Die Definition der "Letzten Meile" im Kontext von E-Bikes und urbaner Logistik

Als „letzte Meile“ wird der Teil des Zustellwegs für Sendungen bezeichnet, der i. d. R. vom letzten Umschlagpunkt der Sendungen bis zur Empfänger*in führt. Die „letzte Meile“ ist für jeden sichtbar, da Zusteller*innen und Transportmittel oft klar identifizierbar und täglich in den Straßen unterwegs sind.

Herausforderungen und Lösungsansätze auf der Letzten Meile

Zu den Herausforderungen auf der „letzten Meile“ zählen die Umstellung auf klimafreundliche Antriebsformen, die Integration der Transportmittel in den Straßenverkehr sowie die Deckung der Zustellkosten. Das starke Wachstum bei B2C-Sendungen und Retouren sowie die wachsende Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse der Verbraucher*innen machen zudem eine Vielzahl von Zustellformen notwendig.

Auf dieser Teilstrecke sind vielfältige Transportmittel im Einsatz: Nutzfahrzeuge, Sonderfahrzeuge, Fahr- und Lastenräder oder Handkarren. Auch zu Fuß oder zukünftig auch mit Drohnen können Zustellungen erfolgen.

Innovative Lösungsansätze: Cargo-Bikes und Mikro-Depots

Gerade im städtischen Bereich bieten diese Räder auf der “letzten Meile” eine umwelt- und verkehrsfreundliche Alternative zu kleineren LKW. Die Räder haben keine Schadstoffemissionen und verursachen kaum Störungen im Verkehr.

Eine Möglichkeit, den Lieferverkehr auf der letzten Meile umwelt- und verkehrsfreundlicher zu gestalten, ist der Einsatz von Cargo-Bikes. Dabei werden sogenannte Mikro-Depots eingerichtet, die für die Zwischenlagerung und den Umschlag von Sendungen auf Lastenräder genutzt werden.

Ab Juni testen die fünf größten deutschen Paket- und Kurierdienste den Einsatz von Lastenrädern, so genannte Cargo-Bikes, in der Berliner Innenstadt.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Das Berliner Pilotprojekt verdeutlicht sehr gut, wie Mobilität und Umweltschutz zunehmend Hand in Hand gehen. Und das ist gut so: Denn für den Umwelt- und Klimaschutz, aber auch für ein gutes Leben in den Städten brauchen wir eine echte Verkehrswende. Der Lieferverkehr ist dafür ein wichtiger Ansatzpunkt.

Der Lieferverkehr in den deutschen Innenstädten nimmt zu, nicht zuletzt durch den Boom des Online-Handels. Allein 2016 wurden deutschlandweit rund drei Milliarden Pakete ausgeliefert, mehr als zehn Millionen Sendungen pro Werktag. Die Tendenz ist steigend. Damit einhergehend sind zugeparkte Geh- und Radwege sowie eine zunehmende Luftbelastung durch die Abgasemissionen.

Das Projekt „KoMoDo“ ist ein Verbundvorhaben von LNC LogisticNetwork Consultants GmbH, DHL Delivery Berlin GmbH, UPS, DPD Deutschland GmbH, Hermes Germany GmbH, General Logistics Systems Germany GmbH & Co.

E-Bikes und die "Letzte Meile" im Pendlerverkehr

Über zwei Drittel der Erwerbstätigen in Deutschland kommen mit dem Pkw in die Arbeit, obwohl nur ein Fünftel der dabei zurückgelegten Strecken 25 Kilometer oder mehr beträgt. Der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel werde häufig durch die unzureichende Anbindung des Arbeitsplatzes erschwert.

„Gerade am Land und in der urbanen Peripherie wird die vielzitierte ‚Last Mile‘, also die letzte Wegstrecke von der Bus- oder Bahnhaltestelle zur Zieldestination, zum kaum überwindbaren Hindernis für Pendler", erklärt Herbert Ottenschläger, Head of Sales bei movelo.

48,4 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland legen auf dem Weg zur Arbeit eine Strecke von weniger als zehn Kilometern zurück, skizziert der Anbieter weiter. Pendlerstrecken ab 25 Kilometern fallen gar nur für 22,5 Prozent der Erwerbstätigen an. Dennoch fahren 68 Prozent von ihnen mit dem Pkw zum Arbeitsplatz, während öffentliche Verkehrsmittel nur von 13,7 Prozent genutzt werden.

Zwar erhöhte sich zuletzt die Zahl der Pendler, die einen einfachen Arbeitsweg von mehr als 50 Kilometern zurücklegen, die durchschnittliche Pendlerdistanz von rund 17 Kilometern ist jedoch seit Jahren stabil.

