E-Bike Ballonreifen Test: Komfort und Leistung im Vergleich

In den letzten Jahren hat die Autoindustrie verstärkt auf Dieselautos umgestellt, um hohe CO2-Werte zu vermeiden. Allerdings stoßen viele dieser Autos mit Selbstzünder-Motoren hohe Mengen an Feinstaub und Stickoxiden in die Luft unserer Städte aus.

Eine Alternative dazu könnten Räder mit Ballonreifen sein. Das vermeidet Autoverkehr, entspannt und sorgt für Komfort und Leichtlauf. Denn Ballonräder sind wahre Freudenspender.

Was sind Ballonreifen?

Ballonreifen, auch bekannt als Balloonbikes (ein von Schwalbe geschützter Begriff), bieten im Vergleich zu herkömmlichen Reifen einige Vorteile. Das liegt im Reifen selbst verborgen. Zum einen sorgt natürlich die viele Luft da drin für einen federnden Effekt, sprich Komfort. Zum anderen laufen die Ballonreifen sehr leicht, weil sie eine querovale Aufstandsfläche haben. Dadurch müssen die Seitenwände nicht so viel walken.

Im Test haben wir sechs Räder für Alltag und Tour, die auf mindestens 50 Millimeter breiten Schlappen rollen. Das Einsatzgebiet ist zwar grob ähnlich, aber jedes der Räder hat einen ganz eigenen Charakter. Das liegt schon an der großen Preisspanne.

Testkandidaten im Überblick

  • Froschrad aus Berlin: Stark urban geprägtes Rad mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Cube Tourenrad: Schickes, agiles Tourenrad.
  • Retrovelo: Lässiges Rad mit auffälliger Optik und überraschender Sportlichkeit (60er Reifen auf 26 Zoll-Felgen).
  • Fyts von Gaastra: Referenz in Sachen Sorglosrad für Alltag und Tour, sehr hochwertig und solide.
  • Maxx Crossmaxx: Vielseitiges Rad, stark individualisierbar per Konfigurator, überzeugt durch Qualität.
  • Schauff Sumo: Ausgelegt für weniger leichte Menschen.

Allen Rädern mit Ballonreifen können wir voller Überzeugung eine Top-Note geben. Der Mehrzahl von ihnen ist uns sogar eine zusätzliche Empfehlung wert, weil die Konzepte in jedem Fall sehr stimmig sind.

Ballonreifen vs. Andere Federungssysteme

Eine gefederte Gabel oder eine gefederte Sattelstütze federn immer nur Teile des Fahrrades ab. Die Reifenfederung des Balloonbikes federt die gesamte Masse - also Fahrer, Fahrrad und Gepäck.

Einstellung der Federung

Die Ballonbike-Federung kann einfach über den Luftdruck der Reifen eingestellt werden. Je nach Gewicht des Fahrers und Gepäck kann der Luftdruck variiert werden. Der Komfortbereich liegt unter Normalbelastung bei 2,0 und 2,5 bar.

Wartungsaufwand

Es gibt keinen besonderen Wartungsaufwand für die Luftfederung - im Gegensatz zu mechanischen Teil- oder Vollfederungen, die nicht nur in der Anschaffung teurer sind, sondern auch regelmäßig überprüft und gewartet werden müssen, damit sie optimal funktionieren. Den Luftdruck sollte man einmal im Monat prüfen.

Kombination mit anderen Federungssystemen

Grundsätzlich kann ein Balloonbike auch mit anderen zusätzlichen Federungssystemen ausgestattet sein. Bei guter Qualität der konventionellen Federung kann sich der Federungskomfort weiter erhöhen, weil sich bestimmte Dämpfungseffekte gut ergänzen.

Vor- und Nachteile breiter Reifen

Rennradfahrer fahren z.B. ganz schmale Reifen, weil sie leichter sind und sich schneller beschleunigen lassen. Bei gleichmäßiger Fahrt und Geschwindigkeiten um die 20 km/h rollen Breitreifen aber leichter und vor allem viel komfortabler.

