Sicherheit auf Solo-Reisen: "Affe auf Bike" spricht offen über Risiken und Schutzmaßnahmen

„Let’s Dance“-Star und Reise-Influencerin Ann-Kathrin Bendixen (25), bekannt als „Affe auf Bike“, warnt andere Frauen vor Sicherheitsrisiken auf Solo-Reisen. Seit vier Jahren reist Ann-Kathrin Bendixen, bekannt als „Affe auf Bike“, allein auf ihrem Motorrad um die Welt. Die 25-Jährige nennt sich in den sozialen Medien "Affe auf Bike" und nimmt ihre Follower per Instagram und Youtube regelmäßig mit auf ihre Motorradtouren durch die ganze Welt.

Erfahrungen und Warnungen von Ann-Kathrin Bendixen

In ihrem Podcast „Schnack auf Achse - mit Affe und Gabriel“ spricht Bendixen offen darüber, wie gefährlich ihre Motorrad-Abenteuer waren - und sind. In dem Podcast erzählt die Influencerin von einem der vielen Vorfälle, die sie erlebte. „Alles, was man sich im Kopf ausmalt, passiert einem als Frau beim Reisen", lautet ihr bitteres Fazit. Wirklich schlimm sei, wenn man als Frau allein auf Männer treffe, sagt sie.

Sie habe sich geschämt und den Vorfall „totgeschwiegen“. Das Thema sei für sie „super unangenehm“, so Bendixen. Jede Frau, die sie kenne, habe ähnliche Erfahrungen gemacht. In den Anfangszeiten ihres "Affe auf Bike"-Blogs sei sie zunächst allein unterwegs gewesen und Opfer sexueller Übergriffe geworden, so die 25-Jährige.

Ein prägendes Erlebnis

So habe es beispielsweise eine Situation gegeben, in der sie mit zwei Männern in deren Camper gestiegen sei, obwohl ihr Bauchgefühl ihr davon abgeraten habe. Einer der Männer habe sich dann plötzlich "nackt an ihr gerieben". „Ich habe ihn getreten, mich gewehrt", beschreibt Bendixen die Situation. Der andere Mann habe daraufhin gesagt: "Wir lassen sie gehen, bevor es zum Äußeren kommt." Man habe ihr noch Geld zustecken wollen, "als wäre ich eine Nutte", erinnert sich die Reisebloggerin.

Sicherheitsvorkehrungen und Ratschläge

Aus diesem Vorfall habe sie allerdings gelernt und treffe nun entsprechende Sicherheitsvorkehrungen, wenn sie allein unterwegs sei. Deshalb habe sie Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Sie habe auf Solo-Reisen inzwischen „immer“ ein Messer dabei. So packe sie nun nicht mehr nur Bärenspray ein, um sich in Kanada oder Alaska gegen tierische Angriffe zu wehren, sondern wappne sich auch gegen potenzielle Übergriffe menschlicher Natur. Und wo es erlaubt sei - etwa in Kanada oder Alaska - auch ein Bärenabwehrspray.

Ihr Rat an andere reisende Frauen: „Steig niemals, weil du in dem Moment keine anderen Optionen siehst, in Autos ein, wo dein Bauchgefühl dir sagt: Mach es nicht.“ Gleichzeitig würde sie sich jederzeit wieder für so eine Reise entscheiden - „mit all den Höhen und Tiefen und mit all dem Schlimmen“, das passiert sei.

Weitere Erfahrungen mit Übergriffen

Auch bei einer Serienproduktion musste Bendixen schon Erfahrung mit einem sexuellen Übergriff machen. Vor zwei Jahren wurde sie von dem prominenten deutschen Tierfilmer Andreas Kieling (65) belästigt - in der Vorbereitungsphase für die YouTube-Show „7 vs. Wild“. Er wurde deshalb noch vor Beginn der Dreharbeiten von den Produzenten ausgeschlossen.

