E-Bike Test: Die Kraftpakete mit 120 Nm Drehmoment im Vergleich

Im E-Bike-Sektor wird die Konkurrenz zunehmend spürbar. Immer mehr Hersteller tummeln sich auf dem Markt und auch bei den Zulieferern sehen wir immer mehr hochwertige Konkurrenz zu den bekannten Namen.

M1 Spitzing Evolution mit TQ HPR 120S Antrieb im Test

Vor kurzem hatten wir das große Glück, das neue M1 Spitzing Evolution als Prototyp im Schwarzwald für ein paar Wochen auf den Zahn fühlen zu können. Besonders spannend war dabei der TQ HPR 120S Antrieb von TQ Systems, der brutale 120 Nm Drehmoment auf den Antriebsstrang bringt.

Das Datenblatt des TQ HPR 120S Mittelmotors sticht wirklich sehr aus der Masse heraus. Zwar setzt die Firma M1 Sporttechnik bei ihren Pedelecs schon seit einiger Zeit auf den bis dato unbekannten aber kräftigen Antrieb von TQ Systems, aber der große Schub in Sachen Bekanntheit konnte erst durch die Veröffentlichung der Haibike Flyon Modelle in diesem Jahr erreicht werden. Schließlich gab es den TQ Motor ja bereits vorher im M1 Spitzing.

Allein das war schon Grund genug für uns, den Motor und das Spitzing einem Höhenmetertest zu unterziehen, bei dem wir den Motor Extrembedingungen unterziehen. Unsere Teststrecke für den Höhenmetertest mit dem M1 Spitzing Evolution lässt sich in Südbaden in dem Ort Waldkirch wiederfinden. Von dort aus geht auf den Kandel im südlichen Schwarzwald, was ungefähr einer Strecke von 12 km mit 1.000 Höhenmetern entspricht. Auf dieser Strecke geht es ziemlich gleichmäßig nach oben, weshalb sie sich ideal für einen Höhenmetertest mit permanenter Forderung des Motors eignet.

Um den TQ Motor am Ende auch mit anderen Antriebssystemen vergleichen zu können, sind wir die gesamte Strecke in der maximalen Unterstützungsstufe gefahren und haben den Akku zuvor voll aufgeladen.

Technische Details des TQ HPR 120S:

  • Drehmoment: 120 Nm
  • Akkukapazität: 880 Wh
  • Spannung: 48 V
  • Unterstützungsstufen: 5 (max. 550%)
  • Bremsen: Magura MT5, hydr. Scheibenbremsen
  • Gewicht: 27,15 kg (mit Pedalen)

Ausgestattet ist der 120 Nm starke Pinring-Motor mit einem 880 Wh großen Akku, der das eBike System bei einer Spannung von 48 V versorgt. Bereits in älteren Beiträgen haben wir über 48-Volt-Systeme geschrieben, da sie vermutlich wegweisend sind für spätere Innovationen auf dem e-Bike Markt. Die gängige Versorgungsspannung am e-Bike liegt heutzutage eher bei 36 V. Der leistungsfähige Akku ist bei einem so kraftvollen Motor auch nötig, damit einem der Saft nicht schon nach einigen Kilometern ausgeht. Vor allem wenn man in der höchsten Unterstützungsstufe mit stolzen 550% Unterstützung fährt. Der Nachteil an diesem Kraftpaket ist allerdings das Gewicht, das mit Pedalen satte 27,15 kg erreicht.

Erster Eindruck und Fahrgefühl

Eines sei vorab gesagt: Der TQ HPR 120S hat uns von der ersten Sekunde an sehr überrascht. Wir wussten zwar bereits vom Datenblatt her, dass es sich hierbei um einen sehr leistungsfähigen Motor handelt, doch wie viel Power dann tatsächlich in dem Mittelmotor steckt, hat uns wirklich umgehauen. in nur 30 Minuten haben wir die Spitze des Kandels erreicht, was wir bisher mit keinem anderen Pedelec geschafft haben.

