Mountainbike Gabel 29 Zoll Test Vergleich

Die Federgabel spielt eine zentrale Rolle für die Trail-Performance eines Bikes. Es ist der Teil des Bikes, das den Trail für euch glättet, euch Kontrolle über das Bike gibt und euch dadurch Selbstvertrauen bringt. Besonders die Federgabel spielt eine zentrale Rolle: Anders als beim Hinterbau, wo oft eine komplexe Kinematik die Dämpfer-Performance beeinflusst, muss die Federgabel am MTB alle Aufgaben alleine meistern.

Getestete 29 Zoll Federgabeln

Dieser Vergleichstest umfasst 29 Zoll All Mountain und Cross Country Federgabeln. Folgende Modelle wurden getestet:

ALL MOUNTAIN 29"

  • Formula Thirty Three
  • Fox 34 Float CTD
  • Rock Shox Pike RCT3
  • SR Suntour Auron RC2
  • X-Fusion Trace RL2 (BIKE-Tipp: Preis/Leistung)

CROSS COUNTRY 29"

  • Bos Dizzy XC 100
  • DT Swiss OPM O.D.L (BIKE-Tipp: Preis/Leistung)
  • Formula Thirty Three
  • Fox 32 Float 29 CTD
  • Magura TS8 R DLO ²
  • Rock Shox RS-1 (BIKE-Tipp: Testsieger)

Grundlagen der Federgabel

Um effektiv zu funktionieren, besteht jede Federgabel aus drei Elementen: Chassis, Feder und Dämpfung. Es bedarf eines feinen Zusammenspiels dieser drei Komponenten, um die beste Performance auf den Trail zu bringen.

Chassis

Das Chassis bildet das äußere Gerüst der Federgabel und besteht aus den Standrohren, Tauchrohren, der Gabelbrücke und dem Schaft. Die Tauchrohre werden auch oft Casting genannt und sind der untere Teil einer Federgabel, der in die Standrohre eintaucht. Die beiden Standrohre sind in die Gabelbrücke eingeschrumpft, in die auch der Gabelschaft gepresst ist. Der Schaft findet dann seinen Weg durch das Steuerrohr eures Rahmens und kann auf die passende Länge gekürzt werden - wie ein Lenker.Beim Chassis ist vor allem die Steifigkeit entscheidend, die bestimmt, wie stark und in welche Richtung die Gabel unter Belastung flext. Beeinflusst werden kann das über den Durchmesser der Standrohre - wie z. B. durch die Einführung von dickeren 38-mm-Rohren -, die Materialdicke und durch Verstrebungen im Casting und der Gabelbrücke.Ein weiterer Faktor ist der Offset: Das ist der Abstand zwischen dem Mittelpunkt der Steckachse und der Lenkachse der Gabel, im rechten Winkel gemessen. Ein längerer Trail - also ein geringeres Offset oder ein flacherer Lenkwinkel - sorgt für eine stabilere Lenkung, verringert aber auch die Agilität.

Feder

Die Feder ist der zentrale Teil der Gabel und absorbiert die Stöße, die vom Trail an das Vorderrad gegeben werden. Zunächst absorbiert sie die Energie, damit diese nicht an den Rest des Bikes und den Fahrer weitergegeben wird. Beim Ausfedern der Gabel wird die gespeicherte Energie dann wieder freigegeben. Es gibt zwei gängige Arten von Federn: Luftfedern und Stahlfedern. Alle Gabeln im Test sind mit Luftfedern ausgestattet, da sie unter anderem leicht und einfach einzustellen sind, denn die Einstellmöglichkeiten sind entscheidend für das richtige Fahrgefühl. Ein weiteres wichtiges Tuning-Element - was bei Stahlfedern nicht möglich ist - sind die Volumenspacer. Sie ändern die Größe der positiven Luftkammer.

Dämpfung

Die Dämpfung ist das Herzstück jeder Gabel und kontrolliert die Geschwindigkeit, mit der die Federgabel komprimiert bzw. wieder ausgefedert wird. Das geschieht durch Ölfluss, der bei Bewegung der Gabel durch einstellbare Öffnungen gedrückt wird und dadurch die Schaftgeschwindigkeit beeinflusst.Die beiden Dämpfungsmechanismen werden bei vielen Gabel-Modellen (vor allem bei den hochwertigen Federgabeln) noch in High- und Low-Speed unterteilt. Aber Achtung! High- und Lowspeed beziehen sich dabei immer auf die Schaftgeschwindigkeit - also wie schnell sich die Gabel auf- und abbewegt, nicht auf die Fahrgeschwindigkeit.

