E-Bike Geräusche: Ursachen und Lösungen

Generell können Geräusche beim Fahren vielfältige Ursachen haben. Durch die großen Rohrdurchmesser ist zudem die Quelle schwer zu orten.

Häufige Ursachen für E-Bike Geräusche

1. Kontaktprobleme bei Akku und Display

Derartige Kontaktprobleme sind eine der häufigsten Ursachen für Fehler bei E-Bikes. Stelle zunächst sicher, dass der Akku geladen ist und nach dem Einsetzen wenig Spiel aufweist.

Wenn Display oder Akku den Kontakt verlieren, lassen sich die E-Bikes nicht mehr normal einschalten oder die Unterstützung beim Fahren funktioniert nicht mehr.

Überprüfe daher auch, ob sich der Akku im eingerasteten Zustand in großem Maße hin- und her bewegen lässt und ob sich der Fehler in jeder Position herstellen lässt.

Wenn bei einem Bosch E-Bike die Geschwindigkeitsanzeige nicht erscheint, liegt dies häufig an einem nicht richtig aufgesetzten Display oder einem locker sitzenden Akku.

Wenn der Motor dich nicht unterstützt, ist es ratsam, wie oben beschrieben zunächst das Display und den Akku neu einzusetzen, um das System neu zu starten.

Batterieprobleme beim Display

Alle Bosch E-Bike Displays verfügen über eine integrierte Batterie, welche im eingeschalteten Zustand über den Akku geladen wird.

Die Intuvia-, Nyon- und Kiox- Displays besitzen fest verbaute Akkus, die über den Micro USB-Anschluss einzeln geladen werden können. Im Bosch Purion dagegen sind zwei 3V CR2016 Knopfzellen eingesetzt.

Besonders nach einer langen Standzeit (zum Beispiel im Winter) können sich die Batterien im Bordcomputer entladen.

Tipp: Bei einer zu schwachen Batterie des Bordcomputers lässt sich ein Bosch E-Bike dennoch über den Knopf neben der LED-Ladestandsanzeige am Akku selbst einschalten.

2. Probleme mit dem Geschwindigkeitssensor

Wenn im E-Bike Display der Fehlercode 503 (Bosch E-Bike) oder W011 (Shimano Steps) angezeigt wird, unterstützt der Motor nicht mehr und die Geschwindigkeitsanzeige zeigt 0 km/h.

Die Lösung: Drehe den Magnet in Richtung des Sensors am Hinterrad. Der Magnet sollte einen möglichst geringen Abstand zum Sensor haben damit die Raddrehzahl zuverlässig gemessen werden kann.

Tipp: Der eigentliche Sensor befindet sich bei dem verbreiteten Bosch-Sensor in Richtung des nach vorne führenden Kabels auf Höhe des Bosch Logos bzw. Fehlercode W013 bei Shimano Steps

3. Fehlerhafte Neutrale Position der Welle (Shimano Steps)

Bei jedem Neustart fragt das Shimano Steps Antriebssystem die neutrale Position der Welle im Motor ab. Daher darf beim Einschalten des Systems kein Druck auf den Pedalen sein.

4. Knacken und Knarzen im Motorbereich

Knacken und Knarzen ist ein häufiger Grund weshalb Kunden eine Werkstatt aufsuchen. In nahezu allen Fällen liegt dabei jedoch kein Defekt vor und das Geräusch kommt nicht vom Motor selbst.

Falls bei einem E-Bike kurz nach Kauf knarzende Geräusche unter Last im Motorbereich auftreten, ist die Ursache häufig die Verschraubung zwischen Motor und Rahmen.

Es entstehen zwar keine Schäden, dennoch wird das Fahrerlebnis gestört. Ein einmaliges Nachziehen der Schrauben schafft hier Abhilfe.

5. Probleme mit der Kettenschaltung

  1. Bei einer nicht richtig funktionierenden Kettenschaltung ist die Spannung des Schaltzugs häufig nicht korrekt. Diese kann ganz simpel an der Schraube am Schalthebel korrigiert werden.
  2. E-Bikes werden deutlich intensiver genutzt als Fahrräder. Die zurückgelegten Kilometer mit Unterstützung durch einen Mittelmotor tragen aber auch zu erhöhtem Verschleiß bei. In seltenen Fällen kann bei einer Kettenschaltung schon nach einigen hundert Kilometern ein Austausch der Kette fällig werden. Besonders durch mangelnde Pflege oder das dauerhafte Fahrenin großen Gängen entsteht bei Kettenschaltungen ein starker Verschleiß. Wenn die Kette unter Last über die Ritzel rutscht, ist das ein klares Indiz hierfür.
  3. Bei hochwertigen E-Bike-Motoren bewegt sich der Anteil der Totalausfälle zum Glück im einstelligen Prozent-Bereich. In seltenen Fällen können aber auch dort Defekte auftreten. Wenn die Kette und die Ritzel nicht verschlissen sind und die Einstellung der Schaltung korrekt ist, kann entweder ein Defekt des Getriebes (nur bei Nabenschaltungen), des Freilaufs oder eines Bauteils innerhalb des Motors die Ursache sein.