Der Motor liefert eine konstante Leistung über eine breite Trittfrequenz von 60 bis 110 Umdrehungen pro Minute. Man merkt recht schnell, dass der große Schub des starken Mittelmotors etwas ungewohnt im Vergleich zu etwas schwächeren Motoren ist. Aber nach ein wenig Übung und Gewöhnung verliert man auch in engen Kurven nicht die Traktion. Die starken Magura MT5 Scheibenbremsen sorgen darüber hinaus auch für viel Vertrauen in das Pedelec.

Zum Thema Lautstärke kann der TQ HPR 120S im Spitzing Evolution leider nicht mit den leisen Konkurrenten mithalten.

Star Union Wuxing: Ein neuer Name im E-Bike-Markt

Ein relativ neuer Name im Segment der E-Bike-Antriebe ist Star Union Wuxing. Der Hersteller aus Fernost öffnet sein Geschäft allmählich für den europäischen Markt. Der Hersteller Star Union dürfte den meisten FahrerInnen bisher noch kein Begriff sein, obwohl es die Marke schon seit Jahrzehnten gibt. Allerdings trat Star Union zumindest am europäischen E-Bike-Markt eher verdeckt auf. Die von dem chinesischen Hersteller entwickelten Displays fuhren beispielsweise zum Teil bei Systemen anderer Hersteller mit.

Heute entwickelt Star Union das komplette Paket an Komponenten: Kurbelgarnituren, hydraulische Scheibenbremsen, Bedieneinheiten und Displays fürs E-Bike. Demnächst soll es in Europa jedoch auch E-Bikes mit den eigenen Motoren des Herstellers geben. Dafür bietet Star Union eine Palette an Mittel- und Heckmotoren für unterschiedliche Einsatzbereiche ein. Der C2505 ist nicht einmal der drehmomentstärkste Mittelmotor von Star Union, allerdings der stärkste, den man auf deutschen Straßen am Pedelec fahren darf.

Der Star Union C2505 im Detail

Optisch wirkt der Star Union C2505 für seine geballte Power ziemlich unscheinbar. Die Größe ist für diese Leistungsklasse ordentlich und optisch lässt sich der Motor gut in den Rahmen integrieren. Das beweist unser Testbike: ein vollgefedertes Enduro-Monster. Der Motor wiegt 3,1 Kilogramm, was sich hinsichtlich seiner Leistung sehen lassen kann.

Auf der Testfahrt wollen wir es erst einmal ruhig angehen und uns an die 120 Newtonmeter nur langsam herantasten. Deshalb geht es erst mal ohne Unterstützung los. Bereits hier kann der Star Union C2505 uns begeistern. Zwar ist das schwere Fully nicht ganz so leicht zu bewegen, aber das kommt nicht vom Motor. Bei ausgeschalteter Unterstützung spüren wir keinen erhöhten Widerstand des Motors.

Schaltet man den Motor über die kompakte Bedieneinheit am Lenker an, merkt man dann zunächst eine leichte Unterstützung. Klar, Stufe 1 bringt nicht allzu viel Power, sondern greift dir nur etwas unter die Arme. Je höher die Stufe, desto mehr Leistung bringt der Motor mit in die Fahrt ein. Auf Stufe 5 geht es dann ziemlich schnell auf die 25 km/h zu, eine Geschwindigkeit, die auch in den anderen Stufen auf der geraden Strecke leicht zu erreichen ist, aber es dauert eben ein paar Sekunden länger. Was uns noch besser gefällt, ist das Fahrgeräusch, bzw. der Mangel an Geräuschentwicklung. Es mag daran liegen, dass die fetten Reifen des E-MTBs den Motor übertönen, aber selbst bei genauem Hinhören vernehmen wir nur ein ganz leises Summen unter Last.

Doch auf der Geraden fordert man von einem E-Bike-Motor nur selten seine maximale Leistung ein. Dementsprechend geht es jetzt auch über hüglige Wege mit ordentlich Steigung. Hier sind wir ein wenig verwundert von dem Motor. Es mag an den Einstellungen des Bikes legen, aber der Star Union C2505 fordert einiges vom Fahrer ein. Die 120 Nm gibt es nicht umsonst, die Sensorik will zunächst spüren, dass du auch wirklich den Berg hinauf möchtest und etwas dafür tust.