Verschiedene Reifen für Ballonbikes

Balloonbikes fahren mit dem Spezialreifen BIG APPLE oder anderen Spezialreifen von SCHWALBE. Mit dem BIG APPLE begann 2001 der Trend zum Balloonbike. Es gibt BIG APPLE in den drei Reifenbreiten (50, 55 und 60 mm) und in allen gängigen Durchmessern.

Unterschiede zwischen 50 und 60 mm breiten Reifen

60 mm breite Reifen bedeuten maximalen Balloonbike-Komfort. Aber auch beim leichteren 50 mm breiten Reifen ist das Luftvolumen bereits doppelt so groß wie bei der üblichen 37 mm Bereifung. Deshalb ist er für alle eine gute Wahl, die sportlich und komfortabel fahren wollen. Auch die Zwischengröße 55 mm ist sehr beliebt.

Umbau zu einem Ballonbike

Zum Teil ja. Es müssen einige technische Voraussetzungen gegeben sein. Die Felgen bereiten meist keine Probleme.

E-Bike Reifenempfehlungen

Grundsätzlich gibt es für E-Bikes bis 25 km/h keine gesetzlichen Regelungen bezüglich der Reifenwahl. Du kannst frei wählen, welche Fahrradreifen du für dein E-Bike oder Pedelec benutzen willst.

Spezielle Reifen und Schläuche für E-Bikes sind an diese Bedingungen angepasst. Zusätzlich weisen E-Bike Fahrradreifen oft verstärkte Seitenränder auf, die für mehr Robustheit sorgen.

E-Bike Reifentypen

  • E-Bike Drahtreifen/Clincher: Am verbreitetsten, geeignet für normale Fahrräder und E-Bikes.
  • E-Bike Faltreifen: Enthält Kevlarfastern anstatt Draht, aufwendigere Montage.
  • E-Bike Schlauchreifen: Schlauch ist direkt in den Reifen eingenäht, aufwändigere Montage.
  • E-Bike Tubeless Reifen: Schlauchlos, sehr guter Pannenschutz, für sportliche Räder geeignet.

Empfehlungen für E-Mountainbikes

Wer es abenteuerlich und sportlich mag, der nutzt ein E Mountainbike. Die Reifen hierfür müssen besonderen Anforderungen genügen, da das E Mountainbike mehr Gewicht mitbringt und auch auf unbefestigtem Terrain Grip garantieren muss. Sie sollten Pannenschutzelemente enthalten, verstärkte Karkassen sowie besonders große Profilblöcke aufweisen.

Ich empfehle die Anschaffung von Qualitätsreifen zwischen 60 und 70€ (meist im 2er Set). Am besten ist meiner Meinung nach der Mountainbike Drahtreifen Schwalbe Marathon Plus MTB. Das 2er Set ist für rund 70€ zu erwerben. Diese sind für E Bikes bis 50 km/h zugelassen. Sie enthalten einen SmartGuard Pannenschutz, ein Stollenprofil mit Mittelsteg und ein Autoventil.

Empfehlungen für City E-Bikes

Wer sein E Bike hauptsächlich für befestigte Wege in der Stadt benutzt, benötigt keine speziellen Reifen mit verstärktem Profil. Allroundreifen für City E Bikes sind meist etwas günstiger als die aufwändigeren Reifen für E Mountainbikes.

Beim Continental Ride Tour Drahtreifen überzeugt mich das Preis-Leistungsverhältnis. Dieser ist für unschlagbare 9,99€ zu erwerben und erhält alle Eigenschaften, die ein guter Allroundreifen benötigt: ein Profil für alle Fahrbahnoberflächen, einen zuverlässigen Pannenschutz und eine hohe Laufleistung. Es ist für ein E Bike bis 25 km/h geeignet.