6. Weitere Ursachen für Geräusche am Fahrrad

  • Fahre in einem schweren Gang im Wiegetritt: Ist das Geräusch jetzt weg, liegt die Ursache im Bereich Sattelklemmung/Sattelstütze. In diesem Fall überprüfe bitte die Schraubverbindungen in diesem Bereich und fetten ggf.
  • Wird das Geräusch lauter: liegt die Ursache wahrscheinlich im Antrieb oder im Bereich Lenker/Vorbau/Steuersatz. Stelle dich über das Oberrohr und biege den Lenker heftig in beide Richtungen nach unten. Dabei solltest Du bei MTB's die Federgabel blockieren. Alternativ stelle dich neben das Rad und drücke seitlich mit dem Knie gegen das Steuerrohr. Hörst Du jetzt das Geräusch, liegt die Ursache wahrscheinlich im Steuersatz oder im Bereich der Lenker/Vorbau/Gabelschaftklemmung. Demontiere die betroffenen Komponenten, kontrolliere auf mögliche Schäden und reinige und fette den Bereich. Carbonkomponenten bitte nicht fetten, siehe Tips für den Umgang mit Carbonteilen, setze alles wieder zusammen.
  • Ursache im Bereich Tretlager/Antrieb: prüfe bitte die Schraubverbindungen der Kettenblätter, der Kurbelarme und der Pedale, bei Bärentatzenpedalen insbesondere die Verbindung Pedalkörper/Pedalkäfig.
  • Häufige Ursache für Knackgeräusche: ist das Tretlagergehäuse. Dieses sollte regelmäßig gereinigt und nachgefettet werden, ein knackendes Innenlager ist also keinesfalls zwangsweise defekt. Es empfiehlt sich, das zum Aus/Einbau erforderliche Werkzeug verfügbar zu haben.
  • Bei Fullys: sind die Lager, insbesondere das sogenannte „Horst Link", das Gelenk in der Kettenstrebe, ein weiterer potenzieller Quell für Knackgeräusche. Die Lager unterliegen wie jedes bewegliche Teil einem gewissen Verschleiß und machen im Schadensfall durch Spiel in den Gelenken sowie durch knarzende Geräusche auf sich aufmerksam. Sie können leicht getauscht werden. Doch auch sie müssen regelmäßig auf Mängel überprüft werden.
  • Fehlerhafte Speichenspannung: Hören Sie das Geräusch auf unebenen Untergründen, sind schlecht eingestellte Speichen als Ursache möglich. Passen Sie sie an oder suchen Sie hierfür die Werkstatt auf.
  • Antriebsfehler: Stellen Sie das Geräusch immer nur beim Tritt in die Pedale fest, ist häufig ein Antriebsfehler schuld. Prüfen Sie die Pedale, das Innenlager und die Kurbel.
  • Lenker-Defekt: Sobald Sie sich auf Ihren Lenker stützen, knarzt es? Vorbau oder Lenker sind als Ursache wahrscheinlich. Prüfen Sie alle Schrauben auf ihren Sitz. Sind sie locker, ziehen Sie sie mit einem Drehmomentschlüssel nach. Achten Sie dabei nicht nur auf den Lenker selbst, sondern auch auf den Vorbau. Hier gibt es zwar weniger Schrauben, Lockerheit führt aber auch hier zu Störgeräuschen. Helfen alle Maßnahmen nichts, suchen Sie die Werkstatt auf.
  • Sattel-Problem: Taucht das Geräusch nur dann auf, wenn Sie auf dem Sattel sitzen? Prüfen Sie das Sattelrohr, die Stütze und den Sattel selbst. Zwischen Sattel und Sattelstütze sind lose Schrauben ein häufiges Problem. Ziehen Sie diese nach und prüfen Sie, ob das Geräusch verschwindet. In den meisten Fällen reicht ein Inbus, je nach Fahrradmodell ist aber auch ein Gabelschlüssel nötig. Knarzt es immer noch, prüfen Sie den Schnellspanner an der Sattelstütze. Hier muss alles festgezogen sein, falls nicht, arbeiten Sie nach. Fetten Sie die Sattelstütze zusätzlich ein. Dreck und Schmutz führen dazu, dass die Stütze innerhalb des Sattelrohrs zu viel Reibung hat und dann fies knarzt.
  • Knirscht es beim Treten weiter: ist das Tretlager verdächtig. Eine lockere Kurbel oder ein trockenes Tretlager verursachen Störgeräusche. Bauen Sie das Lager aus, fetten Sie es gründlich und setzen Sie es anschließend wieder ein.
  • Klappern (auf Holperstrecken): Bremsleitungen oder Zughüllen klappern im Rahmen; Bremshebel wird von der Bremse nicht stark genug zurückgezogen; Ventil klappert in der Felge. Flaschenhalter lose; Werkzeug rappelt im Satteltäschchen.
  • Klopfen (auf Holperstrecken): Lenkungslager lose.
  • Knacken (nur im Sitzen): Sattelstütze, Stützenklemmung oder Sattelklemmung benötigen Fett bzw. Montagepaste und das richtige Schraubenanzugsmoment.
  • Knacken (nur im Wiegetritt): Lenker und/oder Vorbau benötigen Fett bzw. Montagepaste und das richtige Schraubenanzugsmoment; Tretinnenlager, Kurbeln, Umwerfer am Rahmen, Pedalachse oder Ausfallende benötigen Fett und das richtige Schraubenanzugsmoment; Schnellspanner bzw. Steckachsen sitzen nicht fest.
  • Knarzen: Pedalplatte benötigt Fett oder ist verschlissen; Zahnkranzkassette oder Umwerfer benötigen Fett oder das richtige Anzugsmoment; Sattelgestell knarrt in der -decke.
  • Kratzen beim Treten: Kette schleift am Umwerfer.
  • Kratzen beim Bremsen: Bremsbeläge sind verschlissen.
  • Quietschen im Antrieb: Kette oder Schaltwerksrollen laufen trocken; beim Bremsen: Schrauben von Scheibe und Sattel benötigen das richtige Anzugsmoment; Beläge verunreinigt.
  • Klimpern: Speichen setzen sich oder benötigen die richtige Speichenspannung.
  • Zing: Bremsscheibe schleift an den Belägen

