johanna das Rad 1.190 + 450 = 1.640 Euro. Das ist eine Ersparnis von 860 Euro, also rund 35 Prozent gegenüber dem Direktkauf. Ohne Versicherungen läge die Ersparnis rund bei 1.000 Euro, also etwa 40 Prozent. Wichtig: Die Ersparnis hängt stark vom Arbeitgeberzuschuss ab. Je geringer, desto weniger sparst Du gegenüber dem Direktkauf.

Tipp: Rechne mit einem Jobrad-Rechner Deine persönlichen Werte durch.

Gibt es eine Alternative mit pauschaler Lohnsteuer?

Ja. Seit mit dem Jahressteuergesetz 2019 gibt es die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit 25 Prozent pauschal besteuert, wenn die Firma zusätzlich zum Lohn ein Dienstrad übereignet (§ 40 Abs. 2 Nr. 7 EStG).

Beispiel: Nach drei Jahren wird die Firma zunächst Eigentümerin. Johanna kauft es dann für günstige 250 Euro. 40 Prozent vom Brutto-Listenpreis 2.500 Euro sind 1.000 Euro. Abzüglich des Kaufpreises von 250 Euro ist der geldwerte Vorteil 750 Euro. Darauf fallen 25 Prozent pauschale Lohnsteuer plus gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer an, aber keine Sozialversicherungsbeiträge. Das wäre sogar noch günstiger als die Variante mit der Leasingfirma. Aber: Für die Firma sind das zusätzliche Kosten.

Worauf ist bei der Entscheidung zu achten?

Bei aller Euphorie über die relativ günstigen Raten solle man bedenken, ob das Fahrrad wirklich zu einem passt und ob man in Zukunft die Verantwortung für ein mehrere tausend Euro teures Rad übernehmen möchte, schränkt Lisa Brack ein: "Das lässt man nicht so gerne vor dem Supermarkt stehen, selbst wenn ich ein gutes Schloss habe".

Ihr Tipp: "Genau gucken: Was brauche ich im Alltag für ein Fahrrad?".

Zusammenfassung

Das E-Bike-Leasing über den Arbeitgeber bietet sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber attraktive Vorteile. Durch die Gehaltsumwandlung können Arbeitnehmer Steuern sparen und gleichzeitig etwas für ihre Gesundheit tun. Arbeitgeber profitieren von motivierten und gesünderen Mitarbeitern sowie einer positiven Außenwirkung. Es ist jedoch wichtig, die potenziellen Nachteile und vertraglichen Bedingungen sorgfältig zu prüfen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Tabelle: Vor- und Nachteile des E-Bike-Leasings

Aspekt Vorteile Nachteile
Arbeitnehmer
  • Steuerersparnis
  • Gesundheitsförderung
  • Günstige Raten
  • Geringere Sozialleistungen möglich
  • Vertragliche Bindung
  • Auswirkungen auf die Rente
Arbeitgeber
  • Motivierte Mitarbeiter
  • Positive CO2-Bilanz
  • Attraktivität als Arbeitgeber
  • Verwaltungsaufwand
  • Vertragliche Risiken

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0