E-Bike mit Rücktrittbremse: Sinnvoll oder nicht?

Obwohl die meisten Fahrräder mit Felgen- oder Scheibenbremsen ausgestattet sind, ist ein E-Bike mit Rücktritt bzw. mit einer Rücktrittbremse ein sehr beliebtes Modell. Damit beim Kauf von deinem neuen E-Bike mit Rücktritt nichts schief geht, beantworte ich dir in diesem Artikel die wichtigsten Fragen zum Thema E-Bikes und Pedelecs mit Rücktrittbremse.

Beliebte E-Bike Modelle mit Rücktrittbremse

Bevor ich dir die wichtigsten Fragen zum Thema E-Bike mit Rücktritt beantworte, möchte ich dir 6 beliebte Pedelecs mit Rücktrittbremse für Damen und Herren vorstellen. Diese sind auf Amazon sehr beliebt und werden dort oft gekauft.

  • Telefunken E-Bike 28 Zoll: Pedelec Citybike mit 7-Gang Nabenschaltung, Rücktritt, 250 W Frontmotor, 468 Wh Li-Ion-Akku.
  • ZÜNDAPP EBike Z510 28 Zoll: Elektrofahrrad mit Rücktritt, 3 Gang Nabenschaltung, 10,4 Ah Akku für bis zu 115 km Reichweite.
  • Prophete Geniesser 1.0 City E-Bike 28 Zoll: 374 Wh Akku, Frontmotor, 3-Gang Nabenschaltung, Rücktritt-Felgenbremse.
  • AGON Axis E Bike Citybike 26 Zoll: 250W Motor, 10,4 Ah Lithium Ionen Akku, 3 Gang, Gepäckträger.
  • GermanXia Mobilemaster Light E-Bike 20 Zoll: E-Faltrad Klapprad, 19kg, 36V, 80km Reichweite, Shimano Nexus Nabenschaltung.

Der große Ratgeber zum Thema E-Bike mit Rücktritt für Damen und Herren

Nachdem ich dir einige Modelle für Damen und Herren genauer vorgestellt habe, werde ich dir in meinem Ratgeber die wichtigsten Fragen zum Thema E-Bike mit Rücktritt bzw. Rücktrittbremse ausführlich beantworten. Unter anderem bring ich dir die Vorteile von einem E-Bike mit Rücktritt näher, erläutere dir welche Motorarten und -Hersteller es gibt und worauf du beim Akku achten solltest.

1. Welche Vorteile hat ein E-Bike mit Rücktrittbremse?

Fahrräder mit Rücktritt gibt es bereits seit vielen Jahren. Die Rücktrittbremse selbst wurde erstmals im Jahre 1898 von einem US-amerikanischen Unternehmen verbaut. Auch heute ist die Mechanik noch beliebt und nach wie vor in neuen Fahrradmodellen vorhanden.

Mit einem E-Bike mit Rücktritt verbindest du gleich zwei große Vorteile. Einmal erhältst du während der Fahrt elektrische Unterstützung vom E-Bike-Motor, wenn du beispielsweise Gegenwind hast oder es Bergauf geht. Fahrradliebhaber, die noch keine große Kondition haben oder körperlich eingeschränkt sind, müssen dank einem E-Bike mit Rücktritt nicht auf den Fahrspaß verzichten. Hat ein Fahrer nicht ausreichend Handkraft, bremst er sein E-Bike ganz einfach über die Pedale. Auch bei schlechtem Wetter hast du die volle Bremsleistung und kannst dich auf den Rücktritt verlassen.

2. Für welche Einsatzgebiete sind E-Bikes mit Rücktritt erhältlich?

Je nachdem, in welchem Einsatzgebiet du dein E-Bike mit Rücktritt verwenden möchtest, findest du schnell und einfach das passende Fahrrad.

