Der Anblick eines Liegerades im heutigen Straßenverkehr ist keine Seltenheit mehr. In Deutschland sind etwa rund 50 Millionen herkömmliche Fahrräder unterwegs, das Liegerad bringt es hingegen auf etwa 30.000 Exemplare. Modern auch oft als Liegebike bezeichnet, kann man das Liegefahrrad heute in vielen Formen finden. Es gibt das zweirädrige Liegerad, dann das Liegedreirad oder sogar das Liegerad als Tandem.
Was ist ein Liegerad?
Als Liegerad wird im Allgemeinen ein Fahrrad mit nach hinten geneigter Sitzposition oder Liegeposition bezeichnet. Das Liegerad besitzt auch keinen Sattel, sondern ist üblicherweise mit einem Netzsitz oder Schalensitz ausgestattet. Der Lenker befindet sich, je nach Radtyp, vor dem Fahrer oder unterhalb des Sitzes.
Der Oberlenker befindet sich vor der Brust des Fahrers und ist die verbreitetste Form des Lenkers bei Liegerädern. Der Unterlenker ist unter dem Sitz befestigt. Die häufigste Variante ist das Liegerad als Dreirad - das Liegerad-Trike - mit zwei Rädern vorn und einem hinten.
Vorteile von Liegerädern
Die Sitzposition beziehungsweise Liegeposition beim Fahren eines Liegerades wird von vielen als sehr entspannt und komfortabel angesehen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrrad ist ein Abstützen des Oberkörpers nicht notwendig. Die Körperhaltung beim Liegefahrrad ermöglicht eine Entlastung der Handgelenke und Arme.
Diese Fahrrad eignet sich vor allem bei Beschwerden im Oberkörper, denn die liegende Fahrposition ist besonders schonend für Rücken, Nacken, Arme und Handgelenke.
Liegeräder halten neben dem aerodynamischen Vorteil noch weitere Trümpfe in der Hand, beispielsweise die bequeme Sitzposition auf einem Schalen- oder Netzsitz. Er macht die Sitzprobleme auf einem Sattel vergessen. Arme, Hände und Handgelenke müssen kein Körpergewicht tragen. Auch der Kopf muss in der Regel nicht oder nur wenig geneigt werden.
Mit einem Liegerad kann man selbst bei Problemen mit der Wirbelsäule noch sportlich unterwegs sein. Aufgrund des niedrigen Schwerpunkts ist es beinahe unmöglich, bei einem Unfall oder zu hartem Bremsen über den Lenker „abzusteigen“.
Liegeräder gibt es nur in einer Größe. Sie lassen sich an unterschiedliche Körpergrößen anpassen, wenn der Ausleger mit dem Tretlager oder der Sitz verschoben wird.
Vorteile von Liegedreirädern
- Fahrkomfort: Auch ohne Erfahrung kann man einfach draufsitzen, sich anlehnen und losfahren.
- Balance: Weder beim Anfahren noch im Schritttempo wackelt das Liegerad, man muss gar nichts tun, um die Balance zu halten.
- Fahrgefühl: Es macht großen Spaß und erinnert an ein Kettcar oder Go-Kart.
- Sicherheit: Schulterblick nach hinten oder das Vorlehnen, um etwas sehen zu können, ist völlig unproblematisch, man kann nicht stürzen.
- Abstellen: Mit Parkbremse kann man sein Gefährt überall abstellen, auch auf unebenem und unbefestigtem Untergrund.
Vorteile von einspurigen Liegerädern
- Tempo: Je nach Modell kann man ein hohes Tempo erreichen und sehr sportlich fahren.
- Platz: Man braucht kaum mehr Platz als bei einem Aufrechtrad und kann meistens sein Liegerad auch an öffentlichen Fahrradabstellplätzen anschließen.
- Gewicht: Ein Liegedreirad wiegt in der Regel mehr.
- Schieben: Beim Schieben kann man normalerweise den Lenker gut erreichen und die Richtung leicht bestimmen und durch das geringere Gewicht ist bergauf auch kein Problem.
- Sitzposition: Meistens sitzt man wesentlich höher als auf dem Liegedreirad.
Nachteile von Liegerädern
Es gibt aber auch Nachteile: Liegeräder benötigen mehr Platz als herkömmliche Fahrräder. Beim Tragen oder auf Treppen sind sie oft sperrig, auch der Transport in Zügen kann problematisch sein. Praktisch sind da die faltbaren Modelle, die auch in einen Pkw-Kofferraum passen.