Ein Beispiel: Das Anfahren am Berg (etwa 8 % Steigung) im höchsten Gang ist auch unter der höchsten Unterstützungsstufe nicht mehr möglich. Schaltest du aber (wie du es ohnehin tun solltest) in einen der niedrigeren Gänge, ist der Motor gerne gewillt, ordentlich mitzuarbeiten. Das ist nicht bei allen Systemen so. Einige Motoren geben auch dann Gas, wenn du nicht die beste Gangwahl triffst und nur wenig Kraft ins System einspeist. Der Star Union C2505 hingegen lässt dich deinen Teil der Arbeit erledigen und zeigt seine 120 Newtonmeter nicht bedingungslos.

Wer ein kleines Manko an dem Motor suchen möchte: Unserem Eindruck nach gibt er beim Anfahren etwas mehr Power und wir vernehmen einen kleinen Ruck, wenn es losgeht.

Jenseits der Legalität: Test ohne Drosselung

Wie viel Power der Motor eigentlich hat, zeigen auch die Möglichkeiten jenseits der Legalität. An einem zweiten Rad konnten wir auf privatem Gelände testen, wie der Motor ohne die Drosselung ab 25 km/h funktioniert. Innerhalb von deutlich unter 100 Metern haben wir es mit dem entfesselten C2505 auf 45 km/h geschafft. Leider ist es in Deutschland nicht möglich, diese Option legal anzubieten.

Der Star Union C2505 richtet sich hingegen an Hersteller für E-MTBs und E-Cargobikes. Derzeit ist er sogar an einem E-Tandem verbaut. Genau in diesem Einsatzbereich sehen wir den Motor auch, obwohl wir denken, dass er für den Einsatz am Trailbike vielleicht noch ein wenig mehr Dynamik haben könnte - eine Sache der Feinabstimmung der Kennlinie der jeweiligen Stufen. Alle Bikes, die viel Power brauchen und etwas mehr Gewicht antreiben müssen, sind mit diesem Motor jedoch gut bedient.

Weitere E-Bikes mit starken Motoren im Überblick

Nachdem die Chinesen von DJI auf der Eurobike 2024 mit ihrer eigenen Brand Amflow das allererste E-MTB mit dem neuen Super-Motor gezeigt hatten, stellen jetzt weitere Hersteller Bikes mit Avinox-Antrieb vor.

Commencal Meta Power SX DJI

Commencal ist eine der relevantesten Mountainbike-Marken, die ein E-Mountainbike mit dem DJI Avinox Motor entwickelt hat. Wie alle Bikes des Direktversenders ist auch das neue Modell aus Aluminium gefertigt. Für ein effektives Federungsverhalten sorgt das bewährte VCS-System. Das Meta Power SX DJI bietet vorne und hinten 160 Millimeter Federweg. Commencal plant die Auslieferung im Frühjahr 2026. Es stehen drei Ausstattungsvarianten zur Verfügung.

Das Einstiegsmodell "Essential" beginnt bei 7900 Euro und ist mit Fox Performance Federn ausgestattet. Für 10 950 Euro gibt es das Topmodell "Podium", das mit der namensgebenden Fox Upside-Down-Gabel ausgestattet ist.

Rotwild R.EX DJI

Rotwild ist der erste und bisher einzige Hersteller, der den DJI Avinox mit einem klassisch entnehmbaren Wechselakku kombiniert. Hierfür verwendet der E-Bike-Spezialist eine eigens entwickelte 864-Wattstunden-Batterie. Wie bei Rotwild üblich, kann diese superschnell per Knopfdruck entnommen werden. Das Bike bietet 160/150 Millimeter Federweg, Mullet-Laufräder und ein Gewicht von 21,7 Kilo, laut Angaben aus Dieburg. Am Heck wird ein Mid-High-Pivot-System verwendet, das auch bei den aktuellen Modellen vorkommt, ebenso wie die markante Schwinge am Hinterbau. Der Startpreis liegt bei 8990 Euro, und das Bike wird bald im Handel erhältlich sein.