Umgang mit sexueller Belästigung in den sozialen Medien

Losgelöst von dem, was ihr als allein reisende Frau drohen könnte, sieht sich Bendixen aber auch in den sozialen Medien oftmals sexueller Belästigung ausgesetzt, wie sie sagt. So bekomme sie regelmäßig Nachrichten, die die Grenzen überschreiten. „Man kann ja nicht mal eine Hand reichen, ohne dass es sexuelle Belästigung ist" oder "Wie kann man so rumheulen, nur, weil man dir mal ein bisschen an Arsch geht ...", schreiben ihr Männer.

Dass sie nun so offen über sexuelle Belästigung spricht, soll anderen Betroffenen Mut machen. Bendixen ist sich nämlich sicher, dass "jede Frau mindestens eine solche Geschichte hat und keine redet wirklich darüber".

Der Weg zum "Affe auf Bike"

Ann-Kathrin Bendixen reist als "Affe auf Bike" seit Jahren um die Welt. Doch warum hat sich die junge Frau für das Abenteuer entschieden, anstatt für ein Studium? Mit 19 Jahren wacht sie nach einer lebensbedrohlichen OP auf und beschließt, einfach loszufahren, um etwas zu erleben und die Welt zu sehen - mit nur 400 Euro in der Tasche. Ihr Entschluss, ein Leben als Abenteurerin zu führen, folgte nämlich einem Schicksalsschlag: Mit 19 Jahren wurde bei ihr nach einigen Erkrankungen eine lebensbedrohliche Zyste im Kopf entdeckt, ihr Auge schwoll extrem an. Eine Not-OP rettete ihr das Leben. Dann fasste sie den Entschluss: "Ich will die Welt entdecken, ich will Abenteuer erleben, denn das Leben kann unfassbar schnell vorbei sein."

In ihren Videos zeigt sich "Affe" selbstbewusst, unbekümmert und ihre offene Art. Ihren speziellen Namen "Affe auf Bike" führt auf Mobbing-Erfahrungen zurück: Neben "Dumbo" und "Elefant" fiel während ihre Schulzeit auch der Name "Affe" - Mitschüler nahmen ihre abstehenden Ohren zum Anlass, sie zu schikanieren. Inzwischen geht sie offensiv damit um; ein Plüschtier-Affe wurde zu ihrem Markenzeichen und ihr Bruder schlug den Namen "Affe auf Bike" für ihren Blog vor - auch wenn ihr der Vorschlag nicht gefiel, trägt sie ihn bis heute.

Die Motorräder von "Affe auf Bike"

Jetzt allerdings reitet sie auf Eisen aus Milwaukee, gesponsort von Harley-Davidson Germany, nachdem ihr altes Bike abgefackelt ist. Für Island gab es eine Harley-Davidson Nightster. Ihre Nightster ist natürlich umgebaut: Ein kurzer Auspuff für den passenden Sound, ein Breakout-Scheinwerfer und Pan-America-Zusatzleuchten für die Nacht, Sturzbügel und Crashguards für alle Fälle, ein Pan-Am-Lenker mit Heizgriffen, ein modifizierter Sitz und feine Öhlins-Fahrwerkskomponenten. Dazu ein Custom-Gepäckträger für die Reisetasche. Als Bikerin zog sie das große Los.

Hier eine Tabelle mit den Motorrädern von "Affe auf Bike":

Motorrad Besonderheiten
Yamaha XT Anfangs gefahren
Harley-Davidson Nightster Für Island, umgebaut für Reisen
Harley-Davidson Pan America Aktuell in Thailand

Praktische Tipps für Alleinreisende

Um mit einem guten Bauchgefühl in meine Reisen zu starten plane ich meistens die ersten drei Tage im Voraus. Ich suche mir Routen heraus, informiere mich über mögliche Schlafmöglichkeiten/Raststätten, aber auch Sehenswürdigkeiten sind über Google Maps super gut einsehrbar - meistens ergeben sich die besten Möglichkeiten sowieso vor Ort, wenn du dir von Einheimischen Tipps für die jeweilige Region einholst. Mir ist es wichtig, die Traditionen des jeweiligen Landes zu respektieren. Das bezieht sich sowohl auf die Kleidung, als auch auf Verhaltensweisen auf öffentlichen Straßen/Plätzen.

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