Das höhere Gewicht der Liegeräder zeigt sich an Anstiegen deutlich, bergauf geht es mit dem Liegerad oft langsamer als mit einem mehrere Kilo leichteren Fahrrad. Die kleinen Raddurchmesser können es unmöglich machen, Bordsteine ab einer gewissen Höhe zu überfahren.
Dass eine Änderung der Sitzposition während der Fahrt nicht möglich ist, kann als störend empfunden werden. Da der Schulterblick schwerfällt, werden Rückspiegel benötigt. Durch die niedrige Sitzposition ist der Überblick über den Verkehr eingeschränkter als auf anderen Fahrrädern.
Durch ihre Länge sind vor allem die sogenannten Langlieger wenig wendig, während Dreiräder, auch Trikes genannt, breiter sind als andere Fahrräder. Liegeräder werden nicht in großer Zahl produziert, daher sind sie recht teuer.
Ein Nachteil kann bei unverkleideten Varianten der Wetterschutz sein. Der Körper wird in der Fahrposition sowohl von Wind als auch von Regen und Schnee auf voller Länge getroffen. Durch die zusätzliche Montage eines durchsichtigen Frontschutzes und spezieller Regencapes kann ein guter Regenschutz erzeugt werden.
Nachteile von Liegedreirädern
- Je nach Konstruktion und Hersteller kann es in den Kurven kippeln.
- Tempo: Durch die drei Räder bist du langsamer unterwegs.
- Platz: Du brauchst mehr Platz: sowohl beim Unterstellen als auch beim Passieren engerer Stellen oder beim Transport.
- Schieben: Bergauf schieben ist sehr unbequem.
- Kosten: Die Anschaffung ist häufig hochpreisiger als ein vergleichbar ausgestattetes einspuriges Liegerad und du hast 3 Reifen, die von Verschleiß oder Pannen betroffen sein können.
Nachteile von einspurigen Liegerädern
- Balance: Im Schritttempo, beim Anfahren und als Anfängerin kommt es beim Halten des Geleichgewichts zu Schlenkern, beim Anhalten muss ein Bein auf den Boden.
- Gepäck: Hohe Zusatzladung macht sich beim Balance halten bemerkbar.
- Höhere Hemmschwelle: AnfängerInnen fühlen sich unsicher und müssen “üben”, weil sie fürchten zu stürzen.
E-Bike Varianten
Viele Liegerad-Modelle sind als Pedelec oder S-Pedelec erhältlich. Durch den niedrigen Schwerpunkt beeinflusst das Zusatzgewicht von Antrieb und Akku das Fahrverhalten so gut wie nicht. Beliebt sind Liegedreiräder auch im Reha-Bereich.
Manche Modelle haben eine Hilfsmittelnummer und werden von den Krankenkassen bezuschusst. Unter Umständen finanzieren Krankenkassen teilweise auch andere Modelle. Gepäck verändert das Fahrverhalten ebenfalls kaum. Das qualifiziert sie für Radreisen.
Die Kombination aus Bewegung durch Fahrrad fahren und gleichzeitiger Unterstützung durch einen Elektromotor macht den Reiz der Elektrofahrräder aus. Die Unterstützung durch den Elektromotor wird bis 25 km/h gewährleistet.
Mit einem E-Bike bedeuten lange Strecken, Berge oder Gegenwind keine Überanstrengung mehr - sondern Fahrspaß pur. Mit einem E-Bike kommst Du sozusagen nicht mehr ins Schwitzen, obwohl dies nicht ganz stimmt. Denn je nachdem, welche Einstellung am Elektrofahrrad gewählt wird, wird die Intensität der Elektrounstützung am E-Bike reguliert. Du entscheidest, wieviel eigene Kraft und Beinarbeit Du aufbringen möchtest.
Die beliebtesten E-Bikes sind unsere klappbaren Elektrofahrräder. Sie sind leichter händelbar und somit ideal für den Urlaub, kurze Ausflüge oder um den Arbeitsweg angenehmer zu gestalten. Durch die Klappfunktion kann das E-Fahrrad leicht im Kofferraum, im Anhänger oder Wohnmobil, ja sogar im Zug mitgenommen werden.
Auch unsere Dreirad-Elektrofahrräder erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Elektro Dreiräder gibt es in 2 verschiedenen Ausführung. Entweder gibt es die Elektrofahrräder mit 2 Rädern vorn (Frontdreirad) oder mit 2 Rädern hinten (Heckdreirad).
Für Menschen mit schwindender Muskelkraft oder in der Reha sind Liegedreiräder mit Elektromotor eine besonders attraktive Option. Der Elektromotor bietet zusätzliche Unterstützung, um längere Strecken oder Steigungen mühelos zu bewältigen. Je nach Modell können Sie sich für einen Frontmotor, Heckmotor oder Mittelmotor entscheiden, um den Fahrkomfort individuell anzupassen.