Crussis Palette in Alu und Carbon

Die tschechische Marke Crussis setzt mit dem DJI Avinox auf eine umfassende Palette, die Fullys und Hardtails einschließt, inklusive Aluminium-Modellen. Das macht sie preislich besonders attraktiv: Alu-Fullys beginnen bei 4490 Euro, während Hardtails ab 3590 Euro erhältlich sein sollen. Auch die Bikes mit starrem Heck sind ideal für Trails, ausgestattet mit Teleskopstütze und 140 bzw. 130 Millimetern Federweg.

Olympia

Doch nun folgt die renommierte Rennsportmarke dem Trend aus Asien. Das Design und das Hinterbaukonzept des neuen DJI-Bikes ähneln stark den bekannten E-MTBs der Marke, allerdings ist der Carbonrahmen mit dem Avinox-System erheblich schlanker. Das Bike soll sowohl beim Federweg (160 - 180 mm) als auch beim Laufrad-Setup (Mullet oder vollständig 29 Zoll) anpassbar sein und in verschiedenen Varianten angeboten werden.

Steppenwolf Tundra

Besonders für Mountainbiker ist das Fully Tundra von Interesse, das abhängig von Ausstattung und Preisvariante auf verschiedene Carbon-Rahmen setzt. Das Spitzenmodell für 9999 Euro soll als E-Enduro mit 170 Millimeter Federweg und 29-Zoll-Rädern im anspruchsvollen Gelände überzeugen.

Crestline RS 181 Spectre Rahmenkit

Denn es ist wohl das aktuell einzige Bike mit DJI Avinox, das (nur!) als Rahmenkit zum Selbstaufbauen zu haben ist. Die 800er-DJI-Batterie soll per „slide out“ nach unten aus dem geschlossenen Unterrohr herausnehmbar sein. Das Rahmenset mit Dämpfer soll 6999 US-Dollar kosten.

Forbidden Druid CorE und Lite

Die Kanadier von Forbidden sind bekannt für ihre abfahrtsstarken Bikes mit High-Pivot-Heckfederung. Jetzt dürfen sich auch E-Biker über diese Ansätze freuen. Das elektrisierte Druid gibt’ s in zwei Varianten. Einmal robust auf Enduro gebürstet und einmal gewichtsoptimiert für quirligen Trail-Spaß. Die Batterien sind jeweils fest im Unterrohr verbaut.

Velo de Ville Revo-C

Velo de Ville präsentiert mit dem Revo-C ein auffälliges City-Bike, das durch smarte Vernetzung im Straßenverkehr überzeugen möchte. Das E-Bike soll Ampelphasen voraussagen können, damit Fahrer möglichst viele grüne Wellen mitnehmen. Als Antrieb dient der starke Elektromotor DJI Avinox M1 mit einem maximalen Drehmoment von 120 Nm.

Unno Mith

Das Unno Mith ist ein wahrlich extravagantes Bike. Das E-Enduro aus Spanien hat 170/160 mm Federweg und soll nur knapp über 21 Kilo wiegen.

Megamo Reason und Reason Air

Wer auf ein günstiges E-MTB mit DJI Avinox gewartet hat, sollte sich das Megamo Reason näher anschauen. Dank Option auf Alu-Rahmen bleiben die Einstiegspreise mit 4999 Euro besonders fair.

Weitere interessante E-Bike Antriebe

Die kommende Generation der E-Bike-Antriebe überzeugt mit bemerkenswerten Fortschritten: Leichte Systeme unter 2 kg, kraftvolle Mittelmotoren mit bis zu 120 Nm und praktische Funktionen wie Rückwärtsgänge und Energierückgewinnung.