„Der Großteil der Deutschen legt auf dem Weg in die Arbeit eine Strecke zurück, die etwa mit Bus und Bahn fast ebenso schnell bewältigt werden könnte wie mit dem Privat-Pkw, dabei aber deutlich billiger und umweltfreundlicher. Das entscheidende Wort lautet ‚könnte‘, denn Bus und Bahn setzen Pendler ja im Normalfall nicht direkt am Arbeitsplatz ab. Dieses letzte Wegstück zum Ziel, die in der Verkehrsforschung bekannte ‚Last Mile‘ ist sicherlich einer der Hauptgründe dafür, dass nur circa jeder zehnte Erwerbstätige die öffentlichen Verkehrsmittel für den Arbeitsweg nutzt“, erläutert Herbert Ottenschläger.

Eine Problematik, die movelo lösen will, mit seinen betrieblich genutzten E-Bikes. Bereits seit sechs Jahren nutzen etwa die Mitarbeiter des Kepler Uniklinikums (KUK) in Linz die movelo Bikes für die Bewältigung der „letzten Meile“.

„Wir hatten nach einer Mobilitätslösung gesucht, um unsere Standorte in der Stadt zu verbinden und wurden bei movelo fündig. Seit Juli 2017 können unsere Mitarbeiter die Strecke zwischen Neuromed Campus und Med Campus mit dem Sharing-E-Bike zurücklegen, die Räder aber auch für private Fahrten ausleihen. Recht schnell entdeckten unsere Mitarbeiter aber noch einen weiteren Verwendungszweck: Sie nutzen die E-Bikes auch für den Weg in die Arbeit.

Die Qual der Wahl: Welches Fahrrad ist das Richtige für den Arbeitsweg?

Wenn du bereits ein Fahrrad besitzt, ist die Botschaft klar: Aufsatteln und lospendeln. Alle ohne geeignetes Bike sollten sich überlegen, welches Rad sich für ihre Anforderungen am besten eignet. Die Antworten auf diese Fragen können dich bei der Entscheidung für ein Rad einen großen Schritt weiterbringen. Damit du einen guten Überblick bekommst, welche Fahrradkategorie zu deinen Wünschen passt, haben wir im Folgenden verschiedene Kategorien unter die Lupe genommen und geben dir am Ende noch Tipps zu Leasing und Ausrüstung.

  • Trekkingrad: Zuverlässig, robust und vielseitig
  • Faltrad: Klappt perfekt fürs Pendeln
  • Gravelbike und Rennrad: Schneller geht’s nicht
  • Cityrad: Bequem & stylisch durch die Stadt
  • E-Bike und S-Pedelec: Pendler unter Strom
  • Lastenrad: Der Drahtesel als Packesel

Natürlich kannst du auch mit einem Mountainbike super zur Arbeit oder zur Uni fahren. Das gilt im Prinzip für so gut wie alle Fahrräder. Wer mit einem Fahrrad pendelt, macht sowieso schon vieles richtig.

Leasing von Fahrrädern über den Arbeitgeber

Ja! Es bringt dir sogar viele Vorteile, wenn du dich für ein Dienstfahrrad interessierst. Du hast die freie Wahl, was Modelle und Marken angeht. Du brauchst auch keine Angst vor der Anschaffung von hochwertigen und damit teureren Modellen zu haben. Die Leasingrate und ergänzende Versicherungs- und Inspektionspakete finanzierst du monatlich aus deinem Bruttolohn. Dein zu versteuerndes Einkommen und Sozialversicherungsbeiträge werden gesenkt. Dadurch kann dein Wunschrad im Vergleich zum Privatkauf bis zu 40 Prozent günstiger sein. Leasinggesellschaften bieten darüber hinaus noch Diebstahlschutz und Inspektionen an.

Die KEP-Branche und die Letzte Meile

Die letzte Meile (engl.: last mile) ist das letzte Wegstück beim Transport der Ware zur Haustüre des Kunden. Sie erzeugt den größten Anteil an den Kosten einer Paketzustellung und stellt KEP-Dienste damit vor ein großes Problem.

Die deutsche Kurier-, Express- und Paket-(KEP-)Branche wird immer wichtiger. Sie sichert Jobs in Deutschland und wird auch international stärker. 17,4 Mrd. Euro erwirtschafteten die zugehörigen Unternehmen 2015; das waren 4,6% mehr als im Vorjahr. Und auch die Anzahl der Sendungen stieg 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 5,9% auf 2,95 Mrd. Dabei wirkt sich besonders der wachsende Onlinehandel auf die Branche aus.

