Das Motoröl spielt eine entscheidende Rolle für die Leistung und Lebensdauer des Motors Ihrer Harley-Davidson. Ebenso wichtig ist der Ölfilter, der Staub, Ruß und andere Feststoffe aus dem Öl entfernt. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über Ölfilter für Harley-Davidson, einschließlich verschiedener Typen, Spezifikationen und Empfehlungen.
Welches Öl gehört in Deine Harley-Davidson?
Das Motoröl spielt eine entscheidende Rolle für die Leistung und Lebensdauer des Motors. Motoröle sollten immer bei warmem Motor gemessen werden. Abgesehen von den Street- und V-Rod-Modellen werden alle Harley-Davidson-Modelle auf dem Seitenständer gemessen. Ein entsprechender Hinweis befindet sich auf dem jeweiligen Peilstab. V-Rod und Street-Modelle hingegen werden in aufrechter Position gemessen. Überprüfe stets zusätzlich die Angaben in deiner Betriebsanleitung. Die Differenz zwischen minimaler und maximaler Füllmenge beträgt 0,9 Liter. Bitte fülle nicht bis zum Maximum auf und wechsle nicht beliebig die Schmiermittelmarken.
Die empfohlene Viskosität lautet in folgender Reihenfolge: 20W50, 15W40, 10W40. Sportster-Modelle verfügen über einen gemeinsamen Tank für Getriebe- und Primäröl, während alle anderen Modelle separate Tanks für Getriebe- und Primäröl besitzen. Beachte, dass alle Angaben modell- und baujahrspezifisch sind. Wir übernehmen keine Gewähr für die oben genannten Informationen.
Wann sollte man das Motoröl und den Ölfilter wechseln?
Das Motoröl und der Ölfilter sollten beim ersten Wartungsintervall nach 1000 Meilen gewechselt werden. Danach ist es empfehlenswert, das Motoröl und den Ölfilter bei jedem Wartungsintervall von 5000 Meilen zu wechseln, um die optimale Leistung und Lebensdauer des Motors zu gewährleisten. Unter bestimmten Bedingungen kann ein häufigerer Ölwechsel erforderlich sein.
- Intensive Nutzung: Wenn du dein Motorrad stark beanspruchst, beispielsweise durch sportliches Fahren oder lange Strecken bei hohen Geschwindigkeiten, erhöht sich die Belastung des Motors.
- Staubige Umgebungen: Wenn du oft in sehr staubigen oder schmutzigen Umgebungen fährst, kann sich Schmutz schneller im Motoröl ansammeln.
- Kalte Witterungsbedingungen: Ständiges Fahren bei kalten Temperaturen kann die Viskosität des Motoröls beeinflussen und die Schmierung erschweren.
Zusätzlich solltest du das Motoröl und den Ölfilter immer vor der Wintereinlagerung oder vor jeder längeren Standzeit wechseln. Dies stellt sicher, dass das Motoröl während dieser Ruhephase sauber und frei von Rückständen bleibt, die den Motor bei erneutem Gebrauch schädigen könnten.
Was man über Ölfilter wissen sollte
Eigentlich ist der Ölfilter ein relativ preiswertes Stück Verbrauchsmaterial. Ab der Evo Zeit haben wir Ölfilterpatronen. In diesen ist das Filterpapier, das wie eine Zieharmonika zusammengefaltet ist. Durch diesen Filter wird das heisse Öl gedrückt, die Partikel bleiben im Papier hängen. Dieses Filterpapier (das heutzutage aus einem speziellen Polymer gefertigt ist) kann verschiedene Feinheitsgrade aufweisen.
Sollte das Filterpapier einmal dicht werden, würde kein Öl mehr durch den Filter gehen. Das würde zu Schäden im Motor führen. Um das zu verhindern sind in den meisten Ölfiltern sogenannte Überdruckventile vorhanden. Sollte der Druck durch das verdreckte Filterpapier zu hoch werden, wird das Öl ungefiltert weitergeleitet.
Micron-Werte
Die Evos hatten durchgängig 30micron Filter (63796-77A). Das war für heutige Verhältnisse relativ grob. Schon damals hatte der K&N Filter nur 16micron, und war damit erheblich feiner (KN-170). Der Filter für die Evo hatte auch kein Rückschlagventil, da unnötig. Bei dem TwinCam Motor befindet sich der Ölfilter am Anfang des Ölkreislaufs. Also genau da, wo der volle Druck der Ölpumpe wirkt. Bei der Evo befindet sich der Ölfilter am Ende des Ölkreislaufs.
Mit der Einführung des TC Motors wurden die Toleranzen kleiner, die Haltbarkeit im Gegenzug besser. Die ersten TC Motoren (1999 und 2000) fuhren teilweise noch mit dem alten 30 micron Filter. Da sich Schäden am Hydrolifter und an der Nockenwellenplatte häuften, ist die Factory auf 10 micron Filter umgestiegen. Der TC88 hatte also einen 10micron Filter (Bestellnummer 63798-99). Bei der Umstellung auf die TC96 hat die Factory die Produktion der 10 micron Filter auslaufen lassen zugunsten der 5micron Filter (Bestellnummer 63798-99A).