  • Avinox Drive von DJI: 105 Nm Drehmoment, 850 Watt Spitzenleistung, 2,52 kg Gewicht.
  • Niche Mobility: Digitale Schaltung, Rückwärtsgang, Energierückgewinnung.
  • Villiger Dynamic: Zwei Motoren, stufenloses Getriebe, automatische Trittfrequenzanpassung, Energierückgewinnung.
  • Truck Run M11: 1,7 kg Gewicht, 70 Nm Drehmoment.
  • ZF CentriX: Kompakter Mittelmotor, 90 Nm oder 75 Nm Drehmoment, Akkus bis 756 Wh, 2,5 kg Gewicht.
  • OLI PICO: Kompakter Mittelmotor, 70 Nm Drehmoment, unter 2,5 kg Gewicht.
  • Mivice X365: 2,1 kg Gewicht, 65 Nm Drehmoment, hoher Wirkungsgrad.
  • Shimano EP5: 60 Nm Drehmoment, 3 kg Gewicht, sanftes Fahrgefühl, Auto-Shift-Technologie.
  • Mahle X30: Hinterradmotor, 1,9 kg Gewicht, 45 Nm Drehmoment.
  • DOGA Nabenmotor: Getriebelos, wartungsfrei, geräuschlos, regenerative Bremsfunktion.

Himiway A7 Pro E-Bike

Das HIMIWAY A7 Pro kommt mit einem Mittelmotor, der 120 Newtonmeter leistet und das spürt man direkt. Der Mittelmotor ist kein unbekannter und kam im Jahre 2022 auf dem Markt und kommt aus dem Hause Ananda. Der Ananda M100 48V-250W Mittelmotor kommt auch in S-Pedelecs zum Einsatz und kann in der Theorie auch locker 45 km/h auf die Straße bringen. Also genug Power für das A7 Pro.

Fünf Fahrstufen stehen zur Auswahl und so lässt sich die Unterstützung in der Intensität bestens einstellen. Hier setzten sich die hochwertigen Komponenten fort und bei der Schaltung wurde ebenso nicht gegeizt. Zum Einsatz kommt die SHIMANO ALIVIO M3100 und ist nochmals ein Ticken besser als die Acera Reihe und kann sehr gut performen. Neun Gänge stehen zur Verfügung und diese reichen auch vollkommen.

Das A7 Pro besitzt eine Viergelenkfederung, vordere Federgabel ist eine SR-SUNTOUR X1-BOOST mit 120 mm Federweg und das Display ist in dem Vorbau integriert. Es hat eine Größe von 2 Zoll und es kann alle wichtigen Informationen auch in Farbe anzeigen.

In den Rohrrahmen eingelassen sitzt der Akku aus dem Hause LG und hat eine Kapazität von 720 Wattstunden und dies ist schon überdurchschnittlich bei E-Bikes und soll eine hohe Reichweite erzielen.

Laut Hersteller ist das A7 Pro für Leute bis zu 198 cm ausgelegt, was aber nicht stimmt, sondern es ist dann doch eher etwas für eine Körpergröße bis 175 cm geeignet.

Ein ABUS Schloss wurde dem A7 Pro ebenfalls direkt mitgegeben und so kann man es schnell mal anschließen für den kleinen Einkauf zwischendurch. Ebenso wurde hier das Rücklicht mit integriert und das sieht schon recht edel aus.

ROTWILD R.EX ULTRA mit DJI Avinox M1-Motor im Test

Mit dem neuen ROTWILD R.EX ULTRA bringt die hessische Bike-Brand ihr erstes E-MTB mit DJI-Antrieb auf den Trail. Herzstück ist der Avinox M1-Motor mit 105 Nm und ein eigens entwickelter, erstmals entnehmbarer 864-Wh-Akku. Kombiniert mit 160/150 mm (v/h) Federweg und Mullet-Setup soll das Bike als sportliches Trail-Bike überzeugen.

Die Kabelführung ist durchdacht und alle Leitungen verlaufen entweder direkt zu ihrem Einsatzort oder verschwinden durch geschraubte Cable Ports hinter dem Steuerrohr im Rahmen.