Compression-Dämpfung

Die Compression-Dämpfung wird unabhängig vom Gewicht des Fahrers eingestellt und hängt hauptsächlich vom Fahrstil und Trail ab.* **Low-Speed-Compression:** Wirkt grob gesagt bei allem, was der Fahrer mit dem Bike macht, also bei langsamen Einfederungen, wie beim Pumpen oder in sanften Kurven.* **High-Speed-Compression:** Tritt einfach gesagt bei allem auf, was der Untergrund mit dem Fahrwerk macht, also bei schnellen Einfederungen, wie bei großen Schlägen oder beim Landen von Sprüngen und Drops.

Rebound-Dämpfung

Der Rebound muss auf den Luftdruck in der Gabel, also somit auf das Gewicht des Fahrers eingestellt werden, da ein höherer Luftdruck mehr Rückstellkräfte erzeugt, die durch die Rebound-Dämpfung kontrolliert werden müssen.* **Low-Speed-Rebound:** Kontrolliert das Ausfedern bei langsamen Schaftbewegungen, weshalb die Dämpfung vor allem im ersten Teil des Federwegs wichtig ist.* **High-Speed-Rebound:** Greift bei schnellen Bewegungen, besonders im zweiten Teil des Federwegs, wo die Federkräfte höher sind.

Testkriterien und Ergebnisse

Noch nie war die Leistungsdichte höher, noch nie lagen die Testkandidaten auch in Sachen Gewicht enger beisammen. Gerade einmal 80 Gramm trennen die leichteste von der schwersten Race-Gabel im Testfeld. Neben den geringen Unterschieden beim Gewicht überrascht die große Preisspanne. Zwischen der Magura TS8 und der 1658 Euro teuren Rock Shox RS-1 klaffen unglaubliche 909 Euro.

All-Mountain-Klasse

Innerhalb der All-Mountain-Klasse verhält es sich andersrum. Halbwegs moderate 350 Euro beträgt der Unterschied beim Preis, dafür aber fast 500 Gramm beim Gewicht - und das bei einem identischen Federweg von 140 Millimetern. Mit nur 1677 Gramm bringt die Formula Thirty Three mit ihren schlanken 33-Millimeter-Standrohren am wenigsten auf die Waage. Damit ist sie die leichteste uns bekannte 29er-All-Mountain-Gabel. In Kombination mit dem super sensiblen Ansprechverhalten eine gute Wahl für Touren-Bikes, bei denen auch das Gewicht im Vordergrund steht.Doch die deutlich leichtere Nachfolgerin der 34 (siehe BIKE 4/15) wurde bereits präsentiert. Bei den Stichworten Gewicht und Steifigkeit darf natürlich eine Rock Shox Pike nicht fehlen, die dank 35-Millimeter-Standrohren beide Anforderungen sehr gut in Einklang bringt und obendrein nicht übertrieben teuer ist. Die beiden günstigsten Gabeln im Test kommen von SR Suntour und X-Fusion. Für 649 Euro bekommt man mit der Auron eine vielfältig einstellbare und sehr steife All-Mountain-Gabel, die knapp über zwei Kilo wiegt. Die nur 50 Euro teurere und 100 Gramm leichtere X-Fusion Trace bot dagegen deutlich mehr Komfort.

Cross-Country-Klasse

Neben der Upside-down-Offensive von Rock Shox betritt der französische Fahrwerksspezialist BOS den Markt der kurzen Federwege. Im Enduro- und Downhill-Bereich ist BOS seit Jahren eine etablierte Größe, weshalb wir uns besonders auf die neue Dizzy XC freuten, die allerdings ohne Remote-Hebel am Lenker kommt. Nicht ganz neu, dafür aber in diesem Jahr mit Remote-Hebel, präsentiert sich die Formula Thirty Three, auch wenn der Hebel für ein schnelles Blockieren einen zu langen Weg hat. Magura, Fox und DT Swiss, die mit der OPM-Baureihe (One Piece Magnesium) ebenfalls eine komplett überarbeitete Gabel an den Start bringen, komplettieren das Testfeld der 100-Millimeter-Gabeln.Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Upside-down-Gabel lässt sich in der Theorie durch eine höhere Sensibilität aufgrund permanent geschmierter Dichtungen sowie einer geringeren, ungefederten Masse begründen. Der große Nachteil liegt in der geringen Lenkpräzision und dem aufwändigen Radwechsel, da die Tauchrohre nicht über eine Brücke miteinander verbunden sind und sich verdrehen können. Rock Shox versucht, die Steifigkeit über eine spezielle Vorderradnabe zu erhöhen, was, wie die Messung zeigt, nur teilweise gelingt.In steinigen Passagen sucht die Gabel ihren Weg und schlängelt sich hindurch, ohne dass das Vorderrad durch starke seitliche Impulse verspringt. In Fahrsituationen mit viel Last auf dem Vorderrad, zum Beispiel in Kompressionen, fühlt sich die Gabel etwas weich an. In der Summe erreicht die RS-1 in unserem Test dennoch die höchste Punktzahl. Ob das jedoch 1658 Euro wert ist, ist die andere Frage.