Die Angabe 5micron ist aber insoweit irreführend, als sie nichts darüber aussagt, wieviele Partikel dieser Grösse tatsächlich vom Papier aufgehalten werden. Das kann von 50% bis 99,9% gehen. Je nach Testverfahren kann also ein Filterhersteller durchaus behaupten, einen 5micron Filter zu verkaufen, der allerdings nur 50% dieser Partikel aufhält.
Eine aussagekräftige Bezeichnung für Ölfilter wäre nach ISO demnach: β 5/10/20 = 2/20/75. Vielleicht wird diese Bezeichnung ja einmal Rechtskräftig werden. Oder eine ähnliche mit den direkten Prozentangaben. Der Harley Premium Ölfilter hat nominal 5 micron, was bedeutet, dass er (nur) 50% aller 5micron Partikel auffängt (Beta-Koeffizient =2).
Filterfläche
Solange man den (gebrauchten) Filter nicht aufsägt und nachschaut weiss man nicht, wieviel Filterpapier eigentlich in der Dose enthalten ist. Heraus kam, das manche Filter die Standardfläche von 80 sqi (500mm2) einhalten, die Bandbreite aber je nach Hersteller zwischen 36 squi (230 mm2) und 110 squi (710 mm2) schwankt.
Ein enger Micron Filter ohne ausreichende Fläche ist murks. Er wird zu schnell zugehen, bzw. in der Filterleistung rapide nachlassen.
Aufbau und Materialien
Der Harley Filter ist SEHR stabil gebaut. Es gibt auch hier ein Rückschlagventil, das bei stehender Maschine das zurücklaufen des gebrauchten Öls verhindert. Das Öl-Überdruckventil ist wie bei Harley ein Top Valve Typ, aber hier mit einer Schraubfeder hinter der Filterdose, statt mit einem federnden Blech wie bei Harley.
In der Mitte der Öldose ist der Magnet eingebaut, der die Eisenhaltigen Verschmutzungen festhält.
Bypass-Ventile
Da immer die Möglichkeit besteht, dass ein Filter durch zu viel Dreck im Öl verstopft, ist in jedem handelsüblichen Ölfilter eine Sicherung eingebaut, eine sogenanntes Überdruckventil. Wenn die Druckdifferenz zwischen Einlauf und Auslass zu hoch wird (das Filtermaterial also zu verdreckt ist), öffnet sich das Ventil und lässt das Öl ungefiltert durch. Das soll verhindern, dass der Motor trockenläuft und Schäden entstehen.
Es ist bisher nur bekannt, dass der 5micron Harley Filter einen relativ hohen Bypassdruck von 11psi hat (obwohl die verbaute Feder einen Druck von 60psi hat), damit auch das kalte, dicke Öl durch den Filter gedrückt wird. Autofilter haben einen Bypassdruck von 8psi, was bei deren Verwendung dazu führen könnte, dass im kalten Zustand das Öl ungefilter durch den Motor läuft.
Wenn der Motor Kalt ist, wird das Öl auf jeden Fall durch den Bypass gehen und ungefiltert in den Motor kommen.
Top-Valve vs. Bottom-Valve
Bei dem Top Valve (dem grossen Ventil) wird das heisse Öl im Falle einer Verstopfung schon vor dem Eintritt in den Filter zurückgeleitet.
Farbe des Ölfilters
Üblicherweise sind die Ölfilter für die Harley verchromt. Das sieht besser aus und ist auch teurer. Technisch wäre es aber sinnvoll, einen schwarzlackierten Ölfilter zu nehmen, da dieser die Wärme viel besser abstrahlt wie eine verchromte Fläche. Da unser TC Motor sowieso zu heiss läuft, wäre ein schwarzer Ölfilter eine zusätzliche Massnahme zum besseren Wärmehaushalt, der auch noch Geld spart.
Magnetische Ölfilter
Mit dem Aufkommen extrem kleiner und starker Magnete wurde es auch möglich, den Ölfilter mit solchen auszustatten. Andere Hersteller (z.b. Revtech) bauen die Magnete gleich ein. Man könnte aber durchaus auch einen kleinen Super-Magneten (selten Erden) an den magnetischen Ölfilter schnappen lassen.
Zerlegbare Ölfilter
Von mindestens zwei Firmen gibt es Ölfilter, die vom Benutzer zerlegbar und auswaschbar sind. Leider liegt die Maschenweite des Edelstahlgewebes bei 25-50 micron. Also deutlich zu viel für den TC Motor. Die Reinigung ist ohne Druckluft nicht möglich, und auch eine ziemliche Sauerei. Auch ein Bypass ist nicht eingebaut. Wegen der groben Maschenweite fliesst das Öl sehr viel leichter durch den Filter, der Gegendruck ist deutlich geringer.