  • Trekking: Mit einem Trekking-E-Bike mit Rücktritt bist du in vielen Bereichen unterwegs. Bei dem Allrounder fehlt es an nichts, mit entsprechender Ausstattung fährst du wahlweise bequem oder sportlich.
  • Kurzstrecke: Fährst du lediglich Kurzstrecken, um beispielsweise eine Kleinigkeit einzukaufen oder um Freunde zu besuchen? Kurzstrecken-E-Bikes haben die notwendige Grundausstattung dabei und sind verkehrssicher.
  • Touren: Stehen gelegentlich wundervolle Fahrradtouren an, bist du mit einem Tourenbike äußerst komfortabel und bequem unterwegs. Zudem ist hier häufig ein Gepäckträger verbaut, auf dem du Kleinigkeiten verstaust.
  • Pendeln und Freizeitfahrten: Aber auch zum Pendeln und für gelegentliche Freizeitfahrten ist ein E-Bike mit Rücktritt hervorragend geeignet. Hier hast du ebenfalls einen Gepäckträger dabei, sitzt bequem und bist sicher im Straßenverkehr unterwegs. Zum Pendeln mit der Bahn bietet sich besonders ein E-Bike Klapprad mit Rücktritt an.

3. Welches Antriebskonzept ist verbaut?

Mit dem Antriebskonzept ist gemeint, an welcher Position sich der Elektromotor befindet, der dein E-Bike antreibt. Dabei stehen wahlweise Frontmotor, Mittelmotor (Tretlagermotor) und Hinterradmotor zur Auswahl.

  • Frontmotor: Er ist auch als Vorderradmotor bekannt und kommt bei günstigeren E-Bike Varianten zum Einsatz. Mittlerweile findet er allerdings auch hier immer seltener Verwendung. Denn durch seine Position im Vorderrad hat das Fahrrad ein eingeschränktes Fahrverhalten und mehr Gewicht auf der Vorderachse.
  • Mittelmotor: Bei einem Mittelmotor hingegen profitierst du davon, dass der Schwerpunkt ideal verlagert ist. Du kannst das Gleichgewicht besser halten und hast automatisch ein sicheres Fahrgefühl. Gleichzeitig macht sich die Position beim Stromverbrauch bemerkbar, der geringer ausfällt.
  • Hinterradmotor: Dieser Motortyp kommt vor allem bei sportlichen E-Bikes mit Rücktrittbremse vor. Die Belastung der Antriebskette fällt geringer aus als beim Mittelmotor, weshalb auch der Verschleiß nicht so hoch ist. Des Weiteren ist das Fahrwerk weniger anfällig für Geräusche und du hast bei einigen modernen Motoren die Möglichkeit, Energie zurückzugewinnen (Rekuperation).

4. Welche E-Bike-Motor Hersteller stehen zur Auswahl?

Nicht nur der Hersteller des gesamten Fahrrades selbst, sondern auch des vom E-Bike-Motors ist bei den zahlreichen erhältlichen Modellen unterschiedlich.

  • Bosch: In puncto E-Bike-Motoren und Akkus ist Bosch Marktführer und bietet qualitativ hochwertige Komponenten an. Unter anderem steht die „Active Line“ zur Auswahl, die für Freizeitfahrer geeignet ist, die gelegentlich Touren drehen.
  • Shimano: Nicht nur für seine Fahrradschaltungen ist das weltweit agierende Unternehmen bekannt. Mittlerweile bringt Shimano auch immer mehr E-Bike-Motoren auf den Markt, die sich sehen lassen können.
  • Panasonic: Hier werden überwiegend Mittelmotoren hergestellt, mit denen du ein gutes Fahrgefühl erlebst.
  • Bafang: Egal welche Art Antriebskonzept du suchst, Bafang hat sie alle zu bieten. Dabei glänzen einige Motor-Modelle mit gutem Drehmoment. Du findest vom Hersteller verschiedene E-Bike-Motor-Serien.

5. Wie viel Leistung hat der Elektromotor?

Die Leistung des Elektromotors in einem E-Bike mit Rücktritt wird in Watt angegeben. Für den Großteil aller Elektromotoren, die in Europa verbaut werden (dazu gehört auch Deutschland) sind gesetzlich auf bis zu 250 Watt begrenzt. Gleichzeitig gilt bei Pedelecs die Regelung, dass sie bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h unterstützen dürfen. Hast du die Geschwindigkeit also erreiche, greift der Motor nicht mehr ein.