Reifen für schnelle E-Bikes

Fährst du ein E Bike über 25 m/h, so ist gesetzlich geregelt, dass du einen Reifen mit der Norm ECE-R75 verwenden musst. Diese Norm regelt die Bereifung von Krafträdern über 25 km/h, sodass diese den Anforderungen der erhöhten Geschwindigkeit gerecht werden.

Ich empfehle den Schwalbe Marathon Plus E-50 Drahtreifen für ca. 24,99€. Dieser weist das EDE-R75 Prüfzeichen auf, welches für schnelle E Bikes und S-Pedelecs bis 50 km/h zugelassen ist. Er ist extrem pannensicher und resistent gegen Fremdkörper wie Scherben oder Nägel.

Pannenschutz

Ein unplattbarer Reifen bedeutet, dass dieser einen zusätzlichen Pannenschutz am Mantel aufweist. Das heißt, dass der Mantel den Kontakt zu spitzen Gegenständen übersteht, so bleiben zum Beispiel Heftzwecken im Gummi stecken und richten in der Regel keinen Schaden an.

Besonders hervorgehoben im Bezug auf Pannenschutz wird der von mir schon eben erwähnte Schwalbe Marathon Plus E-50 Drahtreifen. Wer mal etwas anderes probieren möchte, kann auf die Tannus Amour Pannenschutzeinlage zurückgreifen. Diese Schaummischung wird zwischen Mantel und Schlauch gelegt und eliminiert dank verstärktem Seiten- und Bodenschutz 90% der Punktationen.

Die Qual der Wahl

Den richtigen E Bike Reifen zu wählen ist unabdingbar für ein sicheres Fahren. Du solltest dein E Bike und dein Fahrverhalten gut kennen, um einschätzen zu können, welcher Reifen am besten zu dir passt.

Tipps für den Reifenkauf

Beim Tausch der Reifen sollten auch gleich die Schläuche mitgewechselt werden, denn sie unterliegen ebenfalls einem Verschleiß. Wer dann etwa auf leichte Modelle setzt, spart teils ordentlich Gewicht und senkt leicht den Rollwiderstand bei einem nur geringen Preisaufschlag.

Tubeless-System

Im City- und Trekkingbereich findet man das Tubeless-System noch immer sehr selten. Dabei wird ein Reifen mit einem speziellen Aufbau bei Reifenwulst und Karkasse ohne Schlauch, aber mit Dichtmilch montiert.

Luftdruck

In der Praxis stammen die häufigsten Pannen nicht von Kanten, Steinen oder Dornen, sondern sind auf einen zu niedrigen Luftdruck zurückzuführen. Dadurch walken Schlauch und Reifen viel stärker, was sie über Gebühr verschleißt und rissig werden lässt. Daher sollte der Luftdruck regelmäßig überprüft werden, im besten Fall alle zwei Wochen.

Pannenschutz im Detail

Beim Pannenschutz setzen die Hersteller auf zwei verschiedene Systeme: Hochdichte, engmaschige Gewebe sind besonders leicht und flexibel, sind aber teuer und schützen nicht so effizient vor Durchschlägen. Sie werden meist bei Gravelreifen und eher teuren Trekkingreifen eingesetzt. Dicke Gummieinlagen unter der Lauffläche agieren als Abstandhalter, erhöhen aber das Gewicht und teils den Rollwiderstand recht deutlich.

Pannenschutztests

Beim Schutz gegen Durchstiche werden drei Tests durchgeführt. Dabei wird im ersten Test die Sicherheit gegen Dornen, Nägel oder Draht überprüft und ein spitz zulaufender Metalldorn durch die Lauffläche gedrückt. Hier überzeugen vor allem Condura, CST, Michelin und die beiden Schwalbe Marathons.

Beim zweiten Test simuliert ein flacher Prüfdorn die Abwehr gegenüber scharfkantigen Glasscherben oder Steinen. Michelin CityStreet, Scalato Mondano und vor allem Schwalbe Marathon E-Plus sowie G-One setzen sich teils deutlich ab.