Rückschlagventil
Bei allen für den TwinCam geeigneten Filtern ist so ein Drainback eingebaut und auch notwendig. Bei den Evos, wo der Filter am Ende des Ölkreislaufs liegt, darf man keine solche Valve verwenden.
Empfehlungen
Grundsätzlich ist es erstmal eine gute Idee, einen möglichst feinen Filter zu verwenden. Ölfilter sind ein Verschleissteil, dass alle 8000km gewechselt wird (also bei jedem Ölwechsel). Der hat unter 10 micron, was völlig reicht. Dazu sind starke Magnete eingebaut, welche auch die allerfeinsten Eisenhaltigen veschmutzungen zurückhalten. Und natürlich hat dieser Filter einen Bypass (überdruckventil), falls der Ölfilter verstopfen sollte. Und der Preis ist moderat.
Trotzdem kann man den HD-Filter nehmen. So teuer ist der auch nicht. Und Harley verbaut ihn. Einen Fehler macht man damit nicht. Ich nehme den Revtech Filter, weil er bei ähnlicher Filterleistung 1/3 mehr Filterfläche und den Magneten eingebaut hat (der aber nur bei eisenmetallen wirkt). Aus rein physikalischen Gründen wird dieser Filter m.E. ein bischen besser Filtern.
Was ich gar nicht nehmen würde sind Autofilter oder irgendwelche unspezifizierten Fremdmarken.
Mittlerweile ist der Revtech Filter, den ich verwendet habe nur noch schwer zu bekommen. Nach Abwägung aller Umstände bin ich auf den K&N-171B umgestiegen. Die Filterleistung ist ausreichend, dafür ist die Filterfläche gross, einen preiswerten Neodym Magneten kann man an die Aussenhülle des Filters pappen. Der 17mm Schraubkopf hilft sehr bei der Montage des Filters, speziell bei den verbauten TC Motoren, bei denen man manchmal sogar den Kurbelwellensensor ausbauen muss, um an den Filter zu kommen.
Erfahrungen mit MotorFactory Ölfilter für Twin Cam
Ich habe noch nie von einem TC-Motorschaden durch falschen oder schlechten Ölfilter gehört oder gelesen. So ein rollengelagerter Motor ist da recht unempfindlich. Trotzdem frage ich mich, warum HD in den TCs einen recht aufwendig gemachten 5-Micron-Filter verbaut. HD jst ja nicht dafür bekannt, sinnlos Geld in aufwendige Technik zu stecken.
Solange ich auf diese Frage keine plausible Antwort habe, nehme ich zur Gewissensberuhigung den 5-Mikron-Originalfilter. Die wenigen Euro Differenz alle 8000km sind budgetseitig vernachlässigbar.
Ich kann die K&N/HiFlo Filter empfehlen. Sie haben für mich den Vorteil, dass sie einen Sechskant an der Stirnseite haben.
Aktuell tendiere ich zu MotorFactory mit 10 Micron... soll Preis / Leistung sehr gut sein. Ob der jedoch ein TopValve Ventil hat ... kein Schimmer.
Ein Bypassventil haben alle Ölfilter, auch die billigsten, die ich zerlegt habe oder von anderen auf youtube zerlegt wurden.
Ob Top-oder Bottom-Valve sollte sich auch rein visuell ohne Zerlegung beim Blick ins Schraubloch erkennen lassen.
Hier die sichtbare Schraubenferder des Top Valve ganz oben im HD-Filter:
Hier ganz tief unten im Filter das Halteblech des zentralen Bottom Valve beim Champion-Filter:
Ich habe auch was gefunden das darlegt MotorFactory hat Top Valve. Finde ich super und die Filterfläche von 600ccm auch.
Bezugsquellen usw. Deswegen habe ich mich auch angemeldet und als kleines Einstandsgeschenk erstmal 3 verschiedene Ölfilter die ich in meiner Werkstatt verwende aufgeschnitten. Hier die Filterflächen:
- Custom Chrome Motor Factory Twin Cam pn 22251 : 600 cm²
- Drag Specialties TC Filter pn DS275109 : 565 cm²
- Motorcycle Storehouse EVO Filter mit Magnet pn 508534 : 740 cm²
- Drag Specialties EVO Filter pn DS275203 : 870 cm²
Das verwendete Filterpapier sieht bei allen gleich aus obwohl der TC Filter mindestens ein 10 Micron sein sollte und die EVO Filter 30 Micron. Wäre interessant ob die EVO Filter auch 10 Micron sind oder ob man den Unterschied rein optisch einfach nicht erkennen kann.
Schlussfolgerung
Die Wahl des richtigen Ölfilters für Ihre Harley-Davidson kann einen erheblichen Einfluss auf die Motorleistung und -lebensdauer haben. Achten Sie auf die empfohlenen Spezifikationen, Filterfläche und Bypass-Ventile, um die beste Wahl für Ihr Motorrad zu treffen.
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