Nahezu alle Elektromotoren, die einem E-Bike verbaut sind, verfügen also über eine Leistung von 250 Watt. Doch das ist nicht das einzige Merkmal, wenn du ein Auge auf die Leistung hast. Denn möchtest du beim Anfahren und im Gelände ausreichend Power erhalten, hilft zusätzlich ein Blick auf das Drehmoment in Newtonmeter (Nm).

Je mehr Drehmoment ein Elektromotor hat, desto mehr Leistung steht dir zur Verfügung. Bist du mit einem herkömmlichen Citybike unterwegs und fährt kurze Strecken oder gelegentlich in der Freizeit, sind etwa 50 Nm vollkommen ausreichend. Darf es hingegen etwas mehr sein und du bist beispielsweise mit einem Trekking E-Bike mit Rücktritt unterwegs, können es ruhig bis zu 80 Nm sein. Hiermit bist du dann aber auch gut unterwegs.

6. Wie groß ist der Akku und damit die Reichweite?

Nicht nur die Leistung des Motors, sondern auch die Größe des Akkus spielt eine entscheidende Rolle. Denn sie ist ausschlaggebend, wenn du eine bestimmte Reichweite in Kilometern erreichen möchtest. Hierbei hilft ein Blick auf die Amperestunden (Ah) und Wattstunden (Wh). Je größer der Wert ist, desto mehr Strom kann ein Akku maximal speichern.

Fährst du allerdings anspruchsvolle Strecken, die einige Kilometer enthalten und bei denen es häufig auch bergauf geht? In diesem Falle ist ein Akku mit 500 Wh (13,4 Ah) empfehlenswert.

Suchst du nach einem geeigneten E-Bike mit Rücktritt, geben die Hersteller häufig eine max. Reichweite in Kilometern an. Bitte berücksichtige, dass die angegebene Reichweite stark abweichen kann und von verschiedenen Faktoren abhängig ist.

  • Gewicht des Fahrers

Tipp: Möchtest du das Maximale aus deinem E-Bike-Akku herausholen? Viele Händler bieten zusätzlich zu den herkömmlichen Akkus die Möglichkeit an, noch größere Akkus zu verbauen.

7. Wie kann man bei einem Pedelec E-Bike Strom sparen?

Du möchtest mit deinem E-Bike größere Reichweiten erzielen und den Akku schonen?

Fahrmodi anpassen: Je höher der Fahrmodus eingestellt ist (z.B. Sport oder Turbo), desto mehr Strom verbrauchst du auch. Denn dann ist immer die bestmögliche Energie und damit auch der Strom einsatzbereit. Benötigst du gerade keine höhere Stufe und könnt...

Rücktrittbremse: Vor- und Nachteile

Auch heute finden sich noch viele Hersteller, die aktuelle E-Bikes mit Rücktrittbremsen ausrüsten. Der deutsche Hersteller Winora führt zahlreiche City E-Bikes und Damen E-Bikes mit Rücktrittbremse im Sortiment und rüstet nach wie vor Modelle mit Rücktritt aus. Befindet sich in der Produktbezeichnung die Kennung “f”, handelt es sich dagegen um ein Modell mit Freilauf.

Auch der Schweizer Hersteller Flyer führt E-Bikes mit Rücktrittbremse im Sortiment. Mit der wartungsarmen Rücktrittbremse kannst du im Alltag wie gewohnt abbremsen. Viele E-Bikes haben auch heute noch Rücktrittbremsen.

Vorteile der Rücktrittbremse:

  • Rücktrittbremsen sind sehr wartungsarm.
  • Durch die Betätigung mit dem Pedaltritt dienen Rücktrittbremsen auch der Verzögerung, wenn eine Hand nicht am Lenker ist.
  • Wer von seinen vorherigen Fahrrädern oft Jahrzehnte lang die Rücktrittbremse gewohnt ist, tritt in einer kritischen Situation reflexartig nach hinten und würde mit einem Freilaufrad wertvolle Zeit verlieren, das Rad abzubremsen.