Der dritte Test überprüft die Widerstandsfähigkeit der Flanken, um gegen Kanten, große Steine oder Äste am Boden gewappnet zu sein. Maxxis, Michelin City Street und Schwalbes Marathon E-Plus sowie G-One bieten hier sehr hohen Schutz.

Praxistest

Am Ende zeigt die echten Fahrqualitäten nur der Praxistest. Dazu wurden die Testmodelle auf Fahreindruck, Laufgeräusche, Komfort, Dämpfungsverhalten und Traktion überprüft.

Kompakt-E-Bikes im Fokus

Die E-Kompakten haben ihre eigene Nische gefunden, weil sie einiges sehr gut können. Allen voran: Familienrad sein. Die meisten Kompakten sind sehr gut auf einen breiten Größenbereich einstellbar - sprichwörtlich im Handumdrehen. Aufgrund ihrer kleinen Laufräder laufen die Kompakt-E-Bikes wieseliger als andere Bikes, was im City-Gewühl und beim Rangieren am Radständer praktisch ist und Spaß macht. Weiterer Vorteil: der tiefe Einstieg. Gerade für kleinere oder ältere Menschen ist es einfacher, durch- als drüberzusteigen.

Fehleinschätzungen

  • So kleine Reifen und Felgen sind nicht stabil genug: Doch, kleine Räder sind sogar stabiler als die großen. Je kleiner ein Laufrad, desto stabiler ist es bei gleichem Aufbau.
  • Da muss man so viel treten: Durch die kleinen Räder kam man flugs vom Fleck, aber in Sachen Geschwindigkeit waren diese Räder ein Malheur. Für über 20 Stundenkilometer musste man ein Meister der hohen Trittfrequenz sein. Doch das wäre auch damals schon anders möglich gewesen: mit Gangschaltungen wie bei unseren Testboliden.
  • E-Bikes mit so kleinen Rädern sind unkomfortabel: Richtig ist zunächst, dass kleinere Reifendurchmesser kleine Hürden wie eine Bordsteinauffahrt weniger leicht “schlucken”. Doch haben unsere Zwanzigzöller grundsätzlich dicke Reifen von mindestens 50 Millimetern Breite.
  • One Size fits all - das geht nicht! Können Kompakträder wirklich für Körpergrößen zwischen 1,60 und 1,90 Metern passen? Und wieso geht das bei anderen Rädern nicht? Die erste Frage ist einfach zu beantworten. Können Sattelhöhe, Lenkerhöhe und eventuell auch Lenkerneigung ausreichend breit verstellt werden, fühlen sich Menschen innerhalb dieses Größenspektrums ergonomisch tatsächlich wohl.
  • Das spart nicht wirklich Platz: Doch, und zwar lang wie breit. Ein 28er-Fahrrad hat eine Gesamtlänge von etwa 195 Zentimetern. Bei unseren Falträdern kommen wir im Mittel auf etwa 165 Zentimeter.

Fatbike-E-Klappräder

Eine spezielle Art des Fatbikes ist das Fatbike-Klapprad und das E-Bike-Fatbike Klapprad als Variante mit Motor. Mit meinem E-Bike-Fatbike Klapprad Test und Vergleich 2025 möchte ich dir das beste E-Fatbike Klapprad und weitere Modelle vorstellen.

Was ist das Besondere an einem Fatbike-E-Klapprad?

Der Unterschied zwischen einem herkömmlichen E-Bike Klapprad und einer Fatbike-Ausführung ist, dass die Bereifung um einiges größer ausfällt. Das sorgt nicht nur für puren Fahrspaß, sondern gleichzeitig bist du im Gelände bzw. Für viele Interessenten sind die breiten Reifen in erster Linie ein wenig abschreckend, da sie mehr Rollwiderstand bedeuten. Allerdings ist hier die moderne Pedelec-Technologie integriert, weshalb derartige Fahrräder auch als Fatbike-E-Klapprad bekannt sind. Vor allem, wenn du häufig auf unbefestigten Wegen fährst, kommt dir das große Volumen der Reifen zugute.

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