Laut BIEK eröffne der größer werdende KEP-Markt auch berufliche Perspektiven in mehreren Wirtschaftszweigen. Demnach beschäftigten die KEP-Dienstleister im Jahr 2015 rund 209.400 Menschen, 6200 Personen mehr als im Jahr zuvor. Hinzu kämen 116.800 Beschäftigte aus den Vorleistungsunternehmen. 326.000 Erwerbstätige sind also deutschlandweit von der KEP-Branche abhängig - das entspricht der Einwohnerzahl der Stadt Bielefeld.

Der Vorsitzende des BIEK, Florian Gerster, äußerte zudem 2015 zuversichtlich: „Bis 2020 erwarten wir Personalbedarf von 30.000 Menschen. Diesen zu decken ist eine große Aufgabe und eine riesige Chance für viele Menschen, die in Deutschland eine Perspektive finden möchten. Die KEP-Branche wird hier ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht“.

KEP-Dienstleister in Deutschland gibt es einige: die wichtigsten sind DHL, DPD, GLS, Hermes, TNT und UPS. Und alle sechs beschäftigen sich mit nachhaltiger Stadtlogistik, legen zunehmend großen Wert auf die kritische „letzte Meile“ der Zustellung und investieren in ökologische Alternativen zu Lieferkonzepten.

Beispiele für nachhaltige Initiativen auf der Letzten Meile

  • TH Nürnberg, DPD und GLS: Mit Lastenrad oder Sackkarre vom Mikrodepot zum Kunden
  • Das Hamburger Modell - bei UPS: Zu Fuß und mit dreirädrigem E-Bike
  • DHL: 27 Hektar großer klimafreundlicher Logistikpark schafft 1200 Arbeitsplätze
  • Hermes: Testet Zustellroboter in Hamburg

Noch ist es für die KEP-Branche unwirtschaftlich, konventionell motorisierte Zustellfahrzeuge durch batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) zu ersetzen. Zudem ist das Angebot in den Fahrzeugklassen, die für die KEP-Branche in Frage kommen, sehr begrenzt. Bis zur Marktreife von BEV bietet die CNG-Technologie (Compressed Natural Gas) Potenziale für mehr Nachhaltigkeit, insbesondere wenn Bio-Methan verfügbar ist.

Bei den innovativen Zustellkonzepten wird das Mikrodepotkonzept als besonders nachhaltig eingestuft. Autonom fahrende Zustellfahrzeuge werden im urbanen Logistikmix eine wichtige Rolle spielen, ergänzt durch autonome Zustellroboter.

Im Rahmen seines Forschungs- und Innovationsprojektes hat DHL Paket die dritte Generation des Paketkopters von Januar bis März 2016 erfolgreich in der bayerischen Gemeinde Reit im Winkl getestet. Und DPD hat Anfang 2017 verkündet, dass es in der südfranzösischen Provence den ersten Linienbetrieb starten konnte. Bisher war die Paketzustellung per Drohne stets nur im Testbetrieb zugelassen.

Und auch der Versandriese Amazon mischt mit und hat ein Paket mit einer Drohne ausgeliefert - eine Tüte Popcorn wurde in einen englischen Garten abgestellt. Von der Bestellung bis zur Lieferung: 13 min.

Herausforderungen und Lösungsansätze für die Letzte Meile

Zahl­reiche Häuser indi­viduell anzu­fahren, ist für Liefer­dienste ziemlich aufwändig und strapa­ziert dabei die Umwelt. Von Liefer­taxis über Lasten­räder und Trans­porter bis hin zu Drohnen­trans­ports gibt es bereits viele Last Mile Fahr­zeuge auf der Letzten Meile - und auch neue Ideen.

Da der Online-­Handel jährlich um circa 10 Prozent wächst, müssen Kurier-­Express-­Paket-­Dienste (KEP) eine größere Zahl an Menschen individuell be­liefern. Aspekte wie inner­städtische Umwelt­zonen, Per­sonal­mangel und ver­stopfte Verkehrs­wege stellen Liefer­dienste dabei vor Heraus­forder­ungen auf der letzten Meile.

Da die Straßen jedoch vor allem in Ballungs­zentren immer öfter durch Trans­porter über­füllt sind und somit Staus ent­stehen, wird es für die KEP-­Dienste stets schwieriger das Zeit­fenster einzu­halten. Öffnet dann an der Ziel­adresse niemand mehr die Tür, ver­doppelt sich der Aufwand, weil die Ware nun erneut auf den Weg geschickt wird. Dadurch ent­steht ein Kreis­lauf, den die Liefer­dienste allein nicht mehr durch­brechen können. Bereits 53 Prozent der Liefer­kosten gehen auf das Konto der Last Mile Trans­porte.