Verschiedene Liegeradtypen
Kurzlieger
Kurzlieger sind beliebt, weil sie ähnlich kompakt sind wie herkömmliche Fahrräder. Das Tretlager liegt vor dem Vorderrad. Der Oberkörper ist mäßig zurückgelehnt und erlaubt eine komfortable Kopfhaltung.
Bei den Lenkern gibt es mehrere Varianten: Arme und Hände greifen einen Untenlenker sehr entspannt. Durch die breite Armhaltung ist die Aerodynamik nicht mehr so gut, und manche empfinden das Lenkverhalten als gewöhnungsbedürftig. Ein Obenlenker ist näher am klassischen Fahrradlenker. Es gibt ihn aerodynamisch vorteilhaft als Version mit den Händen nah am Körper oder als Um-die-Knie-Lenker, was etwas bequemer ist.
Sesselräder
Sesselräder sind eine Variante der Kurzlieger. Ihr Sitz liegt hoch, die Rückenlehne steht aufrecht und ein Obenlenker erhöht den Komfort zusätzlich.
Langlieger
Langlieger sind Liegeräder, bei denen sich das Tretlager zwischen den Laufrädern befindet. Durch den langen Radstand vermitteln sie eine enorme Laufruhe, sind aber alles andere als wendig.
Tieflieger
Tieflieger werden vor allem für den sportlichen Einsatz oder lange Strecken genutzt. Da sich der Sitz nur knapp über dem Boden befindet, ist das Gefährt extrem flach und windschnittig. Das Tretlager befindet sich wie beim Kurzlieger vor dem Vorderrad.
Liegedreirad oder Trike
Liegedreiräder gibt es entweder mit zwei Rädern vorn oder hinten. Sie geben viel Sicherheit, der Ein- und Umstieg fällt auf ihnen leicht. Die Seitenwindanfälligkeit ist geringer, aber sie sind deutlich sperriger als zweirädrige Liegeräder. Sind die Laufräder vorne, handelt es sich um sportliche Modelle, die in Kurven nicht so leicht kippen.
Velomobile
Velomobile sind verkleidete Liegeräder. Ihre ausgezeichnete Aerodynamik und der Wetterschutz machen sie eigentlich zum idealen Pendlerfahrzeug für längere Strecken.
Das Velomobil ist ein Liegedreirad, welches voll verkleidet ist und oft für sportliche Zwecke verwendet wird. Die Velomobile werden in Leichtbauweise gefertigt und teilweise auch von einem Elektromotor unterstützt. Diese Variante des Liegerades hat meist zwei Vorderräder und ein Hinterrad.
Manche Velomobile werden vollverschalt hergestellt, können jedoch auch ohne Verschalung gefahren werden. Bei anderen Velomobilen gehört die Verschalung zur Konstruktion und kann nicht abgenommen werden. Je nach Konstruktionsart gibt es ein Velomobil in komplett geschlossener oder halboffener Form.
Das Velomobil wird wegen der Verschalung und dem daraus entstehenden Wetterschutz auch als allwettertaugliches Ganzjahresfahrrad bezeichnet.
Sicherheitsaspekte und rechtliche Hinweise
Durch die liegende Fahrposition besteht die Gefahr, dass Liegeräder im Gegensatz zu normalen Fahrrädern schneller übersehen werden. Dies kann ggf. zu einem höheren Risiko für Unfälle führen.
Über die Sichtbarkeit der Liegeräder herrscht noch Uneinigkeit. Autofahrer geben oft an, dass Sie die Räder hinter parkenden Fahrzeugen nicht sehen können, da die niedrige Fahrposition den Fahrer nicht über andere Verkehrsteilnehmer hinausragen lässt.
Für die Teilnahme am Straßenverkehr und die Straßenbenutzung gelten für Liegeräder, wie für alle anderen Fahrradtypen, die Straßenverkehrsordnung sowie die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO). Darüber hinaus müssen die Räder jedoch verkehrssicher ausgestattet sein. Das heißt, es müssen zwei unabhängige Bremsen sowie ein Frontstrahler und ein Rückstrahler vorhanden sein. Außerdem gehören auch eine helltönende Klingel und Reflektoren an den Rädern zur verkehrssicheren Ausstattung.
Ist ein Liegerad nicht verkehrssicher, drohen Bußgelder.
ADFC: Einsatz für den Radverkehr
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 240.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen.
Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.
Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen.
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