Der großzügige Kettenstrebenschutz übernimmt gleichzeitig die Funktion als Kettenführung. An unserem Testbike bestand dieser noch aus Kunststoff und hat auf dem Trail für eine hohe Geräuschkulisse gesorgt. In Serie soll der Kettenstrebenschutz effektiv das Kettenschlagen und damit die Geräusche senken und den Rahmen schützen.

Technische Details des ROTWILD R.EX ULTRA

  • Motor: DJI Avinox M1 mit 105 Nm (kurzzeitig 120 Nm)
  • Akku: 864-Wh, entnehmbar
  • Federweg: 160 mm (vorne), 150 mm (hinten)
  • Laufräder: Mullet-Setup (29" vorne, 27,5" hinten)
  • Gewicht: 23,32 kg (Größe L)
  • Preis: 12.490 € (ULTRA-Ausstattung)

Gespeist wird der Motor von einem 864-Wh-Akku, den ROTWILD eigens entwickelt hat. Um mit dem DJI Avinox-Motorsystem im R.EX ULTRA kompatibel zu sein, wurde dafür die Zellspannung angepasst.

Die neue EightPins NGS 3.0-Dropper-Post bietet mit 210 mm ausreichend Bewegungsfreiheit, kommt ohne klassische Klemmung aus und ist direkt im Rahmen verschraubt.

Auf dem ROTWILD R.EX ULTRA fühlt man sich auf den ersten Metern von Anfang an vertraut. Die Sitzposition auf dem Sattel ist bequem, man wird gut im Bike integriert und sitzt weder zu gestreckt noch zu aufrecht auf dem E-MTB. Bergauf macht das ROTWILD ordentlich Laune.

Geht der Trail bergab, macht es das intuitive Handling einfach, das Bike aktiv zu fahren und man jagt mit hohem Tempo durch enge Anlieger und Kurven. Hier spielt das R.EX ULTRA seine hohe Agilität aus und sorgt für ordentlich Fahrspaß.

Wer jedoch regelmäßig mit Vollgas durchs Steinfeld jagt und eine hohe Laufruhe auf der Prioritätenliste ganz oben stehen hat, ist woanders besser aufgehoben. Das ROTWILD R.EX ULTRA fährt sich bergab agil, generiert schnell Tempo und klettert mit starker Traktion souverän bergauf. Der große, entnehmbare Akku und der kraftvolle, fein dosierbare DJI Avinox-Motor sind starke Pluspunkte im Alltag und auf dem Trail.

Der TQ HPR 120S im Detail

Der TQ HPR 120S war den meisten E-Mountainbikern lange Zeit gänzlich unbekannt. Und das, obwohl es ihn schon seit 2012 auf dem Markt gibt!

Mit seinen 120 Nm Drehmoment spielt er in seiner eigenen Liga und ist allen anderen Motoren im Test haushoch überlegen! Die leichten Specialized- und FAZUA-Motoren hängt er ab dem ersten Pedalkontakt ab. Sobald es steil bergauf geht und auch die stärkeren Motoren wie Bosch, Brose oder Yamaha zu schwächeln anfangen, zieht der TQ HPR 120S spielerisch und eigentlich immer an der 25-km/h-Grenze an ihnen vorbei und lässt den SACHS RS an steilen Rampen ebenfalls hinter sich.

In den beiden höheren Unterstützungsstufen liefert der Antrieb auch bei sehr niedrigen Kadenzen brachiale Power - Uphill-Flow in einer anderen Dimension. Beim Anfahren sind dafür Vorsicht und Körperspannung geboten, um das Vorderrad am Abheben zu hindern.

Um zufriedenstellende Reichweiten zu erreichen, greifen die Bike-Hersteller deshalb zu teils abenteuerlichen Akkulösungen mit bis zu 1.000 Wh und mehr.

Technische Details des TQ HPR 120S Antriebs

  • Drehmoment: 120 Nm
  • Pinring-Getriebe
  • Hoher Wirkungsgrad in jedem Trittfrequenzbereich
  • Flexible Akkuplatzierung (sichtbar oder integriert)
  • Remotecontroller am Lenker mit Anzeigefunktionen

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