Eine Lösung hierfür sind glasfaserverstärkte Kunststoffe für die Seitenwände, Dächer und Böden der Last Mile Fahrzeuge.

Warum muss die Ware zum Kunden, wenn der Kunde auch sein eigenes Paket holen kann? Das ist das Konzept von Paket­shops oder -stationen, doch um die Nach­frage zu stillen, braucht es noch andere Wege. Die App MyTaxi machte es im Februar 2014 möglich, Paket­liefer­ungen per Taxi zu erhalten.

Auch Fahr­räder oder E-Scooter werden als Lasten­räder für die Lieferung ein­gesetzt. Ihre Vor­teile: Sie stoßen keine Kraft­stoff­emissionen aus, sind enorm wendig und lassen sich auch von Staus nicht auf­halten. Zukunfts­musik sind aktuell noch auto­nome Fahr­zeuge oder Drohnen. Auch immer mehr Start-Ups be­schäftigen sich mit krea­tiven Lösungen für die Letzte Meile.

Last-Mile Fahr­zeuge, oftmals auch mit E-Motor, setzen meist auf leichte Materialien, um das Eigen­gewicht zu redu­zieren. Das spart Kraft­stoff und erhöht die Zu­ladungs­kapa­zität.

Bikesharing als Lösung für die "Letzte Meile"

Bikesharing ist ein räumlich und zeitlich flexibles Fahrradverleihsystem, bei dem die Nutzung jederzeit möglich ist und Verleih- und Rückgabeort voneinander abweichen können. Unterschieden werden dabei das sogenannte Free-Floating-Bikesharing, bei dem die Fahrräder an jedem Ort innerhalb des Bedienungsgebiets ausgeliehen bzw. abgestellt werden können und das stationsbasierte Bikesharing mit festen Standorten für Verleih und Rückgabe.

Um ein Fahrrad ausleihen zu können, müssen sich die Nutzerinnen und Nutzer bei dem jeweiligen Bikesharing-Anbieter registrieren und ein Kundenkonto anlegen. Anschließend können Nutzerinnen und Nutzer ein Fahrrad ausleihen, in dem das Rad mit Hilfe einer Mitgliedskarte oder mit dem Smartphone per App freigeschaltet wird.

Der Preis für die Nutzung berechnet sich in der Regel pro Zeiteinheit. Häufig bestehen verschiedene Gebührenmodelle, um sowohl Gelegenheits- als auch Vielnutzerinnen und -nutzer anzusprechen. Die Abbuchung erfolgt direkt über das Kundenkonto. In der Regel können Nutzerinnen und Nutzer auch mehrere Räder gleichzeitig ausleihen.

Stationsbasiertes Bikesharing bietet zudem die Möglichkeit Pedelecs oder E-Lastenräder in das Angebot zu integrieren. Betrieben werden kann das Bikesharing durch kommerzielle Unternehmen, die Gemeinde oder durch einen Verein.

Vorteile von Bikesharing

  • Flexible und spontane Nutzbarkeit
  • Kosteneinsparungen
  • Überbrückung der „letzten Meile“
  • Förderung umweltfreundlicher Mobilitätsformen
  • Positive Auswirkungen auf die Gesundheit

Herausforderungen und Nachteile von Bikesharing

  • Eingeschränkte Modellauswahl
  • Geringe Anpassungsmöglichkeiten
  • Geringe Nachfrage in ländlichen Räumen
  • Datenschutzbedenken
  • Logistischer Aufwand

Glossar

  • Pedelec: Ein Fahrrad, das die Fahrerin bzw. den Fahrer mit einem Elektroantrieb unterstützt.
  • Bike and Ride-Anlagen: Bilden eine Schnittstelle zwischen Fahrradverkehr und ÖV.
  • Fahrradverleih: Ein Geschäft, das gegen Entgelt Fahrräder verleiht.
  • Öffentlicher Ladepunkt: Für Pedelecs und E-Bikes ermöglicht unterwegs das Aufladen des Akkus.
  • Mobilitätsstationen: Bündeln Fahrradverleih, Carsharing und ÖPNV-Haltepunkte.
  • Radschnellwege: Vom Autoverkehr baulich getrennte, hochwertige Verbindungen zwischen Städten und Gemeinden.
  • Lastenrad: Ist mit einer Transportfläche und häufig mit einem unterstützenden Elektromotor ausgestattet.

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