Unternimm deshalb eine systematische Fahndungsfahrt in ruhiger Umgebung. Mit unseren Tipps kannst du bestimmte Bauteile nacheinander ausschließen und anhand der Art des Geräuschs den Übeltäter finden.

Komponenten nacheinander ausschließenTritt in unterschiedlichen Intensitäten, im Sitzen und im Wiegetritt, fahr beherzte Schlangenlinien und lass das Rad zwischendurch auch rollen.

Verlagere das Gewicht; be- und entlaste nacheinander Lenker und Vorbau, den Sattel und die Pedale. Hast du eine Vermutung, belaste das Bauteil auch im Stand, indem du zum Beispiel den Sattel kippst, dich auf den Lenker stemmst oder seitlich das Pedal belastest.

Such dir ein unebenes Stück Straße und lass das Rad darüberrollen, um zu prüfen, ob lose Bauteile die Ursache sind. Lass im Stand das Rad mit Vorder- und Hinterrad aus einigen Zentimetern Höhe auf den Boden fallen, um das Klappern näher zu lokalisieren.

Klar: Dass eine quietschende Kette Öl braucht, weiß jedes Kind. Darüber hinaus die Ursachen von Geräuschen am Rad zu finden, gestaltet sich jedoch häufig etwas schwerer.

Denn sie entstehen nur unter bestimmten Bedingungen während der Fahrt und lassen sich, im Sattel sitzend, oft nur schwer verorten. Selten verursacht dabei ein echter Materialdefekt den Lärm; meistens sind es zwei oder mehrere Bauteile, die sich unter Last minimal verformen und aneinander reiben.

Fehlt Fett oder ist Dreck in die Fugen geraten, neigen die Verbindungen dazu, Geräusche zu verursachen. Für die Kleinstbewegungen kommen nahezu alle Teile am Rad infrage: Rahmen, Sattel, Stütze, Lenker, Schalthebel, Vorbau, Kurbeln, Pedale oder sogar die Schnellspanner beziehungsweise Steckachsen der Laufräder.

Schon eine leichte Gewichtsverlagerung im Sattel kann das Geräusch verursachen - oder verstummen lassen. Für die Ursachensuche kommt erschwerend hinzu, dass sich der Schall über den gesamten Rahmen ausbreitet und der Knacks nicht zwingend dort entsteht, wo man ihn zu hören glaubt.

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