Aktuelle Entwicklungen im Federgabelmarkt

Nachdem vor einigen Jahren die 38-mm-Basis bei Federgabeln eingeführt wurde, hat sich einiges getan. Während die Überlappungen der Modelle - in ihrem Federweg und Einsatzgebiet - bei den meisten Herstellern in der Vergangenheit sehr groß war, sind Federgabeln heutzutage klar aufgeteilt und Standards kristallisieren sich heraus: 38-mm-Standrohre für Enduro-Einsätze und 35- bzw.

Die RockShox ZEB Ultimate im Detail

Seit mehr als zwei Jahren ist die RockShox ZEB nun auf dem Markt und erfreut sich dank ihrer Performance großer Beliebtheit bei einer Menge von Fahrern ganz egal welcher abfahrtsorientierten Couleur diese angehören. Nun gab es im Mai 2022 ein großes Upgrade für alle Dämpfer und Federgabeln aus dem Hause RockShox. Ein neuer Airshaft, eine frische Dämpfereinheit und ein neues Feature welches auf den Namen Buttercups hört. Die neue Charger 3 Kartusche wurde von grund auf neu designed und verzichtet auf die Bladder Bauart.Die neue Charger 3 Kartusche ist Dreh- und Angelpunkt in der neuen RockShox ZEB. Die neue Charger 3 Kartusche ist Dreh- und Angelpunkt in der neuen RockShox ZEB. Bei den Einstellungen startet man ab sofort in der Mitte der Range. Von diesem neutralen Standpunkt aus wechselt man ins Minus und schließt die Compression oder ins Plus und öffnet die Compression.RockShox hat hierbei die Systeme vollkommen voneinander getrennt so dass beide unabhängig voneinander einstellbar sind. Die hochfrequenten Vibrationen werden von den kleinen Gummieinheiten geschluckt. Durch den Fakt, dass minimalste Vibrationen von der Gabel gemindert werden, wird dem gefürchteten Armpump vorgebeugt.Die massigen 38mm Standrohre und die gefräste Gabelkrone sollen noch einmal die Steifigkeitswerte erhöhen. Für kleine Bremsscheiben (und den Entsprechendenen Einsatz) muss man zu einer Gabel mit anderem Einsatzgebiet greifen. Die PostMount Aufnahme startet bei 200mm.

Die RockShox ZEB Ultimate im Praxistest

Getestet wurde die ZEB mit 160mm in einem Yeti SB130 Lunchride - einem kurzhubigen Trailbike welches man guten Gewissens als Mini Enduro bezeichnen könnte.Die ZEB überzeugt vor allem durch ihre Feinfühligkeit bei kleinen Schlägen. Bremswellen und kleinere Wurzeln und Steine verschluckt die ZEB förmlich. Als Bonus steht sie noch extrem Hoch im Federweg und vermittelt, auch durch die massigen 38er Standrohre, extrem viel Sicherheit auf dem Trail. Durch das steife Chassis bleibt das Vorderrad immer genau in der Spur. Ein Segen für alle gescholtenen Bikepark Hände sind die Buttercups.
Modell Federweg Einsatzgebiet Besonderheiten
RockShox ZEB Ultimate 160mm Enduro Charger 3 Kartusche, Buttercups
Fox 38 Float Factory 160-180mm Enduro Grip 2 Dämpfung, Kashima-Beschichtung
RockShox Lyrik Ultimate 140-160mm All-Mountain Charger 3 Kartusche
Fox 36 Float Factory 140-160mm All-Mountain Grip 2 Dämpfung, Kashima-Beschichtung
RockShox Pike Ultimate 120-140mm Trail Charger 3 Kartusche
Fox 34 Float Factory 120-140mm Trail Grip 2 Dämpfung, Kashima-Beschichtung

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