Nachteile der Rücktrittbremse:

  • Wie effektiv eine Rücktrittbremse funktioniert, hängt leider stark von der Pedalstellung ab. Sind die Pedale z. B. nicht in der optimalen Position, ist die Bremswirkung geringer.
  • Ein dosiertes Bremsen ist nicht in allen Pedalstellungen möglich.
  • Das dosierte Bremsen unter Last funktioniert mit modernen Scheibenbremsen besser.
  • Wenn sich die Bremse stark erhitzt, muss sie eventuell neu gefettet werden.
  • Sollte die Kette abspringen oder reißen, kann nicht mehr gebremst werden.

Alternativen zur Rücktrittbremse

Es gibt verschiedene Alternativen zur Rücktrittbremse, die sich in Bezug auf Bremsleistung, Wartungsaufwand und Kosten unterscheiden.

Felgenbremsen

Felgenbremsen wie V-Brake, Cantilever oder Rennradbremse sind eine gängige Alternative. Normale V-Brakes erfordern einen etwas höheren Kraftaufwand als hydraulische Bremsen. Hier hängt es auch sehr von den Bremsklötzen ab, wie gut sie wirken.

Bei Felgenbremsen müssen Sie auch immer auf die Witterung achten, da die Bremskraft sich aufgrund des Wetters unterschiedlich auswirken kann. Bei Regen z.B. müssen Sie mit einem längeren Bremsweg rechnen. Dies kann Ihre Sicherheit auf dem Rad extrem beeinträchtigen; die Gefahr eines Unfalls ist größer.

Scheibenbremsen

Die besten Bremsen sind wohl hydraulische Scheibenbremsen, halbwegs gutes Material vorausgesetzt. Die Bremskraft läßt sich sehr gut dosieren.

Fast alle bei uns erhältlichen E-Bikes verfügen über hydraulische Bremssysteme, da diese die beste Bremswirkung und Dosierbarkeit bieten. Insbesondere bei City-E-Bikes gibt es einige Modelle mit Rücktrittbremse, die den Umstieg erleichtern sollen. Dennoch empfehlen wir dir, dich unbedingt auch mit den Handbremshebeln vertraut zu machen.

Die richtige Bremse für E-Bikes: Felgen- oder Scheibenbremse?

Einerseits ist ein Pedelec, dass dich bis etwa 25 km/h unterstützt, gesetzlich einem Fahrrad gleichgestellt (Stand 2021). Andererseits ist es in der Praxis durch den E-Bike-Antrieb nicht nur deutlich schneller, sondern eben auch schwerer. Dies bedarf besonderer Anforderungen- gerade im Bereich der Bremsen.

Mechanische Bremsen

Bei besonders günstigen E-Bikes (deutlich unter 1.500,00 Euro), findet man fast nur mechanische Bremsen, die im Vergleich zu hydraulischen Bremsen weniger Bremskraft bieten. Oft werden zwar Scheibenbremsen verbaut, allerdings wird der entscheidende Faktor (mechanisch oder hydraulisch) nicht beachtet.

Dadurch, dass die Kraft vom Handbremshebel über die Seilzüge übertragen wird, braucht man bei einem schwereren E-Bike auch entsprechend viel Kraft in den Fingern . In der Wartung sind die mechanischen Bremsen aufgrund ihrer Einfachheit zwar simpel, sie müssen aber auch häufiger nach- und eingestellt werden.

Hydraulische Bremsen

Bereits Ende der 1980er Jahre entwickelte Magura, ein etablierter Zweirad-Bremsen-Hersteller, die erste hydraulische Felgenbremse. Bis heute sind deren Nachfolger - wie etwa die Magura HS11-Felgenbremse - ein Klassiker bei Trekking- und Citybikes mit und ohne Motor. Auch wenn die hydraulische Felgenbremse bereits sehr gut funktioniert, bietet die hydraulische Scheibenbremse noch einige Vorteile, wie z.B. eine bessere Bremsleistung bei Nässe oder einen geringeren Pflegeaufwand.

Der große Vorteil: Bis zum vollständigen Verschleiß stellen sich die Bremsbeläge „automatisch“ nach, sodass man die Bremse nur selten nach- bzw. einstellen muss.

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